Graf | Der Notarzt 396 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 396, 64 Seiten

Reihe: Der Notarzt

Graf Der Notarzt 396

Verlieb dich nicht in mich
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1337-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Verlieb dich nicht in mich

E-Book, Deutsch, Band 396, 64 Seiten

Reihe: Der Notarzt

ISBN: 978-3-7517-1337-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mit pochendem Herzen blickt Dr. Erik Demeter auf die junge Frau, die lächelnd vor ihm steht. Silvie Mendel ist nicht nur seine neue Kollegin an der Frankfurter Sauerbruch-Klinik, sondern seit wenigen Tagen auch seine Nachbarin. Ihre beiden Appartements liegen direkt nebeneinander, und Silvie lässt keine Gelegenheit aus, um unter einem Vorwand an seine Tür zu klopfen. So, wie auch jetzt. Tief blickt sie in seine Augen, und es ist nur allzu offensichtlich, dass sie mit ihm flirtet. Doch obwohl Erik im Stillen längst weiß, dass er sich zu der bildschönen Ärztin wie magisch hingezogen fühlt, will er dies auf keinen Fall zulassen. Es darf nicht sein. Auf keinen Fall!
'Verlieb dich nicht in mich!', warnt er sie schroff. 'Ich bin nicht interessiert! Okay?'
Einen Moment lang starrt Silvie ihn sprachlos an. Hat sie seine Blicke und sein Verhalten in den vergangenen Tagen so falsch gedeutet? Mit brennenden Wangen macht sie auf dem Absatz kehrt und rennt davon ...

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Verlieb dich nicht in mich

Roman um einen Arzt, der sein Herz nicht verschenken will

Karin Graf

Mit pochendem Herzen blickt Dr. Erik Demeter auf die junge Frau, die lächelnd vor ihm steht. Silvie Mendel ist nicht nur seine neue Kollegin an der Frankfurter Sauerbruch-Klinik, sondern seit wenigen Tagen auch seine Nachbarin. Ihre beiden Appartements liegen direkt nebeneinander, und Silvie lässt keine Gelegenheit aus, um unter einem Vorwand an seine Tür zu klopfen. So, wie auch jetzt. Tief blickt sie in seine Augen, und es ist nur allzu offensichtlich, dass sie mit ihm flirtet. Doch obwohl Erik im Stillen längst weiß, dass er sich zu der bildschönen Ärztin wie magisch hingezogen fühlt, will er dies auf keinen Fall zulassen. Es darf nicht sein. Auf keinen Fall!

»Verlieb dich nicht in mich!«, warnt er sie schroff. »Ich bin nicht interessiert! Okay?«

Einen Moment lang starrt Silvie ihn sprachlos an. Hat sie seine Blicke und sein Verhalten in den vergangenen Tagen so falsch gedeutet? Mit brennenden Wangen macht sie auf dem Absatz kehrt und rennt davon ...

»Kann es sein, dass Dr. Kersten den Verstand verloren hat?« Marianne Hoppe, die Sekretärin des Chefarztes der Frankfurter Sauerbruch-Klinik, wurde mit jeder Zeile, die sie las, immer noch ein bisschen blasser im Gesicht.

Prof. Lutz Weidner hatte sie darum gebeten, ein Arbeitszeugnis für Dr. Erik Demeter von der Berliner Kaiser-Wilhelm-Klinik anzufordern.

Der vierunddreißigjährige Facharzt für Innere Medizin, Intensivmedizin und Unfallchirurgie hatte seine Anstellung dort gekündigt und wollte auch Berlin verlassen. Peter Kersten, der ihn von früher gut kannte, hatte ihm eine Anstellung in seiner Abteilung zugesagt.

Der Chefarzt vertraute dem Leiter der Notaufnahme. Deshalb hatte er sich im Vorfeld auch überhaupt nicht darum gekümmert, wer dieser Kollege Demeter war, warum er die Kaiser-Wilhelm-Klinik in Berlin verlassen hatte und wie seine bisherige Karriere verlaufen war.

Der Kollege Kersten hatte ihm versichert, dass er Dr. Demeter schon lange und sehr gut kannte und dass er die Hand für ihn ins Feuer legen würde. Das hatte Prof. Weidner als Referenz vollauf genügt.

Die Anforderung eines Arbeitszeugnisses hatte absolut nichts mit einem etwaigen Anflug von Misstrauen zu tun. Frau Huber vom Personalbüro hatte den Professor darauf hingewiesen, dass dieses Dokument noch ausständig sei, als er sie vor wenigen Minuten um einen Dienstvertrag gebeten hatte, den er dem neuen Kollegen gleich am späten Nachmittag, wenn er hier eintraf, zur Unterschrift vorlegen wollte.

Als er jetzt die merkwürdige Frage seiner Sekretärin durch die nur angelehnte Tür hörte, eilte er besorgt aus seinem Büro.

»Stimmt was nicht, Marianne?«

»Das Arbeitszeugnis für diesen Dr. Demeter ist gerade per E-Mail angekommen.«

»Ach so. Sehr gut. Und ... stimmt denn etwas mit dem Arbeitszeugnis nicht?«

»Das können Sie laut sagen, Professor«, erwiderte die vollschlanke Mittfünfzigerin mit den bordeauxroten Ringellöckchen schnippisch. Sie legte den Kopf in den Nacken und leerte ein imaginäres Glas. »Zwitschert Herr Kersten vielleicht neuerdings gelegentlich einen zu viel?«

»Marianne!« Lutz Weidner schüttelte tadelnd den Kopf. »Natürlich nicht. Warum fragen Sie?«

»Das Arbeitszeugnis.« Frau Hoppe klickte auf das Symbol des Druckers, der augenblicklich zu rattern begann. »Soll ich es Ihnen vorlesen?«

»Okay. Dann brauche ich nicht noch mal reinzugehen, um mir meine Lesebrille zu holen.«

Die Sekretärin erhob sich halb von ihrem Rollsessel, beugte sich weit über ihren Schreibtisch und zupfte das Letzte von fünf bedruckten Blättern aus dem Drucker, noch ehe es ganz durchgelaufen war.

»Holen Sie sich einen Stuhl, Professor.«

»Wozu?«

»Weil Sie sonst möglicherweise aus den Latschen kippen.«

»Grundgütiger!« Lutz Weidner verdrehte schmunzelnd die Augen.

Er kannte Mariannes Hang zum Übertreiben nur allzu gut. Was konnte denn schon Schlimmes in dem Dokument stehen? Doch er tat ihr den Gefallen, holte sich einen Stuhl aus der Warteecke in Mariannes Büro, stellte ihn dem Schreibtisch seiner Sekretärin gegenüber und setzte sich.

»Also gut, fangen Sie an. Die Gefahr, dass ich aus den Latschen kippen könnte, ist gebannt.«

Marianne Hoppe deutete mit dem Kinn zur offenen Tür, die auf den Flur der Kardiologie hinaus führte.

»Soll ich Oberschwester Waltraud bitten, ein Fläschchen Riechsalz oder eine Beruhigungstablette für alle Fälle ...«

»Marianne!«, fiel ihr der Chefarzt genervt ins Wort. »Überspannen Sie den Bogen bitte nicht. Lesen Sie jetzt.«

»Ich hab's ja nur gut gemeint. Also auf Ihre Verantwortung!«, grummelte sie trotzig und hob die bedruckten Seiten vor ihre Augen. »Also: Bla, bla, bla ... Die übliche Einleitung halt. Die brauche ich Ihnen ja nicht vorzulesen, die ist ja eh bei allen gleich. Aber jetzt kommt's! Sitzen Sie gut?«

Der Chefarzt seufzte abgrundtief.

»Ja, Marianne.«

»Ich frag ja nur. Also: Bla, bla, muss ich zu meinem großen Bedauern und trotz meines besten Willens, dem Kollegen Demeter keine Steine in seinen zukünftigen Berufsweg zu legen, dennoch bekanntgeben, dass ich ihn wegen folgender Tatsachen fristlos entlassen musste.«

»Fristlos entlassen?« Prof. Weidners Augen weiteten sich. »Davon hat der Kollege Kersten gar nichts gesagt.«

»Nicht jetzt schon aufregen, Chef. Sparen Sie sich Ihre Munition für später auf. Es kommt ja noch viel dicker«, empfahl Marianne ihm.

»Als ob das nicht schon schlimm genug wäre. Was denn, um Himmels willen, noch?«

»Na, hören Sie zu. Ihr Berliner Kollege Prof. Herbert Übeleis schreibt weiter: Dem Kollegen Demeter werden drei unerklärliche Todesfälle zur Last gelegt, die sich allesamt innerhalb des letzten halben Jahres ereignet haben. In den erfolgten Kunstfehlerprozessen konnte ihm zwar keine konkrete Schuld nachgewiesen werden, ein Restzweifel bleibt jedoch bestehen.«

Frau Hoppe warf dem Chefarzt einen flüchtigen Blick über den Rand des Dokuments hinweg zu. Sie nickte vielsagend, als sie seinen entsetzten Gesichtsausdruck sah.

»Außerdem hat der Kollege Demeter innerhalb eines halben Jahres unser gesamtes für Rechtsstreitigkeiten und Entschädigungszahlungen vorgesehenes Budget aufgebraucht und die jährliche Prämie für unsere Kunstfehlerversicherung auf das Doppelte ansteigen lassen.«

Marianne hob den Kopf, als sie ein verhaltenes Stöhnen hörte. Prof. Weidner hatte sich eine Hand vor den Mund geschlagen. Seine buschigen silbergrauen Augenbrauen sträubten sich wie das Nackenfell einer erschrockenen Katze.

»Wir sind noch lange nicht beim Höhepunkt der Tragödie angelangt, Chef. Da kommt noch was.«

»Grundgütiger! Was denn noch? Drei Kunstfehlerprozesse in nur einem halben Jahr! Schlimmer kann es ja nun wirklich nicht mehr kommen.«

»Schlimmer geht es immer, hat meine Oma immer gesagt. Und in diesem Fall hat sie recht.«

»Grundgütiger!«

»Ja, der kann da jetzt aber auch nichts mehr machen. Warten Sie, jetzt kommt's noch ganz dicke.«

»Grund...« Prof. Weidner brach ab, als er merkte, dass er sich wiederholte. »Lesen Sie! Nach dem, was ich bereits gehört habe, kann mich nichts mehr erschüttern.«

»Das glauben aber auch nur Sie«, entgegnete Marianne und holte tief Luft. »Außerdem fühle ich mich dazu verpflichtet, sehr geehrter Herr Prof. Weidner, Sie zu Ihrem Schutz und zum Schutz Ihrer Mitarbeiterinnen dahingehend zu informieren, dass vier unserer Angestellten, zwei Pflegerinnen, eine Assistenzärztin sowie eine blutjunge ...« Marianne legte eine dramaturgische Pause ein. Das folgende Wort sprach sie überdeutlich aus. »Se-kre-tä-rin!«

»Ja? Weiter! Was ist mit diesen vier Mitarbeiterinnen?«, hakte Lutz Weidner ungeduldig nach. Seine Schuhspitzen trommelten hektisch auf den Boden, als ob er in Gedanken vor dem Ungemach davonlaufen wollte.

»Also, dass vier unserer weiblichen bla, bla, sowie eine blutjunge Sekretärin den Kollegen Demeter der brutalen Vergewaltigung bezichtigt haben.«

»Grundgütiger!« Lutz Weidner stützte sich mit beiden Ellbogen auf Mariannes Schreibtisch und legte stöhnend den Kopf in seine Hände.

»Auch hier«, fuhr Marianne gnadenlos fort, »konnte es wegen Mangel an Beweisen wiederum zu keiner Verurteilung kommen. Für mich und meine Mitarbeiter gibt es jedoch nicht den geringsten Zweifel an seiner Schuld.«

Frau Hoppe fuhr mit ihrem Rollsessel ein Stück zurück, schlug die Beine übereinander und blätterte bis zur letzten Seite weiter.

»Weiter schreibt er noch, dass er Ihnen gerne die diversen Gerichtsakten zukommen lässt, falls Sie sich selbst ein Bild von den Vorkommnissen machen wollen, und dass er nicht ganz verstehen kann, dass Sie es auch nur in Erwägung ziehen, Dr. Demeter in Ihr Krankenhaus aufzunehmen und damit das...



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