Gold | Magisches Spiel der Liebe | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Gold Magisches Spiel der Liebe


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7515-0406-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-0406-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Adrien Morrell sucht Leidenschaft, aber keine Liebe! Und als es ihm gelingt, die schöne Selene in seinen Bann zu ziehen, sieht er sich schon am Ziel seiner Träume: eine sinnliche Affäre. Doch dann macht ihm sein Herz einen Strich durch die Rechnung: Täglich wächst seine Sehnsucht, mit Selene für immer zusammen zu sein. Aber darf er nach den tragischen Ereignissen der Vergangenheit noch auf eine glückliche Zukunft hoffen?

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1. KAPITEL


Maison de Minuit. Haus der Mitternacht.

Allein der Name klang unheilvoll, aber diese finstere Plantagenbesitzervilla in Louisiana symbolisierte den ersten ernsthaften Schritt, den Selene Albright Winston Richtung Freiheit machte.

Selene nahm all ihren Mut zusammen und stieg aus ihrem Wagen. Dann ging sie mit einem mulmigen Gefühl über den gepflasterten Weg zum Eingang der Veranda. Nicht ein Windhauch regte sich in den Bäumen, und nur das gelegentliche Zirpen einer Zikade unterbrach die gespenstische Stille. Uralte knorrige Eichen, die über und über mit Spanischem Moos behangen waren, wirkten wie finstere Wachposten, die Eindringlinge abwehren sollten. Die Rasenflächen waren ungemäht, und in den mit Unkraut überwucherten Beeten blühten keinerlei Blumen.

Ein paar Schritte vor der Veranda blieb Selene stehen, um das Haus zu betrachten, das ebenfalls vernachlässigt wirkte. Die neoklassizistische hellgelbe Fassade des Herrenhauses zeigte deutliche Anzeichen von Verfall, genau wie die Fensterläden, die Holzornamente und die sechs imposanten Säulen, die den Vorbau trugen und seltsamerweise schwarz gestrichen waren. Selene beschlich beim Anblick des düsteren Hauses ein unangenehmes Gefühl und hoffte, dass das Innere des Hauses in einem besseren Zustand war. Tatsächlich hätte sie am liebsten kehrtgemacht und wäre weggelaufen. Nein, diesmal würde sie nicht den einfachen und sicheren Weg gehen.

Als sie die erste Stufe der Holztreppe zum Eingang betrat, knarrte sie, als würde sie gleich zusammenbrechen. Doch ein plötzliches Bild vor ihrem geistigen Auge war sehr viel beängstigender.

Augen. Eisblaue Augen. Augen, die sie fixierten.

Selene schloss ihre eigenen Augen, damit die Vision verschwand. Aber als sie die zweite Stufe betrat, ergriff die Vision erneut von ihr Besitz. Ihr stockte der Atem, und sie verlor all ihre Zuversicht. Doch sie kämpfte dagegen an. Nachdem sie jahrelang alles versucht hatte, sich von dieser Gabe zu befreien, wollte sie so etwas nie wieder in ihr Leben lassen.

Sie atmete tief durch und legte ihren geistigen Schild an, den sie zu ihrem Schutz entwickelt hatte, erleichtert, dass er funktionierte, als sie die dritte und letzte Treppenstufe nahm.

Nach kurzem Zögern klopfte sie an die Tür, von der die schwarze Farbe abblätterte, dann strich sie mit einer Hand über ihr elegantes, ärmelloses rotes Kleid. Ihr Haar hatte sie mit einem Band im Nacken zusammengebunden, doch auch das verschaffte ihr in der unerbittlichen Juni-Hitze wenig Erleichterung. Sie war nervös und fühlte sich unbehaglich, da niemand auf ihr Klopfen reagierte.

Sie klopfte noch einmal und war froh und ängstlich zugleich, als sie Schritte näher kommen hörte. Sie hatte keine Ahnung, wer ihr öffnen würde. Sie wusste nicht, ob sie auf Freund oder Feind treffen würde – womöglich erwartete sie ein Blick in die eisblauen Augen, die ihr gerade erschienen waren.

Gleich darauf stand eine Frau mit wachen dunklen Augen vor ihr. Sie war ungefähr Mitte sechzig, ihr graues Haar trug sie in einem streng wirkenden Kurzhaarschnitt. Sie hatte ein hellgrünes Kleid an und wirkte zurückhaltend, aber keineswegs bedrohlich. „Kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie und lächelte freundlich.

„Sind Sie Miss Lanoux?“

„Ja, und wer sind Sie?“ Wenigstens war es die richtige Adresse, auch wenn sie offenbar nicht erwartet wurde. „Selene Winston. Ich bin wegen der Restaurierung hier.“

Die Frau schien überrascht. „Ich habe Sie erst morgen erwartet.“

Selene hätte schwören können, dass sie letzten Freitag telefonisch vereinbart hatten, sie solle sich am Montag vorstellen. Vielleicht sollte sie in das Gasthaus zurückkehren, in dem sie in den zehn Tagen seit ihrer spontanen Flucht aus Georgia wohnte. Vielleicht sollte sie dieses Missverständnis als Hinweis nehmen, die Sache zu lassen. „Falls es nicht passt, kann ich morgen wiederkommen.“

„Nein, nein, kommen Sie ruhig rein.“ Die Frau bedeutete Selene einzutreten. „Willkommen im Maison de Minuit … Sie sind Mrs. Winston, nicht wahr?“

„Winston ist der Name meines Exmannes, ich bin geschieden.“ Selene erschrak über ihren bitteren Unterton. „Nennen Sie mich einfach Selene.“

„Dann müssen Sie mich Ella nennen. Und jetzt sollten wir aus der Hitze heraus.“

Als Selene das großzügige Foyer betrat, fiel ihr sofort zweierlei auf – im Haus war es nicht viel kühler als draußen, und durch die schweren Läden vor den Fenstern fiel praktisch kein Licht herein. Es herrschte eine düstere Atmosphäre im Haus, und es roch muffig und nach altem Holz.

Sie folgte Ella durchs Foyer. Vor einem kleinen Salon blieben sie stehen. Hier war es genauso düster wie im Eingangsbereich, denn dichte blaue Vorhänge ließen kein Tageslicht durch. Die Antiquitäten, mit denen das Zimmer möbliert war, waren höchstwahrscheinlich echt und ein Vermögen wert. Nichts, was sie nicht gekannt oder in ihrem früheren Leben selbst besessen hätte. Einem Leben, das sie nur zu gern hinter sich gelassen hatte. Aber sie hatte von jeher ein Faible für Dinge mit Geschichte.

„Das hier ist nur einer der Wohnräume“, sagte Ella. „Und wie das ganze Haus muss er renoviert werden.“ Sie fächelte sich Luft zu. „Es geht um eine Grundsanierung. Sie müssen Kostenvoranschläge für eine neue Klimaanlage besorgen. Sehr wahrscheinlich muss das Dach neu gedeckt werden, was bedeutet, Sie müssen einen geeigneten Bauunternehmer finden.“

„Einen Moment“, unterbrach Selene, als ihr klar wurde, was Ella da gesagt hatte. „Ich hatte keine Ahnung, dass die Arbeiten derart umfangreich sein würden.“

„Meine Liebe, Sie können engagieren, wen Sie wollen. Es sei denn, Sie haben ein Problem damit, Handwerker zu beaufsichtigen.“

Nein, das hatte Selene nicht. Sie hatte jahrelang Hauspersonal gehabt. „Wenn ich ein entsprechendes Budget bekomme, kann ich den Auftrag übernehmen.“

„Geld spielt keine Rolle.“

Offenbar hatte Ella Lanoux Vermögen, obwohl sie überhaupt nicht so zu sein schien wie die reichen Frauen, die Selene von klein auf kannte, einschließlich ihrer eigenen Mutter. Auch wenn sie nicht an einen so großen Auftrag gedacht hatte, so war sie schließlich hergekommen, um Arbeit zu finden. Um sie selbst zu sein, ihr eigenes Geld zu verdienen. Um neu anzufangen.

Ella winkte Selene weiter. „Kommen Sie weiter, ich zeige Ihnen alles.“ Vor einer Doppeltür blieb sie stehen. „Das hier ist bei Weitem der beeindruckendste Teil des Hauses.“

Damit stieß sie die Flügeltür auf, und Selene blickte in einen großen runden Raum, der einen original erhaltenen Dielenboden zu haben schien. Von der Raummitte aus führte eine breite Freitreppe, die mit rotem Teppich ausgelegt war, in die erste Etage hinauf. Selenes Blick wanderte zur Decke, auf der sich Putten mit goldenen Flügelchen auf einem mit Wolken verzierten blauen Himmel tummelten. In der Mitte hing ein schwerer Kristalllüster. Selene kannte solche Räume bisher nur von Fotos.

„Das ist absolut atemberaubend.“

Ella lächelte stolz. „Diese Wirkung hatte der Saal auch auf mich, als ich ihn zum ersten Mal sah.“ Sie deutete auf die gegenüberliegende Seite. „Küche und Esszimmer sind dort drüben. Wir besichtigen beides später. Jetzt zeige ich Ihnen die obere Etage.“

Als sie Ella die Treppe hinauffolgte, hatte Selene das Gefühl, geradewegs in den Himmel hinaufzusteigen. Ein Stück Paradies mitten in der Dunkelheit.

Oben angekommen machte Ella eine Kopfbewegung nach links. „Dieser Korridor führt zur Vorderseite des Hauses, wo es zwei Zimmer gibt. Das eine war einmal ein Kinderzimmer, das andere wurde in ein Privatbüro umgewandelt.“

Selene entging die Betonung auf privat nicht. Sie zeigte nach rechts. „Und auf dieser Seite?“

„Hier befinden sich die Schlafzimmer, einschließlich Ihrem, falls wir uns einig werden.“

„Ich müsste auf der Baustelle wohnen?“

„Kost und Logis wären inklusive, während Sie hier arbeiten.“

Wahrscheinlich wäre es so am praktischsten. Sie würde nicht die gut zehn Meilen in die Stadt fahren oder eine passende Unterkunft suchen müssen. Falls sie den Job übernahm. Selene ging hinter Ella her, die scharf rechts in einen schmalen, mit Paneelen verkleideten Flur abbog, der von ein paar Wandlampen schwach beleuchtet war.

Schon nach wenigen Schritten wurde Selenes Aufmerksamkeit auf eine lebensgroße Bronzefigur am Ende des Korridors gelenkt. Ein Dämon mit Hörnern, spitzen Zähnen und Krallen, der eine verängstigte, spärlich bekleidete Frau fest im Griff hatte. Diese Gestalt war wirklich ein Kontrast zu den Engelchen, die über die Rotunde wachten. Eine klassische Darstellung von Gut und Böse. Himmel und Hölle.

Plötzlich hatte sie eine weitere Vision. Im Gegensatz zu den Bildern, die sie vor dem Eingang vor ihrem geistigen Auge gesehen hatte, hatte sie bei dieser Vision das Gefühl zuzuschauen, wie es schon so oft in der Vergangenheit der Fall gewesen war. Sie sah eine Hand über ihren nackten Arm gleiten. Eine große Männerhand, die weiter über ihren Rücken glitt, über ihre Taille, bis hinunter zu ihrem Po, ehe sie, Selene, blinzelte und die Vision bezwang. Sie hatte keine Ahnung, wie es dazu gekommen war, denn es schien niemand in der Nähe zu sein. Und das fand sie mehr als nur ein wenig beunruhigend.

Sie merkte erst, dass sie stehen geblieben war, als Ella sich lächelnd zu ihr umdrehte. „Ziemlich grotesk, nicht wahr? Ich nenne ihn Giles, nach dem früheren...



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