E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Gold Hast du Zeit heut Nacht?
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1821-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1821-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als Miranda Brooks am Pool ihrer neuen Wohnung sitzt, trifft sie einen faszinierenden Mann. Seine erotische Ausstrahlung setzt ihren Körper in Flammen - sie muss Rick einfach berühren. Offensichtlich geht es ihm genauso: Zärtlich nimmt er immer wieder ihre Hand, streichelt ihren Arm, wenn sie sich wie zufällig berühren. Es scheint das natürlichste der Welt zu sein, dass sie diese Nacht zusammen verbringen. Glücklich stimmt Miranda zu, als Rick sie am nächsten Morgen fragt, ob sie sich bald erneut treffen wollen. Zu ihrer Überraschung sehen sie sich schon zwei Stunden später wieder, als Miranda ihre neue Stellung in der Klinik antritt: Rick ist ihr Chef, der sie entsetzt anstarrt ...
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2. KAPITEL
Es war unglaublich leicht, mit Rick zu tanzen und mit ihm zu reden. Und es war schön, ihn anzusehen. Miranda fand, dass sie vieles gemeinsam hatten. Beide sahen sie sich gern Baseball- und Footballspiele im Fernsehen an und Live-Auftritte schlagfertiger Komiker. Obwohl Miranda sich bemühte, mehr über Rick herauszufinden, lenkte er das Gespräch doch immer wieder auf sie zurück. Und er machte den Eindruck, als würde er sich wirklich für alles interessieren, wofür sie aufrichtig dankbar war, weil sie schon so lange niemanden mehr hatte, mit dem sie sprechen konnte und der ihr auch zuhörte.
Sie mochte auch seinen Musikgeschmack, wie sie feststellte, als er die nächste CD einlegte. Diesmal erklang sanfter Jazz.
Als er wieder zu ihr kam, warf sie verstohlen einen Blick auf die Uhr. Himmel, war sie wirklich schon länger als eine Stunde hier? Zeit spielte jedoch keine Rolle.
„Das ist hübsch“, sagte sie, als er sie erneut in die Arme zog. „Auch ein Kollege von Ihnen?“
„Ein Kollege?“, fragte er verblüfft und lächelte. „Ach, Musik ist nur mein Hobby.“
„Und was ist Ihr Beruf?“
Er wich ihrem Blick aus. „Ich arbeite mit Kindern.“
Der Mann war fast zu gut, um wahr zu sein. „Das ist wunderbar. Und was genau machen Sie?“
Endlich richtete er die Augen unter dunklen Wimpern, für die jede Frau gemordet hätte, auf sie. „Sprechen wir nicht von der Arbeit. Heute Nacht sind wir nur Rick und Randi und wollen die tägliche Tretmühle und den morgigen Montag vergessen.“ Behutsam berührte er ihre Wange. „Wir wollen nur an diesen Moment denken.“
Bisher hatte Rick auf Abstand zwischen ihnen geachtet, doch nun wurde die Musik langsamer, und er zog Miranda näher zu sich heran.
„Wir sind zwar auf keiner richtigen Tanzfläche, aber es geht doch gut, nicht wahr?“, fragte er lächelnd.
Es ging sogar sehr gut. „Es überrascht mich, dass ich Ihnen nicht schon zwei bis drei Zehen zerquetscht habe.“
Er sah ihr in die Augen, als wollte er ihre Geheimnisse ergründen. „Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, Randi. Sie sind ein Naturtalent, und das ist in vieler Hinsicht wichtig.“
Der Atem stockte er. Wenn er auf die Liebe anspielte, konnte sie keinerlei Erfahrung vorweisen.
Mit jedem Song kamen sie einander etwas näher, bis Miranda sich fest an Rick presste und er sie in den starken Armen hielt. Und er senkte den Kopf und drückte die Wange an ihr Ohr. Die Wärme seines Körpers strömte auf sie über und durchdrang sie immer mehr.
Er schob einen Arm unter ihr Haar im Nacken und betrachtete ihr Gesicht. Sie hielt den Atem an, wartete darauf, dass er sie küsste.
Stattdessen blieb er stehen. „Es ist heiß hier drinnen. Ich glaube, die Klimaanlage ist kaputt.“
Miranda fühlte sich schrecklich allein, als er sich von ihr löste. Die Stimmung war zerstört. „Ja, es ist ziemlich warm.“
Er öffnete die Fenster, schaltete den Deckenventilator ein und die Beleuchtung aus. Nur aus der Küche fiel ein schwacher Lichtschein in den Raum.
„Besser so?“, fragte Rick und nahm Miranda wieder in die Arme.
Was sollte sie antworten? Sicher, die Hitze im Raum ließ nach, nicht aber die in ihr. „Es ist angenehm.“
„Gut“, erwiderte er und zog sie erneut an sich.
Mühelos fanden sie in dem Rhythmus des Stücks. Miranda hielt Rick so fest, als hätte sie Angst, er könnte ihr wie alle schönen Fantasien entgleiten. Träumte sie, oder tanzte sie hier wirklich mit diesem attraktiven, sympathischen Mann?
Seine Hände wanderten tiefer zu ihrer Taille, über die ihre Haarspitzen strichen. Mirandas Herz hämmerte, als er ihr einen Kuss auf die Wange hauchte und sie noch fester an sich presste. Und als sie seine Erregung fühlte, stockte ihr der Atem. Auch sie war erregt, sogar mehr, als sie sich jemals vorgestellt hätte. Unbewusst strich sie sich mit der Zungenspitze über die Lippen. Rick beobachtete sie wie gebannt, ehe er ihr wieder in die Augen sah.
„Miranda“, sagte er leise und küsste sie auf die Stirn und die Wangen. Zart wie eine Feder strichen seine Lippen über ihren Mund. Erneut sah er sie um Erlaubnis bittend an, und sie gab ihre Zustimmung, indem sie ihm das Gesicht entgegenhob, sodass ihre Lippen sich von Neuem trafen.
Das ist verrückt, sagte eine kleine Stimme in ihr. Miranda achtete jedoch nicht auf die Warnung, sondern verlor sich in den köstlichen Empfindungen, die Rick in ihr auslöste, als er von ihrem Mund Besitz nahm. Sie hörte ein Stöhnen und begriff erst verspätet, dass sie selbst es ausgestoßen hatte.
Doch plötzlich beendete Rick den Kuss und drückte seine Stirn gegen die ihre. „Randi, du musst gehen.“
Hatte sie etwas falsch gemacht? Gefiel es ihm nicht, wie sie küsste? „Du willst, dass ich gehe?“
„Nein, und genau deshalb musst du weg.“
Miranda fühlte sich wie beschwipst. Schon lange hatte kein Mann sie mehr begehrt. Genauer gesagt, seit ihrer Zeit auf dem College, und diese schlimme Erfahrung hatte sie dazu gebracht, dass sie ein einsames und enthaltsames Leben führte. Aus purem Selbsterhaltungstrieb hatte sie nicht wieder zugelassen, dass jemand sie wollte.
Es wäre riskant, ihrem Verlangen nach Rick nachzugeben. Sie kannte nicht einmal seinen Nachnamen. Und wenn sie so weitermachte, würde ihr Leben vielleicht nie wieder sein wie zuvor. Doch das störte sie nicht, da sie bisher nicht richtig gelebt hatte.
Miranda wollte nicht darüber nachdenken, wieso sie ausgerechnet diesen rätselhaften Fremden mit den unwiderstehlichen dunklen Augen und der Schwäche für Kinder erwählt hatte, um mit ihm ihre Fantasien auszuleben. Vielleicht lag es gerade daran, dass er ein Fremder war und nichts über sie wusste. Vielleicht lag es auch daran, dass es ihr vorkam, als würde sie ihn schon immer kennen. In gewisser Weise stimmte das sogar. Er war die Antwort auf ihre Gebete – zumindest für diese eine magische Nacht.
Jedenfalls hatte sie ihn erwählt und hatte nicht vor, jetzt einen Rückzieher zu machen.
Miranda seufzte leise. „Und wenn ich nicht gehen will?“
Ihre offenen Worte und ihre entschlossene Miene verblüfften Rick. Trotz ihrer eindeutigen Absichten wirkte sie unschuldig, ein erfrischender Gegensatz zu den meisten anderen Frauen, die er kannte.
Wieso hatte das Schicksal gerade ihm diesen Engel geschickt? Und warum gerade jetzt? Miranda verdiente mehr als ein Abenteuer für eine Nacht, und er konnte sich auf keine feste Beziehung einlassen. Dazu hatte er keine Zeit, und bis zum Zusammentreffen mit Miranda hatte er auch gar nicht den Wunsch danach gehegt. Und selbst wenn er zu einer Beziehung bereit gewesen wäre, hätte Miranda ihn vermutlich wegen seines Berufs abgelehnt. Außerdem ließ seine ungewisse Zukunft keinen Raum für eine dauerhafte Bindung. Trotzdem brachte Miranda ihn mit ihrem Verstand, ihrer Aufrichtigkeit und ihren ausdrucksvollen grünen Augen, die ihn so arglos anblickten, dazu, an Dinge zu denken, die für ihn nicht infrage kamen.
In den zweiunddreißig Jahren seines Lebens hatte er vor allem Selbstbeherrschung gelernt. Doch wenn er Miss Brooks nicht schnellstens aus der Wohnung beförderte, würde er alle Vernunft in den Wind schlagen.
Rick legte ihr die Hände an die Wangen und suchte in ihrem Blick nach dem geringsten Zweifel, fand jedoch keinen. „Weißt du auch, was du da sagst?“
„Ich sage, dass ich bleiben und mit dir zusammen sein will.“
Sie musste unbedingt wissen, was passieren konnte, wenn sie ihn nicht aufhielt. „Ich begehre dich, Randi.“
„Ich weiß, und ich empfinde für dich genau so.“ Um es zu beweisen, löste sie die Arme von seiner Taille und schob die Hände in sein offenes Hemd. Bei zuerst zögernden, dann aber mutigeren Zärtlichkeiten wurde ihm ganz anders.
„Deine Haut fühlt sich heiß an“, flüsterte sie.
Er schluckte schwer und blieb stumm.
„Wieso ziehst du nicht das Hemd aus?“, fragte sie, ohne ihn anzusehen.
Ob sie es ernst meinte? Langsam zog er das Hemd aus der Hose und öffnete einen Knopf nach dem anderen, während sie zusah. Das Hemd glitt von seinen Schultern und landete auf dem Sofa. Miranda widersprach nicht und lief auch nicht weg, sondern legte stattdessen die Arme um ihn. Wie es wohl war, sie nackt unter sich zu fühlen? Seine Widerstandskraft nahm rapide ab.
Damit hatte er nicht gerechnet. Er hatte sich lediglich mit einer schönen Frau unterhalten und mit ihr lachen wollen. Beides hatte sie ihm geboten. Natürlich hatte er sie in die Wohnung eingeladen, und er hatte sie auch geküsst. Es war ihm unmöglich gewesen zu widerstehen, wenn sie ihn ansah, als würde er ihre Träume erfüllen.
Wann hatte ihn das letzte Mal eine Frau so angesehen? Eine Frau, die von ihm keinen Vorteil im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Stellung erwartete?
Vielleicht hatte Miranda sich nur von der Stimmung und der zwischen ihnen herrschenden Spannung mitreißen lassen. In diesem Fall musste er die Notbremse ziehen, solange das noch möglich war.
Doch dann drückte Miranda über seinem heftig klopfenden Herzen einen Kuss auf seine Brust, und mit seiner Beherrschung war es vorbei.
Er schob die Hand unter ihr seidiges Haar, doch als er ihr die Bluse aus dem Rock ziehen wollte, um endlich ihre Haut zu fühlen, wich Miranda ein wenig zurück.
„Bist du denn wirklich einverstanden?“, fragte er.
„Ja“, erwiderte sie befangen. „Es ist nur … ich bin am Rücken kitzelig. Es ist merkwürdig,...




