Götz / Lehnert / Lemberger | Mobilität und Mobilisierung | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Arbeit und Alltag

Götz / Lehnert / Lemberger Mobilität und Mobilisierung

Arbeit im sozioökonomischen, politischen und kulturellen Wandel

E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Arbeit und Alltag

ISBN: 978-3-593-40986-3
Verlag: Campus
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Vom Migranten bis zur Managerin - Mobilität ist eines der Merkmale der Globalisierung geworden. Viele sehen sie als Chance, um ihren Alltag selbstbestimmter zu gestalten. Negative Aspekte wie das Leben in der Illegalität, fehlende Integration oder unsichere Lebensplanung werden hingegen häufig ausgeblendet. Die Autorinnen und Autoren untersuchen den Wandel von Leben und Arbeiten in der globalen Welt und zeigen, wie wichtig die Mobilisierung von lokalen Ressourcen wie familiären Netzwerken ist, um räumliche, soziale sowie geistige Mobilität zu bewältigen.
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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;Mobilitäten in gegenwärtigen Arbeitsgesellschaften: Eine EinführungIrene – Götz, Barbara Lemberger, Katrin Lehnert, SannaSchondelmayer;10
3;I. Räumliche Mobilitäten im Spannungsfeld von Arbeit und Leben;28
3.1;Die mobilisierte Arbeitskraft;28
3.1.1;»Dann pack’ ich meinen Koffer, meine Klamotten und Tschüß!«: Narrative eines mobilen Menschen – Sanna Schondelmayer;30
3.1.2;Die Mobilisierung der Arbeitskraft: Zur Normalisierung, Rationalisierung und Verdichtung von Dienstreisen – Sven Kesselring, Gerlinde Vogl;46
3.1.3;»Leben in der Lage«: Soldatinnen und Soldaten im Spannungsfeld zwischen Familie und Dienst – Marion Näser;62
3.1.4;Einsatz ohne Grenzen: Mobilitätserfahrungen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe – Silke Roth;82
3.1.5;Subjektivierung und Mobilisierung: Und: Was könnte Odysseus zum Thema »Mobilität« beitragen? – G. Günter Voß;96
3.2;Diskurse und Praktiken des Transnationalen;138
3.2.1;Die Kosmopolitisierung der Arbeit: Vom methodologischen Nationalismus zum kosmopolitischen Blick – Ulrich Beck, Michael Heinlein, Judith Neumer;140
3.2.2;Die Verklärung kultureller Vielfalt in multinationalen Unternehmen und der Stress mit global mind – Alois Moosmüller;152
3.2.3;Expatriates des Empire: Die britische Arbeitsmigration nach Russland im 19. Jahrhundert – Julia Mahnke-Devlin;170
3.2.4;Transnationale Zonen der Prekarität: Ethnographische Erkundungen in migrantischen Arbeits- und Lebensverhältnissen am Rande Europas – Sabine Hess;182
4;II. Soziale Mobilitäten in Transformationsgesellschaften;202
4.1;Institutionalisierungen des Prekären;202
4.1.1;Transformationen der Arbeitswelt: Qualitative Forschung in der Tradition der kritischen Gesellschaftsanalyse Pierre Bourdieus – Franz Schultheis;204
4.1.2;»Da haben wir halt schon angefangen mit den prekären Arbeitsverhältnissen«: Selbstbiographisierendes Sprechen über Erwerbsmobilität – Praxis der Subjektivierung in prekären Arbeitsverhältnissen? – Ove Sutter;226
4.1.3;»Das ist ja nicht das, was ich gelernt habe«: Die subjektiven Auswirkungen der gesundheitspolitischen Reformen auf das berufliche Selbstverständnis von Krankenschwestern – Anja Wessel;244
4.1.4;»Die Bahn macht mobil«: Zum Berufsbild des Lokomotivführers im Kontext des liberalisierten Schienenverkehrsmarktes – Peter F. N. Hörz, Marcus Richter;260
4.1.5;Dual-Career Couples and Their Life Narratives: Torn between Work and Children? – Nadine Hoser;280
4.2;Selbst-Innovationen und Kontinuitäten;294
4.2.1;Mobilmachung für den freien Markt: Die Ökonomie der Macht im »neuen« Europa – Asta Vonderau;296
4.2.2;Prekarität als Erwerbsstatus und Erfahrung: Das Beispiel junger Unternehmer in der Schattenwirtschaft Bulgariens – Tanya Chavdarova;316
4.2.3;Mobilisierungsstrategien in bulgarischen Privatbetrieben nach der Wende: Kontinuitäten und Wandel im Umgang mit formalen und informellen Beziehungen im Arbeitsleben – Ivanka Petrova;334
4.3;Die Mobilisierung lokaler Ressourcen;350
4.3.1;»Und als sich mir die Welt dann so eröffnet hat«: Existenzgründung im Spannungsfeld von familialer Herkunftskultur, sozialräumlicher Mobilität und Bildungsbiographie – Laura Wehr;352
4.3.2;Seilbahngondeln statt Förderkörbe: Zur gesellschaftlichen Mobilisierung gegen den Bergbau in der Tourismusregion Kitzbühel um 1970 – Margret Haider;372
4.3.3;»Eine Heimstätte der Nächstenliebe, des Friedens und der Freiheit«: Verortungspraktiken und Mobilisierung ehrenamtlicher Arbeit in einer Siedlungsgenossenschaft – Matthias Möller;396
4.3.4;Ethnographische Forschung als Aktionsforschung: Über die Arbeitsanalysen von Socialisme ou Barbarie – Andrea Gabler;418
5;III. Mobilisierung von Kulturarbeit im Kontext der Marktlogik;428
5.1;Arbeit am Projekt – Arbeiten in Projekten: Über die disziplinierenden Formen und Praktiken institutionalisierter Beweglichkeit in kulturellen Ökonomien – Klara Löffler;430
5.2;Volkskundliche Wissensproduktion im Unternehmenskontext: Erfahrungen aus einem Lehrforschungsprojekt – Gertraud Koch;446
5.3;Das Unternehmensmuseum als Kommunikationsmedium im Kontext der Corporate Identity – Kristin Bredemeier;454
5.4;Reklame oder Reflektion: Zwischen Repräsentation und kritischer Analyse – Ausstellungskonzeptionen für Unternehmen – Tobias Jochinke, Uwe J. Reinhardt;464
6;Autorinnen und Autoren;470


Volkskundliche Wissensproduktion im Unternehmenskontext (S. 445-446)

Erfahrungen aus einem Lehrforschungsprojekt

Gertraud Koch

Das Studienprojekt zur Kulturgeschichte der betrieblichen Bildung bei der Daimler AG nahm seinen Anfang in einem kleinen Archiv im Werk Sindelfingen, das sich über die Jahre mehr zufällig aufgrund der persönlichen Sammelleidenschaft eines Mitarbeiters entwickelt hatte und schließlich nach fast 30-jähriger Sammeltätigkeit soweit angewachsen war, dass dessen Wert unstrittig und unübersehbar geworden war – für die anderen Mitarbeiter dieser Abteilung wie auch den zuständigen Abteilungsleiter.

Kurz vor Ausscheiden des Sammlers und weiterer ähnlich langjähriger Mitarbeiter drangen, vermittelt über die materielle Präsenz des inzwischen in Archivschränken untergebrachten Sammelgutes und die Frage, wie es denn nun damit weitergehen möge, dann auch die mit den Schriftstücken, Büchern, Fotos, Filmen und Objekten verknüpften gelebten Geschichten ins Bewusstsein. Man hatte angesichts der bevorstehenden Verrentungen die erlebte Geschichte als wesentlichen Zugang zu der gesammelten, materiellen Kultur wahrgenommen.

Hier trafen Gründer und Sammler des Archivs, ein weiterer Mitarbeiter der betrieblichen Bildung, der Abteilungsvertreter und wir Forscherinnen2 uns in unseren Interessen an diesem kleinen, 4,50 Meter Schrankwand umfassenden, feinen, informell entstandenen Archiv. Eine Studentin sammelte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit oral histories der Abteilung, und fünf weitere Studentinnen der Zeppelin University ließen sich in einem Studienprojekt auf die zunächst »trocken« erscheinende Archivarbeit ein.

Die auf das Archiv gerichtete Forschungsarbeit war so von Anfang an von der Idee getragen, die Kulturgeschichte der betrieblichen Bildung mit den »Geschichten« dieser Abteilung zu verbinden. Rasch zeichnete sich darüber hinaus ab, dass die Arbeit der Betrieblichen Bildungsabteilung, die wir hier im historischen Verlauf forschend erfuhren, als wesentlicher Beitrag für die Unternehmenskultur im Werk einzustufen war.

Der Titel des Projekts war damit gefunden: »Create Corporate Culture« – ein Anglizismus in Wendung des in internationalen Konzernen üblichen Business-Englisch, gefolgt von einer die Grundierung der Forschung signalisierenden deutschen Formulierung: »Zur Kulturgeschichte der betrieblichen Bildung.« Sie verweist auf den Ort, an dem die Alltagskultur des Unternehmens wesentlich mitgeprägt wird.


Irene Götz ist Professorin für Europäische Ethnologie an der LMU München, Barbara Lemberger und Katrin Lehnert promovieren dort. Sanna Schondelmayer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 580 der Universität Jena sowie freiberufliche Trainerin.


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