Goddard | Sinnliche Sommernachtsträume | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Goddard Sinnliche Sommernachtsträume


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1788-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-1788-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Geheimnisvolle dunkelbraune Augen, in den schwarzen Locken eine rote Rose ... Die exotische Domino da Silva sorgt für Aufsehen, dabei ist sie längst einem spanischen Gentleman versprochen. Bis sie sich von dem berüchtigten Verführer Joshua Marchmain einen Kuss rauben lässt - und damit ihre ganze Zukunft aufs Spiel setzt!

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1. KAPITEL

Domino da Silva hob ihr Gesicht der Sonne entgegen und seufzte zufrieden. Zu ihren Füßen überspülten Wellen die Kieselsteine, am fernen Horizont trafen sich der strahlend blaue Himmel und das Meer. Endlich war sie frei, wenn auch nur für kurze Zeit. Bald würde sie in das Haus an der Marine Parade zurückkehren müssen, zu den unvermeidlichen Fragen ihrer Cousine. Wenn Papa Carmela nach Spanien zurückschicken würde, könnte ich diesen letzten Sommer vor meiner trostlosen Zukunft genießen, dachte Domino. Aber das würde ihr Vater nicht tun. Die strengen Tanten in Madrid hatten ihr nur erlaubt, als seine Gastgeberin zu fungieren, falls die Cousine sie begleitete.

„Anscheinend haben Sie das fallen lassen.“

Die Augen mit einer Hand gegen die Sonne abgeschirmt, blickte sie zu einem Mann auf, der ihr ein zerknülltes Batisttaschentuch hinhielt. „Danke, das gehört mir nicht.“

„Sind Sie sicher?“

„Ich müsste mein Eigentum doch kennen“, erwiderte sie kühl.

„Natürlich. Aber Sie haben etwas zerstreut gewirkt und den Verlust vielleicht nicht bemerkt.“

„Wie gesagt, Sie irren sich, Sir.“

Ihre Stimme hatte einen scharfen Klang angenommen, was ihn offensichtlich nicht störte. Er trat sogar noch näher zu ihr, und seine Kühnheit verblüffte sie.

„Sir, ich würde es begrüßen, wenn Sie mir gestatteten, die schöne Aussicht in Ruhe zu genießen.“

Als er leise lachte, schaute sie zum ersten Mal in sein Gesicht. Sein gutes Aussehen machte sie nervös. Zerzaust fiel sein blondes Haar in die Stirn. Mit seinen goldbraunen Augen musterte er sie so ungeniert, dass sie errötete. Eine kleine Narbe auf der linken Wange ließ ihn noch attraktiver erscheinen.

„Nun bringen Sie mich in eine unangenehme Situation, Miss“, gestand er.

„Wieso?“

„Meinem Bestreben, die Wünsche einer Dame zu erfüllen, widerspricht mein Pflichtgefühl.“

„Das verstehe ich nicht.“

„Eigentlich müsste ich weggehen und Sie allein lassen.“

„Bitte, tun Sie das.“

„Wenn es so einfach wäre!“, rief er in bedauerndem Ton. „Aber die Ritterlichkeit befiehlt mir, meinem Pflichtbewusstsein zu gehorchen. Da Sie sich ohne Begleitung hier aufhalten, muss ich Ihnen Gesellschaft leisten.“

„Da kann ich Sie beruhigen. Bitte, bemühen Sie sich nicht. Ich bin daran gewöhnt, allein spazieren zu gehen. Und ich kann sehr gut auf mich selber aufpassen.“

„Vielleicht weiß ein so junges Mädchen nicht, wie man es vermeidet, unwillkommene Aufmerksamkeit zu erregen. Übriges sind Sie ein sehr hübsches junges Mädchen.“ In seinen Bernsteinaugen tanzte das Sonnenlicht.

Ohne ein weiteres Wort wandte Domino sich ab und ging den Strand entlang. Aber schon nach wenigen Schritten blieb ein Volant ihres Kleids an einem verbogenen Eisenstück hängen, das sich vom Geländer der Promenade gelöst hatte.

„Erlauben Sie …“

Ehe sie zu protestieren vermochte, kniete der Mann nieder. Geschickt befreite er die zarte cremeweiße Spitze von dem Eisen. Domino stand verlegen da, dankbar für die Brise, die ihre erhitzten Wangen kühlte. Ehe sie es verhindern konnte, arrangierte er auch noch den zerknitterten Saum ihres Seidenkleids und berührte sekundenlang ihren Fußknöchel.

„Danke, Sir“, sagte sie atemlos und wandte sich ab, um in die Sicherheit der Marine Parade zu fliehen.

„Müssen Sie schon gehen?“, rief er ihr nach. „Wir haben uns gar nicht richtig kennengelernt. Allerdings sehe ich vor dem Lunch nur ganz selten die Fußknöchel einer Dame.“

Schockiert eilte sie weiter. Dieses Erlebnis sollte sie von weiteren Spaziergängen ohne Begleitung abhalten. In einem Jahr würde sie heiraten und nie mehr allein zum Strand wandern. Und keine impertinenten fremden Männer treffen. Erleichtert erreichte sie die Promenade und warf einen Blick über die Schulter. Da stand er immer noch. Und jetzt winkte er ihr fröhlich zu. Unmöglich! Abrupt wandte sie sich um.

Während Joshua Marchmain die abgetretenen Steinstufen zur Promenade hinaufstieg, beobachtete er die junge Dame. So schnell hatte er sie nicht in die Flucht schlagen wollen. Die Begegnung mit einem so unkonventionellen Mädchen, das allein ausging, war eine erfreuliche Abwechslung von der langweiligen Pflicht gewesen, Georges Launen zu ertragen. Warum der Prinz ihn unentbehrlich fand, verstand er nicht. Jahrelang hatte er sich von der gehobenen Gesellschaft ferngehalten, aber nach seiner Rückkehr war er sofort zu einem Favoriten im Royal Pavilion, der palastartigen Residenz des Regenten avanciert. Zuerst hatte er das amüsant gefunden, jetzt ödete es ihn an.

Ein Sommer in Brighton war ihm anfangs interessant erschienen. Ein Irrtum. Der Alltag des Prinzregenten bestand nur aus Banketten, Glücksspielen, Pferderennen, Musikabenden und Liebesaffären, genauso wie in London. Bei gelegentlichen Strandspaziergängen suchte Joshua Erholung von dem Trubel.

An diesem Vormittag hatte er die schlanke kleine Gestalt in cremefarbener Seide und Spitze sofort entdeckt. Der modische Strohhut hatte die widerspenstigen dunklen Locken kaum gebändigt. Und als sie zu ihm aufgeschaut hatte, mit großen braunen Augen in einem zauberhaften herzförmigen Gesicht, war eine seltsame Sehnsucht in ihm erwacht und glücklicherweise sofort wieder erloschen. Solche unwillkommenen Emotionen bezwang er schon seit Jahren, machte es das Leben doch viel einfacher.

Sobald Marston ihr die Tür öffnete, wusste Domino, dass sie mit Schwierigkeiten rechnen musste. Sichtlich erbost stand ihre Cousine in der Halle, eine Schürze um das schwarze Kleid gebunden. Der Butler zog sich wohlweislich zurück.

„Und wo genau warst du?“, zischte Carmela.

Domino antwortete nicht sofort. Bei ihrer Flucht vom Strand hatte sie ihre Absicht vergessen, einen Vorwand für ihre Abwesenheit zu besorgen und irgendeinen Firlefanz zu kaufen.

„Heute Abend gibt dein Vater einen Empfang, und du solltest mir bei den Vorbereitungen helfen“, fuhr Carmela in scharfem Ton fort.

Ja, natürlich, dachte Domino schuldbewusst. Als neuer spanischer Botschafter legte Alfredo da Silva großen Wert auf die Einladung an diesem Abend. Erst vor Kurzem hatte er sein Beglaubigungsschreiben erhalten. Und da der Prinzregent die heiße, staubige Hauptstadt verlassen hatte, um Erholung am Meer zu suchen, musste er dem Hof notgedrungen folgen. Vor ein paar Tagen hatte der Vater gerüchteweise erfahren, dass George vielleicht den Empfang beehren würde.

„Tut mir leid, Carmela“, versuchte sie, die empörte Cousine zu besänftigen, was ihr misslang. „Ich fühlte mich nicht wohl … Wie stickig es in diesem Haus ist, wenn die Temperaturen steigen, weißt du ja. Und ich dachte, ein Spaziergang an der frischen Luft würde mir helfen.“

Carmela schüttelte skeptisch den Kopf. „Draußen ist es noch stickiger. Und wie oft habe ich dir schon gesagt, du darfst nicht allein ausgehen? Wozu hast du eine Zofe, die dich überallhin begleiten würde?“

„Jetzt bin ich ja hier. Also sag mir, was ich machen soll.“

„Nichts.“

„Nichts?“

„Alles ist erledigt. Wie immer habe ich bis zur Erschöpfung gearbeitet.“ Wohl kaum, dachte Domino. Sie selbst hatte den Empfang schon vor Tagen geplant und es dann den Dienstmädchen überlassen, die Tische zu decken und die Blumen zu arrangieren. Außerdem hatte sie mit dem Küchenpersonal die Speisen und Getränke für das Dinner besprochen. Doch das erwähnte sie nicht, um ihre Cousine nicht noch mehr zu erzürnen.

Welches Opfer die Frau auf sich nahm, wusste Domino. Der Familie treu ergeben, konnte Carmela auf ihre steife Art sogar freundlich sein. Sie hatte nicht nach England kommen wollen, schon gar nicht in einen skandalösen Erholungsort, der für seine unmoralischen Extravaganzen in ganz Europa berüchtigt war. Trotzdem hatte sie sich hierher begeben, die Interessen der Familie über ihre eigenen gestellt und die angenehme Ruhe ihres Madrider Heims verlassen. Domino wäre viel lieber allein mit ihrem Vater nach England gereist. Aber Carmelas Anwesenheit war der Preis, den sie für ein paar Monate in wundervoller Freiheit zahlen musste.

Sie eilte die Stufen zu ihrem Zimmer hinauf. Erleichtert schloss sie die Tür hinter sich. Hier war sie außerhalb der Reichweite ihrer Familie. So unwillkommen sie ihre bevorstehende Heirat auch fand – die Ehe würde ihr wenigstens den endlosen Tadel ihrer Verwandtschaft ersparen. Die Tanten hatten ihr drei geeignete Bewerber vorgeschlagen und erklärt, sie müsse nur ihre Wahl treffen. Jeder sei imstande, das immense Vermögen und die Ländereien zu verwalten, die sie an ihrem einundzwanzigsten Geburtstag erben würde. Wen sie heiratete, war ihr egal, nachdem sie Richard Veryan geliebt und einen schmerzlichen Verlust erlitten hatte. Trotz ihrer Jugend wusste sie, dass sie nie mehr so tiefe Gefühle für einen Mann empfinden würde. Jetzt war er glücklich mit der Gemahlin, die das Schicksal ihm bestimmt hatte. Und dass sie die beiden zueinander geführt hatte, tröstete sie ein wenig. Wenn doch nur …

Als es klopfte, wurde sie aus dem gewohnten sinnlosen Tagtraum gerissen. Vorsichtig, voller Angst vor Carmelas erneutem Unmut, öffnete sie die Tür. Aber es war ihr Vater, der eintrat und sie lächelnd umarmte.

Querida, komm mit mir, ich habe ein Geschenk für dich.“

„Das verdiene ich leider nicht, Papa. Frag Carmela.“

„Ach, was weiß sie schon? Solange du noch bei mir bist, will ich dich verwöhnen. So sehr habe...



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