Glines | Under the Lights – Gunner und Willa | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: Field Party

Glines Under the Lights – Gunner und Willa

Roman
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-492-97564-3
Verlag: Piper ebooks in Piper Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: Field Party

ISBN: 978-3-492-97564-3
Verlag: Piper ebooks in Piper Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Willa kann die Fehler, die sie begangen hat, nicht rückgängig machen. Sie kann sich nur vor weiteren Fehlern schützen, indem sie nie wieder jemanden nahe an sich herankommen lässt. Aber genau das will Highschool-Football-Star Gunner nicht akzeptieren. Es scheint zwar so, als würde er sich um nichts und niemanden außer sich selbst kümmern, aber das stimmt nicht. Zumindest nicht ganz, denn es gibt eine Ausnahme: Willa. Seit er sie zum ersten Mal gesehen hat, konnte er sie auf eine Weise verstehen wie keinen Menschen zuvor. Deshalb weiß er auch, dass sie leidet - und er kann es einfach nicht länger mit ansehen ...

Abbi Glines, 1977 in Birmingham (Alabama) geboren, steht für die ganz großen Gefühle. Mit ihren »New Adult«-Romanen gelang ihr der internationale Durchbruch, und auf die Frage, wie viele Bücher sie insgesamt geschrieben hat, hält die Bestsellerautorin meist kurz inne und beginnt, an ihren Fingern abzuzählen. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie, schleicht sich ins Kino und hört sich die alltäglichen Dramen ihrer Teenager-Kinder an, während sie sich überlegt, welche sie davon später in ihren Büchern verwenden wird. Heute lebt die erfolgreiche Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Fairhope/Alabama.
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Das geschah mit voller Absicht

Im Grunde hatten sie sich genau so entwickelt, wie man es erwarten konnte. Gunner war schon immer großspurig und selbstbewusst gewesen. Fies eigentlich nicht, trotzdem überraschte mich das Gespräch nicht, das ich belauscht hatte. Durch seinen familiären Hintergrund besaß Gunner Lawton Macht und Einfluss in der Stadt und sah obendrein auch noch extrem gut aus.

Früher hatte ich in seiner Nähe allerdings keine Schmetterlinge in meinem Bauch gespürt. Keinen einzigen. Das war damals Brady vorbehalten. Dem guten Kerl, der mich nie akzeptieren würde, sobald er erst mal meine Vergangenheit kannte. Den wahren Grund meiner Rückkehr nach Lawton. Aber Nonna würde sich irgendeine Lügengeschichte einfallen lassen, und alle würden sie schlucken. Wenn ich hierbleiben wollte, musste ich mitspielen.

»Willa Ames.« Gunner rief meinen Namen, und ich musste lächeln. Hatte ja nicht lange gedauert, bis der Groschen fiel.

Ich sah zu ihm zurück und entdeckte, dass er mit einem vielsagenden Grinsen auf mich zukam. Ich wusste, was er dachte. »Geh und wisch diesem Mädchen die Tränen weg und sei nett zu ihr«, erwiderte ich, wartete aber trotzdem, dass er mich einholen konnte.

Er verdrehte die Augen. »Du hast ja keine Ahnung, wie gestört die ist.«

Natürlich, er wusch seine Hände in Unschuld. Wie immer. Gunner fand immer einen Grund, warum er nicht im Unrecht war. »Dein Penis ist also rein zufällig in ihre Vagina gerutscht?«

Er gluckste. »Nein, das geschah mit voller Absicht. Verdammt, siehst du gut aus. Seit wann bist du wieder hier?«

Das arme Mädchen aus dem Waschraum war ihm keinen weiteren Gedanken mehr wert. Na, vielleicht lernte sie daraus und vermied derartige Fehlgriffe künftig. Mit Gunner hatte man Spaß, aber mehr war nicht drin. »Nonna hat mich gestern vom Busbahnhof abgeholt.«

»Du wohnst also wieder bei Ms Ames? Ja, und wann hattest du vor, zu mir zu kommen und Hallo zu sagen?«

Gar nicht. Im großen Haus wollte mich Nonna nicht sehen. Das war mir klar, ohne dass sie es überhaupt sagen musste. Folglich zuckte ich die Achseln. »Es ist sechs Jahre her.« Eine andere Antwort hatte ich nicht anzubieten.

Gunner zog eine Augenbraue nach oben. »Ja und?«

»Ich wusste ja, dass wir uns in der Schule über kurz oder lang begegnen würden. War mir nicht sicher, was aus dir geworden ist oder ob unsere Freundschaft aus Kindertagen noch Bestand hat.«

Gunner betrachtete mich von Kopf bis Fuß, so, wie er es schon im Waschraum getan hatte. »Ich bin ein Kerl, Willa. Wir können Freunde sein oder was anderes. Das liegt jetzt ganz an dir.«

Nun war es an mir, die Augen zu verdrehen. Das war die albernste Anmache, die ich je gehört hatte. Und ich hatte schon eine Menge gehört.

»Mir liegt daran, rechtzeitig in meine nächste Stunde zu kommen und keine Schwierigkeiten zu kriegen. Es war nett, dich wiederzusehen, Gunner. Bestimmt laufen wir uns mal wieder über den Weg. Wir sind ja hier nicht in der Großstadt.« Ich wandte mich um und ließ ihn im Gang stehen. Es wäre verkehrt und zwecklos gewesen, ihm in irgendeiner Hinsicht Hoffnung zu machen.

Auf meinem Weg zu Zimmer 143 mied ich wieder jeglichen Blickkontakt zu anderen. Ich musste Nonna von mir überzeugen. Keinen Teenager würde man leichter großziehen können als mich. Ich würde ihr keine Probleme bereiten. Ich hatte schon so viel angestellt, dass es für ein ganzes Leben reichte. Schluss damit.

Ein hochgewachsener Typ mit den himmelblausten Augen, die ich je gesehen hatte, erregte meine Aufmerksamkeit, bevor ich hörte, wie Gunner »Nash!« rief und er seinen Blick abwandte. »Yeah«, erwiderte er.

Ich wartete nicht ab, dass Gunner uns einander vorstellte. Er hatte nichts zu bedauern. Ich schon. Ich hoffte bloß, er würde nie in so eine Situation kommen wie ich, denn das machte das Leben fast unerträglich. Wir waren nicht unbesiegbar. Leider hatte ich das ein wenig zu spät begriffen.

Die Highschool war überall dasselbe, zumindest in den Vereinigten Staaten. Alles lief nach demselben Muster ab. Die Cliquen, das Herumblödeln, die Dummheit so vieler, überall dasselbe. Mit dem einzigen Unterschied, dass mich hier niemand kannte. Die Kids, mit denen ich als Kind in die Schule gegangen war, hatten mich vergessen, und die beiden Jungs, die sich an mich erinnerten, erzählten niemandem sonst, wer ich war. Tatsächlich ging Brady sogar so weit, mich in unserer gemeinsamen Unterrichtsstunde komplett zu ignorieren.

Das hatte mich, ehrlich gesagt, schon getroffen. Er hatte neben einer hübschen Brünetten und einem Typen gesessen, der sie bestimmt datete, denn sie konnten ihre Finger nicht voneinander lassen. Brady alberte mit ihnen herum und tat so, als wäre ich Luft, bis die Stunde vorbei war und er mir auf dem Weg nach draußen mit einem Kopfnicken ein schlichtes Hallo andeutete.

Einen Moment lang fragte ich mich, ob ihm irgendwie zu Ohren gekommen war, was ich getan hatte. Nicht, dass es eine Rolle spielte. Ich wollte sein Interesse ja gar nicht wecken. Für Schmetterlinge und dergleichen hatte ich keine Zeit. Alles, was ich wollte, war, meine Nonna stolz auf mich zu machen und meinen Bruder vielleicht eines Tages dazu zu bringen, wieder mit mir zu reden. Meine Mutter hingegen konnte mich mal, und meinen Stiefvater wollte ich nie wiedersehen.

So sah also mein Leben aus. Wie man sich bettet, so liegt man. Nonnas Worte, als sie mich vom Busbahnhof abgeholt hatte.

»Wie war die Schule?« Sie kam aus ihrer kleinen Küche und wischte sich die Hände an der Schürze ab.

So was wie einfach kacke würde vermutlich nicht gut rüberkommen, weshalb ich mich für ein »Gut« entschied. Ihr zuliebe.

Sie wirkte nicht überzeugt. »Bring deine Tasche auf dein Zimmer und komm dann gleich wieder runter. Du musst mir helfen, die Kartoffeln für das Dinner heute Abend drüben zu schälen.«

Normalerweise bereitete Nonna sämtliche Gerichte für die Lawtons auch in deren Haus vor. Mir zuliebe verbrachte sie den Nachmittag nun bei sich. Es war ein schönes Gefühl, umhegt zu werden. Das kannte ich gar nicht mehr.

»Mach ich.« Ich würde alles tun, um hierbleiben zu können. Nach Hause wollte ich auf keinen Fall mehr, selbst wenn es meine Mutter erlaubt hätte.

Ich legte meine Schultasche auf mein Bett, schlüpfte aus meinen Chucks und ging dann auf Socken wieder in die Küche hinunter. Sechs Abende in der Woche bereitete Nonna das Dinner für die Lawtons. Am Samstagabend gab es gewöhnlich eine große Gesellschaft, und auch dafür kochte Nonna. Oftmals fand dazu noch eine Party statt, und Nonna musste Aushilfen anheuern. Wenn ich mich recht erinnerte, fuhren die Lawtons sonntags zum Dinner in den Country Club in Franklin, der eine Fahrstunde entfernt in Tennessee lag. Gunner war früher immer bei uns geblieben, nachdem er mit seinen Eltern noch gemeinsam die Baptistenkirche besucht hatte.

Das lief inzwischen bestimmt alles ganz anders. Wahrscheinlich verbrachte er seine Sonntage nun mit Freunden und ging auf die Feldpartys, auf die wir früher schon hingefiebert hatten. Eine Kleinstadt wie Lawton bot an Wochenenden wenig Abwechslung, und eigentlich waren die Feldpartys der einzige Ort, an dem die Jugendlichen ihren Spaß haben konnten. Logischerweise fanden sich die Stars der Lawton-Highschool auch dort ein. Nach dem, was ich heute mitgekriegt hatte, gehörten Gunner und Brady auch zu diesem erlauchten Kreis.

»Schnapp dir einen Schäler. Ich nehme das Messer. Muss ja nicht sein, dass du dir einen Finger abschneidest«, sagte Nonna, als ich in die Küche zurückkam. Dort stand ein großer Kübel gewaschener Kartoffeln, die geschält werden mussten.

Ich fing an, über dem Geschirrhandtuch, das sie für mich ausgebreitet hatte, eine Kartoffel zu schälen.

»Na, wie war der Unterricht so?«

Nach so etwas hatte sich meine Mutter nie erkundigt. Überhaupt hatte sie mich nie viel gefragt. Jetzt erst merkte ich, wie sehr ich Nonnas Fürsorglichkeit vermisst hatte. Es war mir so unendlich schwergefallen, sie zu verlassen.

»Jetzt mal ehrlich? Langweilig.«

Nonna gab einen missbilligenden Laut von sich. »Du musst in die Schule, damit was aus dir wird.«

Das verstand ich ja, doch in den Kursen wurde Stoff durchgenommen, den ich schon kannte. Vor meiner Zeit in der Jugendstrafanstalt hatte ich Fortgeschrittenenkurse besucht. »Ich weiß. Keine Bange, ich werde gute Noten schreiben.«

Sie ließ eine geschälte Kartoffel in eine mit Wasser gefüllte Schüssel fallen und griff nach einer weiteren. »Hast du Gunner oder Brady getroffen?«

Als ob es an dieser kleinen Highschool überhaupt anders ginge. »Ja, habe ich. Mit beiden von ihnen habe ich gemeinsame Kurse.«

»Und? Hast du dich mit ihnen unterhalten?«

»Ja, aber nicht viel.« Anscheinend hatte sie Angst, ich könnte mit einem der beiden etwas anfangen. Sie traute mir nicht über den Weg. Warum sollte sie auch? Ich hatte nichts getan, um ihr Vertrauen zu gewinnen.

»Du wirst bald genug Freunde finden. Aber sei wählerisch. Du bist, mit wem du dich abgibst. Das hast du ja schon auf die harte Tour lernen müssen.«

O ja, allerdings. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich mir diese Lektion im Nachhinein gerne erspart. Ich hatte Stunden, Tage und Wochen damit verbracht, mir zu wünschen, an jenem Abend nicht dort gewesen sein. Cleverer gewesen zu sein. Nicht gesehen zu haben, was ich gesehen hatte.

»Deine Mama ist nicht perfekt– weiß Gott nicht. Aber sie hat versucht, dich zu sich zu holen und dir die Mutter zu sein, die sie dir im ersten Teil deines Lebens nicht sein konnte. Du kannst weder ihr noch irgendjemand...


Glines, Abbi
Abbi Glines, 1977 in Birmingham (Alabama) geboren, steht für die ganz großen Gefühle. Mit ihren »New Adult«-Romanen gelang ihr der internationale Durchbruch, und auf die Frage, wie viele Bücher sie insgesamt geschrieben hat, hält die Bestsellerautorin meist kurz inne und beginnt, an ihren Fingern abzuzählen. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie, schleicht sich ins Kino und hört sich die alltäglichen Dramen ihrer Teenager-Kinder an, während sie sich überlegt, welche sie davon später in ihren Büchern verwenden wird. Heute lebt die erfolgreiche Bestsellerautorin mitihrer Familie in Fairhope/Alabama.

Abbi Glines, 1977 in Birmingham (Alabama) geboren, schrieb zahlreiche Fantasy- und Jugendbücher, bevor ihr mit ihren »New Adult«-Romanen der internationale Durchbruch gelang. Heute lebt die erfolgreiche Bestsellerautorin mit ihrem Mann und drei Kindern in Fairhope (Alabama).



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