Gerhard | Mein Name ist Bender, Hans Bender | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Gerhard Mein Name ist Bender, Hans Bender

Geschichten von einem kleinen Detektiv mit einem großen Vorbild
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-7078-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Geschichten von einem kleinen Detektiv mit einem großen Vorbild

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

ISBN: 978-3-7543-7078-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hans Bender, Hecht im Teich der Kunstfälscher und Kunstdiebe. Seinem Team, der supersexy Lissi Schneider und dem Computergehirn Frederik Freytag, entkommt keiner, der es mit den Gesetzen des Eigentums nicht so eng sieht. Wenn wenigstens Hans Bender das Gesetz etwas ernster nähme.

Martin Gerhard ist Mathematiker. Er lebt als Ruheständler in Belgien. Derzeit interessieren ihn besonders die Max-Plus-Algebren und ihre Anwendungen in der Ökonomie und der tropischen Geometrie. Nach so viel abstraktem Denken genießt er es, von Zeit zu Zeit kleine Geschichten zu spinnen, am liebsten Kriminalgeschichten, aber nicht über böse Bösewichter, sondern über schlaue, damit sein "alter ego" Hans Bender eben noch ein wenig schlauer sein kann.

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I.
Mein Name ist Bender, Hans Bender. Jetzt denken Sie sicher an James Bond, aber ich arbeite nicht für das MI6 und habe keine Lizenz zum Töten. Doch bin ich wie mein Vorbild der Beste in meinem Fach. Ansonsten ist der Unterschied zu Commander James nicht so groß: Ich trinke keinen Martini, sondern Alt, jenes Getränk, das man in der Gegend rund um Düsseldorf als Bier verkauft, und ich arbeite nicht für den Staat, sondern für eine Versicherung, die ‚Brandenburger Allgemeine‘. Ja und dann sagen einige, ich sei eitel. Es ist schon schwer, gut zu sein, und – man kann es nicht verbergen. In meiner Versicherungsgesellschaft leite ich ein kleines Team, das auf die Wiederbeschaffung gestohlener Kunstwerke spezialisiert ist. Wir sind nur drei Personen, aber wir lösen fast jeden Fall. Da darf ich zuerst Lissi Schneider vorstellen, jung, ehrgeizig, sehr intelligent, zuverlässig und wahnsinnig sexy. Manchmal ist es schwer sich in ihrer Nähe auf die beruflichen Aufgaben zu konzentrieren, aber das ist ein anderes Kapitel. Nicht so sexy ist Frederik Freytag. Auch er ist noch jung, und seine Figur ist mit „fett“ nur unzureichend beschrieben. Seine Memos unterzeichnet er immer mit FF und ich lese jedes Mal „Fred Fettarsch“, aber ich lese es niemals laut. Dafür ist er ein Gott der Recherche. Seinem Computer entgeht nichts. Vor tausend Jahren hätte man ihn sicher heiliggesprochen, weil er schon in diesem Leben an der göttlichen Allwissenheit teilhat. Ohne ihn geht hier einfach nichts. Unsere Karriere begann bei einem jeden von uns Dreien mit einer Aufnahmeprüfung für den Polizeidienst, aber damit endete auch schon unser staatlicher Auftritt. Lissi bestand die psychologische Prüfung nicht, sie schien zu weich für den Polizeidienst. Sie arbeitet lieber mit Kopf als mit Körperkraft. Inzwischen weiß ich, dass sie ganz und gar nicht weich ist, sie ist nur zu klug für sinnlose Härte. Fred versagte völlig bei der Sportprüfung. Um nämlich bei der Polizei für digitale Aufgaben eingesetzt zu werden, muss man auch schnell laufen können. Wahrscheinlich laufen denen die Computer regelmäßig fort. Und ich selbst fand nach einer anstrengenden Sportprüfung den abschließenden Langstreckenlauf für so unangemessen, dass ich mich gleich selbst nach einer anderen Stelle umsah. Und dann gibt es in dieser Stadt noch einen vierten Menschen, der sich mit mir der Polizeiprüfung unterzog, Martin Grabe. Heute ist er Polizeikommissar und leitet eine Abteilung, die Diebstähle bearbeitet, ein gewissenhafter, tüchtiger Beamter, dem zu seinem Glück nichts fehlt als das Gehalt, das die Versicherung uns zahlt. Wie meine beiden Kolleginnen (ich benutze stets die weibliche Form der political correctness wegen) ist er viel jünger als ich, und doch haben wir beide gemeinsam für die Aufnahmeprüfung gelernt und wurden am gleichen Tag geprüft, er mit Erfolg. Was war geschehen? Nach meinem Studium der Kriminalistik und Kunstgeschichte war ich Ermittler der Düsseldorfer Anwaltskanzlei ‚Ziegler, Ewig und Nitsche‘. Es war ein schöner Job, viel frische Luft, lustige Arbeitsplätze, interessante Menschen, die ich zu observieren hatte. Doch nach einigen Jahren gerieten meine Aufträge immer mehr an den Rand der Legalität, ohne dass mein Gehalt mit dem nunmehr vergrößerten Risiko mitgewachsen wäre. Fremde Wohnungen waren nicht mehr völlig tabu, wenn wir unbedingt ein Beweisstück brauchten; Fotos wurden auch von solchen Leuten gemacht, die es mir als Objekte meiner Kunst nicht erlaubt hätten. Sie verstehen, was ich sagen will? Vielleicht wäre alles noch länger so weiter gegangen, doch dann begann ich ein Verhältnis mit Angelika Nitsche, der Frau meines jüngsten Chefs. Nach drei Monaten und reichlich gutem Sex sagte sie mir, sie habe es sich überlegt. Mit uns beiden müsse nun Schluss sein, auf Dauer könne man eine solche Beziehung nicht geheim halten. Und ich, der kleine Ermittler, könne ihr nicht den Luxus bieten, den ihr ihr Mann gäbe. Das war der ultimative Tiefschlag. Sofort habe ich gekündigt, habe mich bemüht, in den Polizeidienst übernommen zu werden. Aus meiner bisherigen Tätigkeit wusste ich doch, wo man die bösen Jungen würde suchen müssen. In den letzten Jahren hatte ich gelernt, wie die Reichen und Mächtigen in die CDU hinein klüngelten, wie manche Parteiaktionen illegal finanziert wurden, und die Politik beim Thema Geldwäsche nicht so genau hinsah. Und die gleichen Leute machten sich in derselben Zeit auch die SPD angenehm. Die konnte man nicht so direkt unterstützen wie die CDU, aber die Sozen engagierten sich in vielen Vereinen, Sportvereinen, Sozialvereinen, Mietervereinen, wenn man diesen Vereinen spendenmäßig half, dann war man auch vor der SPD sicher. Wie ich heute glaube, hätte mein Wissen damals die Kanzlei ‚Ziegler, Ewig und Nitsche‘ um ihren guten Ruf und einige Politiker um ihren Job bringen können. Aber die Polizei war an meinem Wissen weniger interessiert als an meiner sportlichen Tauglichkeit. Ihr Pech. Mit all dem, was ich wusste, war ich aber im Rheinland nicht mehr sicher. Ich floh nach Berlin, bewarb mich bei der ‚Brandenburger Allgemeinen‘ und landete auf meinem jetzigen Arbeitsplatz. Es ist, als hätte diese Stelle auf mich gewartet. Es war eine neue Abteilung errichtet worden, und mit mir wurden Lissi und Fred eingestellt. Unser Team war vollzählig. Natürlich schwärmte ich vom ersten Augenblick an für Lissi, machte ihr den Hof, versuchte auf alle mögliche Art, ihr auch privat näher zu kommen. Beruflich waren wir uns sehr nahe. Aber die Suche nach privater Nähe prallte an ihrem Lachen und ihrem Humor ab: „Ach, Chef, schön wie du dich um mich kümmerst, aber ich kann schon allein.“ Was sie allein konnte, das blieb meiner Fantasie überlassen. Und so kam es, dass ich René erst viel zu spät entdeckte. Der schien sich sehr für Lissi zu interessieren, und war obendrein gut 20 Jahre jünger als ich. Da war nichts mehr zu machen. Mir blieb nur noch die Rolle des stummen Verehrers. So ungefähr muss sich Alter anfühlen. Nun gehe ich nach Dienstende in meine, zugegeben recht luxuriöse Wohnung, lese in einem der „guten Bücher“, die zu lesen ich in jugendlichen Jahren heftig abgelehnt hatte, oder ich besuche ein Theater und beobachte dort jene Menschen, deren große und kleine Kostbarkeiten meine Versicherung betreut. Nachher dann meist in eine Bar, und dann wieder allein nach Hause. Die Zeit der schnellen Eroberungen scheint vorbei zu sein. Auch der heutige Arbeitstag schien eher langweilig zu werden. Doch dann rief mich ein Anruf aus der Routine, mein Chef wollte mich sofort sprechen. Unsere Versicherung hatte heute die Nachricht erreicht, in einem hiesigen Kunstmuseum sei ein Bild gestohlen worden, Hans Archer, ‚Rheinischer Garten‘, ein Bild mit schönen Bäumen darauf, im Hintergrund eine Kirche, auf einer Gartenbank ein Mädchen. Vor vielen Jahren war Archer in Mode, auch dieses Bild hatte damals 800 000 € gekostet. Inzwischen waren seine Bilder im Preis gesunken. So außergewöhnlich war seine Maltechnik in der Tat nicht. Und in letzter Zeit kamen Gerüchte auf, nicht einmal alle seine Bilder seien echt. Seine schlichte Maltechnik sollte ohne Mühe zu fälschen sein. Warum hatte man so ein Bild gestohlen, es gab doch bessere? Aber es kam noch mehr. Nur wenige Stunden später erhielt das Museum eine E-Mail, dass man das Bild für 100 000 € wieder zurückgeben wolle, zahlbar nach Aufforderung in drei Tagen. Das Bild war also nicht gestohlen, es war entführt worden. Art-napping nennt man das. Das Museum hatte die Versicherung sofort benachrichtigt, ebenso die Polizei. Und so trafen wir uns kurze Zeit später im Büro des Museumsdirektors, Lissi, Kommissar Grabe und ich. Fred hatte mir inzwischen mitgeteilt, dass die E-Mail nicht zurückzuverfolgen war. Und der Versicherungsdirektor hatte die Parole ausgegeben: Wir zahlen höchstens 10 000 €. „Wenn es eine Fälschung ist, dann ist es selbst die nicht wert.“ Als ich das dem Museumshäuptling sagte, verfärbte sich sein Gesicht. Aber ein Glas Wasser und meine Zusicherung, dass hier die Besten der Zunft auf die Suche nach seinem Bild gehen würden, normalisierte seinen Atem wieder, soweit das in Lissis Anwesenheit überhaupt ging. Wir begannen sofort unsere Arbeit. Zuerst galt es zu klären, wie man überhaupt ein Bild aus diesem Museum würde herausschaffen können. Überall Wachleute, und es soll noch zusätzlich eine elektronische Absicherung geben. „Leute, zuerst müssen wir jetzt selbst ein Bild stehlen, damit wir sehen, wie wir hier etwas aus dem Museum herausbringen können.“ Wir suchten nicht lange, dann fand ich ein kleines Bild eines rheinischen Expressionisten. Es war sicherlich sehr wertvoll, aber nun musste ich es stehlen. Ich trug meinen weiten Mantel, stand vor dem Bild und begann qualvoll zu stöhnen. Dabei stierte ich wie in Panik auf einen Punkt jenseits des Eingangs zu diesem Raum. Und wie erwartet ging der Wächter zu diesem Eingang und suchte,...



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