E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
George / Verlag Ein hoffnungsloser Fall von Liebe
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0728-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-0728-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hat sie für diese Schuhe einen Waffenschein? Ein Blick auf Karas rote High Heels, und Declans Puls rast. Seit die Chirurgin in seinem Team ist, will er sie berühren, verführen ... Leider ist er, der allen Hoffnung schenkt, selbst ein hoffnungsloser Fall - für die Liebe.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Nur meine Schokoladenseite, bitte!“, rief Declan den wartenden Paparazzi zu, nachdem er sein Motorrad vor dem Princess Catherine’s Hospital abgestellt und den Helm abgenommen hatte.
Kameraverschlüsse klickten, Fragen prasselten auf ihn herab aus einer Menge sensationshungriger Reporter, die an diesem sonnigen Sommermorgen anscheinend nichts Besseres zu tun hatten, als ein Krankenhaus zu belagern. Declan lächelte höflich, obwohl ihm kaum danach zumute war. Gerade heute hatte er es besonders eilig.
„Ist Prinzessin Safia hier?“
„Wird sie sich vollständig erholen? Oder für den Rest ihres Lebens entstellt sein?“
Declan war die hellen Steinstufen hinaufgeeilt, drehte sich um, wartete, bis Ruhe herrschte. „Ladies und Gentlemen, wie Sie wissen, sind mir die Hände gebunden. Die Privatsphäre des Mädchens geht vor. Also – kein Kommentar.“
Er machte sich mentale Notizen: Jalousien immer geschlossen lassen. Patientin in ein höheres Stockwerk verlegen. Sicherheitsmaßnahmen verstärken.
Natürlich brauchten die Hunter Clinic und das Kate’s, wie dieses Krankenhaus allgemein genannt wurde, eine gute Presse. Aber der Medienrummel war Declan zu viel, auch wenn es um eine Scheichtochter ging. Das junge Mädchen kämpfte um sein Leben, und da sollte alles andere zweitrangig sein.
Kein Wunder, dass das Personal des Scheichs streng darauf bedacht war, sie abzuschotten. Wäre auch nur irgendjemand aus Declans Familie in eine solche Tragödie geraten, er hätte alles versucht, um sie zu schützen. Einen Moment lang wurde ihm die Brust eng. Ich habe versucht, sie zu schützen, aber es hat nichts genützt.
„Ach, kommen Sie, Declan. Sie sind landesweit einer der besten Chirurgen für Brandverletzungen. Dass Sie hier sind und ein Privatjet aus Aljahar jeden Augenblick in London landen wird, das kann doch kein Zufall sein!“
War das nicht die blonde Journalistin, mit der er kürzlich ein paar Mal ausgegangen war? Wollte sie den Kontakt nutzen, um ihm Informationen zu entlocken? Declan warf ihr ein Lächeln zu, ähnlich dem, als er sich zum letzten Mal von ihr verabschiedet hatte: Hey, bedräng mich nicht.
Allmählich schmerzten ihm die Kiefermuskeln vom Lächeln. Aber Leo, der Leiter der Hunter Clinic, hätte es nicht gern gesehen, wenn sein Stellvertreter das entspannte Verhältnis zu den Medien gefährdet hätte. „Tut mir leid, aber wie Sie alle wissen, steht es mir nicht zu, Gerüchte zu dementieren oder zu bestätigen. Der Scheich legt großen Wert auf Diskretion. Ich bin mir allerdings sicher, dass er und seine Familie Ihre Anteilnahme zu schätzen wissen und zu einem angemessenen Zeitpunkt eine Presseerklärung herausgeben werden. Jetzt muss ich zur Arbeit. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“
Als die Glastüren sich hinter ihm schlossen, flammten erneut Blitzlichter auf. Declan atmete tief durch, während er sich auf den Weg zur Abteilung für Brandverletzte machte. Zwei aufwendige Operationen, ein Sprechstundennachmittag und ein abendlicher Termin lagen vor ihm, gewürzt mit einem nervigen Medienhype wegen einer prominenten Patientin.
Das wird ein langer Tag, dachte er.
„Sie da! Ja, Sie. Halt, warten Sie!“
Eine Männerstimme mit starkem Akzent und in gebieterischem Tonfall draußen auf dem Flur ließ Declan aufhorchen, als er am Schreibtisch Notizen durchsah und dabei sein Lunch-Sandwich aß.
„Was ist da unten auf der Straße los? Die Fotografen, Presse? Seine Hoheit hatte sich klar ausgedrückt, dass Scheicha Safias Ankunft keine Aufmerksamkeit erregen darf. Seine Tochter leidet, sie braucht absolute Ruhe!“
„Das verstehe ich vollkommen“, antwortete eine Stimme, die einen leichten Hauch vom anderen Ende der Welt mitbrachte. „Ich habe bereits mit dem Sicherheitsdienst gesprochen. Die Prinzessin soll durch den Hintereingang gebracht werden.“ Trotz des entschiedenen Tonfalls klang die Australierin bemerkenswert ruhig, ihre Stimme ein bisschen rauchig, berückend feminin. Declan legte sein Sandwich hin und lauschte.
„Wir sind davon ausgegangen, dass Dr. Underwood sich um jedes Detail kümmert“, erwiderte der Mann scharf.
„Was den Eingriff und die Behandlung betrifft, selbstverständlich. Doch nicht alles auf Ihrer Liste …“
Sie verstummte, Declan hörte Papier rascheln.
„Er ist nicht verantwortlich für die Qualität der Bettwäsche, das Essgeschirr oder die Speisenfolge. Ich werde den Servicemanager bitten, ein Auge darauf zu haben.“
„Und Lilien … wir haben um weiße Lilien als Blumenschmuck für ihr Zimmer gebeten.“
„Natürlich, die Lilien, Punkt zweiundzwanzig.“ Die Frau blieb unerschütterlich gelassen. „Leider sind frische Blumen in der Abteilung für Brandverletzte nicht gestattet. Aus Gründen der Infektionskontrolle.“
„Ach ja? Sicher können Sie das für die Scheicha arrangieren. Sie hat immer Lilien in ihrem Zimmer. Ich muss Sie warnen – Seine Hoheit erwartet hohe Standards, und er wird sie bekommen. Seine Tochter ist ihm das Kostbarste unter der Sonne, er sieht es nicht gern, wenn sie traurig ist. Ich bestehe darauf, dass Sie eine Ausnahme machen.“
„Und ich bestehe darauf, dass unsere Mediziner sich nach den Regeln richten, Sir. Durch die Blütenpollen frischer Blumen können sich Wunden entzünden, was für unsere Patienten schwerwiegende Folgen hätte. In dem Punkt müssen wir sehr streng sein. Also keine Ausnahmen.“
Declans Interesse war erwacht. Das Management hatte einen Glücksgriff getan, als es diese Frau einstellte. Lächelnd stellte er sich vor, wie sie und der Lakai des Scheichs sich mit Blicken maßen.
„Ist das alles? Sir?“
„Nicht in dem Ton. Der Scheich ist sehr einflussreich. Ein Wort von ihm genügt, und Sie verlieren Ihre Stelle.“
Da verging Declan das Lächeln. Niemand hatte das Recht, so mit dem medizinischen Personal zu sprechen!
Er stieß seinen Stuhl zurück und marschierte in den Flur, bereit, den Mann zur Schnecke zu machen, sollte die Sache außer Kontrolle geraten. Allerdings beschränkte er sich vorerst darauf, die beiden Kontrahenten aus der Ferne zu beobachten. Die Frau würde ihm seine Einmischung nicht danken, zumal er damit aus ihrer Sicht nur eins signalisierte: dass sie der Situation nicht gewachsen war. Seine jüngeren Schwestern hatten Declan gelehrt, sich erst einzumischen, wenn Körperkraft gefordert war.
„Nun, ich könnte auch ein paar Worte dazu äußern, doch ich werde es nicht tun.“ Bei dem energischen Tonfall und so viel Selbstbewusstsein hätte Declan eine ältere Frau erwartet. Aber diese hier war jung und mit gut einem Meter fünfundsechzig nicht gerade überragend groß! Sie stand mit dem Rücken zu ihm, und es war etwas an ihr, das Alarmglocken auslöste. Schrill, warnend …
Hellblonde Locken, zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst, verführerische weibliche Kurven in einer eisblauen Seidenbluse und einem schwarzen Bleistiftrock, der gerade noch ihre Knie bedeckte. Dazu trug sie schwarze High Heels mit schwindelerregend hohen Absätzen. Declan fragte sich immer wieder, wie Frauen darauf überhaupt laufen konnten. Aber in diesen Schuhen wirkten ihre Beine unglaublich lang und sehr sexy. Sie hielt sich gerade, der Rücken war durchgedrückt.
„Lassen Sie mich Ihnen versichern, Sir, dass Safia bei uns die beste Pflege der Welt bekommt“, fuhr sie fort. „Der Prinzessin wäre mehr gedient, wenn ich mich statt mit der Dekoration ihres Zimmers jetzt mit den Vorbereitungen für ihre Aufnahme beschäftigen könnte.“
Ihr Gegenüber starrte sie an, als hätte es ihm die Sprache verschlagen.
Unbeirrt fuhr sie fort: „Ich bin überzeugt, dass Seine Hoheit es nicht gern hört, wenn die Behandlung sich verzögert, weil das medizinische Team sich erst um Lilien oder die richtige Kristallvase kümmern muss. Sind wir fertig?“
Oh Mann. Der pochende Kopfschmerz, den Declan nach dem Anruf seiner Schwester heute Morgen mühsam im Griff gehalten hatte, drohte wieder stärker zu werden. Diese Frau gehörte zu seinem Team? Seit wann? Und warum hatte das niemand mit ihm besprochen? Declan mochte keine Überraschungen. Er legte großen Wert darauf, genau zu wissen, womit er es zu tun hatte.
Der Bedienstete des Scheichs wurde blass und verbeugte sich leicht. „Natürlich. Verzeihen Sie, Doktor. Sie wissen, was am besten ist.“
„Richtig. Danke.“
Als sie sich umdrehte, um dem Mann nachzusehen, entdeckte sie Declan. Ihr Lächeln schwand augenblicklich, und ein rosiger Hauch überzog ihre Wangen. „Oh.“
Für einen Moment, zum ersten Mal in den letzten zehn Minuten, wirkte sie verunsichert, fing sich jedoch wieder.
Küss mich.
Hitze durchpulste ihn, als die Erinnerungen ihn überfielen. An ein goldfarbenes Abendkleid, schimmernde blonde Locken, die ihr über den Rücken fielen, an betörende grüne Augen und einen verlockenden roten Mund, der ihm den sinnlichsten Kuss seines Lebens schenkte. Aber Declan hatte auch die Traurigkeit gespürt, die von ihr ausging, als er sie an der Bar getroffen hatte, wo sie sich einen Kurzen nach dem anderen einverleibte. Er hatte ein Spiel daraus gemacht, nur weil er sie lächeln sehen wollte. Und danach war es interessant geworden.
Wann war das gewesen? Vor sechs Monaten? Beim Krankenhausball? Der Kuss blieb unvergessen, genau wie die Frau, die er gelegentlich von Weitem erspäht hatte. Entweder auf der Chirurgiestation oder in Drake’s Bar. Einmal hatte er geglaubt, ihr Parfüm in der Hunter Clinic...




