George | Briana sucht das Glück | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

George Briana sucht das Glück


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3600-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-3600-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Warum muss ausgerechnet Fraser Moore ihr neuer Kollege sein? Briana kann den Kinderarzt nicht ausstehen. Aber seine Tochter ist ihr Patenkind und braucht ihre Fürsorge. Je mehr Zeit sie mit beiden verbringt, desto größer wird ihr Wunsch nach einer eigenen kleinen Familie ...

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1. KAPITEL


Robert Langley betrat das Asherwick General Hospital mit dem guten Gefühl, endlich wieder zu den Helfenden zu gehören und nicht zu denen, die Hilfe brauchten. In den letzten Monaten hatte er erlebt, wie es sich anfühlte, Patient zu sein. Wie es war, mit geplatztem Blinddarm per Hubschrauber evakuiert zu werden. Nach einer Blutvergiftung mit Nierenversagen im Krankenhaus zu liegen und auf Dialyse angewiesen zu sein. Zeitgleich mit seinem Zwillingsbruder Oliver in zwei benachbarten OPs zu liegen, weil sein Bruder ihm eine Niere spendete. Und sich nach der Transplantation bei seinen Eltern zu erholen. Seine Mutter hatte ihn vor lauter Sorge regelrecht in Watte gepackt.

Das letzte halbe Jahr war ziemlich anstrengend gewesen. Rob hatte sich damit abfinden müssen, dass er nie wieder als Freiwilliger für seine Hilfsorganisation würde arbeiten können. Mit nur noch einer funktionierenden Niere war das einfach zu riskant. Und das Bergrettungsteam, bei dem er Mitglied gewesen war, hatte ihm für die Zeit nach seiner Genesung eine zwar neue Aufgabe angeboten – aber am Schreibtisch.

Seit einer gefühlten Ewigkeit war Rob nicht mehr geklettert. Er hatte nichts Riskanteres getan, als mit seinem Zwillingsbruder Schach zu spielen. Und gearbeitet hatte er auch schon seit Monaten nicht mehr – bis auf das eine Mal, als er Ollie vertreten hatte, als medizinischer Betreuer bei einem Benefiz-Radrennen.

Rob sehnte sich nach ein bisschen Normalität. Er wünschte sich sein Leben zurück, sein schönes, abwechslungsreiches, ein wenig hektisches Leben. Den ersten Schritt hatte er am Wochenende gemacht. In der Genesungszeit nach der OP hatte er sich das Haar wachsen lassen, sodass ihm der Pony wie bei seinem Zwillingsbruder in die Augen gefallen war. Doch am Samstagmorgen war er zum Friseur gegangen und hatte sich das Haar wieder ganz kurz schneiden lassen. Seit ein paar Tagen hatte er sich auch nicht mehr rasiert. Und als er an diesem Morgen in den Spiegel sah, blickte ihm endlich wieder sein altes Ich entgegen – und nicht mehr der Patient, der auf andere angewiesen war.

Zwar gab sein Arzt ihm noch kein grünes Licht fürs Klettern, in Teilzeit arbeiten durfte er aber wieder. Daher hatte Rob vorübergehend eine Stelle als Assistenzarzt in der Notaufnahme des Asherwick General Hospital angenommen, für drei Tage in der Woche. Er war unendlich froh, wieder zu arbeiten. Dass ihn hier niemand kannte, war ihm sehr recht: Denn so würde ihn niemand ermahnen, dass er sich nicht überanstrengen solle.

Das würde er ohnehin nicht tun, schließlich wollte er auf keinen Fall einen Rückfall erleiden und wieder ans Bett gefesselt sein. Er freute sich darauf, wieder zuallererst als Arzt wahrgenommen zu werden und nicht als Patient, der sich von einer Nierentransplantation erholte. Er würde wieder den Beruf ausüben, in dem er viele Jahre ausgebildet worden war und für den er großes Talent hatte.

„Hallo! Mit Ihnen habe ich hier gar nicht gerechnet“, sagte plötzlich eine Frau zu ihm.

Rob hatte sie noch nie zuvor gesehen. Und er hätte sich bestimmt an sie erinnert. Sie war zierlich, hatte dunkles Haar im Pixie-Schnitt, große braune Augen, ein herzförmiges Gesicht und einen sinnlichen Mund – sie erinnerte ihn ein bisschen an die junge Audrey Hepburn. Nur dass sie kein kleines Schwarzes trug, sondern einen weißen Arztkittel.

„Dr. Florence Jacobs“ stand auf ihrem Namensschild, sie war also vermutlich eine zukünftige Kollegin.

Bevor Rob etwas erwidern konnte, fragte sie: „Wie geht es denn Ihrer Patientin mit der Varizellen-Pneumonie, mit der Sie vor ein paar Wochen hier waren?“

„Ich glaube, Sie verwechseln mich“, erwiderte er.

Die Frau runzelte die Stirn. „Nein, bestimmt nicht. Das waren Sie – Sie hatten bloß eine andere Frisur.“

Nun verstand er. „Ach, dann war es bestimmt mein Zwillingsbruder Oliver“, erklärte Rob. Ollie setzte sich immer sehr für seine Patienten ein. „Ich kann ihn aber gerne nach der Patientin fragen, wenn Sie möchten.“

„Nein, danke, nicht nötig.“ Seine neue Kollegin errötete.

Weil ihr das Missverständnis offenbar peinlich war, sagte er: „Fangen wir doch einfach von vorne an: Guten Morgen, ich heiße Robert Langley und bin der neue Assistenzarzt in Teilzeit. Meine Freunde nennen mich Rob.“

„Freut mich. Florence Jacobs, Fachärztin.“ Eine Kurzform ihres Namens nannte sie nicht. Hielt sie lieber professionelle Distanz zu Kollegen, oder kürzte sie ihren Namen einfach nicht ab?

Als Rob ihr die Hand gab, prickelte seine Haut. Kein gutes Zeichen.

Er musste sich schließlich auf seine neue Arbeit konzentrieren und durfte sich nicht ablenken lassen. Selbst wenn Florence Single und an ihm interessiert sein sollte – er war ja nur für ein paar Monate hier und würde dann wieder seine Stelle in Manchester antreten.

Für Rob war es zwar kein Hindernis, wenn eine Beziehung nicht von Dauer war, aber ob Florence an so etwas interessiert wäre?

Nein, es war besser, der Anziehung nicht nachzugeben. Sein Leben war in den letzten Monaten schon kompliziert genug gewesen. Darum wollte er sich jetzt auf sich und seine Arbeit konzentrieren.

Weder wollte er mit Erwartungen konfrontiert werden, die eine Frau an ihn haben könnte, noch wollte er ihr wehtun, wenn er sich zu langweilen begann – und das passierte ihm schnell.

„Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen unsere Teeküche für die Mitarbeiter“, schlug Florence vor. „Sie sind heute mit mir zusammen im Wiederbelebungsbereich eingeteilt. Sagen Sie mir also einfach Bescheid, wenn Sie etwas brauchen. Und herzlich willkommen im Asherwick General!“

Rob schenkte ihr sein schönstes Lächeln. „Super, vielen Dank.“

Robert Langley war einfach atemberaubend. Er sah aus wie der junge Hugh Grant, nur mit sehr kurzem Haar und Drei-Tage-Bart, der Florence allerdings sehr gefiel. Und diese strahlend blauen Augen …

Am liebsten hätte sie sein Gesicht berührt, um herauszufinden, wie sich sein Bart anfühlte. Doch sie hatte die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass es mit gebrochenem Herzen, zerplatzten Träumen und einer Scheidung endete, wenn man sich auf einen Mann einließ. Auf keinen Fall würde sie also der Anziehung nachgeben, die der neue Assistenzarzt auf sie ausübte.

Bei seinem Aussehen standen die Frauen sicher reihenweise Schlange – wenn er nicht schon seit Jahren verheiratet war.

Also schaltete Florence in den freundlich-professionellen Modus um, lächelte und zeigte ihm die Küche.

„Wir zahlen alle einmal monatlich einen Beitrag an Shobu vom Empfang für die Kaffeekasse. Sie sorgt dann dafür, dass wir immer mit ausreichend Tee, Kaffee und so weiter versorgt sind.“ Sie wies auf den Schrank. „Hier finden Sie Becher und Teller, Besteck ist in der Schublade, und mit ein bisschen Glück hat heute jemand Geburtstag und bringt Kuchen mit.“

„Oder jemand hat seinen ersten Arbeitstag und möchte den neuen Kollegen und Kolleginnen eine Freude machen.“ Rob stellte eine Tüte auf die Arbeitsfläche. „Kuchen, Käsestangen und Obst.“

„Ein sehr guter Einstieg!“ Florence lächelte. Seine Auswahl zeigte, dass er an mögliche Unverträglichkeiten gedacht hatte – sehr rücksichtsvoll. Das gefiel ihr.

Rob packte seine Mitbringsel aus. „Bitte bedienen Sie sich! Alles Gute von Ihrem neuen Kollegen Rob Langley“, hatte er auf ein Schild geschrieben.

Nach einem Blick auf die Uhr sagte er: „Für einen Kaffee ist jetzt keine Zeit mehr – sonst können wir keine vernünftige Übergabe machen, ohne dass die Kollegen ihre Schicht überziehen müssen.“

Rob Langley wurde ihr immer sympathischer. Offenbar war er ein echter Teamplayer, und genau so jemanden brauchten sie.

Auf dem Weg zu ihrem heutigen Einsatzort stellte Florence ihn allen vor, denen sie unterwegs begegneten. Als sie angekommen waren, klingelte das Telefon. Sie ging ran, machte sich ein paar Notizen und legte auf.

„In zehn Minuten trifft ein älterer Patient ein, der sich bei einem Sturz den Kopf angeschlagen und viel Blut verloren hat. Im Krankenwagen ist er kollabiert, konnte aber stabilisiert werden“, berichtete sie schnell. „Er ist auch leicht verwirrt.“

„Angezeigt sind also eine Kreuzprobe des Blutes, eine Infusion und eventuell eine Bluttransfusion, dann ein CT-Scan vom Kopf bis zur Hüfte, um mögliche Verletzungen zu ermitteln“, erwiderte Rob.

„Genau“, sagte Florence, die seine Einschätzung teilte.

Beim Eintreffen des Patienten war alles bereits vorbereitet. Als die Sanitäter von ihren Maßnahmen berichteten, bemerkte Florence, dass der Blutdruck des Mannes aufgrund des Blutverlusts niedrig war.

„Mr. Walker, wissen Sie, wo Sie sind?“, fragte Rob ihn.

„Nicht zu Hause, oder?“ Der ältere Mann klang verwirrt.

„Nein, Sie sind im Asherwick General Hospital.“

„Erinnern Sie sich, was passiert ist?“, erkundigte sich Florence.

„Nein.“ Mr. Walker schüttelte den Kopf und zuckte zusammen. „Mir tut der Nacken weh.“

„Wir glauben, dass Sie hingefallen sind und sich den Kopf gestoßen haben“, sagte Rob. „Ihre Frau ist schon auf dem Weg hierher, zusammen mit Ihrer Tochter. Ich bin übrigens Dr. Langley, und das hier ist Dr. Jacobs. Wir werden uns hier um Sie kümmern. Ich...



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