E-Book, Deutsch, Band 2252, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Garbera Heißes Wochenende auf Nantucket
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0917-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2252, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-0917-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eisblaue Augen, athletische Figur und dieses gefährliche Lächeln! Logan Bisset bei einer Strandhochzeit auf Nantucket wiederzusehen, weckt in der hübschen Quinn nur einen Wunsch: mit ihm noch einmal heiße Leidenschaft zu genießen! Mehr kann allerdings nicht sein, denn der ehrgeizige Überflieger lässt keine Gefühle zu. Aber als Logan unvermittelt in einen verstörenden Familienskandal verwickelt wird, vertraut er sich ausgerechnet Quinn an. Empfindet er etwa doch viel mehr für sie, als sie jemals ahnte?
USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.
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1. KAPITEL
Sonnenschein und blauer Himmel. Es war einer jener Junitage, an dem die meisten Menschen gern auf Nantucket waren. Aber Logan wusste, dass der Handyempfang bestenfalls mäßig sein würde und dass er nur auf der Insel war, um der Hochzeit seines Geschäftsrivalen beizuwohnen. Nicht gerade das, was er unter Spaß verstand. Als er im Haus seiner Großmutter auf Nantucket ankam und seine Brüder alle im Arbeitszimmer vorfand, wo sie vertrauliche Gespräche führten, anstatt sich mit den anderen Hochzeitsgästen zu unterhalten, konnte Logan nur hoffen, dass dies bedeutete, dass seine Cousine Adler zur Vernunft gekommen war und Nick Williams den Laufpass gegeben hatte. Seine Familie war groß und weit verzweigt, und alle waren nach Nantucket gekommen, um an der Hochzeit seiner Cousine Adler Osborn teilzunehmen. Adlers Vater war der Rockstar Toby Osborn, und ihre Mutter war Logans Tante Musette, die gestorben war, als Adler noch ein Baby war. Da seine Mutter für Adler zur Ersatzmutter geworden war, war seine Cousine für sie alle eher wie eine Schwester.
Für Nick Williams hegte Logan dagegen ganz andere Gefühle. Solange er sich erinnern konnte, waren Nick und sein Vater, Tad Williams, Rivalen von Bisset Industries gewesen. Vermutlich hatte Logan mehr Zeit mit Nick verbracht als mit all seinen Geschwistern und konnte den Kerl nicht ausstehen, der ständig versuchte, ihn auszubremsen.
Logan war sogar zu spät nach Nantucket gekommen, weil er Nick eins auswischen wollte, indem er ihm ein Patent vor der Nase wegschnappte.
„Was ist los?“, fragte er seinen Bruder Zac, der schon seit einigen Tagen mit seiner neuen Freundin Iris Collins auf der Insel war.
„Dad hat gerade zugegeben, dass er vor fünfunddreißig Jahren eine Affäre mit Cora Williams hatte. Nick ist unser Halbbruder“, informierte ihn Zac, während er ihm einen Whisky reichte.
„Willst du mich auf den Arm nehmen?“ Verständnislos sah Logan ihn an. Das waren nicht die Neuigkeiten, die er sich erhofft hatte. Vielleicht hatte er Zac falsch verstanden.
Noch einen Bruder brauchte er wirklich nicht. Er hatte bereits drei. Neben seinem jüngeren Bruder Zac waren da noch Leo, ebenfalls jünger, der Bisset Industries verlassen und sein eigenes erfolgreiches Unternehmen gegründet hatte, und ihr ältester Bruder Dare, der es zum US-Senator gebracht hatte. Außerdem gab es da noch ihre kleine Schwester Mari, die mit dem Formel-1-Fahrer Inigo Velasquez verlobt war.
„Ich wünschte, es wäre so. Mom ist … na ja, sehr aufgebracht. Cora und ihr Mann sind bei ihr, Dad und Carlton im Arbeitszimmer“, erklärte Dare, goss sich selbst mehr Whisky ein und bot auch Zac und Leo noch einen an.
„Bin ich der Letzte, der das erfährt?“, fragte Logan. Er war nicht überrascht, dass sein Vater Carlton Mansford, den PR-Manager, hinzugezogen hatte.
„Mari ist noch nicht hier“, erklärte Leo. „Aber sie ist auf der Fähre. Ich habe ihr eine SMS mit den Infos geschickt.“
Logan blickte aus dem Fenster auf die gepflegten Gärten, die sich in der Ferne bis zum Meer erstreckten.
Familie.
Sie hatte ihn zu dem Mann gemacht, der er war, stellte aber gleichzeitig auch eine schwere Bürde dar. Logan war stolz darauf, dass die Leute sagten, er habe die Hartnäckigkeit seines Vaters und den Charme seiner Mutter geerbt. Vermutlich war er die gelungenste Mischung aus beiden Elternteilen. Natürlich würde Leo das bestreiten, weil sein jüngster Bruder einfach gern diskutierte. Und Dare würde behaupten, dass ihr Vater keine guten Eigenschaften besaß – eine Ansicht, die Zac teilte. Marielle liebte ihren Vater, also würde sie sich auf seine Seite schlagen.
„Wie geht es Mom?“, fragte er.
„Sie wirkte gebrochen“, berichtete Zac. „Ich wollte sie nicht mit Dad alleinlassen, aber er bestand darauf, nicht ohne sie zu gehen.“
„Er wird ihr nicht wehtun“, meinte Logan. „Das würde er nie tun.“
„Na ja, abgesehen davon, dass er mit einer anderen Frau geschlafen hat, als Mom mit dir schwanger war, und sie dann dreißig Jahre später herausgefunden hat, dass der Verlobte ihrer Nichte in Wirklichkeit unser Halbbruder ist“, bemerkte Zac sarkastisch.
„Stimmt. Abgesehen davon“, meinte Logan. „Das sieht Dad gar nicht ähnlich.“
„Doch, das tut es“, widersprach Leo. „Du siehst es nur nicht, weil du so sein willst wie er.“
„Ich will nicht wie er sein, ich bin wie er“, erwiderte Logan.
„Zumindest hast du seine positiven Seiten“, meinte Zac.
Dare grinste. „Ich habe ihn am Verhandlungstisch gesehen, Z., er hat auch ein paar von Dads härteren Eigenschaften.“
„Na und? Ich kombiniere sie mit Moms Charme“, sagte Logan.
„Ich kann mir Nick Williams einfach nicht als Bruder vorstellen. Der Mann hat einen Ruf, der fast so schlecht ist wie deiner, Logan“, meinte Leo.
„Jetzt wissen wir auch, warum“, bemerkte Dare. „Er ist genauso Opfer wie wir. Nach dem, was Zac gesagt hat, schien auch Nick von der Ankündigung überrumpelt zu sein.“
„Dass so eine verdammter Sch…“
„Hütet eure Zunge, Jungs. Es ist eine Dame anwesend“, sagte Mari, die gerade den Raum betrat. Ihre Schwester trug ihr blondes Haar offen, sodass es ihr in weichen Wellen über die Schultern fiel. Sie sah aus, als wäre sie geradewegs vom Laufsteg der Fashion Week gesprungen und nicht von einer Fähre.
Alle begrüßten und umarmten ihre kleine Schwester.
„Dad hat es also wieder getan“, sagte Mari. „Ich wusste, dass die Affäre, die er vor meiner Geburt hatte, nicht die einzige gewesen sein konnte.“
„Ja, und was machen wir jetzt mit Nick?“, fragte Dare. „Carlton, Mom und Dad werden sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.“
„Ich habe neulich mit Nick zu Abend gegessen. Ich kann mit ihm reden, um zu sehen, was er will“, schlug Zac vor.
Ja, natürlich würden sie herausfinden müssen, was Nick wollte.
Logan war nach Nantucket gekommen und bereit gewesen, das ganze Wochenende einen Waffenstillstand mit seinem Geschäftsrivalen und Erzfeind Nick Williams einzuhalten. Aber nur, weil dieser Bastard seine Cousine Adler Osborn heiraten würde. Er liebte seine Cousine, fand aber, dass sie einen grauenhaften Geschmack in Bezug auf Männer hatte.
Drei Stunden später saß er in der Hotelbar und dachte immer noch über ihren grauenhaften Männergeschmack nach. Die Hochzeitsgäste sollten sich am Strand zu einem Muschelessen versammeln. Anscheinend würde die Hochzeit trotz der Neuigkeiten stattfinden. Missmutig starrte Logan vor sich hin, bis er Quinn Murray durch die Lobby gehen sah.
Seine College-Liebe – und die Produzentin, die Adlers Promi-Hochzeit für einen Fernsehsender filmen sollte. Er hatte nicht erwartet, dass ihr Anblick Empfindungen in ihm auslösen würde. Aber sie schritt so selbstsicher durch das Hotel, als gehöre es ihr. Sie hatte die Gabe, den Schwachsinn zu durchschauen, mit dem er die meisten Leute um den Finger wickelte, und die Wahrheit hinter seinen Bemerkungen zu erkennen. Und natürlich waren da noch ihr langes rotes Haar, ihre braunen Augen und ihr zierlicher, kurvenreicher Körper, den er nicht vergessen konnte, egal, wie viele Frauen er nach ihr gehabt hatte.
Sie war die Einzige, die er nicht hatte halten können, und hatte etwas an sich, das ihn in ihren Bann zog. Das hasste er. Schließlich war er stolz darauf, Probleme zu erkennen und zu lösen. Doch heute Abend, da seine ganze Welt aus den Fugen geraten war, konnte er die Ablenkung gebrauchen, die Quinn ihm bieten würde. Natürlich glaubte er nicht, dass sie wieder mit ihm ins Bett gehen würde – das war nicht Quinns Art –, aber ihre Gesellschaft täte ihm sicher gut.
Quinn war bereits auf dem Weg hinunter zum Ufer und lief so schnell, als hätte sie es eilig. Wann hatte sie es nicht eilig? Sie war genauso ehrgeizig wie er und hatte sich nie von irgendetwas aus der Bahn werfen lassen – nicht einmal von ihrer kurzen Liebesaffäre. Sie hatte gesagt, er sei ihr zu ehrgeizig, doch in dem Punkt hatte sie ihm in nichts nachgestanden.
Als er am Strand ankam, waren Zac und Nick bereits betrunken und sangen ein Lied für Adler und Iris. Das Letzte, was Logan wollte, war, seinen neuen Halbbruder besser kennenzulernen. Er und Nick waren Geschäftsrivalen, die einander immer auszustechen versuchten. Zac war gerade aus Australien zurückgekommen, wo er für den America’s Cup, eine berühmte Segelregatta, trainiert hatte. Da er sein eigenes Team gründen wollte, sammelte er nun Geld, um dies zu finanzieren. Und während seines einwöchigen Aufenthalts auf Nantucket hatte er es tatsächlich geschafft, sich mit Adlers Trauzeugin Iris zu verabreden, die klug und kultiviert war und seinen sonst so unbekümmerten Bruder völlig in ihren Bann zu ziehen schien. Logan schüttelte den Kopf.
Sein Blick fiel auf Nick.
Wie, zum Teufel, sollte er dem Mann, dessen Geschäfte er untergraben wollte, freundlich begegnen? Und wie sollte er alle davon überzeugen, dass er diese Pläne schon vor langer Zeit in die Wege geleitet hatte und dass sie nicht mehr aufzuhalten waren? Wie, zum Teufel …
„Du hast also einen neuen Bruder“, unterbrach Quinn seine Gedanken. „Das muss dich für eine halbe Sekunde aus dem Konzept gebracht haben.“
Er blickte zu ihr hinüber. Im schummrigen Licht der Strandbeleuchtung konnte er kaum die Sommersprossen erkennen, die ihren Nasenrücken und ihre Wangen zierten.
„Ja, nicht gerade das, womit ich heute gerechnet habe“,...




