Gabathuler | Black Rain | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Gabathuler Black Rain

LOST SOULS LTD.
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7494-7751-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

LOST SOULS LTD.

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

ISBN: 978-3-7494-7751-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



LOST SOULS LTD. - So nennt sich die Untergrundorganisation um den jungen Fotografen Ayden, den Rockstar Nathan, den charmanten Verwandlungskünstler Raix und Kata mit den eisblauen Augen. Sie alle haben als Opfer schwerer Verbrechen überlebt und dabei einen Teil ihrer Seele verloren. Nun verfolgen sie nur ein Ziel: Jugendliche in Gefahr aufspüren und versuchen, sie zu retten. Dabei kämpfen sie gegen Entführer, Mörder, das organisierte Verbrechen und gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit. ICH WERDE IHN TÖTEN. Das schwor Nathan beim Grab seiner ermordeten Schwester. Jetzt ist der Tag der Abrechnung nahe und nichts ist so, wie Nathan es sich vorgestellt hat. Denn da ist Gemma, seine grosse Liebe, und mit ihr das Versprechen auf eine glückliche Zukunft. Nathan muss sich entscheiden: Tödliche Rache oder Liebe. Er wählt die Liebe. Aber dann sterben junge Frauen auf die gleiche Art wie damals seine Schwester. Nathan gerät ins Visier der Ermittler und verfängt sich im Netz, das der Mörder um ihn spinnt. Als er alles zu verlieren droht, hat er keine Wahl mehr. Nur noch seine Freunde von den Lost Souls Ltd.

Alice Gabathuler schreibt Geschichten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Meistens werden daraus Bücher, manchmal auch Hörgeschichten fürs Radio. Und ab und zu gewinnt sie dafür einen Preis, zum Beispiel den Hansjörg-Martin-Preis für den besten deutschsprachigen Jugendkrimi 2014. Mit der Lost Souls Reihe hat sie genau die Bücher geschrieben, die sie als junge Frau gerne gelesen hätte.
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2.


Ayden fand Nathan schlafend in seinem Range Rover auf dem Kundenparkplatz, die schwarze Wollmütze tief in die Stirn gezogen, auf dem Gesicht ein etwas dümmliches Lächeln. Er riss die Tür auf. Nathan schreckte hoch und schaute ihn verwirrt an.

»Süß geträumt?«, fragte Ayden.

»Bis gerade eben schon.« Nathan gähnte herzhaft. »Ich habe meine Mailbox abgehört. Was ist los?«

»Lass uns zum Hafen runtergehen.« Ayden rückte Nathans Mütze zurecht. »Ich spendier dir einen Kaffee, du Penner, und dann reden wir.«

»Selber Penner.« Nathan hangelte sich aus dem Wagen und streckte die Arme in die Luft. »Luxusschlaf fühlt sich echt anders an.«

»Ein Rückruf hätte genügt«, sagte Ayden. »Hättest nicht gleich den ganzen langen Weg auf dich nehmen müssen. Oder verschlägt dich etwa die Liebe in unseren schönen Süden?«

Nathan lachte nicht und widersprach auch nicht.

»Echt?«, fragte Ayden. »Gemma?«

Zu seiner Überraschung lief Nathans Gesicht rot an, etwas, das noch nie zuvor passiert war, zumindest konnte sich Ayden nicht daran erinnern.

»Warum bist du dann bei mir und nicht bei ihr?«

»Ist so ein richtig altmodisches Ding«, klärte Nathan ihn auf. »Mit Hof machen und Respekt zeigen und warten.«

»Sag bloß, du hast noch nicht mit ihr geschlafen!«, scherzte Ayden.

Das Gesicht von Nathan färbte sich noch ein paar Stufen dunkler. »Wir haben die Reihenfolge nicht ganz eingehalten«, antwortete er, immer noch todernst, aber auch etwas verlegen.

Nathan war noch nie verlegen gewesen, wenn es um Sex ging. Wenn er jetzt wie ein ertappter Schuljunge neben Ayden hertrottete, dann hatte es ihn mit voller Wucht erwischt.

»Ich habe keinen Tropfen getrunken, seit ich sie kenne«, gestand er.

Das bedeutete in etwa so viel wie .

Ayden entschied, keine weiteren Fragen zu stellen, auch nicht die nach den 20.000 Pfund. Die konnten warten.

»Bei dir und Rose hat es doch auch eine Weile gedauert, oder?«, fragte Nathan beinahe scheu.

Noch vor gar nicht so langer Zeit hätte diese Frage Ayden mitten ins Herz getroffen. Er hätte furchtbare Bilder im Kopf gehabt, aber an diesem Morgen war alles anders. Er sah Rose über den Schulhof gehen, am ersten Schultag seines neuen Lebens in seiner neuen Schule. Sie war in ein Gespräch mit ihrer Freundin vertieft, doch dann rollte ihr ein Ball vor die Füße. Als sie ihn aufhob und sich wieder aufrichtete, entdeckte sie Ayden, schaute ihn kurz an und blickte wieder weg. Das war der Moment gewesen, in dem er sich in sie verliebt hatte.

»Eine Weile?« Er drückte in Gedanken die Repeat-Taste und rief den magischen Augenblick nochmals ab. »Eine Ewigkeit!«

Zwei Jahre hatte ihnen das Schicksal nach dieser Ewigkeit geschenkt, dann hatte es ihm Rose genommen.

»Warst du … Warst du auch so verdammt unsicher?«, fragte Nathan.

Beinahe hätte Ayden gelacht. Nathan und unsicher ging nicht zusammen. Aber dann sah er, wie ernst es seinem Freund war. »Ist normal«, sagte er.

Wenn man bedachte, dass in Nathans Leben nichts normal war, und er wahrscheinlich längst nicht mehr wusste, wie sich anfühlte, musste ihn dieser neue, unbekannte Zustand, in dem er sich befand, ganz schön verwirren. Ayden grinste. Sein Freund war verliebt!

»Ich glaube, ich fange ganz neu an.« Nathan fingerte nervös an seiner Mütze herum. »Weißt du, so richtig.«

Ayden blieb stehen.

»Was ist?«, fragte Nathan. »Traust du mir das nicht zu?«

»Doch.« Ayden traute Nathan alles zu. Auch das. »Doch«, wiederholte er erleichtert. Vielleicht bekam das Leben Nathan zurück. Und umgekehrt. Beides war gut.

Ayden entschied, die 20.000 Pfund erst mal auf dem Konto geparkt zu lassen. Er konnte Nathan später erklären, warum er sie nicht wollte.

»Die Anrufe«, begann Nathan.

»Vergiss sie«, antwortete Ayden. »Hat sich alles wieder eingerenkt.«

Am Hafen unten holten sie sich in der kleinen Bude von Claudette einen Kaffee und stellten sich an einen der beiden Tische vor dem Eingang. Ayden ließ seinen Blick zum Hafenbecken schweifen. Das Wunder war nicht geschehen. Am Anlegeplatz der machte sich immer noch dieses unmögliche Ding von Boot breit. Ayden kniff die Augen zusammen, bis das Bild vor ihm verschwamm und er die sehen konnte.

Heiße Flüssigkeit schwappte gegen seine Hand und holte ihn schmerzhaft zurück in die Realität. Ein Pappbecher rollte über den Rand des Tisches und landete mit einem leisen Plopp auf dem Boden, während Nathans Kaffee über den Tisch lief und in einem dünnen Rinnsal dem Pappbecher hinterher plätscherte. Nathan bemerkte es nicht. Mit leicht geöffnetem Mund, als könne er nicht glauben, was er sah, starrte er auf den Zeitungsaushang neben Claudettes Bude. Ayden folgte seinem Blick. Auf der Titelseite der prangte ein riesiges Foto von Nathan, zusammen mit einem etwas kleineren Bild einer jungen Frau. Die Schlagzeile nahm einen großen Teil der unteren Hälfte der Zeitung ein.

Vermisste junge Frau brutal ermordet.
War es der MacArran-Killer?

»Nate?«, fragte Ayden.

Nathan reagierte nicht. Ayden wischte sich den Kaffee von der Hand und ging zurück zu Claudette. »Einmal die «, sagte er. »Und einen Lappen.«

»Seit wann liest du denn die …« Claudette stoppte mitten im Satz.

»Nimm sie dir.«

»Wie viel?«

»Falte sie nach dem Lesen einfach wieder ordentlich zusammen.« Claudette hielt ihm einen Lappen hin. »Und pass auf, dass dein Freund nicht zusammenklappt.«

Ayden holte sich die Zeitung. Als er zurückkam, stand Nathan noch genauso da wie vorher. Aus seinem Gesicht war alle Farbe gewichen. Er sagte kein Wort. Schweigend schaute er zu, wie Ayden den Tisch sauber wischte, die Zeitung darauf legte und den Text las, der unter der Schlagzeile stand.

Fünf Jahre nach dem brutalen Mord an Zoe MacArran, der Schwester von Rockstar Nathan MacArran, könnte ihr Killer zurück sein. Gestern wurde in der Nähe von Zürich (Schweiz) die Leiche einer jungen Frau gefunden, die nach dem Konzert von Black Rain spurlos verschwunden war. Gerüchten zufolge wurde sie gefoltert, bevor der Killer sie umbrachte. (Mehr auf den Seiten 2 und 3).

Ayden schlug die Zeitung auf. Er hörte Nathan leise stöhnen, als er die Fotos seiner Schwester sah. Es waren die gleichen wie damals. Das Bild von der Vermisstenanzeige und der Schnappschuss, den irgendein besonders rücksichtsloser Medientyp mit einer rührseligen Geschichte einer ihrer Freundinnen abgeschwatzt hatte. Zoe war damals sechzehn gewesen, zwei Jahre älter als Nathan.

Ayden wollte die Zeitung wieder zuklappen, doch Nathan packte ihn am Handgelenk. »Lies!«, befahl er tonlos.

Hat der umstrittene Sänger Nathan MacArran mit seiner Musik schlafende Hunde geweckt? Die Ermittlungsbehörden schweigen sich noch aus zu den Details, bestätigen jedoch, dass die junge Frau nach ihrem Verschwinden noch mindestens zwei Wochen gelebt haben muss – genau wie Zoe MacArran vor fünf Jahren. Wie Zoe MacArran wurde sie in einem Waldstück gefunden, und Gerüchten zufolge scheint sie wie Zoe MacArran vor ihrem Tod ausgehungert worden zu sein. Erste Kritiker der Band Black Rain haben sich bereits zu Wort gemeldet. »Wir sollten nichts verschreien, aber MacArran hat den Mörder mit seiner Musik geradezu herausgefordert«, erklärte Warren Jenkinson, Autor des Bestsellers »Warum sie es immer wieder tun«, in einer ersten Stellungnahme gegenüber der Daily.

Nathan umklammerte noch immer Aydens Handgelenk. »Er war da. Zoes Mörder war auf dem Konzert und hat sie mitgenommen. Stimmt’s? Sag’s mir.«

»Das steht da nicht drin. Da steht …«

»Er war da!«

»Sie verschwand nach eurem Schweizer Konzert. Das bedeutet noch gar nichts«, versuchte Ayden, Nathan zu beruhigen. »Es könnte ein Zufall sein.«

»Nein. Er ist wieder da.« Nathan ließ Ayden los. »Ich habe ihn herausgefordert. Aber das wollte ich nicht. Er sollte es auf mich absehen. Nur auf mich.« Er drehte sich um und wankte davon.

»Ich bezahl dir die Zeitung später!«, rief Ayden Claudette zu und eilte Nathan hinterher.

»Was stand da drin?«, fragte Nathan. Seine Stimme war wieder fester, sein Gang weniger unsicher.

Ayden erzählte es ihm. Etwas auszulassen hätte keinen Zweck gehabt.

»Hab das Buch von diesem Jenkinson gelesen«, sagte Nathan, als Ayden bei dem Bestsellerautor angelangt war. »Mindestens ein Dutzend Mal. Der Typ ist gut. Hab eine Menge von ihm gelernt.«

Ayden schwieg. Ein Buch allein erklärte noch...



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