Fröhlich | Arbeitszeugnisse korrekt entschlüsseln | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 178 Seiten, E-Book

Reihe: Haufe Fachbuch

Fröhlich Arbeitszeugnisse korrekt entschlüsseln


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-648-07112-0
Verlag: Haufe
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, 178 Seiten, E-Book

Reihe: Haufe Fachbuch

ISBN: 978-3-648-07112-0
Verlag: Haufe
Format: PDF
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In Arbeitszeugnissen steckt meist mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Der Autor ist erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht und entschlüsselt kurz und prägnant die Codes der Zeugnissprache. Er zeigt, was zwischen den Zeilen steht und gibt Hinweise für strittige Fälle. So interpretieren Sie Bewerbungsunterlagen korrekt und können schnell über die Eignung des Kandidaten entscheiden. Dadurch gewinnen Sie Zeit und sparen Kosten bei der Personalauswahl. Inhalte: - Arbeitsrechtliche Grundlagen der verschiedenen Zeugnisformen - Sprachliche Codes und Techniken und deren Entschlüsselung - Über 30 Musterzeugnisse mit Analysehilfen - Topaktuelle Beispiele aus der jüngeren Rechtsprechung - Checkliste für den Aufbau eines qualifizierten Zeugnisses 

Dr. Oliver Fröhlich ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er ist Partner in einer bundesweit tätigen, arbeitsrechtlich spezialisierten Kanzlei. Daneben ist er als Referent bei der Haufe Akademie und als Fachbuchautor tätig.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Vorwort

Arbeitsrechtliche Grundlagen der verschiedenen Zeugnisformen
- Endzeugnis

- Ausbildungszeugnis

- Zwischenzeugnis

- Zeugnisgrundsätze

Die Codes der Zeugnissprache

- Zeugnisaufbau und äußere Form

- Beurteilung des Arbeitnehmers mithilfe der Notenskala

- Techniken zur Bewertung des Arbeitnehmers

- Zeugniscodes mit Formulierungsbeispielen

Die wichtigsten Zeugnisbestandteile und ihre Bedeutung

- Äußere Form des Zeugnisses

- Ausstellungsdatum

- Knicke, Flecken und Fehler

- Unternehmensvorstellung

- Tätigkeitsbeschreibung

- Leistungsbeschreibung und Leistungsbeurteilung

- Verhaltensbeurteilung

- Schlussformulierung

Beispiele aus der jüngeren Rechtsprechung

Zeugnismuster und Analysehilfen

- Art Director

- Assistentin/Sekretärin der Geschäftsführung

- Bankangestellter

- Betriebsleiter

- Bürokraft

- Consultant

- Controller

- Diplom-Sozialarbeiter I

- Diplom-Sozialarbeiter II

- Einkaufsmitarbeiter

- Einzelhandelskauffrau

- Fertigungsmitarbeiter (Dreher)

- Finanzbuchhalterin

- Friseurmeisterin

- Hausmeister

- Ingenieurin

- IT-Leiter

- Kaufmännischer Leiter

- Leiterin Administration

- Leiter Operativer Service

- Logistikmitarbeiter

- Mitarbeiter der IT-Abteilung

- Niederlassungsleiter

- Personalleiter

- Personalreferentin

- Pharmareferentin

- Produktmanager I

- Produktmanager II

- Reinigungskraft

- Regionalleiter Außendienst

- Sekretärin I

- Sekretärin II

- Steuerfachangestellte

- Verkaufssachbearbeiter

- Versicherungsmitarbeiterin

- Vorstandssekretärin

Checkliste für den Aufbau eines qualifizierten Zeugnisses

Stichwortverzeichnis

Der Autor


2   Die Codes der Zeugnissprache


Gemäß § 109 Abs. 2 Satz 2 GewO ist es verboten, dass das Zeugnis Merkmale oder Formulierungen enthält, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.

Formulierungstechniken

In der Praxis haben sich Formulierungstechniken herausgebildet, die, wenn man sie kennt und versteht, genau die aus ihrem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer treffen, mithin grundsätzlich keine unzulässigen Geheimzeichen sind. Werden solche Formulierungstechniken („Zeugniscodes“) eingesetzt, muss sich der Zeugnisaussteller für einen etwaigen Zeugnisberichtigungsrechtsstreit darüber klar sein, dass die sich aus der Formulierung ergebende Bedeutung seiner Aussagen der Wahrheit entsprechen muss. Zudem gibt es aber auch Codes, bei denen der Zeugnisaussteller davon ausgehen muss, dass der Arbeitnehmer mit einer sogenannten Zeugnisberichtigungsklage, mit der er eine bestimmte Formulierung angreift, Aussicht auf Erfolg hat. Gleichwohl finden sich bei Bewerbungen von Arbeitnehmern immer wieder auch Arbeitszeugnisse, die sogar solche Zeugniscodes noch beinhalten.

Geheimcodes

In zahlreichen Publikationen und Entscheidungen zum Zeugnisrecht bzw. zur Zeugnissprache wird über Geheimcodes geschrieben und spekuliert, wobei Geheimcodes im wahrsten Sinne des Wortes wohl nicht gegeben sind und auch gar nicht praktikabel wären. Würde der Zeugnisaussteller nämlich verschlüsselt schreiben, dann müsste der Zeugnisleser (der potenzielle neue Arbeitgeber, bei dem der beurteilte Arbeitnehmer sich bewirbt) über den Dechiffrierungscode verfügen. Das Arbeitszeugnis wird aber dem Arbeitnehmer erteilt, demgegenüber ein etwaiger Geheimcode gerade geheim bleiben sollte. Bei wem der Arbeitnehmer sich sodann mithilfe des ihm erteilten Arbeitszeugnisses bewirbt, ist jedoch seine Sache und dem bisherigen Arbeitgeber als Zeugnisaussteller schon gar nicht bekannt, weshalb dieser überhaupt nicht in der Lage ist, seinen „Dechiffrierungscode“ dem interessierten Zeugnisleser zur Verfügung zu stellen. Der Geheimcode des Zeugnisausstellers wäre dann so geheim, dass er quasi nicht zu knacken ist. Gäbe es demgegenüber einen quasi allgemeingültigen und offiziellen Geheimcode, könnte man keinesfalls davon ausgehen, dass dieser noch geheim ist.

Demgegenüber ist besser und richtigerweise von Formulierungstechniken zu sprechen, die in der Praxis bekannt und etabliert sind, ohne dass diese stets unzulässige Geheimcodes wären. Sie wirken quasi nur für denjenigen als „geheim“, der mit den üblichen Formulierungstechniken nicht vertraut ist.

2.1   Zeugnisaufbau und äußere Form


Die Abfassung des Zeugnisses hinsichtlich Wortwahl und Satzbau liegt grundsätzlich im Ermessen des Arbeitgebers (Formulierungsfreiheit), der sich an den Grundsätzen der Zeugniswahrheit und der wohlwollenden Beurteilung zu orientieren hat. Hinsichtlich des Zeugnisaufbaus und der äußeren Form des qualifizierten Zeugnisses ist eine Grundstruktur etabliert und bei jeglichem Abweichen hiervon ein Störgefühl begründet und daher Misstrauen geboten.

Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses

Der grundsätzliche Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses gestaltet sich wie folgt:

Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses
ÜberschriftZeugnis, Zwischenzeugnis, Ausbildungszeugnis
  • Eingangsformel
  • Vorstellung der Eckdaten
  • Personalien des Arbeitnehmers, akademischer Titel
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Vordienst- und Ausbildungszeiten
  • ggf. kurze Vorstellung des Unternehmens (fakultativ)
Aufgabenbeschreibung
  • hierarchische Position/Berufsbild
  • Berufsbezeichnung
  • Aufgabengebiet
  • berufliche Entwicklung
  • konkreter: wesentliche Arbeitsaufgaben, Tätigkeiten
Leistungsbeurteilung
  • Arbeitsbefähigung (Können)
  • Arbeitsbereitschaft (Wollen)
  • Arbeitsvermögen (Ausdauer)
  • Arbeitsweise (Einsatz, Zuverlässigkeit)
  • Arbeitsergebnis (Erfolge)
  • herausragende Erfolge und Ergebnisse
  • Belastbarkeit
  • Weiterbildung (und deren Nutzen)
  • zusammenfassende Leistungsbeurteilung (Zufriedenheitsaussage und Erwartungshaltung)
Bei Führungskräften: Führungsleistung
  • Abteilungsleitung
  • Mitarbeitermotivation
  • Gruppenleistung
  • Betriebsklima
  • Teamfähigkeit
  • Fluktuation
Verhaltensbeurteilung
  • Vertrauenswürdigkeit (Loyalität)
  • Teamfähigkeit (Hilfsbereitschaft)
  • Auftreten
  • Sozialverhalten
  • zusammenfassende Verhaltensbeurteilung
    (Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Gleichgestellen, Untergebenen und Dritten, z. B. Geschäftspartnern und Kunden)
Schlussteil
  • ggf. Beendigungsmodalitäten und beim Zwischenzeugnis Grund der Zeugniserteilung
  • ggf. Schlussformel
  • Dank, Bedauern und Zukunftswünsche
  • Aussteller, Ort und Datum der Zeugniserstellung sowie Unterschrift

2.2   Beurteilung des Arbeitnehmers mithilfe der Notenskala


Typischerweise endet sowohl der leistungsbeurteilende Block als auch der verhaltensbeurteilende Block des Arbeitszeugnisses in einer zusammenfassenden Beurteilung von Leistung und Verhalten, für die sich in der Praxis jeweils eine Notenskala etabliert hat.

2.2.1   Notenskala für die Leistungsbeurteilung


Für die zusammenfassende Leistungsbeurteilung, die quasi die Durchschnittsnote der vorstehenden Einzelbewertungen darstellt, ergibt sich die Bewertung – übersetzt in das Schulnotensystem – aus der folgenden Übersicht:

Formulierung im Zeugnis Note
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit sehr gut
stets zu unserer vollen Zufriedenheit gut
zu unserer vollen Zufriedenheit befriedigend
stets zu unserer Zufriedenheit befriedigend
zu unserer Zufriedenheit ausreichend
im Großen und Ganzen zu unserer...


Fröhlich, Oliver
Dr. Oliver Fröhlich ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er ist Partner in einer bundesweit tätigen, arbeitsrechtlich spezialisierten Kanzlei. Daneben ist er als Referent bei der Haufe Akademie und als Fachbuchautor tätig.

Oliver Fröhlich

Dr. Oliver Fröhlich ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er ist Partner in einer bundesweit tätigen, arbeitsrechtlich spezialisierten Kanzlei. Daneben ist er als Referent bei der Haufe Akademie und als Fachbuchautor tätig.



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