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E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Frei Metropolitan

Tödliche Intrigen
4. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7357-0636-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tödliche Intrigen

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

ISBN: 978-3-7357-0636-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich lebe mit Mutter und Schwester friedlich in der kleinen Stadt Elea in der Gemässigten Zone. Es ist nicht gerade das Paradies, die Gassen sind dreckig und die Häuser heruntergekommen, aber es lässt sich leben. Das jedoch ändert sich augenblicklich, als ich während der Jagd in den Ruinen eines Tempels einen seltsamen Stab entdecke und ungeahnte Kräfte in mir erwachen...

Rafael Frei ist 1996 in Zürich geboren und lebt und arbeitet auch heute noch dort. Schon früh zeigte sich sein Interesse an der Literatur, das sich im Laufe der Zeit dann vermehrt auf Fantasy konzentrierte. Im Alter von 15 Jahren begann er mit dem Auftakt zur Metropolitan-Saga, welche er nun mit seinem zweiten Roman fortsetzt.
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Die Kalte Zone


Der erste Schritt in die Kalte Zone an zerbrochenen, unter Strom stehenden Stahlstäben vorbei, ist erschütternd nichtssagend, was der zweite jedoch ohne Probleme ausgleicht. Kaum sind wir durch, steht ein Rächer vor uns.

Es sieht so aus, als könnte er nicht glauben, dass wir wahrhaftig vor ihm stehen, denn er zögert noch einige Sekunden und mustert uns, bevor er Kampfstellung annimmt.

Ich beginne den Kampf nicht, das geht gegen meine Prinzipien, Magische Kraft nur zur Verteidigung zu benutzen. Stattdessen, versuche ich zu kommunizieren. Ich frage ihn, was sie gegen uns haben, bekomme aber keine Antwort, gefolgt von einem Machtschlag. Ich reisse ein Schutzschild hoch, so stark, dass der Schlag einfach daran verpufft. Der Kämpfer scheint einen Moment verunsichert, doch bereits kurz darauf greift er erneut an, diesmal stärker.

Nach etwa fünf weiteren glücklosen Versuchen seinerseits, sieht er ein, dass er mich nicht besiegen kann. Er wendet sich Sila zu und schiesst einen Machtschlag auf diesen ab. Sila, zwar den magischen Künsten mächtig, kann aber nicht interagieren, schiesst es mir durch den Kopf. Schnell erweitere ich den Schutzzauber so, dass auch er geschützt ist.

Jetzt platzt mir der Kragen. Wie kommt dieser dahergelaufene Rächer eigentlich auf die Idee uns einfach anzugreifen? Ich wäge gut ab, wie viel Kraft ich einsetzen muss, damit er das Bewusstsein verliert aber dennoch keinen bleibenden Schaden davonträgt. Und dann greife ich an.

Der Kraftschlag fliegt auf ihn zu, als sich plötzlich eine Energiebrücke zwischen ihm und dem Stromzaun bildet. Überrascht sehe ich dabei zu, wie der Kraftschlag plötzlich anwächst und zu knistern beginnt. Zischend fliegt er auf den Rächer zu und zerstört dessen hastig hochgerissenen Schutzzauber, als wäre es eine Seifenblase. Er versucht noch, auszuweichen, doch es ist zu spät. Der Schlag trifft ihn direkt auf der Brust, er verdreht unmenschlich die Augen, röchelt und fällt dann starr zu Boden.

Sila rennt zu ihm hin.

>>Ist er...<<, beginne ich zitternd.

Hmm, antwortet er. Oh Gott, ich habe ihn getötet. Ich habe einen Menschen getötet. Ich beginne zu weinen und zu zittern. Sila dreht sich schlagartig zu mir um, sieht, in welchem Zustand ich bin, nimmt seine Decke aus dem Rucksack, faltet sie und legt sie neben mir auf den Boden. Als ich mich daraufgesetzt habe, legte er mir noch meine über die Schultern.

Was er dann macht nehme ich nur noch durch einen Tränenschleier wahr. Es sieht so aus, als würde er den toten Rächer begraben. Er gräbt ein Grab, legt die Leiche hinein und bedeckt sie mit der Erde. Nicht aber, ohne ihm vorher die Maske abgenommen zu haben. Er scheint jung zu sein, jünger als ich, aber ich kann mich auch täuschen. Im Baum am Ende des Grabes ritzt er das heutige Datum hinein, den 18.10.2174.

Als er fertig ist, beginnt es zu nieseln, was zu meiner Stimmung passt. Doch es ist nur ein kurzer Schauer. Sila kümmert sich um alles. Von dem Hasen, den er sorgfältig über dem Feuer zubereitet, esse ich nur wenig. Ich habe nicht gerade einen Riesenhunger.

Sila setzt sich neben mich und nimmt mich in den Arm, was mir schon so ein warmes Gefühl gibt. Eine Weile sitzen wir still nur so da, dann bricht er das Schweigen.

>>Du kannst nichts dafür,<<, beginnt er, >>du wusstest nicht, dass selbst deine Angriffe noch Energie absorbieren können.<<

Mmhhm, ist das einzige, was er als Antwort kriegt. Sanft legt er die Hand unter mein Kinn und hebt meinen Kopf sachte an, bis wir etwa auf gleicher Augenhöhe liegen.

>>Hast du gehört? Es war nicht deine Schuld.<<

Ich nicke nur. Sein Gesicht ist mir viel zu nah, als dass ich noch etwas anderem meine Aufmerksamkeit schenken könnte. Seine Lippen sind schon zum Spüren nahe, doch im letzten Moment macht er einen Rückzieher und wendet sich ab.

>>Das wäre nicht sehr vorteilhaft für dich. Ich darf mich nicht verteidigen. Ich kann jederzeit sterben und das weisst du.<<

Er steht langsam auf und verschwindet zwischen den Bäumen am Rande der kleinen Lichtung. Ich bin wütend, wütend auf mich selbst. Wieso habe ich ihm so viel preisgegeben? Was musste er jetzt von mir denken? Dass ich ein kleines Flittchen sei, das sich jedem gutaussehenden Mann in ihrem Alter an den Hals wirft?

Und da drängte sich eine Frage wieder in mein Bewusstsein, die ich beinahe vergessen hatte. Wie als ist Sila eigentlich?

Ich muss gestehen, dass es etwas seltsam erscheint, dass wir beide das genaue Alter des jeweils anderen nicht kennen, obwohl wir schon so eine weite Strecke zusammen hinter uns gebracht haben. Ich nehme mir vor, ihn morgen ganz unverfänglich danach zu fragen.

Da es nicht so aussieht, als ob eine Rückkehr von Sila in naher Zukunft möglich ist, wickle ich mich in meine Decke, lege ihm die eigene hin, damit er nicht frieren muss, wenn er zurückkommt, und versuche einzuschlafen.

Es funktioniert nicht besonders gut, immer wieder muss ich an Blick in den Augen des Rächers denken, als er realisierte, dass er dem Tod nicht mehr entkommen kann. Doch gerade als ich am einschlafen bin, tritt Sila wieder auf die kleine Lichtung. Langsam kommt er auf mich zu. Als er mich erreicht hat, kniet er sich hin und beobachtet mein Gesicht eine kurze Zeit im Schein des verglimmenden Feuers.

Danach streicht er mir das Haar hinter das Ohr, murmelt etwas das sich anhört wie >>Das heisst aber nicht, dass da nichts wäre.<< und steht auf.

Nachdem ich mich selbst versichert habe, dass ich richtig gehört habe, überfluten mich Glücksgefühle. Es scheint doch nicht so hoffnungslos. Ich muss mich zusammenreissen um nicht aufzuspringen und mich ihm an den Hals zu werfen, doch ich weiss, dass ihm das jetzt peinlich wäre und es die Stimmung zerstören würde. Also stelle ich mich schlafend und obwohl ich zu Beginn nicht denke, dass ich heute mal noch einschlafen werden kann, übermannt mich schlussendlich doch die Müdigkeit.

Am nächsten Morgen essen wir noch den Rest des – mittlerweile kalten – Hasen. Danach sitzen wir über Silas Karte zusammen, wobei er mir nie zu nahe kommt, und besprechen, was wir als nächsten tun wollen.

Nach einigem Hin und Her einigen wir uns, dass wir als nächstes in die Stadt Solea gehen, die ganz in der Nähe liegt, um uns umzuhören und auch um wärmere Kleidung zu besorgen, da es hier doch schnell merklich kälter wird.

Der Tag zieht sich in die Länge und wir verbringen ihn grösstenteils schweigsam. Der längste Satz, der Sila von sich gibt, besteht aus fünf Worten:

>>Wollen wir eine Pause machen?<<

Nachdem wir eine kurze, trockene Mahlzeit gegessen haben, legen wir noch eine gute Strecke zurück, bis es erneut zu regnen beginnt, und diesmal hört es nicht nach wenigen Minuten wieder auf. Der Erdboden verwandelt sich in einen tückischen Sumpf, auf dem man leicht ausgleitet. Sila beschliesst, lieber einen halben Tag hier zu verweilen, als die Gefahr eines gebrochenen Knöchels zu riskieren.

Also machen wir es uns unter einem Felsvorsprung, so gut wie es geht, bequem und verbringen den Rest des Tages mit Spielen, die wir in den Staub ritzen. Wir warten auf den Abend, bevor wir uns eng in unsere Decken gekuschelt schlafen legen.

Als wir am nächsten Tag, einem Dienstag, wie Sila sagt, aufwachen, hat sich der Boden in ein schlammiges, von Rinnen durchzogenes, braunes Etwas verwandelt. Froh, dass wir gestern nicht weitergegangen sind, machen wir uns auf dem Weg nach Solea. Der Weg ist gleichmässig und mit einem guten Morgenessen im Bauch vergeht die Zeit wie im Flug, kurz nach Mittag ruft Sila, dass man die Stadt bereits sehen kann und tatsächlich, etwa noch eine Meile weiter kann man die Stadtmauern und den Rauch der Häuser sehen.

Die Aussicht auf ein warmes Bad beflügelt meine Schritte wörtlich und so sind wir bereits nach einer weiteren halben Stunde dort. Die Wachen am Stadttor erscheinen mir zwar nicht sehr freundlich, doch sie beachten uns gar nicht wirklich. Verständlich, so wie wir aussehen müssen – nach dieser langen Zeit im Wald.

Nachdem wir uns durchgefragt haben, bezahlt Sila – wie immer – in einer Herberge zwei getrennte Zimmer mit Bad. Ich bedaure es schon beinahe, doch ich bin ihm auch dankbar, dass er mir Raum gibt. Das Zimmer ist freundlich eingerichtet und hat ein weiches Bett mit warmen Decken. Erst jetzt bemerke ich, wie müde ich eigentlich bin. Ich geniesse eine warme, ausgiebige Dusche mit der wohlriechenden Seife, die im Bad liegt, und lege mich ins Bett.

Die wohlige Wärme und das weiche Bett lassen mich schnell einschlummern und als Sila am Abend an meine Zimmertür klopft und mir erklärt, dass er unten mit dem Abendessen auf mich warte, hätte ich ohne Probleme weiterschlafen können.

Das warme Essen weckt aber bald meine Lebensgeister und so haben wir noch eine anregende Diskussion bei einigen Gläsern Wein. Wir gehen erst schlafen, als ich beinahe auf dem Stuhl eingenickt wäre. Sila bringt mich zu meinem Zimmer und geht den Gang weiter zu seinen Räumlichkeiten.

Kaum liege ich im Bett, bin ich auch schon...



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