E-Book, Deutsch, 432 Seiten
Freed Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-8332-3291-6
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman zum Videogame
E-Book, Deutsch, 432 Seiten
ISBN: 978-3-8332-3291-6
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der offizielle Roman zum brandneuen Videogame Star Wars:Battlefront galt schon Monate vor Erscheinen als das vermutlich beste Action Adventure-Spiel des Jahres 2015. Brillante Bilder und eine actiongeladene Story sorgen dafür, dass Fans der erfolgreichsten Space-Opera aller Zeiten nicht nur im Kino, sondern auch auf Konsolen voll auf ihre Kosten kommen. Panini veröffentlicht den offiziellen Roman zum Blockbuster-Spiel.
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2. KAPITEL
DER PLANET HAIDORAL PRIME
Tag achtundvierzig des Rückzugs aus dem Mid Rim
Neun Jahre später
Der Regen fiel warm und dicht vom glühenden Himmel über Haidoral Prime. Er roch wie Essig, sammelte sich auf den trümmerübersäten Straßen und rings um die vorgefertigten Modulbauten, und er glänzte auf der Haut wie ätzender Schweiß.
Aber nach dreißig Standardstunden hatten sich die Soldaten der Twilight-Kompanie inzwischen daran gewöhnt.
Drei Gestalten schlichen unter zerrissenen Vordächern eine verlassene Straße entlang. Der schlanke, kompakte Mann an der Spitze der Gruppe trug einen ausgewaschenen grauen Overall und darüber ein Durcheinander verschiedener Rüstungsteile, unter anderem eine Brustplatte, auf die er mithilfe einer Schablone das Sternvogel-Symbol der Rebellen-Allianz gesprüht hatte. Regen tropfte von dem dunklen Haar, das unter seinem Helm mit dem hochgeklappten Gesichtsschutz hervorwallte, und die bronzenen Züge darunter glänzten nass.
Sein Name war Hazram Namir, aber man hatte ihn auch schon anders genannt. Im Stillen verfluchte er den Häuserkampf und Haidoral Prime und sämtliche Gesetze atmosphärischer Wissenschaft, die es regnen ließen. Der Gedanke an Schlaf zuckte durch seinen Kopf und brach sich wie eine Welle am Damm seiner Entschlossenheit. Er presste die Kiefer zusammen und deutete mit einem Gewehr, das dicker war als sein Arm, auf die nächste Kreuzung.
Irgendwo in der Ferne erklangen in rascher Folge mehrere Blasterschüsse, dann Schreie, dann – Stille.
Der Mann, der hinter Namir ging – ein hochgewachsener Mensch mit ergrauendem Haar und einem von Narbengewebe überwucherten Gesicht –, hastete über die Straße, um auf der anderen Seite Position zu beziehen. Die dritte Gestalt blieb hinter ihnen zurück; sie hatte sich ein Stück Plane um den Körper geschlungen, das wie die Kapuze eines Mantels auch ihren Kopf bedeckte.
Der Narbengesichtige machte ein Handzeichen, und Namir trat auf die Kreuzung hinaus. Ein Dutzend Meter entfernt waren mehrere Umrisse menschlicher Körper zu erkennen, die auf dem Asphalt lagen. Sie trugen zerfetzte Regenkleidung – glänzende, leichte Wickelgewänder und Sandalen. Zivilisten.
Das ist zwar eine Schande, dachte Hazram, aber nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Das Imperium erschoss keine Zivilisten, wenn alles unter Kontrolle war.
„Charmeur – möchtest du dir das mal ansehen?“ Er deutete auf die reglosen Gestalten. Während der Narbengesichtige hinüberging, tippte Namir sein Kommlink an. „Sektor gesichert“, meldete er. „Was steht als Nächstes auf dem Plan?“
Die Antwort wurde halb vom Zischen statischer Störungen überlagert – irgendetwas über „auf Nummer sicher gehen“. Hazram vermisste es wirklich, einen Kommunikationsexperten in seiner Einheit zu haben. Bei der letzten Kommtechnikerin der Twilight-Kompanie hatte es sich vielleicht um eine Alkoholikerin und Misanthropin gehandelt, aber immerhin waren die Funksprüche verständlich gewesen. Oh, und in langweiligen Nächten hatte sie mit Namir obszöne Gedichte verfasst. Zu dumm, dass sie und ihr Droide während der Bombardierung von Asyrphus gestorben waren.
„Wiederholen“, versuchte er es. „Sind wir bereit zum Abflug?“
Diesmal waren die Störungen leiser. „Unterstützungseinheiten beladen das Schiff gerade mit Nahrung und Ausrüstung“, erklärte die Stimme. „Falls ihr wisst, wo wir in der Nähe medizinische Vorräte finden können, wäre die Donnerschlag euch zu Dank verpflichtet. Andernfalls begebt euch zum Treffpunkt – es sind noch ein paar Stunden, bis Verstärkung eintrifft.“
„Sagt den Unterstützungseinheiten, sie sollen diesmal nicht vergessen, Hygieneartikel einzupacken“, sagte Namir. „Das Schiff muss ja nicht genauso stinken wie die Baracken.“
Wieder drang statisches Rauschen aus dem Empfänger, oder war es vielleicht ein Lachen? „Wir werden es ausrichten. Passt auf euch auf.“
Charmeur hatte inzwischen jede der reglosen Gestalten auf Puls und Identifikationschips überprüft. Er schüttelte den Kopf, als er sich erhob.
„Wie schrecklich!“ Die Gestalt unter dem Stück Plane kam zu ihnen herüber. Ihre Stimme war tief und durchdringend, und während sie mit zwei fleischigen, vierfingrigen Händen die Plane vor ihrer Brust zusammenhielt, schloss sich ein zweites Paar Hände auf Hüfthöhe fester um ihre mächtige Blasterkanone. „Wie kann man so etwas einem anderen Lebewesen nur antun?“
Charmeur biss sich auf die Lippe, und Namir zuckte mit den Schultern. „Vielleicht waren es ja Kampfdroiden.“
„Unwahrscheinlich“, entgegnete das hünenhafte Wesen. „Doch selbst wenn, trägt die Gouverneurin die Verantwortung dafür.“ Es kniete sich neben eine der leblosen Gestalten und streckte zwei Arme aus, um der Leiche die Augen zu schließen. Jede seiner Hände war so groß wie der Kopf des Toten.
„Wir müssen los, Gadren“, brummte Hazram. „Jemand wird sie schon finden.“
Das Wesen machte keine Anstalten aufzustehen. Charmeur öffnete den Mund, um etwas zu sagen, klappte ihn dann aber wortlos wieder zu. Namir fragte sich, ob es wohl etwas bringen würde, wenn er den Ton Gadren gegenüber verschärfte.
Einen Moment später explodierte die Mauer neben ihm, und plötzlich war Gadren das kleinste seiner Probleme.
Feuer, Metallteile und geschmolzener Kunststoff prasselten auf seinen Rücken ein. Er wusste nicht, wie oder warum, aber als sein Blick sich klärte, lag er mitten auf der Straße, ein Bein unter seinem Körper verdreht, und die Scherben seines geborstenen Gesichtsschutzes stachen ihn in Kinn und Wangen; er hatte aber zumindest genug Geistesgegenwart, um dankbar dafür zu sein, dass er sich kein Auge ausgestochen hatte.
Und dann richtete sein Körper sich plötzlich auf, von fremden Händen in die Höhe gerissen. Charmeur schlang ihm einen Arm um die Schulter und stützte ihn, zerrte ihn neben sich her zur anderen Straßenseite. Dabei stieß er einen steten Strom an Verwünschungen von seiner Heimatwelt aus – vermutlich wegen dem Sturm roter Partikelstrahlen, die zwischen den Flammen und den Trümmern durch die Luft stachen. Als Namir wieder aus eigener Kraft stehen konnte und Charmeur von sich fortstieß, hatte er die Schüsse bereits zu ihrem Ursprung zurückverfolgt.
Vier Sturmtruppler standen an der Mündung einer Gasse, ein Stück die Straße hinauf. Ihre totenbleichen Rüstungen glänzten im Regen, und die Linsen vor den Augenschlitzen wirkten wie schwarze Löcher in ihren Schädeln. Die Waffen der Imperialen glänzten ebenfalls, von Öl und regelmäßiger Säuberung, und es hatte den Anschein, als wären die vier gerade erst vom Fließband gestiegen.
Namir riss den Blick lange genug von den Soldaten los, um zu sehen, dass er mit dem Rücken vor einem Schaufenster voller Vid-Schirme stand. Kurz entschlossen hob er seinen Blaster, feuerte auf die Scheibe und kletterte dann zwischen den Scherben hindurch. Charmeur folgte ihm ohne Zögern. Der Laden würde ihnen nur kurz Deckung bieten – vielleicht auch gar keine, falls die Sturmtruppler noch einmal ihren Raketenwerfer einsetzten –, aber das war immer noch besser als nichts.
„Such nach einem Weg nach oben“, rief Hazram. Seine eigene Stimme klang weit entfernt und blechern in seinen Ohren, und erst jetzt fiel ihm auf, dass er die Blasterschüsse der Imperialen überhaupt nicht hören konnte. „Ich brauche Feuerunterstützung!“ Ohne nachzusehen, ob Charmeur seinem Befehl nachkam, kauerte er sich jenseits des Schaufensters zusammen, als die Feinde ihre Schussbahn korrigierten.
Gadren konnte er ebenfalls nicht sehen, dennoch wies er den Nichtmenschen an, in Position zu gehen – falls er noch lebte. Und falls sein Kommlink noch funktionierte. Anschließend legte er sein Gewehr an, gab zwei Schüsse in Richtung der Sturmtruppler ab und genoss den kurzen Moment, als der Feindbeschuss nachließ.
„Ich brauche hier Unterstützung, Brand“, grollte er in sein Komm. „Und zwar jetzt gleich.“
Falls ihm jemand antwortete, konnte er es zumindest nicht hören.
In diesem Augenblick erspähte er den Sturmtruppler mit dem Raketenwerfer. Der Soldat lud die Waffe gerade nach, was bedeutete, dass Namir maximal eine halbe Minute blieb, bevor der Laden über ihm einstürzen würde. Er feuerte ein paar überstürzte Schüsse ab, sah, wie einer der Imperialen zu Boden ging, aber er bezweifelte, dass das sein Verdienst war. Charmeur hatte wohl eine gute Schützenposition im Obergeschoss gefunden.
Damit waren noch drei Imperiale übrig. Einer von ihnen entfernte sich von der Gasse, während der andere seine Position beibehielt, um seinem Kameraden mit dem Raketenwerfer Feuerschutz zu geben. Namir feuerte auf den Soldaten, der sich auf die Straße hinausgewagt hatte, und er verzog seine Lippen zu einem grimmigen Lächeln, als der Weiß-Uniformierte ausrutschte und auf die Knie fiel. Es hatte etwas zutiefst Befriedigendes, zu sehen, wie ein perfekt gedrillter Sturmtruppler sich zum Narren machte. Hazrams Truppe passierte das häufig genug.
Eine ruckhafte Bewegung lenkte seine Aufmerksamkeit zurück auf den Soldaten mit dem Raketenwerfer. Gadren stand hinter ihm und hob ihn mit beiden Armpaaren hoch in die Luft. Der Imperiale wedelte wild mit den Armen, und seine Waffe fiel klappernd zu Boden. Die weiße Rüstung schien in den Händen des Nichtmenschen zu zerknittern, als würde Gadren eine Dose zusammendrücken. Das Stück Plane wurde ihm dabei von den...




