Frazier | Pike - Er wird dich retten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 262 Seiten

Reihe: Pike-Duett

Frazier Pike - Er wird dich retten


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1510-5
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 262 Seiten

Reihe: Pike-Duett

ISBN: 978-3-7363-1510-5
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie war Teil seines ausgeklügelten Racheplans. Doch sein Herz hatte andere Pläne ...

Als Auftragskiller Pike auf die junge Mickey traf, war sie für ihn die perfekte Ablenkung. Ohne Erinnerung, wer sie ist und woher sie kommt, war sie bereit, für ihren Schutz alles zu geben, was sie noch hatte. Doch während sie sich näherkamen, fand Pike heraus, dass ihre Leben stärker miteinander verbunden sind, als sie dachten. Und ohne es zu wissen wurde Mickey plötzlich zur Schlüsselfigur in Pikes Racheplan an seinem größten Feind. Er wollte sie benutzen, er wollte sie ausliefern und nie mehr wiedersehen. Doch je näher Pike seinem großen Traum kommt, desto stärker schleichen sich Gefühle in sein Herz, die er noch nie zuvor verspürt hat. Und Pike muss sich fragen, ob es auf der Welt vielleicht doch etwas gibt, das ihm wichtiger ist als seine eigene Genugtuung ...

'Pike wird euch verschlingen, euer Herz wird brechen, eure Gefühle werden euch umbringen. Dieses Buch hat alles, was ich an Dark Romance liebe!' REBEL READS

Band 2 des PIKE-Duets von USA-TODAY-Bestseller-Autorin T. M. Frazier

Frazier Pike - Er wird dich retten jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1


Mickey

Zeitreisen sind möglich.

Nicht die Sorte Zeitreisen per Fluxkompensator wie in Zurück in die Zukunft. Und auch nicht über Steinkreise wie in Outlander. Obwohl ich sogar mit meinem wissenschaftlichen und faktenorientierten Verstand immer noch Hoffnung auf Letzteres habe.

Aber sie existieren – nicht da draußen in der Welt, sondern in uns selbst.

Die Zeit ist eine nicht greifbare Maßeinheit, die den Stoff der Vergangenheit zusammenwebt zu einem sprichwörtlichen Quilt aus Erinnerungen, die die Zeitachse unseres Lebens darstellen.

Obwohl die Zeit selbst eine Konstante ist, kann sie in bestimmten Momenten auf Kriechgeschwindigkeit verlangsamen, oder sie kann fliegen wie ein dahinrasender Zug.

Emotionale Reaktionen können häufig Erinnerungen auslösen, die uns durch die Zeit reisen lassen, zu einem bestimmten Moment auf dem Flickenteppich unseres Lebens.

Der dann entweder definiert oder zerstört wird.

Die Forschung ist schon niedergeschrieben, aber keine Publikation zu dem Thema hätte mich je auf meine eigene Erfahrung mit Zeitreisen vorbereiten können.

Denn in einem Moment stehe ich noch im Lagerhaus des Vierten Reichs, unfähig zu glauben, was ich da vor meinen Augen sehe, und im nächsten befinde ich mich wieder in der Vergangenheit, im Van mit meiner Familie, und breche durch das Geländer in das kalte, dunkle Wasser. Nur dass kein Platschen zu hören ist, und die Kälte, die ich fühle, liegt nicht in meiner Umgebung, sondern in mir selbst, breitet sich in mir aus und lässt mich kalt werden bis ins Mark.

Plötzlich werde ich aus dem Van gerissen und liege wieder in Pikes Bett. Mein Körper wird warm, als er mich mit seiner Wärme einhüllt und an sich drückt. Ich will hier bleiben, an diesem Ort und in diesem Augenblick. Die Stoppeln an seinem Kinn kratzen leicht über meine Wange, und ich bin voller Reue, dass ich ihn je verlassen habe.

Pikes Arme lassen mich allzu schnell los, und ich falle zurück in die Kälte, doch dieses Mal liegt es an dem Wasser, das mir gerade von hinten über den Kopf geschüttet wurde. Ich sehe zu, wie meine drei jüngeren Schwestern zum Strand rennen, mit einem jetzt leeren Eimer und bei dem süßen Klang ihres kindlichen Gelächters. Sogar in der warmen Sonne kühlt der Wind das Wasser auf meiner Haut ab.

Ich schaudere.

Und weiter springe ich zu verschiedenen Augenblicken meiner ganz eigenen Zeitachse. Manche sind süß und warm. Andere herzzerreißend und kalt.

Einige Male finde ich mich in Momenten mit Pike wieder. Momente, die ich während der letzten paar Wochen durchlebt habe. Scheinbar nur eine kurze Zeitspanne, aber drei Wochen sind alles, was es brauchte, um mich in Pike zu verlieben. Drei Wochen, um mein Herz zu brechen. Drei Wochen, um einen Blick auf eine Art Leben zu werfen, das ich nie haben werde.

Denn ich tat, was ich für richtig hielt, indem ich meine Rachepläne und seine Sicherheit über die Möglichkeit stellte, bei ihm zu bleiben und ihn zu wählen.

Wenigstens hatte es sich damals so angefühlt, als würde ich ihn wählen, aber jetzt, wo ich Augenblicke aus meiner jüngsten Vergangenheit erneut durchlebe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob es wirklich das ist, was ich getan habe.

Rache ist seit nunmehr fünf Jahren das, was mich immer angetrieben hat. Wer bin ich ohne Rache?

Allein.

Das bin ich ohne Rache.

Doch in einem Augenblick, durch ein Ziehen an einem einzelnen Faden in meiner Zeitachse, hat sich der Plan geändert.

Der berühmte Physiker Leonard Susskind hat einmal gesagt: »Unvorhergesehene Überraschungen sind die Regel in der Wissenschaft, nicht die Ausnahme. Merke: Dinge passieren.«

Ich habe gelernt, mit Überraschungen zu rechnen, in meiner Forschung und sogar in meinem Leben, aber nichts – und damit meine ich: nichts – hätte mich auf diesen Moment vorbereiten können. Auf diese Überraschung.

Dass meine Schwester am Leben ist.

Der Gedanke bringt mich zurück in die Gegenwart, zurück zu der Wahrheit, die mir gerade durch die rostigen Gitterstäbe eines kleinen Käfigs entgegenstarrt.

Unvermittelt packt mich ein Anfall von Benommenheit und Verwirrung, gemischt mit einem Gefühl überwältigender Euphorie. Ich presse die Augen fest zu und zwinge die Aufregung, die in mir hochsteigt, nachzulassen, denn das kann nicht real sein.

Sie kann nicht real sein.

Das ist nur wieder eine Täuschung, Mickey.

Ich öffne die Augen und blinzele hektisch das Verschwommene weg. Sie ist immer noch da.

Meine Schwester ist am Leben.

M… Mi… Mickey? Kaum ein Krächzen. Mindys Mund formt die Worte erneut, lautlos, und sie legt sich die Hand an den Hals, um mir zu zeigen, dass sie nicht sprechen kann. Sie versucht es noch einmal, aber lautlos oder nicht, mein Name auf ihren Lippen treibt mir die Luft aus den Lungen.

Mindy drückt die Finger auf ihre rissigen, bebenden Lippen. Ihr Arm ist völlig verdreckt und übersät mit Blutergüssen in allen Farben, von Dunkelrot bis Gelb.

Ich knie mich hin, lehne mich vor und schließe die Hände um die kalten Gitterstäbe des Käfigs. Tränen laufen über meine Wangen. Wenn das nur wieder ein Hirngespinst meiner Einbildung ist, dann ist es ein wundervolles und zugleich schreckliches.

Zitternde Hände strecken sich nach mir aus. Mindy streicht mit einem schmutzigen, dünnen Finger über meinen Fingerknöchel und schnappt bei der Berührung nach Luft. Das Gefühl ihrer Berührung erhellt meine Sinne und macht mich kurz benommen. Schnell zieht sie die Hand wieder zurück, wie von einer offenen Flamme.

»Du bist es wirklich«, flüstere ich und betrachte diese neue, älter gewordene, aber gebrochene Version meiner Schwester. Ich versuche, die Tür aufzuziehen, aber sie ist verschlossen. Ich sehe mich um, nach einem Schlüssel oder etwas, um sie aufzubrechen, aber ich sehe nichts in meinem unmittelbaren Blickfeld. »Wir müssen dich hier rausholen«, sage ich.

Sie schüttelt den Kopf und weicht auf die andere Seite im Käfig zurück, als erwarte sie, dass ich so unwirklich bin, wie sie es jahrelang in meinem Leben war. Aber der Grund, wieso ich weiß, dass sie real ist, liegt nicht nur in ihrer Berührung, sondern in den unzähligen Malen, die ich mir meine Familie vorgestellt habe, sie heraufbeschworen habe wie Geister, damit sie vor mir stehen und mir in der einsamen Welt, die ich mir geschaffen habe, Gesellschaft leisten. Jedes Mal erschienen sie mir gleich. Gesund. Unversehrt.

Ganz und gar nicht wie das zerschmetterte menschliche Wesen in dem Käfig vor mir.

Meine Kehle fühlt sich dick und trocken vor unterdrücktem Schluchzen an. Ich trage die Last der Welt auf meinem Herzen, und ich fühle sie gegen meinen Brustkorb drücken und drohen, mein ohnehin schon zerbrechliches Herz zu zerquetschen. Wenn das hier irgendein Spiel ist – eine neue Art Nervenzusammenbruch, den ich noch nie zuvor hatte –, dann weiß ich nicht, wie ich darüber hinwegkommen kann.

»Was ist mit dir passiert?«, frage ich und versuche, meine Stimme so unbewegt zu halten, wie man es tun würde, wenn man ein verängstigtes Tier davon abhalten will, sich zu verstecken. »Wie ist es möglich, dass du hier bist?«

Tränen steigen in ihre rot geränderten Augen, und sie streicht sich eine dreckstarre Strähne aus dem Gesicht, die aber sofort wieder zurückfällt. Dann kriecht sie langsam vorwärts, bis wir uns Auge in Auge gegenüber sind. Sie riecht nach Kot und etwas Fauligem, aber das ist mir egal, denn sie ist real, und sie ist hier. Vorsichtig legt sie ihre Hände um meine, die die Gitterstäbe so fest umklammern, dass die Fingerknöchel weiß hervortreten. Wir beide atmen tief und bebend ein. Einen Moment lang bleibt sie still, aber danach betrachtet sie mich wieder von oben bis unten und blickt mir in die Augen.

Sie macht den Mund auf, um etwas zu sagen.

Doch sie kann die Worte nicht mehr aussprechen, denn das laute Krachen der aufschlagenden Tür erschreckt uns beide. Sie macht einen Satz rückwärts in die Ecke des Käfigs, als schwere Schritte über den Beton hallen. Sie zittert wie Espenlaub. Ich lege den Finger auf meine Lippen, und sie nickt. Langsam und leise krieche ich hinter den Käfig und verstecke mich hinter ein paar leeren Bierfässern.

Ein Spalt dazwischen verschafft mir ein kleines Blickfeld auf Percy und Darius, die nun näher kommen. »Was zur Hölle ist denn das, alter Mann?«, fragt Percy und macht eine Handbewegung zu dem Käfig, in dem meine Schwester so tut, als würde sie schlafen.

»Das ist ein Geschenk. Für deine Frau«, verkündet Darius stolz. »Von dir.«

Percy kratzt sich am kahl rasierten Schädel. »Okay, aber wieso?« Er zündet sich eine Zigarette an.

Darius wackelt mit dem Finger in Percys Richtung und geht dann in die Hocke, um seine Gefangene zu bewundern. »Weil sie es lieben wird. Weil es dich für sie zu einem Helden macht, wenn du ihr ein Leben schenkst. Du weißt ja, dass sie immer irgendetwas rettet. Verletzte Vögel, streunende Katzen. Jetzt ist sie damit nicht die Einzige. Jetzt bist du auch ein Retter und damit ansprechender. Liebenswert sogar. Ein perfektes Geschenk.«

»Und wozu das alles?«, fragt Percy und verschränkt die Arme.

Darius legt Percy die Hand auf die Schulter. »Du bist bald ein verheirateter Mann, und noch wichtiger, der künftige Führer des Reichs. Du musst in jeder Situation die Kontrolle ausüben. Du und Michaela kennt euch schon seit eurer...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.