E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Fraser Meine Affäre mit Dr. Ballantyne
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0793-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-0793-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ausgerechnet ihre ehemalige Affäre! Der attraktive Frauenarzt Leith Ballantyne ist der Einzige, an den Cassie sich wenden kann, als sie dringend einen Job in London sucht. Doch diesmal muss sie seiner verführerischen Anziehungskraft unbedingt widerstehen! Nur wie?
Anne wurde in Schottland geboren, ist aber in Südafrika aufgewachsen. Nachdem sie die Schule beendet hatte, kehrte Sie sie wieder an die Geburtsstätte ihrer Eltern, nach Schottland, zurück. Sie schloss dort eine Ausbildung als Krankenschwester ab, bevor sie auf die Universität ging, um englische Literatur zu studieren. Nach der Geburt ihres ersten Kindes, reisten sie und ihr Mann, ein Arzt, um die Welt und lebten unter anderem im ländlichen Afrika, in Australien und im Norden Kanadas. Anne arbeitete bis vor kurzem im Gesundheitswesen, sodass Sie keinen Mangel an medizinischen Szenen für ihre Bücher hat. Darüber hinaus kann Sie auf das Wissen ihres Mannes zurückgreifen, um sicherzustellen, dass alle medizinischen Details korrekt sind. Anne Fraser liebt es immer noch zu reisen und packt jede Gelegenheit neue Orte zu entdecken, um diese dann in ihren Büchern zu verwenden. Um sich zu entspannen, spielt sie Tennis, macht Yoga, geht Wandern und liebt es natürlich zu lesen.
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1. KAPITEL
Die afrikanische Mittagssonne brannte erbarmungslos, als Cassie ihren Koffer am Kai entlang schleppte.
Sie blieb kurz stehen, weil ihre Arme schmerzten, und sah auf. Das Schiff war riesig – viel größer, als sie es sich vorgestellt hatte. Gut, so gab es bestimmt genug Nischen, in die sie sich zurückziehen konnte. Dabei war es nicht so, dass sie keine Menschen mochte, sie war ganz einfach gern für sich.
Ein Mann stand an der Reling und telefonierte. Genau in dem Moment, in dem Cassie zu ihm aufsah, trafen sich ihre Blicke. Plötzlich drehte sich in ihrem Kopf alles, und die seltsamsten Gefühle wirbelten in ihrem Bauch herum.
Dabei sah er nicht einmal besonders gut aus – sie war schon mit deutlich attraktiveren Männern ausgegangen – aber seine Art, sich zu bewegen, das Lächeln, das seinen Mund umspielte, die kleinen Lachfältchen um seine Augen nahmen sie gefangen. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie geschworen, dass sie pure Lust spürte.
Als er den Kopf schräg legte und eine Augenbraue hochzog, errötete sie, weil sie ihn angestarrt hatte. Jetzt war ihr Gesicht bestimmt feuerrot. Na toll. Egal, wer er war, besser, sie ging ihm in den nächsten Wochen aus dem Weg.
Mitten auf der Gangway platzte plötzlich ihr vollgestopfter Koffer, der schon bessere Tage gesehen hatte, auf und verstreute T-Shirts, Kleider und selbst ihre Unterwäsche auf dem Weg. Entsetzt sah sie zu, wie eines ihrer Höschen aus Spitze und Seide über die Reling segelte, an einem Stück Metall hängen blieb und dort wie eine Art Spitzenflagge flatterte.
Beschämt angelte sie danach und wäre beinahe ins Wasser gefallen, hätte sie nicht jemand an seine breite, muskulöse Brust gezogen und festgehalten.
Für einen kurzen Augenblick genoss sie die Geborgenheit dieser Arme.
Wie lächerlich! Sie brauchte keinen Mann – niemanden – um sich sicher zu fühlen. Widerstrebend löste sie sich von dem Fremden und drehte sich um.
Irgendwie überraschte es sie gar nicht, dass der Mann, der sie davor bewahrt hatte, über Bord zu gehen, derselbe war, den sie kurz zuvor angestarrt hatte. Soviel zu ihrem Plan, ihm aus dem Weg zu gehen.
„Ich weiß, es ist heiß, aber ich würde davon abraten, hier am Schiff zur Abkühlung ins Wasser zu springen“, sagte er amüsiert.
Sein Akzent klang schottisch.
Als sie zu ihm aufsah, denn er war ein gutes Stück größer als sie, bemerkte sie entsetzt, dass er auch ihr Höschen gerettet hatte und das hauchdünne Stück Seide und Spitze in der Hand hielt.
„Ihres, oder?“, fragte er und grinste sie unverschämt an.
Ein toller Einstand, dachte Cassie verzweifelt, als sie bemerkte, wie neugierig sie beobachtet wurden. Und um alles noch schlimmer zu machen, blieb auch eine Gruppe Einheimischer stehen und deutete kichernd auf sie.
„Danke“, sagte Cassie steif und griff nach ihrer Unterwäsche. Musste er sie so hoch halten, damit alle sie sehen konnten?
Verlegen hockte sie sich hin, sammelte ihre verstreuten Habseligkeiten ein und stopfte sie hastig zurück in ihren Koffer.
Ihr Helfer – sie weigerte sich, ihn als Retter zu sehen; schließlich hatte er hauptsächlich ihre Unterwäsche gerettet – kniete sich ebenfalls auf der beengten Gangway hin, so nah, dass sie die Wärme spürte, die er ausstrahlte. So intensiv, dass es ihr den Atem raubte. Aber ihm auszuweichen, würde mit dem Bad enden, über das er gewitzelt hatte. Obwohl der Gedanke im Moment sehr verführerisch war.
„Ich komme schon zurecht“, sagte sie. „Sie haben sicher anderes zu tun.“
„Schon, aber das ist bei Weitem nicht so unterhaltsam.“
Empört sah sie zu ihm auf, und wieder lief ihr dieser seltsame Schauer über den Rücken. Schnell schob sie ihre restlichen Sachen in den Koffer, doch dann wurde ihr klar, dass sie ihn nicht schließen konnte, ohne dass er wieder aufplatzte, bevor sie ihre Kabine erreichte.
Scheinbar dachte er das Gleiche, denn er schloss ihren Koffer und klemmte ihn sich unter den Arm. „Deck und Kabinennummer?“, fragte er. „Ich nehme doch an, dass Sie die Schiffsbesatzung verstärken?“
Kurz musterte Cassie ihn. Er war groß, ungefähr 1,90, sein braunes Haar war von der Sonne aufgehellt, und die Mundwinkel seines breiten, vollen Mundes waren auf einer Seite weiter hochgezogen als auf der anderen. Seine Augen, ein außergewöhnliches Grün, zogen sie magisch an. Es kam ihr vor, als könnte er direkt in sie hineinsehen, all ihre Geheimnisse erkennen, und das gefiel ihr ganz und gar nicht.
Ihr wurde bewusst, dass er auf ihre Antwort wartete, denn er lächelte sie unsicher an. „Dr. Ross, Cassie Ross“, stellte sie sich vor und streckte ihm ihre Hand entgegen.
Sein Lächeln wurde breiter. „Dr. Leith Ballantyne. Willkommen auf dem Afrikanischen Hospitalschiff.“
Verdammt, er gehörte zu den Ärzten. Dadurch wurde es schwieriger, ihm aus dem Weg zu gehen. Aber mit etwas Glück verließ er das Schiff bald. Denn im Gegensatz zum Pflegepersonal, das mindestens drei Monate an Bord blieb, waren die meisten Ärzte anderswo fest angestellt und konnten, wie sie, nur ein paar Wochen ihrer Zeit zur Verfügung stellen.
Oben an der Gangway angekommen, griff sie nach ihrem Koffer. „Ich nehme ihn jetzt, wenn Sie nichts dagegen haben.“
„Ich bestehe darauf. Sie sind bestimmt müde von der Reise.“ Fragend zog er eine Augenbraue hoch. „London?“
„Ja“, antwortete sie kurz angebunden. Weil sie nicht unhöflich sein wollte, fügte sie hinzu: „Es kommt mir vor, als hätte ich England vor einer Ewigkeit verlassen. Und ich habe das Gefühl, als ob ich in den letzten zwei Tagen alle Transportmittel ausprobiert habe, die Afrika zu bieten hat. Es ist toll, endlich hier zu sein.“
„Es ist ein fantastisches Schiff mit einem wunderbaren Team.“
„Und ich freue mich schon darauf, heute Nachmittag loszulegen.“
„Die Arbeit geht für Sie erst morgen los.“ Ohne auf eine Antwort von ihr zu warten, ging er über einen engen Flur. Und weil er noch immer ihren Koffer trug, blieb ihr nichts anderes übrig, als ihm zu folgen.
„Nach einer kurzen Dusche bin ich startklar“, protestierte sie hinter ihm.
Er drehte sich zu ihr um. „Glauben Sie mir, Sie werden noch genug zu tun kriegen. Wie lange bleiben Sie eigentlich?“
„Nur etwas über zwei Wochen.“
„Dann genießen Sie die Ruhe, solange Sie können.“ Als er sie schief anlächelte, schien ihr der Atem zu stocken. Mühsam löste sie ihren Blick von ihm und hoffte, dass er ihre roten Wangen auf die Hitze schob.
„Essen wir später zusammen? Dann erkläre ich Ihnen, wie es hier so läuft“, sprach er weiter.
Sie war noch nicht einmal fünf Minuten hier und wurde bereits angebaggert. Normalerweise störte sie das nicht, aber etwas an Leith machte sie nervös.
„Ich würde lieber gleich anfangen“, antwortete sie steif.
Sofort verschwand seine lakonische Art. „Keine Chance. Ein müder Arzt ist ein gefährlicher Arzt. Sie dürfen erst arbeiten, wenn Sie eine Nacht geschlafen haben.“ Dann lächelte er wieder. „Also Abendessen? Es ist nicht gerade Haute Cuisine, aber es erfüllt seinen Zweck.“
Wer war er eigentlich, dass er ihr vorschreiben wollte, was sie tun konnte und was nicht? Empört wollte sie gerade etwas erwidern, als er um die Ecke bog und weiterging. Dann öffnete er die Tür zu ihrer winzigen Kabine und ließ ihren Koffer auf eine schmale Koje fallen. In der Enge war sie sich nur zu bewusst, wie nah er bei ihr stand.
„Danke, jetzt komme ich schon zurecht“, sagte sie hastig. „Wenn ich nicht arbeiten kann, überspringe ich das Essen einfach und gehe früh ins Bett. Wenn Sie mich entschuldigen, ich glaube, ich sollte die Duschen suchen.“
„Am Ende des Ganges.“ Als er auf sie zutrat, wich sie unwillkürlich zurück. Sie wollte ihm nicht noch näher kommen, ihr Puls raste ja jetzt schon. Das musste an der Hitze liegen.
Er grinste erneut, und seine dunkelgrünen Augen funkelten amüsiert, als hätte er ihre Reaktion auf ihn bemerkt und war nicht überrascht davon. „Wenn Sie doch mit mir essen möchten, finden Sie mich gegen neunzehn Uhr in der Kantine.“
Als er ging, schloss Cassie die Tür ihrer Kabine hinter ihm und ließ sich aufs Bett sinken. Wenn nur irgend möglich würde sie Dr. Leith Ballantyne aus dem Weg gehen.
Pfeifend kehrte Leith in seine Kabine zurück. Seit dem ersten Blick auf sie wusste er, dass sein Leben interessanter werden würde. Normalerweise bevorzugte er Frauen mit langen Haaren, aber Cassies kurzer, seidig glänzender, schwarzer Bob passte zu ihren herzförmigen, zarten Gesichtszügen.
Bis ihr Koffer ihre Habseligkeiten über die Gangway verteilte, hatte sie unwahrscheinlich kühl und sexy ausgesehen in ihrer weißen Bluse und der hellen Baumwollhose, die ihre Kurven dezent betonte. Und dann diese Augen! Ihr eisiger Blick, als sie ihn beim Starren erwischt hatte, hätte einen schwächeren Mann vernichtet, darum war es eine Überraschung gewesen, als sie errötete – aber eine sehr angenehme Überraschung.
Sie reizte ihn unglaublich. Einen Moment kühl und beinahe schüchtern – und nach Leiths Erfahrung waren Frauen, die wie Cassie aussahen, alles andere als schüchtern – lebhaft und entschlossen im nächsten.
Schade, dass sie nur ein paar Wochen an Bord blieb. Er hätte sich gern Zeit gelassen, um Dr. Cassie Ross kennenzulernen, aber wenn sie nur so kurz hier war, musste er sich beeilen.
Mit dem Arm wischte sich Cassie den...




