Fraser | Der Leuchtturm von Kinvara | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 324 Seiten

Reihe: Die große Schottland-Saga

Fraser Der Leuchtturm von Kinvara

Roman. Die große Schottland-Saga, Band 1 | Raue Emotionen und eine Inselgemeinde in den Stürmen der Zeit
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-951-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman. Die große Schottland-Saga, Band 1 | Raue Emotionen und eine Inselgemeinde in den Stürmen der Zeit

E-Book, Deutsch, Band 1, 324 Seiten

Reihe: Die große Schottland-Saga

ISBN: 978-3-98952-951-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine Jahrzehnte umspannende Schicksalssaga für Fans von Lia Scott und Nora Roberts: über die Geheimnisse einer kleinen Gemeinde an der Küste Schottlands, umgeben vom ewigen Lied der aufgewühlten See - und über einen Leuchtturmwärter, der zwischen Pflicht und Liebe zerrissen ist ... Die Insel Kinvara in den 1920er Jahren: Jedes Mal, wenn der junge Leuchtturmwärter Robert Sutherland, nach Hause zurückkehrt, hofft er auf ein Wunder. Doch seine Frau Hannah ist verbittert von der Einsamkeit und der Tragödie, die ihrem kleinen Sohn widerfahren ist. Die malerische Schönheit der Insel vermag sie nicht mehr zu sehen. So sehr sehnt Robert sich nach einer Berührung, nach einem Funken Wärme - doch was Hannah nicht geben vermag, verspürt Robert vom ersten Moment an, als er Morna begegnet. Jene rätselhaft schöne Frau, die seinem Bruder versprochen ist. Niemals darf er sie lieben ... Doch ihre Gefühle füreinander fegen wie ein Sturm durch die Inselgemeinde und damit verändert sich einfach alles ... »Romantik pur, ein starkes, authentisches Setting.« Scotsman »Eine spannende Handlung, glaubwürdige Charaktere und vor allem ein beeindruckendes Talent, Bilder der wilden Insellandschaften zu erwecken.« Aberdeen Evening Express Die große Schottland-Saga: Band 1: Der Leuchtturm von Kinvara Band 2: Die Frauen von Kinvara

Christine Marion Fraser (24. März 1938 - 22. November 2002) war eine schottische Bestsellerautorin. Sie wurde in Govan, Glasgow, geboren und wuchs in einem Mietshaus als achtes Kind eines Werftarbeiters und seiner Frau auf. Durch eine Erkrankung in der Kindheit war sie ihr Leben lang auf einen Rollstuhl angewiesen. 1978 erschien ihr erst Roman. Ihre schottischen Familiensagas wurden über dreieinhalb Millionen Mal verkauft. Ihr späteres Leben verbrachte sie mit ihrem Mann und ihrer Familie in Argyll. Bei dotbooks erscheint Christine Marion Frasers große Schottland-Saga mit den Romanen »Der Leuchtturm von Kinvara« und »Die Frauen von Kinvara«.
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Kapitel 1


Es war kalt da draußen auf dem Meer. Eine schneidende, bittere Kälte durchdrang die dicken Schichten Kleidung der drei Männer, die an der Reling des Ablöseboots standen. Ihre Gesichter wurden vom Dezemberwind gepeitscht, der unablässig über den Atlantik blies und den Wellen Schaumkronen aufsetzte.

Sie arbeiteten zu dritt auf dem Kinvara-Leuchtturm, der sich zwölf Seemeilen südwestlich von Calvost aus dem schiefergrauen Meer erhob und dessen Kuppel in einen grauen Himmel mit tiefhängenden Wolken ragte.

»Endlich fahren wir nach Hause, Jungs!«, rief Robert Sutherland, der stellvertretende Chef der Leuchtturmwärter. »Weihnachten feiern wir zu Hause!«

Weihnachten zu Hause! Das war ein wundervoller Gedanke, bei dem sich auf den wettergegerbten Gesichtern von Robs Kollegen ein Lächeln ausbreitete. Nach mehr als dreimonatiger Isolation auf dem Leuchtturm und Möwen und Seehunden als einzige Gesellschaft freuten sich die Männer über alle Maßen auf die kommenden Festtage.

Lange genug hatten sie auf diesen Augenblick gewartet, denn wegen Schlechtwetters hatte sich die Ankunft des Ablöseboots um drei Tage verzögert. Das öde, Wind und Wellen ausgesetzte Eiland, auf dem der Leuchtturm errichtet worden war, bestand aus nichts als schroffem Felsgestein, das sich auf eine beträchtliche Entfernung auch unter Wasser ausbreitete und auf diese Weise zu Untiefen und gefährlichen Strömungen führte, die selbst bei ruhiger See eine Landung schwierig machte. Also hatten die Wärter gewartet und waren sich auf die Nerven gegangen, während sich hohe, vom Westwind gepeitschte Wogen an den zerklüfteten Felsen brachen und die Gischt meterhoch sprühte.

Doch schließlich war das Boot gekommen und hatte für die Ablösemannschaft Vorräte mitgebracht. Sie musste Weihnachten und Neujahr ohne ihre Familien feiern. »Trinkt ein Glas auf mein Wohl!«, hatte Donnie »Hic« Gillespie zum Abschied gesagt. Sein sonst so rosiges fröhliches Gesicht hatte ziemlich traurig ausgesehen. »Hier gibt’s ja nur Tee und Kakao, wie ihr wisst, und damit kann kein Mann anständig feiern.«

»Da bin ich mir nicht so sicher. Es kommt ganz darauf an, was man sonst noch reintut«, hatte Mungo MacGill, der Chefleuchtturmwärter, mürrisch entgegnet, während er seine Frettchenaugen argwöhnisch zu Donnie Hic wandern ließ. Mungo misstraute Donnie Hic grundsätzlich. Die beiden kamen nicht miteinander aus. Einmal hatten sie während einer dreimonatigen Dienstzeit auf dem Eiland kein Wort miteinander gesprochen. Doch da Donnie Hic nicht nachtragend und ein von Natur aus fröhlicher Mann war, tat er Mungos Worte mit einem Schulterzucken ab, zwinkerte den anderen zu und ging die Treppe hinauf in die Küche, um den Kessel aufzusetzen.

Das Boot umrundete Kinvara Point und fuhr an der Küste von Mary’s Bay entlang. Robert Sutherland ließ die Reling los und starrte durch die wachsende Dämmerung an Land. Vielleicht konnte er etwas oder jemanden erkennen. Er wartete auf ein Zeichen, das ihm sagte, dass alles noch so wie vor seiner Abwesenheit sei – dass sich nichts während dieser langen Wochen verändert habe. Das tat er immer, wenn er nach Kinvara zurückkehrte, an die Küste, wo er seine Jugend verbracht hatte, zurück in die Mary’s Bay, die ihm so viel bedeutete – das kleine weiß getünchte Cottage auf dem Grasland unter dem Blanket Hill, die Hühner und Enten, die zwischen den Felsbrocken scharrten und pickten, und die Hunde, die tobend am Ufer und ins Wasser rannten.

Und Morna Jean, seine geliebte Morna Jean, die auf ihn wartete, um ihn willkommen zu heißen. Sein Herz machte einen Sprung. Das war sicher eine Rauchfahne, die er von dem winzigen weißen Haus dort aufsteigen sah ... und er hörte eine Glocke, deren Klang weit über das Wasser trug.

Morna hatte das Boot gesehen, sie wusste, dass er heimkam, und sie gab ihm ein Zeichen. Weiter ließ er den Blick nicht wandern, er wollte das letzte Haus, Keeper's Row Nr. 6, nicht sehen, denn da würde sich nichts geändert haben, alles würde wie immer sein – vielleicht sogar schlimmer ...

Und auch ein Weiterschweifen seiner Gedanken erlaubte er sich nicht. Der Old Harbour von Calvost kam näher, seine Umrisse wurden im Zwielicht des Spätnachmittags deutlicher. Bald legte das Boot an, und die Männer gingen an Land. Sie freuten sich, ihre Füße wieder auf vertrauten Boden setzen zu können. Der Wind nahm an Stärke zu, er peitschte die See hinter dem Hafen und krönte die Wellen mit cremigem Schaum, ehe sie sich an den zerklüfteten Riffs vor dem Kinvara Point brachen.

»Jetzt schau dir das mal an«, sagte Jock Morgan mit einer Kopfbewegung in Richtung Meer. Er wurde auch Big Morgan genannt, weil er so hochgewachsen und stattlich war. »Es wird einen Sturm geben. Ich bin froh, dass ich heute Nacht nicht auf dem Felsen da draußen bin.«

In der Ferne blinkte der Kinvara-Leuchtturm, ein Signalfeuer im grauen Zwielicht, ein einsames Lebenszeichen mitten im Ozean.

Moggy John MacPhee, auf den sechs Kinder in der Keeper's Row Nr. 3 warteten, schüttelte den Kopf mit den struppigen roten Haaren und grinste. »Armer alter Donnie Hic, er muss Weihnachten mit dem Stänkerer Mungo verbringen. Aber wie ich Donnie kenne, hat er irgendwo eine Flasche Whisky versteckt.«

»Ja. Und Jimmy wird sie mit seinen Songs unterhalten«, meinte Big Morgan.

»Und sie damit vielleicht in den Wahnsinn treiben«, bemerkte Rob trocken. »Er singt immer nur dasselbe, und wenn er getrunken hat, wird’s noch schlimmer.«

»Wenigstens ist er ein fröhlicher Kerl«, sagte Moggy John und rieb die Hände aneinander. »Kommt, wir wollen nach Hause gehen. Cathie kann es sicher kaum erwarten, mir den ganzen Klatsch zu erzählen. Monatelang spart sie sich ihre Geschichten auf, doch kaum habe ich einen Fuß über die Schwelle gesetzt, überschüttet sie mich damit. Und die Kinder liegen mir mit ihren Geschichten über Weihnachten in den Ohren. Nach der Einsamkeit auf Kinvara ist es schwer für einen Mann, eine so große Familie zu ertragen.«

»Wie man sich bettet, so liegt man«, entgegnete Jock Morgan grinsend. »Und du hast ja wohl ein warmes weiches Bett, denn deine Sprösslinge sind der Beweis dafür.«

Moggy John zuckte mit den Schultern. »Irgendwie muss ein Mann doch die langen Winterabende rumbringen, und wenn ich so lange von Cathie getrennt bin, finde ich sie bei meiner Heimkehr umso hübscher und habe Lust, mit ihr zu schmusen. Uns blieb nie viel Zeit dafür, und so wurde eben ein Kind nach dem anderen geboren.«

Jock nickte. »Ja, ja. Wie’s Brezelbacken, nur dass man nicht weiß, ob sie alle aus demselben Teig sind, wenn sie schön knusprig daliegen. Deine Mutter hätte dich Casanova nennen sollen, aber da konnte sie ja noch nicht wissen, dass du dich manchmal wie ein streunender Kater aufführst.«

Moggy John ballte die Fäuste und wünschte sich zum x-ten Mal, Big Morgan in seine zerfurchte Fresse zu schlagen, aber er wusste, dass er es trotz seiner Behändigkeit nie mit dem größeren Mann aufnehmen konnte. Also begnügte er sich mit einem gemurmelten Fluch und trat nach einer streunenden Katze, die das Unglück hatte, seinen Weg zu kreuzen.

Jock Morgan brüllte vor Lachen und legte seine Pranke auf Moggy Johns Schulter. »Mach nicht so ein finsteres Gesicht, Moggy! Ich bin doch nur neidisch, weil du in ein paar Jahren mehr Kinder gezeugt hast, als ich es in meinem ganzen Leben tun werde. Janet und ich haben nur eins und hätten gern noch ein Dutzend, aber so glücklich werden wir nie sein.«

Moggy John konnte Big Morgan nie lange böse sein. Seine Wut verrauchte. Fröhlich schwatzend gingen die drei auf die Lichter der Häuser in Keeper's Row zu. Sie lachten und machten Witze, als plötzlich wie aus dem Nichts eine schattenhafte Gestalt auftauchte. Alle drei schraken zusammen.

»Johnny Lonely! Leck mich!«, schimpfte Big Morgan. »Kannst du dich nicht wie ein normaler Mensch benehmen, anstatt wie ein Geist durch die Nacht zu schleichen?«

Der Angesprochene antwortete nicht. Er stand nur stumm da und starrte die Männer lange schweigend an, ehe er ebenso abrupt und geräuschlos wieder verschwand.

»Gütiger Himmel!«, explodierte Moggy John. »Wenn ich diesen Kerl sehe, überläuft es mich eiskalt. Er hat eine Art, einen anzustarren! Ich möchte mal wissen, was sich in seinem Kopf abspielt.«

»Wahrscheinlich mehr, als wir ahnen«, sagte Rob langsam. »Er sieht alles, was hier passiert. Und er weiß mehr über die Leute als wir drei zusammen.«

»Ja, er könnte schon ein paar Geschichten erzählen«, pflichtete Moggy John mit einem unguten Gefühl bei. Sollte Cathie jemals gewisse Dinge über ihn herausfinden, würde sie ihn zum Teufel jagen. Dann wäre es mit seinen »Streunernächten«, wie sie seine Zechtouren mit seinen Kumpeln lachend nannte, vorbei, dann müsste er diese kleinen Vergnügen, die Würze in sein Leben brachten, aufgeben, dachte er bestürzt.

»Na ja, so lange er sein Wissen für sich behält, kann er niemandem schaden«, meinte Big Morgan nachdenklich und warf seinem Kollegen einen vielsagenden Blick zu.

Dem stimmte Moggy John aus vollem Herzen zu, den Blick hatte er nicht bemerkt, aber Rob Sutherland schwieg. Er fragte sich nur, wie viel Johnny Lonely wirklich wusste. Johnny war ein...



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