Franzen | Die Comanchen | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 114 Seiten

Franzen Die Comanchen

Krieger der südlichen Plains
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7575-9781-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Krieger der südlichen Plains

E-Book, Deutsch, 114 Seiten

ISBN: 978-3-7575-9781-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Comanchen wanderten einst über Alaska in den nordamerikanischen Kontinent ein und entwickelten sich zur stärksten indianischen Reiternation auf den südlichen Plains Nordamerikas. Sie kämpften gegen ihre indianischen Gegner sowie gegen die Spanier, Mexikaner, Texaner und U.S.-Amerikaner und verteidigten dabei erfolgreich ihre Heimat gegen die weißen Eindringlinge. In seinem Buch verfolgt der Autor die Geschichte der Comanchen von ihrer Urgeschichte bis hin zu ihrer Wandlung hin zu den erfolgreichsten und besten Reiter, die die nordamerikanischen Plains je gesehen hatten, wobei sie ihre Heimat und ihre Lebensweise vor dem Weißen Mann zu verteidigen versuchten.

Michael Franzen, geboren 1965 in Böken, Schleswig-Holstein. Hauptschulabschluss. Gelernter Einzelhandelskaufmann und Werkzeugmechaniker. Seit der Jugendzeit Beschäftigung mit der amerikanischen Pioniergeschichte und seit 2017 freischaffender Autor. Zahlreiche Publikationen zum Thema Wilder Westen.
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Herkunft und Lebensweise


Die ursprünglichen Wurzeln der als Comanchen bekannt gewordenen Stammesgruppen reichen weit in die Vergangenheit zurück, bis in jene Zeit, als die ersten Amerikaner, aus denen die späteren Indianervölker hervorgingen, nach Nordamerika hin einwanderten. Dieses geschah während der letzten Eiszeit (Glazial), die dafür sorgte, dass der Meeresspiegel rund 130 m tiefer lag, als er es heute tut und damit eine feste Landbrücke bildete, auf der die ersten vorzeitlichen Menschen in mindestens drei Wellen von Sibirien aus nach Alaska hin einwanderten. Diese Wanderung begann vor ca. 25.000 Jahren, pausierte dann einige tausend Jahre lang und erfolgte dann, vermutlich zwischen 15.000 und 7.000 Jahren v. Chr., weiter nach Alaska hinein, wobei sie vor ca. 5.000 Jahren v. Chr. im vollen Gange war (Clovis First). Laut neuesten Forschungsergebnissen wanderten die ersten Amerikaner jedoch vor mindestens 30.000 Jahren von Afrika aus nach Südamerika nach Amazonien ein und widerlegen somit die Clovis-First-Theorie, bei der die ersten Menschen über die Beringstraße in den nordamerikanischen Kontinent einwanderten. Es kam zu einer Völkerwanderung über den gesamten amerikanischen Kontinent, die tatsächlich noch bis in das 19. Jahrhundert hinein anhielt.

Diese ersten Menschen, die zumindest den aufrechten Gang beherrschten, in sozialen Gruppen lebten, eine Sprache hatten und die grundlegenden Kenntnisse im Umgang mit Waffen, Werkzeugen sowie dem Feuer besaßen, zogen beständig weiter in die freundlicheren, wärmeren Zonen des Kontinents, durch Nord- und Mittelamerika hindurch bis hinunter nach Südamerika. Bewaffnet mit Keulen, Speeren sowie Pfeil und Bogen und bekleidet mit Tierfellen, gingen diese kleinen, zähen Menschen auf die Jagd, ernährten sich in der Hauptsache vom Fleisch ihrer erlegten Tiere, dem Fischfang und dem Verzehr von Wurzeln, Samen, Beeren und Früchten. Trotz ihrer gemeinsamen Herkunft waren diese vorzeitlichen, nomadisierenden Indianer in kleineren verstreut lebenden und räuberischen Gruppen aufgesplittet, die bedingt durch ihre isolierte Lebensweise und durch ihre körperliche sowie kulturelle Inzucht eine erstaunlich große Anzahl von indianischen Völkern bildeten. Sie waren zäh, verfügten über einen gewissen Intelligenzgrad und waren tapfere Menschen, die sich den rauen Umweltbedingungen ihrer neuen Heimat perfekt anzupassen verstanden. Erst sehr viel später schlossen sich diese kleinen Clans zu größeren Banden und danach zu Stammesverbänden zusammen. So gab es um Christi Geburt herum bereits Hunderte verschiedene indianische Völker, die auf dem gesamten amerikanischen Kontinent beheimatet waren, lange bevor die ersten Europäer dort einen Fuß an Land setzten. Dieses geschah tatsächlich lange vor Christoph Columbus (14511506), nämlich um das Jahr 1.000 n. Chr. herum, als der Wikinger Leif Eriksson (* um 9591020 n. Chr.), als erster Europäer den nordamerikanischen Boden betrat und das sehr wahrscheinlich auf Neufundland.

Rund 30 Jahre, nachdem die Spanier unter Hernán Cortés (1485–1547) darangingen, das Reich der Azteken im heutigen Mexiko zu zerstören, begannen jene Indianer, die später als Comanchen bekannt wurden, zu Fuß in das Gebiet des heutigen Bundesstaates Wyoming, mit seinen fruchtbaren, grünen Tälern, den zerklüfteten Canyons und den schneebedeckten Gipfeln östlich der Rocky Mountains zu ziehen. Als Jäger und Sammler durchstreiften sie das Land nach Kleinwild, welches mit Speeren sowie Pfeil und Bogen erlegt wurde. Aus Tierknochen und behauenen Steinen wurden Pfeil- und Speerspitzen, Beile, Keulen sowie Messer, aus den gegerbten Häuten Kleidung und Behausungen hergestellt. Aus anderen tierischen Materialien wurden all die anderen Dinge des täglichen Lebens, wie Felltrommeln, Flöten, Wasserbehälter, Ahlen, Bohrer, Nähgarn, Taschen, Schaber, Farben, Riemen, Rasseln und viele andere Bedarfsgegenstände hergestellt, wobei sich die Techniken zur Anfertigung dieser Gegenstände über die Jahrtausende hinweg, seit ihrem Auszug aus Asien, kaum noch veränderten. Diese frühen Comanchen nannten sich schlicht Ne´me´ne, was übersetzt „Volk” bedeutet. Das Wort ne´m bedeutet „Mensch” und entstammt dem alten uto-aztekischen Dialekt. Es war ein Name, der von den meisten indianischen Stämmen für sich alleine in Anspruch genommen wurde, da jede Gruppierung sich nach der Ankunft in der Neuen Welt für einzigartig hielt. Nicht so sehr im menschlichen, sondern eher im kulturellen und sprachlichen Sinne innerhalb einer Gemeinschaft, die den gleichen Lebensstil pflegte, dieselbe Weltanschauung teilte und die ihre eigenen Rituale und Tabus befolgte, wobei die Ne´me´ne glaubten, alle anderen Menschen wären „nicht so ganz Mensch” wie sie selbst gewesen. Das galt aus der Sichtweise anderer Stämme zu den Comanchen sowie untereinander jedoch genauso, ohne dass sie dabei rassistisches Gedankengut verbreitet oder gepflegt hätten, wie es z. B. die Nationalsozialisten im Dritten Reich zum Schaden der Menschheit getan hatten:

Wir sind das „Volk” und ihr, die anderen, werdet von uns zwar auch als Menschen angesehen und respektiert, aber wir sind das einzige, wahre „Volk” und da ihr anders und nicht so seid, wie wir, bleiben wir lieber unter uns”,

könnte man diese (nationale) Lebenseinstellung, bedingt durch die Jahrtausende alte Isolation der Indianergruppen zueinander, in etwa übersetzen. Eine Verschmelzung der unterschiedlichen indianischen Stämme fand demzufolge nicht statt und wurde anders als bei den Völkern in der alten Welt, in Europa, mit all seinen positiven aber auch negativen Begleiterscheinungen, auch nicht angestrebt. Daher wurden die Comanchen von den anderen Indianerstämmen auch nicht Ne´me´ne oder „Volk” genannt, denn das waren sie ja bereits selbst, sondern z. B. von den Cheyenne als: Shishin-ohto-kit-ahn-ay-oh betitelt, was übersetzt soviel wie „Schlangenvolk” bedeutet. Von den siouanisch-sprechenden Stämmen wurden sie als Pa-du-cah bezeichnet, während die athabaskisch sprechenden Indianer, wie z. B. die Apachen, ihnen den Namen Idahi = „Schlangen” gaben. Die in Wyoming lebenden Shoshonie werden auch heute noch als „Schlangen-Indianer” betitelt, wobei die Comanchen kulturell und sprachlich mit ihnen verwandt waren, bevor sie sich endgültig von ihnen abgespaltet hatten. Das Bergvolk der Ute gab ihnen den Namen Koh-mats = „Feinde, die uns immer bekämpfen wollen.” Aus diesen Koh-mats oder Ki-mantsi leiteten die Spanier schließlich das Wort Comanchen ab, jener Name, unter dem diese Stammesgruppen am Ende schließlich bekannt und gefürchtet wurden.

Anders als andere Indianerstämme besaßen die Comanchen nur sehr wenige Legenden oder Folklore, wobei sie glaubten, dass ihre Abstammung einer „magischen Paarung” aller Tiere entspränge, wobei sie den Wolf und dessen Verwandten, den Kojoten, verehrten. Da letzterer mit dem Hund verwandt war, aßen sie demzufolge auch kein Hundefleisch. Als ehemalige Bergbewohner waren sie kleiner, gedungener und dunkelhäutiger als die Indianer des Ostens oder die der Plains und durch ihren muskulösen Körper, gepaart mit den kurzen Beinen, waren sie für ein Leben in den Bergen geradezu prädestiniert, lange bevor sie begannen in die Plainsgebiete zu ziehen. Während die Männer selten größer als 1,65 m wurden, lag die Durchschnittsgröße ihrer Frauen um die 1,50 m herum. Sie besaßen schwarze oder tiefbraune Augen, glattes schwarzes Haar, eine runde Kopfform, ein breites, grobes und massives Gesicht und einen für die Indianer typisch großen Brustumfang. Sie ernährten sich, wie bereits erwähnt, von Kleinwild und Vögeln, die mit Fell oder Federkleid über dem Feuer geröstet wurden. Wenn der Hunger in ihren Mägen wütete, aßen die Nemene jedoch auch Fische, Geflügel, Eidechsen, Schildkröten und Raupen. Größeres Wild, wie die flinken Hirsche, mächtigen Elche oder gefährliche Bären wurden hingegen nur selten erlegt, und wie bei anderen Indianerstämmen auch, erfolgte die Jagd auf den Bison anfänglich noch zu Fuß. Im Gegensatz zu den „modernen Indianern”, die den Bison zu Pferd jagten, mussten die Indianer früherer Tage, so auch die Comanchen, die noch nicht in den Besitz von Pferden gelangt waren, andere Jagdmethoden entwickeln, um die gehörnten Vierbeiner zu erlegen. Eine der ältesten Jagdmethoden war es dabei, die Bisons einzukreisen. Dazu bildeten die Jäger eine Menschenkette, die um eine kleine, von der Hauptherde abgetrennte, Gruppe Bisons immer enger geschlossen wurde, bevor die Tiere erlegt wurden. Dabei bestand die stetige Gefahr, dass die Bisons aus diesem Menschenring ausbrachen und ihre Häscher dabei unter ihren donnernden Hufen zu Tode trampelten. Zwar hat der Bison ein eher schlechtes Sehvermögen, doch dafür waren sein Geruchs- und Gehörsinn umso besser ausgeprägt, sodass sich die indianischen Jäger gegen den Wind anschleichen mussten, um bei der Jagd erfolgreich zu sein. Eine weitere...



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