E-Book, Deutsch, 180 Seiten
Frank Gesellschaftsspiele...
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-1699-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebe, Lust und Mord im Schwulenmilieu
E-Book, Deutsch, 180 Seiten
ISBN: 978-3-7412-1699-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Autor lebt seit über dreißig Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Es ist nicht der erste Roman aus dem Milieu, den er veröffentlicht. Er selbst weiß auch was es heißt, im Milieu zu lieben, aber in einer "normalen Ehe" gefangen zu sein. Auch er musste so manche Hürde nehmen und viele in den Weg gelegte Steine entfernen, bis er endlich "frei" leben konnte.
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Langsam bog der Wagen von der Autobahn kommend in den Parkplatz ein. Der Fahrer steuerte sein Auto in eine Parkbucht unter einer Laterne. Er stellte den Motor ab, lehnte sich kurz zurück, fasste sich mit beiden Händen ins Gesicht, schüttelte den Kopf, griff mit der linken Hand zur Tür, öffnete diese und stieg elegant aus dem Wagen.
Er war alleine.
Weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen. Es herrschte unheimliche Stille, nur das
Rauschen der vorbei eilenden Autos war wage zu vernehmen. Es war eine kühle, aber immer noch angenehme Sommernacht. Einige Mücken und Falter umkreisten die Laterne unter der Lutz stand und sich eben eine Zigarette aus der Schachtel zog und in den Mund steckte. Er zündete sie jedoch nicht an, er war eben dabei sich das Rauchen abzugewöhnen. Er hatte es Tanja – seiner Frau – versprochen es wenigstens zu probieren.
Lutz von Wallersee zu Rabenstein ist der letzte Spross einer alten ehrwürdigen Adelsfamilie und ihm fällt es zu für einen Erben zu sorgen damit der Besitz weiterhin in seiner Familie bleibt und nicht an die lauernde Verwandtschaft fällt.
Lutz war schon am frühen Morgen aufgestanden, ohne Frühstück unternahm er einen Ritt durch den Park hinaus zu den Koppeln und versuchte den Kopf frei zu bekommen – frei von dem Zwiespalt indem er sich seit einiger Zeit befand. Es wollte aber nicht gelingen.
Nach dem Ausritt traf er sich kurz mit Tanja, versuchte ihr nochmals klarzumachen dass er heute wirklich keine Zeit zur Lösung ihrer Probleme – Tanja bereitet eine Ausstellung heimischer Maler vor – habe, da er dringende Geschäfte in Salzburg erledigen musste.
„Nie hast du für mich Zeit, immer bin ich nur auf mich gestellt, du siehst gar nicht wie viel Arbeit in der Vorbereitung steckt“ beklagte sie sich. Er nahm sie in seinen Arm, drückte sie an sich, strich ihr über das duftende platinblonde Haar, zog dann ihr Gesicht zu sich heran und küsste sie sanft auf die Stirn.
„Ich verstehe dich ja, aber du weißt dass ich es nicht aufschieben kann ist dass ich nach Salzburg fahre um die Versteigerung der Fohlen zu organisieren. Im Gegensatz zu deiner Arbeit leben wir von meiner.“
Noch während er seiner Frau einen Kuss gab gingen ihm die Gedanken durch den Kopf dass er eigentlich gar nichts für sie empfindet. Der Kuss ist belanglos, der an ihn gedrückte Körper erregt ihn nicht, den Duft der Haut den Tanja verströmt, empfindet er nur als angenehm. Gefühle, nein, Gefühle hat er keine für sie, hatte er noch nie. Nur die Familienpflicht hatte ihn zu dieser Heirat getrieben. Ein großer Fehler, das wusste er von Anfang an. Aber wie sagt man so schön dachte er damals, „Adel verpflichtet“.
„Ja mein Liebster, ich verstehe es und lasse dich auch fahren.“
Sie löste sich aus seiner Umarmung, gab ihm nochmals einen Kuss und fragte noch wann er wieder zurück sein werde.
„Heute nicht mehr, wahrscheinlich morgen Abend, spätestens aber Übermorgen.“
„Fahr langsam und ruf mich abends bitte an“. Sie lächelte, drehte sich um und verschwand im Garten.
Lutz stieg die breiten Steinstufen zum Eingang des Schlosses hinauf, sah nochmals zurück um dann eilig die breite Wendeltreppe zum Obergeschoss hinauf zu laufen und im Badezimmer zu verschwinden.
Er streifte das verschwitzte rote T-Shirt über den Kopf, schüttelte sein Haare auf, öffnete den Verschluss der Reithose und zwängte sich aus dieser Enge heraus. Er warf sie unachtsam in die Ecke – das Personal sollte auch seine Arbeit haben - stellte sich vor den großen Spiegel, betrachtete seinen nackten Body, stellte zufrieden fest, dass man ihm die Fünfzig noch nicht ansah. Noch war nur ein kleiner Bauchansatz zu sehen, ansonsten wurde die von der Sonne gebräunte Haut durch unzählige Muskeln gestrafft. Der leichte Pelz auf seiner Brust rundete das Bild ab. Lange Beine, ausgeprägte Waden und straffe Schenkel zeugten von der sportlichen Betätigung und zwischen den Beinen zeigte sich ein nicht zu übersehender Schwanz mit großen Eiern, die rasiert und geil aussahen.
Er betrachte sich noch immer im Spiegel, lächelte seinem markanten Spiegelbild entgegen und beschloss sich nicht zu rasieren, sondern seinen Dreitagebart zu pflegen und trat unter die Dusche.
Das Wasser lief über seinen Körper. Lutz genoss voll die wohlige Wärme die seinen Körper durchflutete, schloss die Augen und ließ seine Gedanken abschweifen. Weit ganz weit weg.
Er griff dann doch nach dem Duschgel und langsam begann er seinen Körper damit einzureiben.
Als seine Hand zwischen seine Beine glitt, spürte er das Zucken in den Lenden, er bemerkte sofort dass sich seine Brustwarzen härteten und sein Penis im Begriff war sich ebenfalls zu festigen. Er hielt mit dem Einseifen inne, ließ seine Gedanken erneut an den vorherigen Ort gleiten ließ die Hand noch kurz an seinem Schaft verweilen, und dachte an die Stunden in denen eine andere Hand diese Wohlgefühle verbreitete und ihm mehr als nur Geilheit verschaffte. Es war etwas ganz anderes, etwas noch nie dagewesenes, etwas Einmaliges.
Jetzt steht er hier mit der Zigarette im Mund auf der Fahrt von Timmendorf nach Salzburg Mutterseelen alleine auf dem Autobahnparkplatz und lässt seinen Tag Revue passieren.
Er ist so vertieft in seine Gedanken dass er es gar nicht wahrnimmt als er sich unbewusst die Zigarette anzündet und gierig den Rauch inhaliert. Jetzt nachdem er es merkt, genießt er das eigentlich Verbotene. Er liebt seit einiger Zeit mehr oder weniger immer das Verbotene. Ein schöner, ein warmer Gedanke ans Verbotene entwickelt sich langsam in seinem Gehirn und lässt ihn wie in einen Zauber versinken.
Plötzlich reißen ihn zwei Lichtkegel eines herannahenden Autos, das den Parkplatz nach einem geeigneten Halteplatz absucht aus seinen Gedanken.
Nicht weit neben seinem Jaguar kommt der andere Wagen zum Stillstand. Die Scheinwerfer erlöschen und wieder herrscht diese Ruhe. Die Türen des angekommenen mehr vom Rost zusammengehaltenen Autos bleiben geschlossen. Lutz kann nur eine Person erkennen, die den Kopf in den Nacken gelegt hat und sich mit den Händen das Gesicht bedeckt.
Lutz schnippt seine Zigarette weg, schaut zum Himmel auf, nimmt die Sterne jedoch nicht eigentlich wahr, verschwendete noch schnell einen Gedanken an die Auktion der Pferde und beschließt weiter zufahren.
Vorher will er noch schnell den Toilettenraum aufzusuchen um sich zu erleichtern. Er geht mit raschen Schritten zum Pissoir. Drückt die Tür auf und verschwindet kurz darauf in dem grell erleuchteten nach Urin stinkenden Raum.
Gerade als er dort vor dem Becken steht hört er Schritte von draußen auf die Tür zukommen. Diese öffnet sich und ein junger Mann, Anfang dreißig - mehr kann er aus den Augenwinkel heraus nicht feststellen - stellt sich breitbeinig neben ihn, öffnet den Hosenschlitz und den obersten Knopf seiner zu eng sitzenden Jeans, zieht den Bund auseinander, drückt den Slip nach unten, greift nach seinem Schwanz und beginnt in einer sehr entspannten Art zu urinieren.
Lutz steht ganz still, er kann nicht pissen wenn jemand neben ihm steht - konnte es noch nie -, also wartet er darauf dass der junge Mann in der hellen ausgewaschenen Jeans endlich fertig wird um ihn dann wieder alleine zu lassen.
Doch der Kerl denkt gar nicht daran sein Gemächt wieder einzupacken. Er steht mit etwas zurückgebogenen Oberkörper vor dem Becken und dreht langsam den Kopf zu Lutz. Mit einem Lächeln im Gesicht stiert er auf dessen Penis.
„Geht wohl nicht wenn dir jemand zusieht oder?“ fragt er. Lutz ist total verdattert dass er von diesem Schnösel angesprochen wird, schüttelt den Kopf, packt unverrichteter Dinge seinen Schwanz wieder ein, zieht den Zip hoch und dreht sich um.
Dabei fällt sein Blick auf die untere Hälfte des jungen Mannes. Er sieht dessen erigiertes Glied dessen Vorhaut die dieser ganz sanft hin und her bewegt.
Einen Moment zu lange verharrt Lutz in seiner Bewegung. Der Fremde dreht sich zu Lutz und fragt:
„Hast du Lust auf eine schnelle Nummer oder soll ich dir einen blasen?“
Lutz blickt dem Jüngling ins Gesicht. Er sieht eine wohlgeformte Nase, einen sinnlichen Mund mit leicht geöffneten Lippen, strahlend weißen Zähnen, Lachfältchen um die dunklen Augen die von ebenmäßigen dunkelblonden Augenbrauen gekrönt werden. Er sieht die langen dunklen Wimpern als der Junge seine Augen langsam schließt und wieder öffnet. Der dunkle Teint erinnert an Solarium und am linken Ohr blitzt ein kleiner Ohrstecker mit einem funkelnden Stein.
Lutz gibt keine Antwort, verlässt fast fluchtartig die WC-Anlage und eilt zu seinem Auto.
Nervös sucht er nach den Autoschlüsseln, findet sie endlich will die Türe öffnen, aber die sanfte einfühlsame Stimme des jungen Mannes hinter ihm tut ihre Wirkung. Langsam, ganz langsam dreht er sich um, hält den Schlüssel in der einen Hand, steckt die andere in seinen Hosensack und blickt erneut in tiefe dunkle Augen.
„Verzeih mir, ich wollte dich nicht erschrecken, es tut mir leid, aber ich dachte, du alleine auf dem Parkplatz, eine Zigarette im Mund, wartend, dann der Gang zur Toilette, alles so wie es einer macht der Kontakt sucht.
Du weißt wohl nicht dass du hier auf einem Schwulenparkplatz stehst oder?“ fragt ihn die einschmeichelnde Stimme.
"Wie gesagt, tut mir wirklich und aufrichtig leid dich angemacht zu haben, ich hoffe du kannst mir verzeihen."
„Schon gut“ gibt Lutz zurück, „ich weiß im Moment auch nicht wie mir geschieht, mich hat so direkt noch nie jemand angemacht wie du“.
„Was heißt hier so direkt angemacht, anders angemacht hat man dich also schon.“
„Nein, nicht oder“ Lutz kommt nun ganz schön ins...




