Frank | Dr. Stefan Frank 2817 | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2817, 64 Seiten

Reihe: Dr. Stefan Frank

Frank Dr. Stefan Frank 2817

Grenzenloser Ehrgeiz
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-8126-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Grenzenloser Ehrgeiz

E-Book, Deutsch, Band 2817, 64 Seiten

Reihe: Dr. Stefan Frank

ISBN: 978-3-7517-8126-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ihr Job ist alles, was Annalena Rensmann interessiert, denn nichts will die junge Journalistin mehr als endlich den begehrten Posten der Chefredakteurin der renommierten Zeitschrift 'Welt der Frau'. Oft schon hat ihr Chef ihr signalisiert, dass er sie sich als seine Nachfolgerin vorstellen kann, weiß er doch um Annalenas unbedingten Einsatzwillen, ihr Talent und nicht zuletzt ihre Beliebtheit bei den Leserinnen. Annalena, die von klein auf als Mädchen im Vergleich zu ihren älteren Brüdern von ihren Eltern nie ernst genommen, geschweige denn gefördert wurde, muss einfach sich selbst und allen anderen beweisen, dass es für eine Frau trotzdem möglich ist, eine Führungsposition zu besetzen. Doch ausgerechnet jetzt, wo sie sich nicht den kleinsten Fehler erlauben darf, macht ihr ihr Körper einen Strich durch die Rechnung: heftige Regelschmerzen, quälendes Hämmern im Kopf, Konzentrationsschwäche sowie eine nie gekannte Müdigkeit hemmen Annalenas Alltag. Gut gemeinte Ratschläge von Freunden und einen Arztbesuch lehnt sie als Zeichen von Schwäche, die ihre Beförderung gefährden könnte, aber vehement ab ...

Frank Dr. Stefan Frank 2817 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Grenzenloser Ehrgeiz

Eine Redakteurin droht am Konkurrenzkampf zu zerbrechen

Ihr Job ist alles, was Annalena Rensmann interessiert, denn nichts will die junge Journalistin mehr als endlich den begehrten Posten der Chefredakteurin der renommierten Zeitschrift »Welt der Frau«. Oft schon hat ihr Chef ihr signalisiert, dass er sie sich als seine Nachfolgerin vorstellen kann, weiß er doch um Annalenas unbedingten Einsatzwillen, ihr Talent und nicht zuletzt ihre Beliebtheit bei den Leserinnen. Annalena, die von klein auf als Mädchen im Vergleich zu ihren älteren Brüdern von ihren Eltern nie ernst genommen, geschweige denn gefördert wurde, muss einfach sich selbst und allen anderen beweisen, dass es für eine Frau trotzdem möglich ist, eine Führungsposition zu besetzen.

Doch ausgerechnet jetzt, wo sie sich nicht den kleinsten Fehler erlauben darf, macht ihr ihr Körper einen Strich durch die Rechnung: heftige Regelschmerzen, quälendes Hämmern im Kopf, Konzentrationsschwäche sowie eine nie gekannte Müdigkeit hemmen Annalenas Alltag. Gut gemeinte Ratschläge von Freunden und einen Arztbesuch lehnt sie als Zeichen von Schwäche, die ihre Beförderung gefährden könnte, aber vehement ab ...

»Das haben Sie ja wieder mal großartig hinbekommen, Annalena!«, rief Martin Ackermann, der Chefredakteur der Zeitschrift Welt der Frau begeistert. »Dieser Artikel über die Tierschutzorganisation – genau das ist es, was unsere Leserinnen in unserem Blatt lesen wollen, was ihnen ans Herz geht, was sie aufrüttelt – aber das wissen Sie ja selbst mindestens genauso gut wie ich.«

Annalenas Herz vollführte einen Satz. Nichts bereitete ihr so viel tiefe Befriedigung wie ein Lob ihres Vorgesetzten. Martin hielt große Stücke auf sie, das sagte jeder in der Redaktion. Annalena hatte lange Zeit daran gezweifelt, hatte einfach nicht glauben können, dass jemand ihre Fähigkeiten anerkannte. Seit Martin sie im letzten Herbst jedoch zu seiner Stellvertreterin ernannt hatte, war selbst sie von seiner Wertschätzung überzeugt.

»Danke, Martin«, sagte sie. »Ich habe den Artikel sehr gern geschrieben. Die beiden Schwestern, die die Organisation begründet haben, waren nur zu gern bereit, mir meine Fragen zu beantworten, und die Tiere waren einfach bezaubernd.«

»Ja, ich weiß, Sie mögen Tiere gern«, erwiderte Martin. »Sie sollten sich ein Haustier anschaffen, Annalena. Dann haben Sie wenigstens jemanden, der Sie abends begrüßt, wenn Sie nach Hause kommen.«

»Dazu fehlt mir leider die Zeit«, erklärte Annalena. »Sie wissen ja, ich nehme meist Arbeit mit nach Hause und könnte mich mit dem Tier gar nicht beschäftigen.«

Sie liebte Tiere wirklich und hätte furchtbar gern eine Katze oder ein Kaninchen gehabt, um sich in ihrer Wohnung abends nicht so allein zu fühlen. Aber es wäre dem Tier gegenüber nicht fair gewesen. Sie hatte sich nun einmal dafür entschieden, all ihre Kraft in den Aufbau ihrer Karriere als Journalistin zu stecken, und daneben war für nichts anderes Platz.

»Immer nur arbeiten ist nicht gut für die Seele«, mahnte Martin. »Sie brauchen ein bisschen Ausgleich, Annalena.«

»Nun, die Zeitschrift profitiert schließlich von meiner Arbeit«, konterte Annalena. »Und ich liebe sie – meine Arbeit ist alles, was ich brauche.«

Tatsächlich war es von klein auf ihr Traum gewesen, Journalistin zu werden. Noch ehe sie überhaupt lesen konnte, hatte sie bereits in Zeitschriften geblättert, und seit der ersten Klasse schrieb sie ihre eigenen kleinen Geschichten.

Ihre Eltern hatten sie nie in ihrem Berufswunsch unterstützt. In den Augen ihres Vaters zählten nur Söhne, und so hatte er sich ganz darauf konzentriert, Annalenas zwei Brüder zu fördern und ihnen während ihres Studiums finanziell unter die Arme zu greifen.

Annalena hatte sich alles allein erkämpfen müssen. Sie war immer eine Musterschülerin gewesen und hatte weit bessere Noten als ihre Brüder gehabt, doch sie konnte sich nicht daran erinnern, dass ihre Eltern sie auch nur einmal dafür gelobt hatten. Als junge Berufsanfängerin war sie deshalb viel unsicherer gewesen als ihre Kolleginnen und Kollegen und hatte es nicht fassen können, dass ein so renommiertes Blatt wie die Welt der Frau ausgerechnet ihr einen Job anbot.

Die Zeitschrift war genau das, was Annalena gewollt hatte. Sie war auf die Interessen von Frauen ausgerichtet und berichtete auf ansprechende, unterhaltsame Weise über eine breite Palette von Themen. Die Arbeit in der Redaktion erfüllte Annalena und gab ihr zugleich das Gefühl, etwas für ihre Geschlechtsgenossinnen zu tun.

Gute Zeitschriften für Männer gab es wie Sand am Meer. Aber das Konzept der Welt der Frau war einzigartig und füllte auf dem Markt eine echte Lücke.

Annalena hatte sich vom ersten Tag an ins Zeug gelegt, hatte ihr Bestes gegeben und sich mit noch nicht dreißig Jahren zur stellvertretenden Chefredakteurin hochgearbeitet. Und nun stand der nächste, der bedeutendste Karriereschritt vor der Tür.

Martin Ackermann machte kein Geheimnis daraus, dass er mit seinen knapp sechzig Jahren demnächst in den Ruhestand gehen wollte. Und er hatte in den letzten Monaten mehrfach angedeutet, dass er sich als seine Nachfolgerin niemanden so gut vorstellen konnte wie seine Stellvertreterin Annalena Rensmann.

Die gesamte Redaktion ging davon aus, dass Annalena den Posten bekommen würde.

»Im Grunde ist es ja ein Unding, dass eine Zeitschrift für Frauen schon so lange von einem Mann geleitet wird«, hatte Meike Thaler, die Redaktionssekretärin, gesagt, mit der Annalena sich angefreundet hatte. »Aber bei Frauen weiß man eben nie, wie lange sie voll verfügbar bleiben, wenn sie heiraten und Kinder kriegen und so weiter.«

Annalena hatte Mühe gehabt, auf diese Bemerkung hin nicht empört zu schnauben. Sie mochte Meike von Herzen gern. Im Grunde genommen war die fröhliche, gleichaltrige Frau die einzige echte Freundin, die sie bei ihrem nicht vorhandenen Privatleben hatte. In Sachen Gleichberechtigung der Frau lebte Meike aber ein bisschen hinter dem Mond und ließ manchmal Sachen vom Stapel, die auch von Annalenas Eltern hätten stammen können.

Für Annalenas Ehrgeiz brachte sie zwar jede Menge Bewunderung, aber kein Verständnis auf.

»Ich begreife einfach nicht, wie du Tag und Nacht nur an die Arbeit denken kannst«, bekundete sie mit schönster Regelmäßigkeit. »Du hast ja überhaupt keine Zeit für die Liebe – das muss dir doch fehlen.«

Nein, dachte Annalena, das ist das Allerletzte, was mir fehlt. Was die Liebe mit dem Leben einer Frau machte, hatte sie oft genug erlebt, und sie wollte ganz bestimmt nicht enden wie ihre Mutter. Diese hatte ihr Studium der Tiermedizin aufgegeben, um Geld für das Studium ihres Verlobten zu verdienen. Als Annalenas Vater dann seinen Abschluss hatte und gut verdiente, hatte sie jegliche Berufstätigkeit aufgegeben und hintereinander drei Kinder bekommen.

Annalena würde so etwas nicht passieren. Sie war mit ihrer Arbeit verheiratet. Als ihre Eltern sie zu Weihnachten gefragt hatten, wann sie denn endlich mit dem ersten Enkelkind rechnen durften, hatte sie ihnen ein rigoroses »Fragt doch meine Brüder« zur Antwort gegeben.

»Dann wünsche ich Ihnen jetzt einen schönen Feierabend«, ließ sich wieder Martin vernehmen. »Auch wenn Sie ja im Grunde gar nicht wissen, was das ist, und ihn mit Arbeit verbringen werden.« Er grinste breit. »Wir sehen uns morgen.«

»Ja, bis morgen«, verabschiedete sich Annalena und winkte kurz, ehe sie sich wieder den Artikeln zuwandte, die sie für die morgige Drucklegung in die richtige Reihenfolge brachte.

Sie liebte diese Zeit, wenn die Redaktion sich leerte und Ruhe einkehrte. Nie schaffte sie so viel, wie wenn sie hier allein war. Zwei Stunden hatte sie bestimmt noch zu tun, und für die neue Ausgabe wollte sie alles besonders gut machen. Dass Martin sich für sie als Nachfolgerin entschieden hatte, stand inzwischen ja wirklich fest, aber er würde seine Wahl ja auch vor den Direktoren der Zeitung begründen müssen. Deshalb wollte Annalena einmal mehr beweisen, wie gut sie in ihrem Job war.

Gerade wollte sie beginnen, einen allzu ausufernden Artikel über Frauenfußball zu kürzen, als sich ein scharfer, ziehender Schmerz in ihrem Unterleib bemerkbar machte.

O Gott, nicht schon wieder das!

Annalena gehörte wahrlich nicht zu den Frauen, die sich wegen jeder Kleinigkeit krankschreiben ließen, sondern erschien noch mit der dicksten Erkältung zur Arbeit. Einmal im Monat fiel ihr das jedoch wirklich schwer: Sie litt unter extrem heftigen Regelblutungen, die mit Kopfschmerzen, Übelkeit und diesem furchtbaren Ziehen im Unterleib einhergingen.

Am unangenehmsten war, dass kein Tampon, keine Binde dieser sturmflutartigen Blutung gewachsen war. So peinlich es ihr war, musste Annalena während dieser Tage auf Windeln für Inkontinenz zurückgreifen, die sie zum Glück vorsorglich in der Tasche trug. Wie so oft kam ihre verhasste Periode also auch in diesem Monat zu früh. Widerwillig...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.