E-Book, Deutsch, Band 2795, 64 Seiten
Reihe: Dr. Stefan Frank
Frank Dr. Stefan Frank 2795
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7686-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Verführerischer Konkurrenzkampf
E-Book, Deutsch, Band 2795, 64 Seiten
Reihe: Dr. Stefan Frank
ISBN: 978-3-7517-7686-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Die junge Assistenzärztin Katharina Tessmann hat bei Dr. Frank während ihres Studiums nicht nur Praktika absolviert, sondern ist auch schon seit ihrer Kindheit seine Patientin. Sie bewundert ihn. Ihr größter Traum ist es, als Gynäkologin in einer Klinik zu arbeiten, und als Dr. Franks Freund Ulrich Waldner eine Assistenzärztin verliert, empfiehlt Dr. Frank Katharina. Doch Dr. Waldner hat einen eigenen 'Schützling': Konstantin Meltendorf, der Sohn einer Bekannten, den er nicht ablehnen kann. Kurzerhand stellt er beide für ein halbes Jahr ein - der bessere Arzt wird die feste Stelle bekommen. Katharina ist fest entschlossen, den charmanten Konstantin, der aus wohlhabendem Hause stammt, auszustechen. Doch als sie dem Kollegen auf der Station begegnet, bemerkt sie, dass ihre Rivalität von ganz anderen, unwillkommenen Gefühlen begleitet wird. Der blendend aussehende, selbstbewusste Arzt lässt Katharina keineswegs kalt ...
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Verführerischer Konkurrenzkampf Zählt die Karriere mehr als die Gefühle? Die junge Assistenzärztin Katharina Tessmann hat bei Dr. Frank während ihres Studiums nicht nur Praktika absolviert, sondern ist auch schon seit ihrer Kindheit seine Patientin. Sie bewundert ihn. Ihr größter Traum ist es, als Gynäkologin in einer Klinik zu arbeiten, und als Dr. Franks Freund Ulrich Waldner eine Assistenzärztin verliert, empfiehlt Dr. Frank Katharina. Doch Dr. Waldner hat einen eigenen »Schützling«: Konstantin Meltendorf, der Sohn einer Bekannten, den er nicht ablehnen kann. Kurzerhand stellt er beide für ein halbes Jahr ein – der bessere Arzt wird die feste Stelle bekommen. Katharina ist fest entschlossen, den charmanten Konstantin, der aus wohlhabendem Hause stammt, auszustechen. Doch als sie dem Kollegen auf der Station begegnet, bemerkt sie, dass ihre Rivalität von ganz anderen, unwillkommenen Gefühlen begleitet wird. Der blendend aussehende, selbstbewusste Arzt lässt Katharina keineswegs kalt ... »Ganz herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Steglich. Sie erwarten ein Baby.« Katharina Tessmann freute sich unendlich, der Patientin diese Nachricht überbringen zu dürfen. Es war immer ein besonderer Moment, wenn man einer Frau oder einem Elternpaar sagen konnte, dass ein neues Leben unterwegs war, und genau aus diesem Grund war es auch Katharinas Traum, sich auf die Gynäkologie und Geburtshilfe zu spezialisieren. Bei der sympathischen Elena Steglich war es jedoch noch einmal etwas ganz Besonderes. Während ihres Studiums hatte Katharina ein Praktikum in der Praxis ihres langjährigen Hausarztes Dr. Stefan Frank absolviert. Dabei war ihr Elena Steglich begegnet. Ein wenig fühlte sie sich, als wäre Frau Steglich nicht nur Dr. Franks, sondern auch ein wenig ihre Patientin. Elena Steglich und ihr Mann wünschten sich seit bald zehn Jahren nichts sehnlicher als ein Kind. Sie hatten es nicht nur auf natürlichem Weg versucht, sondern auch sämtliche Möglichkeiten der modernen Fortpflanzungsmedizin ausgeschöpft. Zwar war es bereits zuvor schon einmal zu einer Schwangerschaft gekommen, doch hatte Elena Steglich leider eine frühe Fehlgeburt erlitten. Der Versuch einer In-vitro-Fertilisation, den das Ehepaar gerade absolviert hatte, war ihr letzter gewesen. Elena war siebenunddreißig Jahre alt und hatte gemeinsam mit ihrem Mann Hendrik beschlossen: »Wenn es diesmal wieder nicht klappt, geben wir auf. Dann müssen wir eben lernen, ohne Kind glücklich zu werden, auch wenn uns derzeit noch völlig schleierhaft ist, wie das funktionieren soll.« Sie würden es nicht herausfinden müssen. Die Untersuchung, die Katharina gerade in Dr. Franks Beisein bei Elena durchgeführt hatte, hatte das Testergebnis bestätigt: Es hatte diesmal geklappt. Elena Steglich erwartete endlich ihr so heiß ersehntes Wunschkind. Das vollkommen fassungslose Glück, das sich auf dem Gesicht der werdenden Mutter abzeichnete, war unbezahlbar. »Ist das wirklich wahr, Frau Doktor Tessmann? Herr Doktor Frank? Hat sich doch noch ein kleines Wunder-Menschlein zu uns auf den Weg gemacht?« Dr. Frank lächelte. »Katharina Tessmann ist eine hervorragende Ärztin, und wenn sie Ihre Schwangerschaft bestätigt hat, dann ist daran nichts zu rütteln. Es hat sich in der Tat ein kleines Wunder zu Ihnen auf den Weg gemacht. Und zwar ein ganz besonders kluges, wenn Sie mich fragen, denn es hat sich wunderbare Eltern ausgesucht.« Katharina konnte Dr. Frank nur bewundern. Er war nicht nur ein großartiger Mediziner, der sie selbst und ihre Familie seit Jahren als Hausarzt betreute, sondern er fand auch für jeden Patienten und jede Lage die richtigen Worte. Sein Vorbild hatte dafür gesorgt, dass Katharina bereits als kleines Mädchen den festen Entschluss gefasst hatte, eines Tages selbst Ärztin zu werden. Über Elena Steglichs Gesicht rannen Freudentränen. »Haben Sie tausend Dank, Sie alle beide«, stammelte sie. »Ich kann es gar nicht mehr erwarten, es Hendrik zu erzählen. Ich werde ihm nachher beim Abendessen ein kleines Päckchen mit Babyschuhen neben seinen Teller stellen. Diese Schuhe habe ich schon vor zehn Jahren gekauft ...« Zehn Jahre. Katharina wurde noch einmal bewusst, was diese Nachricht für ihre Patientin bedeutete. Sie hatte mit all ihren Kräften um ihr Familienglück gekämpft und konnte nun nicht fassen, dass ihr Wunsch am Ende doch noch in Erfüllung gehen würde. »Babyschuhe kommen ja nicht aus der Mode«, schlug Dr. Frank einen leichten Ton an und überreichte Elena Steglich lächelnd ihren frisch ausgestellten Mutterpass. »Wenn wir uns in vier Wochen zur Vorsorge-Untersuchung sehen, müssen Sie mir unbedingt erzählen, was Ihr Mann gesagt hat.« »Selbstverständlich, das werde ich!«, versprach die überglückliche Frau. »Ich kann es kaum erwarten, es Ihnen beiden zu erzählen.« »Oh, mich werden Sie bei Ihrer nächsten Untersuchung nicht mehr antreffen«, sagte Katharina und fühlte sich mit einem Schlag ernüchtert. »Mein Praktikum geht heute zu Ende. Aber ich werde mich bei Doktor Frank erkundigen – und ich werde Ihnen und Ihrem Baby ganz fest die Daumen drücken. Und vielleicht sehen wir uns zur Geburt in der Waldner-Klinik wieder.« Sie hatte in diesem glücklichen Moment nicht daran denken wollen, aber es ließ sich nun einmal nicht ändern: Es war nett von Dr. Frank gewesen, ihr nach Abschluss ihres Studiums noch einmal die Möglichkeit zu geben, ein wenig Berufspraxis zu sammeln, aber im Grunde brauchte er sie nicht in seiner Praxis, sondern betreute alle seine Patienten selbst. Wenn Sie Ihren Weg weitergehen und sich Ihren Traum von der Spezialisierung als Gynäkologin erfüllen wollte, brauchte sie um jeden Preis eine Stellung als Assistenzärztin in einer Klinik. Ohne diese konnte sie den Facharzt nicht machen. Diese Stellen waren jedoch rar gesät, und anders als die meisten ihrer Kommilitonen, die aus Arztfamilien stammten, verfügte Katharina über keinerlei Beziehungen. Aber sie musste es einfach schaffen! Sie war es nicht nur sich selbst, sondern auch ihrer Mutter und ihrer Schwester Johanna schuldig, die fest an sie glaubten! Sie verabschiedeten sich von Elena Steglich, die es nun verständlicherweise eilig hatte, nach Hause zu kommen, und dann war es auch schon Zeit für den Feierabend. Schwester Martha und Marie-Luise Flanitzer, die beiden freundlichen Sprechstundenhilfen, hatten sich bereits auf den Heimweg gemacht. »Vielen Dank noch einmal, Herr Doktor Frank«, druckste Katharina, nachdem sie ihre Tasche gepackt hatte. Der Abschied fiel ihr viel schwerer, als sie sich eingestehen mochte. Sie hatte so gern hier gearbeitet, und ihre ungewisse Zukunft bereitete ihr Sorgen. »Oh, ich habe zu danken«, erwiderte Dr. Frank. »Es war wirklich schön, Sie hier zu haben, Katharina. Sie sind eine große Bereicherung für unsere Zunft, und ich würde sehr gern auf Sie zurückgreifen, wenn ich in Zukunft eine Praxisvertretung brauche. Allerdings befürchte ich, dass Sie dann gar nicht mehr zur Verfügung stehen, weil Sie längst fest in einer Klinik angestellt sind.« »Ich habe ja noch nicht einmal eine Assistentenstelle!«, entfuhr es Katharina, obwohl sie den Arzt nicht mit ihren Sorgen hatte belästigen wollen. »Meine Kommilitonen haben fast alle eine, aber ich bin vielleicht einfach nicht gut genug.« »Nicht gut genug?« Stefan Frank hob die Brauen in die Stirn. »Da muss ich aber protestieren. Sie haben nicht nur einen ganz hervorragenden Abschluss gemacht, sondern auch in der täglichen Arbeit bewiesen, was für eine talentierte Ärztin Sie sind. Nein, Katharina, an Ihren Fähigkeiten liegt es nicht, und das sollten Sie sich auch nicht einreden.« »Aber woran denn dann?«, rief Katharina verzweifelt, obwohl sie die Antwort im Grunde ja kannte. »Es liegt daran, dass diese Stellen meist unter der Hand und über Beziehungen vergeben werden, bevor es überhaupt zu einer Ausschreibung kommt«, bestätigte Dr. Frank das, was Katharina vermutete. Niedergeschlagen senkte Katharina den Kopf. »Leider kenne ich niemanden«, murmelte sie mutlos. Ihre Mutter, die sie und Johanna allein aufgezogen hatte, hatte wirklich alles getan, um ihr das Studium zu ermöglichen, aber über Beziehungen verfügte sie nicht. Und sie hatte es doch schon schwer genug! Aufgrund ihrer schweren rheumatischen Erkrankung war ihre Mutter die meiste Zeit über auf einen Rollstuhl angewiesen und erledigte im Home-Office Büroarbeiten, um für Johanna, die mit ihren sechzehn Jahren noch zur Schule ging, zu sorgen. Katharina liebte die beiden über alles. Sie hätte ihrer Mutter so gerne ihre Sorgen erleichtert und sie mit einer guten Nachricht überrascht! »Nun, immerhin kennen Sie mich«, sagte Dr. Frank und sandte ihr ein aufmunterndes Lächeln. »Hören Sie, Katharina, ich sehe morgen Abend meinen Studienfreund Doktor Ulrich Waldner, den Chefarzt der Waldner-Klinik. Die Chefärztin seiner Gynäkologischen Abteilung ist die Kollegin Gabriele Bayer-Horn. Ob sie gerade jemanden brauchen kann, weiß...