E-Book, Deutsch, Band 2022, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Francis Perry Rhodan 2022: Para-City
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2021-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
E-Book, Deutsch, Band 2022, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2021-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
H.G. FRANCIS Ob Kinder- und Jugendbücher, Tierabenteuer, Science Fiction, Detektivgeschichten, Gruselstorys oder Erwachsenenromane - H.G. Francis weiß in den verschiedensten Genres zu überzeugen. Darüber hinaus machte sich der PERRY RHODAN-Autor einen Namen als Autor und Regisseur von Hörspielen und Drehbüchern für Fernsehserien. Hans Gerhard Franciskowsky, wie der 1936 geborene Schriftsteller mit bürgerlichem Namen heißt, veröffentlichte bereits mit 26 seinen ersten Roman 'Die fünf Oligos'. 1970 erfolgte der Einstieg in das Team von ATLAN, ein Jahr darauf bei der PERRY RHODAN-Serie, für die er bis heute schreibt. Im September 2002 erschien sein zweihundertster Beitrag zur Serie! Im Lauf der Jahre sorgte Francis' Arbeit immer wieder für Diskussionen. Zuletzt, als er den Mausbiber Gucky (vorgeblich, wie herausstellte) sterben ließ. Neben seinen Serienromanen verfasste Francis eine Vielzahl anderer Science Fiction; sein Roman 'Die vom fünften Hundert' wird zu den besten Werken der deutschen Nachkriegs-SF gezählt. Der Umwelt- und Tierschutz liegt H.G. Francis nahe. Immer wieder nimmt er in seinen Romanen darauf Bezug, zum Beispiel mit der außerordentlich erfolgreichen Jugendbuchserie 'Wendy' um den Reiterhof Rosenborg und verschiedenen Tierbuch-Serien. Für diese Themen recherchierte der Autor weltweit. Reisen nach Indien (Tiger), Ostafrika (Elefanten), China (Pandabären), zu den Azoren (Pottwale), Florida (Delfine) oder Kanada (Grizzlys und Sattelrobben) bringen neue Erkenntnisse, die in seine Arbeit einfließen und ihnen Authentizität verleihen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind Drehbücher für so erfolgreiche Hörspielserien wie 'TKKG', 'Die drei Fragezeichen', 'Die fünf Freunde', 'Edgar Wallace', 'Gruselserie', 'Commander Perkins', 'Masters of the Univers' oder 'Wendy' und viele andere. Insgesamt entstanden rund 600 Hörspiele, bei denen der Autor teilweise selbst Regie führte. Dafür wurde H.G. Francis mit zahlreichen Goldenen und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Die Gesamtauflage seiner Hörspiele beträgt 120.000.000! Detektivromane, Kurzgeschichten und Drehbücher für Fernsehsendungen ergänzen das umfangreiche Schaffen des Schriftstellers. 'Ich wäre als Schriftsteller auf keinen Fall ausgefüllt und zufrieden, könnte ich nur in einem Genre arbeiten', bekennt er. 'Wichtig ist für mich die Vielfalt und die Herausforderung durch neue Themenkreise. Das Spektrum der Themen kann gar nicht weit genug für mich sein.' Mit Heft 2237 'Welt der Hyperkristalle' nahm H. G. Francis seinen Abschied von der Serie.
Autoren/Hrsg.
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1.
Henner Mushcot spürte sofort, dass mit den drei Männern und der Frau etwas nicht stimmte. Er führte dies auf seinen besonderen Instinkt zurück, der ihn in seinem Beruf auszeichnete.
Sie fielen ihm unter Hunderten von Reisenden auf, die an diesem Tag auf dem vergleichsweise kleinen Zivilraumhafen beim Crest Lake in Terrania eintrafen. Er beobachtete sie auf seinem Monitor, wie sie über die Antigravgleiter schwebten. Auf einem Display zeigte ihm der Einreisesyntron ihre wichtigsten Daten an. Alle vier kamen von Lepso; Henner erfuhr, was sie wogen, was sie am Körper trugen, welchen Beruf sie auf ihrem Heimatplaneten ausgeübt hatten – das vor allem ließ ihn stutzen –, dass sie keine Vorstrafen hatten, von welchen Krankheiten sie in ihrem noch jungen Leben heimgesucht worden waren und andere Dinge.
Es gab keinen ersichtlichen Grund, diese Reisenden besonders eingehend zu kontrollieren. Und doch entschloss sich Mushcot dazu.
»Sperre!«, befahl er.
Im gleichen Moment erschien mitten in der Luft ein kleiner, leuchtender Punkt vor der Gruppe aus Lepso. Ein transparenter Käfig aus Formenergie baute sich um sie herum auf und glitt mit ihnen von der Antigravgleite herunter. Ob sie wollten oder nicht. Sie mussten warten. Es gab keine Möglichkeit, gegen seinen Willen aus diesem unsichtbaren Käfig zu entkommen.
»Willkommen auf der Erde«, begrüßte eine angenehm klingende Frauenstimme die Eingeschlossenen. »Wir danken euch, dass ihr so liebenswürdig seid, euch für eine kleine Kontrolle zur Verfügung zu stellen. Wir bemühen uns, sie so schnell wie möglich zu erledigen, damit ihr nicht länger warten müsst als unbedingt notwendig. Es geht gleich weiter.«
Danach erhob sich Henner Mushcot und verließ den Überwachungsraum, um in den zweiten Überwachungsraum zu gehen. Er zog sich einen Kaffee aus dem Automaten und stellte sich zu seinem Kollegen Braum, einen erfahrenen Mann, der diesen Dienst schon seit mehr als zwei Jahrzehnten versah.
Sie waren die einzigen menschlichen Beamten, die für die Einreise zuständig waren. Im Grunde genommen hatten sie nicht viel zu tun, da nahezu die ganze Arbeit von Robotern erledigt wurde. So erschöpfte sich ihre Arbeit überwiegend darin, dass sie sich hin und wieder einige Reisende eingehender ansahen.
Henner Mushcot fasste den Kaffeebecher mit beiden Händen, blies sanft über die heiße Flüssigkeit hinweg und fragte: »Was hältst du von ihnen?«
Er wies auf das meterhohe Holo neben dem Getränkeautomaten. In ihm waren die vier Menschen aus Lepso zu sehen, die aufgeregt miteinander redeten und einige Male versuchten, den Käfig aus Formenergie zu verlassen. Sie riefen etwas, doch die beiden Beamten hörten sie nicht, da Mushcot den Ton ausgeschaltet hatte.
»Sie sind ungeduldig«, stellte Braum fest. »Du meine Güte, sie waren tagelang mit dem Raumschiff unterwegs, und nun regen sie sich über ein paar Minuten Wartezeit auf.«
Einer der Männer hatte schwarze, schulterlange, fettig aussehende Haare, die einen scharfen Kontrast zu seinem blassen Teint bildeten. Obwohl er nicht besonders groß war, hob er sich aus der Gruppe heraus. Und das lag nicht nur an der seltsamen Puppe, die er auf der Schulter trug und deren Kopf in ständiger Bewegung war.
Der Mann trug einen weißen Pelzmantel mit blasser Maserung, der vorn offen stand und seine unbehaarte, außerordentlich muskulöse Brust sehen ließ. Die Beine steckten in einer Thermohose mit vier vollgestopften Taschen.
»Er ist sauer«, grinste Mushcot, stand auf, holte sich etwas Milch und rührte sie in den Kaffee ein. »Und die anderen auch. Wenn sie könnten, würden sie um sich schlagen. Na, dann wollen wir sie wirklich mal zehn Minuten lang schmoren lassen und nicht sofort untersuchen.«
Er schaute auf die syntronisch eingeblendeten Daten zu den Menschen in dem Käfig.
»Koo Parkinson heißt der Mann«, versetzte Mushcot. »Er behauptet, Bauingenieur auf Lepso gewesen zu sein, aber das glaube ich ihm nicht.«
»Eine seltsame Puppe trägt er auf der Schulter«, stellte Braum fest und sah sich genauer an, was seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Die Puppe war etwa 25 Zentimeter groß, besaß eine rote Mütze und riesige, aufgeklebte Augenscheiben aus schwarzer Plastik. Dazu trug sie eine blaue, zerknitterte Jacke, grüngelb-längsgestreifte Hosen und schwarze Stiefel. »Er wendet sich ihr manchmal zu und redet mit ihr, als ob sie ihn hören könnte.«
Der Beamte tippte sich in bezeichnender Weise an die Stirn und machte damit deutlich, was er von Parkinson hielt.
»Die anderen sind auch nicht ohne«, sagte Henner Mushcot. »Yonder K'rigan heißt dieser grobschlächtige, 2,10 Meter große Kerl. Ein Riesenbaby von 18 Jahren. Ich finde, er ist von seinem Äußeren her so nahe an einem Ertruser dran, wie man als Terraner nur sein kann.«
»Eine Narbe, die sich von der rechten Stirnseite durch die Augenbraue bis zum rechten Mundwinkel hinunter zieht. Das rechte Auge ist nicht hellblau wie das linke, sondern etwas dunkler. Wahrscheinlich wurde es bei einer Schlägerei verletzt und dann durch ein minderwertiges Präparat ersetzt. Wenn du mich fragst – ein Soziopath, der in früheren Zeiten sicherlich ein Kandidat für eine Persönlichkeitsrekonstruktion gewesen wäre.«
»Mit Rune Karuga kann ich nur wenig anfangen«, sinnierte Mushcot und blickte seinen Kollegen ratlos an. »Er hat ausdrucksvollen Augen und legt ein zurückhaltendes, kultiviertes Verhalten an den Tag. Ich glaube, dieser Mann verliert nie die Nerven.«
»Und die da?«, fragte Braum, ohne auf die Worte Mushcots einzugehen. Er musterte die Frau im Holo-Würfel und schüttelte nachdenklich den Kopf.
»Engel heißt sie«, berichtete Mushcot.
»Sie ist groß, sehr schlank, wirkt dabei zerbrechlich. Ungewöhnlich das lange, blonde Haar. Sie kann sich draufsetzen, wenn sie mal kein Kissen findet. Aber das ist es nicht, was mich bei ihr beunruhigt. Es sind diese Augen. Dunkelbraun, absolut unergründlich. Eiskalt wie ein Fisch.«
»Wobei man den Fischen noch unrecht tut. Ich denke, sie haben mehr Gefühle als diese Frau.«
Braum seufzte. »Ich glaube, die beleidigen uns gerade ganz schön. Warum haben die Menschen heute keine Zeit mehr?«
Mushcot schaute ihn direkt an. »Irgendwo verstehe ich sie ja«, meinte er. »Die hier haben wohl wirklich nicht mehr viel Zeit.«
»Wie meinst du das?«
»Ganz einfach. Es sind Mutanten. Sie gehören zu den sogenannten Monochrom-Mutanten, wie die Unterlagen hier erläutern. Es kam doch vor ein paar Stunden auf allen Trivid-Kanälen, dass sie alle in naher Zukunft sterben müssen. Parkinson nennt sich Para-Fürst, zumindest hat er das bei der Abreise von Lepso nach Terra angegeben. Was immer das bedeuten mag. Ich kenne mich da nicht so aus. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Yonder K'rigan ein nicht sonderlich starker Telekinet ist, während Engel telepathische Fähigkeiten besitzt und Rune Karuga die Gabe der Intuition hat.«
»Am liebsten würde ich sie zurückschicken nach Lepso«, sinnierte Braum, wobei er die vier Menschen nicht aus den Augen ließ. »Es ist doch der pure Wahnsinn, dass so viele Mutanten zur Erde kommen! Wie kann man denn davon ausgehen, dass es alles gute Menschen sind, die sich hier an unsere Gesetze halten werden? Es sind Menschen wie du und ich. Deshalb sind mit Sicherheit genügend unter ihnen, die man schlicht und einfach als kriminell bezeichnen muss.«
»Ich habe keine rechtliche Handhabe, sie zurückzuschicken«, entgegnete Mushcot. »Ich kann sie ein bisschen genauer kontrollieren, und das habe ich hiermit getan. Mehr nicht.«
»Ja, ich weiß«, seufzte sein Kollege. »Es ist wirklich bedauerlich, wie wenig Macht wir über andere Menschen haben. Man sollte uns viel mehr Einflussmöglichkeiten zubilligen. Schließlich haben wir mehr als einmal bewiesen, dass wir damit umgehen können.«
Mushcot erhob sich. »Dann will ich unsere Freunde mal aus dem Käfig lassen«, kündigte er an. »Oder?«
»Provoziere sie doch ein bisschen«, lächelte Braum. »Vielleicht beleidigen sie dich, so dass du sie bis zur Klärung der Sachzusammenhänge noch ein bisschen länger bei uns behalten kannst.«
»Mit dem nächsten Schiff kommen sicherlich weitere Mutanten, mit denen ich mich beschäftigen kann«, antwortete Mushcot. »Es treffen ja ständig welche ein. Als ob wir nicht schon genug auf der Erde hätten!«
Der Beamte verließ die Kantine und ging in die Abfertigungshalle, wo die vier Mutanten auf ihn warteten. Yonder K'rigan stand mit hochrotem Gesicht an der Wand aus Formenergie. Er hatte die Fäuste gehoben und trommelte damit gegen das unsichtbare Hindernis. Doch er sagte im Augenblick nichts. Parkinson legte ihm die Hand auf die Schulter, und diese Geste genügte, um ihn zu beruhigen.
»Ich habe so schnell gemacht, wie es mir möglich war«, schwindelte der Beamte. »Die Viertelstunde hat euch doch sicher nichts ausgemacht.«
Er wich den Blicken der Telepathin nicht aus. Er fühlte sich sicher. Da er ein PsIso-Netz trug, konnte sie seine Gedanken nicht erfassen. Das Bewusstsein, dass sie ohne dieses Netz ungehinderten Zugang zu seinen Gedanken gehabt hätte, erfüllte ihn mit Unbehagen.
Er fürchtete sich nicht vor ihr und den anderen Mutanten. Seit vielen Jahren hatte niemand mehr einen Beamten der Einreisebehörde angegriffen. Eine tätliche Attacke konnte zum sofortigen Einreiseverbot für Terra führen, und das wollte normalerweise niemand riskieren. Mushcot war davon überzeugt, dass es bei diesen vier Lepsotern auch nicht anders war. Sollten sie ihn mit ihren speziellen Kräften belästigen, würden die Para-Detektoren anschlagen. Unangenehme Konsequenzen für die vier wären...




