E-Book, Deutsch, Band 1962, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Francis Perry Rhodan 1962: Das Virtuelle Schiff
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1961-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Materia"
E-Book, Deutsch, Band 1962, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-1961-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
H.G. FRANCIS Ob Kinder- und Jugendbücher, Tierabenteuer, Science Fiction, Detektivgeschichten, Gruselstorys oder Erwachsenenromane - H.G. Francis weiß in den verschiedensten Genres zu überzeugen. Darüber hinaus machte sich der PERRY RHODAN-Autor einen Namen als Autor und Regisseur von Hörspielen und Drehbüchern für Fernsehserien. Hans Gerhard Franciskowsky, wie der 1936 geborene Schriftsteller mit bürgerlichem Namen heißt, veröffentlichte bereits mit 26 seinen ersten Roman 'Die fünf Oligos'. 1970 erfolgte der Einstieg in das Team von ATLAN, ein Jahr darauf bei der PERRY RHODAN-Serie, für die er bis heute schreibt. Im September 2002 erschien sein zweihundertster Beitrag zur Serie! Im Lauf der Jahre sorgte Francis' Arbeit immer wieder für Diskussionen. Zuletzt, als er den Mausbiber Gucky (vorgeblich, wie herausstellte) sterben ließ. Neben seinen Serienromanen verfasste Francis eine Vielzahl anderer Science Fiction; sein Roman 'Die vom fünften Hundert' wird zu den besten Werken der deutschen Nachkriegs-SF gezählt. Der Umwelt- und Tierschutz liegt H.G. Francis nahe. Immer wieder nimmt er in seinen Romanen darauf Bezug, zum Beispiel mit der außerordentlich erfolgreichen Jugendbuchserie 'Wendy' um den Reiterhof Rosenborg und verschiedenen Tierbuch-Serien. Für diese Themen recherchierte der Autor weltweit. Reisen nach Indien (Tiger), Ostafrika (Elefanten), China (Pandabären), zu den Azoren (Pottwale), Florida (Delfine) oder Kanada (Grizzlys und Sattelrobben) bringen neue Erkenntnisse, die in seine Arbeit einfließen und ihnen Authentizität verleihen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind Drehbücher für so erfolgreiche Hörspielserien wie 'TKKG', 'Die drei Fragezeichen', 'Die fünf Freunde', 'Edgar Wallace', 'Gruselserie', 'Commander Perkins', 'Masters of the Univers' oder 'Wendy' und viele andere. Insgesamt entstanden rund 600 Hörspiele, bei denen der Autor teilweise selbst Regie führte. Dafür wurde H.G. Francis mit zahlreichen Goldenen und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Die Gesamtauflage seiner Hörspiele beträgt 120.000.000! Detektivromane, Kurzgeschichten und Drehbücher für Fernsehsendungen ergänzen das umfangreiche Schaffen des Schriftstellers. 'Ich wäre als Schriftsteller auf keinen Fall ausgefüllt und zufrieden, könnte ich nur in einem Genre arbeiten', bekennt er. 'Wichtig ist für mich die Vielfalt und die Herausforderung durch neue Themenkreise. Das Spektrum der Themen kann gar nicht weit genug für mich sein.' Mit Heft 2237 'Welt der Hyperkristalle' nahm H. G. Francis seinen Abschied von der Serie.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Während auf einigen Welten Diskussionen um die Frage beginnen, ob denn wohl in anderen Teilen des Universums ebenfalls intelligentes Leben existiere – was die Einstufung des eigenen Volkes als Intelligenz impliziert –, sind auf zahllosen anderen Welten schon vor Millionen von Jahren Kulturen und Zivilisationen entstanden, haben sich über Hunderttausende von Jahren hinweg entwickelt und dabei ein Niveau erreicht, das die Vorstellungskraft anderer Intelligenzen weit übersteigt, um schließlich wieder unterzugehen und buchstäblich im Nichts zu verschwinden. Die Forschung beweist, dass Krieg in fast allen Fällen die Ursache mit dem höchsten Gewicht im Verein mit anderen Ursachen für den Untergang war.
Solas Garn, Weiser von Phar
*
In ferner Vergangenheit:
Gabrel Gurh war starr vor Entsetzen, und er bereute, dass er das Experiment überhaupt gewagt hatte. Am liebsten hätte er sich augenblicklich zurückgezogen, um sich mit dem Problem nicht auseinandersetzen zu müssen.
Er wünschte, er hätte die Entdeckung nicht gemacht.
Die Katastrophe rückte mit unwiderstehlicher Gewalt auf Sphanka zu, und absolut nichts konnte sie verhindern.
Es war jenes Unheil, das in vielen Bereichen Pharaus als DORIFER-Pest bezeichnet wurde. Es war eine Gefahr, die alles vernichtete und die das Leben auch auf diesem Planeten erlöschen lassen würde.
Es war nicht das erste Mal, dass Gabrel Gurh mit der Pest konfrontiert wurde. Er wusste, dass sie sich in der Galaxis Pharau ausbreitete und dass ihr bereits zahlreiche Welten zum Opfer gefallen waren.
Die Nachricht von der unaufhaltsam heranrückenden Katastrophe hatte jene Völker zur Flucht bewogen, die über eine Raumfahrttechnik mit entsprechend leistungsfähigen Raumschiffen verfügten. Sie hatten die Chance, bis ans Ende des Universums zu fliehen – um zumindest für einige Jahrtausende Zeit zu gewinnen. Ihnen blieb die Möglichkeit, die Zeit für die Entwicklung von Raumschiffen zu nutzen, mit denen ein Übergang in ein anderes, sicheres Universum möglich war. Ihnen blieb sogar die Hoffnung, dass doch irgendwann mal ein Gegenmittel gegen die DORIFER-Pest gefunden wurde.
Die Sphanken hatten überhaupt keine Chance. Sie waren das erste Volk, dem Gabrel Gurh begegnete, das sich niemals in seiner Geschichte auch nur mit dem Gedanken an Raumfahrt beschäftigt hatte. Sie waren friedliebend, moralisch und geistig hochstehend, sie lebten intensiv wie kaum ein anderes Volk, und sie besaßen eine bemerkenswerte Technik.
Vorsichtig schob er sich auf die Kuppe eines etwa zwei Meter hohen Berges hinauf, um sich von hier aus umzusehen. Er erschauerte, als er die Höhe erreicht hatte, denn das Gefühl wurde beinahe übermächtig, von hier aus in einen Abgrund gerissen zu werden.
Nur etwa einen halben Meter von ihm entfernt tat sich ein Spalt auf. Er war etwa einen Meter tief. Ein wahrhaft furchterregendes Höllenloch. Einen Sturz dort hinein würde niemand überleben. Bei einer Schwerkraft von annähernd 8,6 Gravos würde er beim Aufprall zerschmettert werden.
Vorsichtig wich Gabrel Gurh zurück. Es war nicht nötig, sich allzu nah an einer solchen Gefahrenquelle aufzuhalten.
Während er auf das unter ihm liegende Land hinausblickte, wurde ihm klar, weshalb die Sphanken keine Raumfahrt entwickelt hatten. Bei einer derart hohen Schwerkraft hätten auch andere Intelligenzen wohl kaum einen Gedanken auf eine solche Technik verschwendet. Nichts fürchteten die Sphanken mehr als Höhe, und es gab nichts auf dieser Welt, was ihre Sehnsucht, fliegen zu können, wecken könnte. Vögel oder Hautflügler existierten nicht, und fliegende Insekten waren ebenfalls nicht vorhanden.
Er spürte seine zwölf Beine, auf die sich das auf ihm lastende Gewicht verteilte. Offenbar war der von ihm gewählte Wirtskörper nicht mehr jung und kräftig, sondern schon alt und anfällig. Vielleicht hatte man ihm deswegen die hohe Verantwortung anvertraut.
Annähernd dreihundert Sphanken verteilten sich über die Flanken der Berge. Die schmalen Rücken ihrer von seidigem Fell überzogenen Körper glänzten blau im Licht der beiden Monde. Alle blickten in die gleiche Richtung, und knisternd sprühten Funken über sie hinweg zur tiefsten Senke des Tals, dorthin, wo sich wenige Schritte neben Gabrel Gurh ein violett schimmernder Obelisk erhob.
Er war das eigentliche Wunderwerk von Sphanka. Lange war der Gestalter in seiner Nähe gewesen und hatte den Botschaften gelauscht, die von den Sternen gekommen waren, fasziniert von den Möglichkeiten dieser Technik, die aus einer Kombination aus technischen Aggregaten und psionischen Wellen bestand.
Die Sphanken selbst konnten keine Nachrichten in die Weite des Universums abstrahlen, aber sie konnten jene Informationen empfangen, die per Hyperfunk unter den Sternenvölkern ausgetauscht wurden. Diese Technik blieb ihnen selbst unverständlich, aber sie waren als großes Kollektiv in der Lage, mit Hilfe ihrer psionischen Sinne Hyperwellen wahrzunehmen.
Auf diese Weise konnten sie am Leben dieser Völker teilhaben. Die Sphanken brauchten nur eine »gute Schulung«, so hatte der Gestalter nicht nur einmal überlegt, und ihre Psi-Gabe könnte ihrem Volk zu einem unerhörten Aufschwung verhelfen. Fragte sich nur, ob sie das wollten. Und jetzt war ohnehin alles zu spät.
Auf seinem Weg durch die Galaxis Pharau hatte Gabrel Gurh die geistigen Impulse der Sphanken aufgefangen, war von ihnen förmlich angelockt worden und hatte sich im Körper dieses Wesens manifestiert. Es nannte sich Sporhok und zählte zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Welt.
Gerade zu jener Zeit, als er in diesen Körper geschlüpft war, hatte der Obelisk die Nachricht von der DORIFER-Pest aufgefangen und an ihn übermittelt. Aus den Informationen war eindeutig hervorgegangen, dass sich die Pest Sphanka näherte. Die Bewohner dieses Planeten hatten gerade noch acht bis zehn Tage zu leben.
Der Gestalter hatte die Nachricht nicht weitergeleitet.
Sollte er die Sphanken wissen lassen, dass sie dem Tode geweiht waren und dass es keinen Ausweg gab? Sie waren voller Hoffnung, blickten vertrauensvoll in die Zukunft und hatten große Pläne entwickelt. Bei ihren Lauschaktionen hatten sie von einer Technik erfahren, die sich mit dem Begriff Transmitter umschreiben ließ und die es ihnen in einer fernen Zukunft ermöglichen sollte, andere Welten auf direktem Wege zu erreichen.
Die Sphanken wussten, dass es Raumschiffe gab, aber sie konnten sich nicht vorstellen, ihren Planeten jemals mit so einem Gerät zu verlassen.
Ihre Höhenangst zwang sie, einen anderen Weg zu wählen, auf dem sie den Kontakt zu den Sternenvölkern suchen konnten. Sie waren überzeugt davon, dass sie willkommen waren, denn sie hatten viel zu geben.
Unter normalen Umständen hatten sie eine Lebenserwartung von etwa 60 Planetenjahren. Eine unvorstellbar kurze Zeit für ein Wesen wie den Gestalter. Nun blieben ihnen nicht einmal mehr diese Jahre, sondern nur noch wenige Tage. Sollte er ihnen deutlich machen, dass es keine Zukunft für sie gab?
Er lebte erst seit einer kurzen Zeit im Körper Sporhoks, aber lange genug, um die wichtigsten Informationen aus seinem Geist zu entnehmen. Daher wusste er, dass er das ganze Volk der Sphanken in tiefe Verzweiflung stürzen würde. Die Gewissheit, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hatten und dass es keinen Ausweg gab, würde schier unerträglich für sie sein. Bis zu ihrem Tod würden sie entsetzliche Qualen leiden.
Musste das sein? War es nicht gnädiger, sie in Ungewissheit zu belassen, bis das Unvermeidliche kam und alles Leben innerhalb kürzester Zeit erlöschen ließ?
Er musste sich schnell entscheiden, denn schon versiegten die psionischen Ströme, die von den Sphanken ausgingen und die Technik im Obelisken unterstützten. Gleich mussten die ersten Fragen kommen, und dann musste er antworten. Das verlangten die Gesetze dieses Volkes, und da er im Körper Sporhoks lebte, konnte er sich ihnen nicht entziehen.
Nur eine Handbreit von ihm entfernt führte ein Strang aus Kristallen vom Hügel bis zum Obelisken. Gabrel Gurh griff hinein und zermalmte einige der filigranen Gebilde unter seinen Füßen. Er warf die Reste in den Abgrund, und in einer Tiefe von etwa einem halben Meter pulverisierten sie auf dem Stein.
Der Obelisk erlosch, und der Schaden war so groß, dass er in der kurzen Frist nicht behoben werden konnte, die den Sphanken noch blieb.
Gabrel Gurh fühlte sich erleichtert. Er vernahm das zornige Geschrei aus einigen hundert Kehlen. Jemand packte ihn und drängte ihn bis an den Rand des Abgrunds.
»Warum hast du das getan?«, fuhr einer der anderen ihn an.
Mitgefühl schnürte dem Gestalter die Kehle zu. Selbst wenn er gewollt hätte, wäre er jetzt nicht in der Lage gewesen, seinem Gegenüber zu verraten, welch entsetzliches Schicksal auf sie wartete. Er zog sich aus dem Körper Sporhoks zurück, und sein Bewusstsein füllte wiederum jenen Körper aus, in dem er vor Tausenden von Jahren geboren worden war.
*
Alaska blickte durch die transparenten Wände des Virtuellen Schiffes hinaus auf Alashan, aber er nahm so gut wie nichts wahr. Seine Gedanken befassten sich nicht mit der Welt, die er nun verließ, sondern mit dem seltsamen Raumschiff und dem Auftrag, dem er sich stellen musste. Er war als Pilot des Raumers ausgewählt worden – von wem auch immer.
Für diesen Raumer?
Das Virtuelle Raumschiff war eine etwa 450 Meter lange Walze mit silberner Hülle und einem Durchmesser von annähernd 250 Metern. Über die silberne Außenhaut lief ein Netz von Rohren, die im Durchschnitt anderthalb...




