Forstchen | One Second After - Die Welt ohne Strom | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 512 Seiten

Forstchen One Second After - Die Welt ohne Strom


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-86552-720-2
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 512 Seiten

ISBN: 978-3-86552-720-2
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der US-Bestseller. Was wäre, wenn jemand vorhätte, die USA anzugreifen? Wäre es da nicht strategisch klug, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zunächst den Schutz durch die überlegene Technologie zu rauben? Was wäre, wenn es eine Waffe gäbe, die alles Elektronische ausschalten könnte? Diese Waffe könnte bereits in den Händen der Feinde sein ... John Matherson, Geschichtsprofessor und Ex-Colonel, lebt mit seiner Familie in einer friedlichen Kleinstadt in den Bergen North Carolinas. Doch die Idylle findet ein jähes Ende, als ein EMP die kompletten Vereinigten Staaten lahmlegt. Alle elektronischen Geräte - Autos, Computer, Radios, Flugzeuge - funktionieren von einer Sekunde auf die andere nicht mehr. Die Gesellschaft bricht erschreckend schnell zusammen, und John muss sich eine entscheidende Frage stellen: Wie weit würdest du gehen, um deine Familie und deine Heimat zu schützen? Dieser Roman ist eine Warnung. Eine Warnung vor einer Gefahr, die schon morgen Realität sein könnte: ein Angriff mit einer EMP-Waffe. Der elektromagnetische Impuls kann in einer Sekunde jede Form von Elektronik außer Gefecht setzen - und die Zivilisation, wie wir sie kennen, komplett ausradieren ... ONE SECOND AFTER wird fortgesetzt mit ONE YEAR AFTER und THE FINAL DAY. William B. Scott: 'Ein Weckruf, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Chaos und Tod sind nur einen Stromausfall entfernt ... Hortet sofort Essen, Wasser, Medikamente und Batterien. Dieser Horror könnte schon morgen Wirklichkeit werden!' Harry Turtledove: 'Forstchen ist einer der faszinierendsten Autoren auf dem Gebiet der historischen Romane und der Military-SF.' Booklist: 'Ein fesselndes, warnendes Beispiel.'

William R. Forstchen (1950 in New Jersey geboren) ist ein US-amerikanischer Historiker und Autor von mehr als 40 Büchern. Er ist Experte für Militär- und Wissenschaftsgeschichte und den Amerikanischen Bürgerkrieg. Weitere Interessen sind Luftfahrt und Archäologie (er nahm an mehreren Expeditionen in die Mongolei, nach Rumänien und Russland teil). 2009 erschien der Roman ONE SECOND AFTER, der für 12 Wochen die New York Times-Bestsellerliste anführte. Forstchen hatte dafür jahrelang analysiert, was in einer kleinen Stadt im Zuge eines EMP-Angriffs (Elektromagnetischer Impuls) tatsächlich passieren könnte. Die Fortsetzungen ONE YEAR AFTER und THE FINAL DAY wurden ebenfalls zu Bestsellern.
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Denn ich bin der Tod geworden,

der Zerstörer der Welten.

Kapitel Eins

Black Mountain, North Carolina, 14:30 Uhr

John Matherson nahm die Plastiktüte von der Ladentheke.

»Bist du sicher, dass ich die Richtigen habe?«

Nancy, die Besitzerin des Ivy Corner, lächelte. »Keine Sorge, John. Sie hat sie schon vor Wochen ausgesucht. Gib ihr eine Umarmung und einen dicken Kuss von mir. Kaum zu glauben, dass sie heute schon zwölf wird.«

John nickte seufzend, während er die mit zwölf Beanie Babys gefüllte Tüte betrachtete – eine Puppe für jedes Lebensjahr seiner Tochter Jennifer, die heute vor zwölf Jahren zur Welt gekommen war.

»Ich hoffe, dass sie die mit 13 immer noch haben will«, sagte er. »Gott steh mir bei, wenn der erste Junge vor der Tür steht und mit ihr ausgehen will.«

Die beiden lachten und Nancy nickte zustimmend. John durchlitt diese Situation bereits mit seiner 16-jährigen Tochter Elizabeth, und deshalb – aber auch aus vielen anderen Gründen – wünschte er, die kostbare Zeit, in der sie noch sein »kleines Mädchen« sein würde und an die sich jeder Vater später liebevoll erinnert, noch um ein paar Tage, Wochen oder Monate verlängern und festhalten zu können.

Es war ein wunderschöner Frühlingstag. Die Kirschbäume, die die Straße säumten, standen in voller Blüte, und eine sanfte Brise wirbelte die rosafarbenen Blütenblätter durch die Luft, während er die Straße hinaufging, vorbei an Doktor Kellors Praxis, den Antiquitätenläden, der neuen, etwas düster anmutenden Kunstgalerie, die im letzten Monat eröffnet hatte, den üblichen Schnickschnack- und Andenkenläden und auch dem nostalgisch eingerichteten Eiscafé – der Preis von anderthalb Dollar pro Kugel war jedoch durchaus zeitgemäß. Danach kam Bensons Laden für gebrauchte und seltene Bücher, und John zögerte. Er hätte gern ein paar Minuten hineingeschaut und zog sein Handy hervor, um auf die Uhr zu sehen.

14:30 Uhr. Ihr Bus würde um drei ankommen, also hatte er heute keine Zeit, hier bei einer Tasse Kaffee über Bücher und Geschichte zu plaudern. Walt Benson erspähte ihn und hielt einladend eine Tasse hoch, aber John schüttelte verneinend den Kopf und deutete auf sein Handgelenk, obwohl er nie eine Armbanduhr trug. Er setzte seinen Weg zu seinem Talon-Geländewagen fort, den er vor Taylors Eisen- und Gemischtwarenhandlung an der Ecke geparkt hatte.

John hielt inne und blickte einen Moment auf die Straße zurück.

Ich lebe in einem verdammt idyllischen Gemälde von Norman Rockwell, dachte er zum tausendsten Mal.

Hier zu landen … das hätte er sich früher niemals vorstellen können; er hatte es nie geplant und nicht einmal gewollt. Vor acht Jahren hatte er an der Militärakademie in Carlisle, Pennsylvania Militärgeschichte unterrichtet und Vorlesungen über asymmetrische Kriegsführung gehalten. Damals war er sehr darauf erpicht gewesen, endlich in den Rang eines Brigadier Generals aufzusteigen.

Doch dann hatten sich zwei Dinge ereignet. Seine Beförderung war mit einer Berufung zum Verbindungsoffizier bei der NATO in Brüssel bestätigt worden – eine ziemlich gute Position und höchstwahrscheinlich die Abrundung seiner Karriere. Und dann war Mary einige Tage nach seiner Beförderung mit bleichem Gesicht und fest zusammengepressten Lippen von einem Arztbesuch zurückgekehrt und hatte drei Worte gesagt: »Ich habe Brustkrebs.«

Der Kommandant in Carlisle war Bob Scales gewesen, ein alter Freund und der Patenonkel von Johns Tochter Jennifer, und er hatte die Bitte verstanden, die John an ihn richtete. John hätte die Beförderung gern angenommen, aber könnte er nicht im Pentagon stationiert werden? Dann wären sie in der Nähe der Johns Hopkins Klinik und obendrein nicht weit von Marys Familie entfernt gewesen.

Das ging jedoch nicht. Es gab ohnehin viele Budgetkürzungen. O ja, im obersten Kommandostab brachte man ihm viel Verständnis und Mitgefühl entgegen, aber er musste den Posten in Brüssel annehmen, wenn er seinen Generalsstern haben wollte. Vielleicht würden sie in einem Jahr eine Position in den Staaten für ihn finden.

Nachdem er mit Marys Arzt gesprochen hatte, reichte John seinen Rücktritt ein. Er wollte Mary in ihre Heimat bringen, wie sie es sich wünschte – nach Black Mountain in North Carolina. Das Chapel Hill Krebstherapiezentrum lag ganz in der Nähe.

Als John Black Mountain erwähnte, erwiesen sich Bobs Verbindungen als gut, sogar als erstaunlich gut. Ein einziger Telefonanruf genügte – die »alten Seilschaften« wurden zwar als politisch unkorrekt verachtet, aber sie existierten und halfen, wenn Not am Mann war. Der Präsident des Montreat College in Marys Heimat in North Carolina brauchte tatsächlich »plötzlich« einen Vizedirektor für das Ressort »Akademische Entwicklung«. John hasste zwar diese bürokratische Tätigkeit, bei der es um Studentenimmatrikulation ging, aber es gelang ihm, sie zu überleben, bis schließlich vor vier Jahren eine Professur mit Aussicht auf Unkündbarkeit in der Geschichtsfakultät frei wurde, die man ihm übertrug.

Die Tatsache, dass der Collegepräsident Don Hunt sein Leben Bob Scales verdankte, der ihn 1970 aus einem Minenfeld herausgeholt hatte, war ein starker Pluspunkt für John, der unter Freunden nicht übersehen werden konnte. Don hatte ein Bein verloren, Bob bekam für die Rettung Dons einen weiteren Bronze Star, und beide Männer waren seitdem enge Freunde, die sich stets auch um diejenigen kümmerten, die dem anderen wichtig waren.

Mary durfte also endlich nach Hause, nachdem sie John 20 Jahre lang überallhin begleitet hatte: vom Hauptquartier in Benning nach Deutschland, nach Okinawa, nach der nervenaufreibenden Operation Desert Storm, anschließend ins Pentagon. Dann ein Jahr – ein wunderbares Jahr – an der Akademie in West Point und schließlich drei weitere Jahre in Carlisle, wo er Dozent gewesen war. Im Grunde seines Herzens war John Geschichtslehrer, und vielleicht hatte der unbekannte Paragrafenreiter im Personalbüro des Pentagons ihm sogar einen Gefallen getan, als er sein Versetzungsgesuch in die Vereinigten Staaten abwies.

Und so waren sie in Marys Heimat, nach Black Mountain in North Carolina, zurückgekehrt. John hatte keine Sekunde gezögert, Mary ihren Wunsch zu erfüllen; er nahm seinen Abschied vom Militär, verzichtete auf seine Beförderung und zog mit ihr in dieses idyllische Fleckchen in den Bergen North Carolinas.

Als er nun über die Hauptstraße blickte, verlor er sich einen Moment lang in seinen Erinnerungen. Nächste Woche jährte sich Marys Tod zum vierten Mal – vier Jahre waren seit ihrem letzten, langsamen, erschöpfenden Spaziergang auf dieser Straße vergangen, auf der sie als Kind ausgelassen herumgerannt war.

Es war wirklich ein Städtchen wie von Norman Rockwell gemalt. Während dieses letzten Spaziergangs waren sie alle aus ihren Läden gekommen, denn jeder kannte Mary, jeder wusste, was los war, und wollte sie begrüßen, sie umarmen, sie küssen, und alle wussten, dass dies der Abschied war, aber niemand sprach es aus. John würde die liebevollen Gesten niemals vergessen.

Er verdrängte diese Gedanken. Sie gingen ihm immer noch zu nah, und Jennifers Schulbus würde in 20 Minuten ankommen.

Er stieg in seinen Talon, ließ den Motor an, bog in die State Street und fuhr in Richtung Osten. Er liebte den Anblick der State Street, die sich, gesäumt von weiteren Läden, in Kurven durch die Stadt wand. Fast alle Gebäude bestanden aus rotem Backstein und stammten aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende.

Das Städtchen war einst aufgrund des Booms der Tuberkulose-Sanatorien eine blühende Gemeinde gewesen. Als sich in den frühen 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts endlich die Eisenbahn ihren Weg durch die Berge im Westen North Carolinas gebahnt hatte, waren die Tuberkulosekranken die Ersten gewesen, die hierher geströmt waren. Zu Tausenden kamen sie in die Sanatorien, die auf jedem sonnenbeschienenen Berghang wie Pilze aus dem Boden schossen. In den frühen 1920er-Jahren gab es bereits ein Dutzend solcher Kliniken im Umland von Asheville, der großen Kreisstadt 18 Kilometer westlich von Black Mountain.

Dann kam die Wirtschaftskrise. In Black Mountain schien die Zeit stehen zu bleiben, und als nach dem Krieg die Antibiotika aufkamen, leerten sich die Sanatorien. Dadurch blieben in Black Mountain all die schönen Gebäude unverändert erhalten, die in anderen Städten längst Einkaufszentren gewichen waren. Der Fortschritt war an Black Mountain vorbeigegangen.

Nun gab es dort, wo die Sanatorien gewesen waren, Konferenzzentren diverser Kirchen und Ferienlager für Kinder. Auch Johns College war auf einem solchen hoch gelegenen Gelände errichtet worden, das die Einheimischen »Cove« nannten. Es war ein kleines College mit höchstens 600 Studenten, und die meisten stammten aus kleinen Dörfern in North oder South Carolina; nur einige wenige kamen aus Atlanta, Georgia oder Florida. Manchen Jugendlichen machte die relative Abgeschiedenheit schwer zu schaffen, aber die Mehrzahl gab widerstrebend zu, dass sie die Gegend liebten. Es war eine wunderschöne Hochschulanlage, nirgends lauerten Gefahren und rings um das Grundstück wand sich ein alter Holzfällerweg, der direkt auf den Gipfel des Mount Mitchell führte. Reißende Bäche in der Nähe waren ideal zum Kajakfahren, und die dichten Wälder hießen alle willkommen, die unter Umgehung der relativ strengen Collegeregeln Partys feiern wollten.

In den 1980er-Jahren war auch das Städtchen schließlich wieder zum Leben...


Forstchen, William R.
William R. Forstchen (1950 in New Jersey geboren) ist ein US-amerikanischer Historiker und Autor von mehr als 40 Büchern. Er ist Experte für Militär- und Wissenschaftsgeschichte und den Amerikanischen Bürgerkrieg. Weitere Interessen sind Luftfahrt und Archäologie (er nahm an mehreren Expeditionen in die Mongolei, nach Rumänien und Russland teil).
2009 erschien der Roman ONE SECOND AFTER, der für 12 Wochen die New York Times-Bestsellerliste anführte. Forstchen hatte dafür jahrelang analysiert, was in einer kleinen Stadt im Zuge eines EMP-Angriffs (Elektromagnetischer Impuls) tatsächlich passieren könnte.
Die Fortsetzungen ONE YEAR AFTER und THE FINAL DAY wurden ebenfalls zu Bestsellern.



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