Wandern auf der Schwäbischen Alb
Die Schwäbische Alb ist ein Wanderdorado für alle - und das zu fast jeder Jahreszeit! Sie erstreckt sich vom Oberen Donautal bis zum Nördlinger Ries durch ganz Südwestdeutschland auf knapp 200 km Länge. Das abwechslungsreiche Mittelgebirge begeistert durch imposante Felsstufen am nördlichen Albtrauf, herrliche Burgen und Schlösser, liebliche Wasserläufe, geschichtsträchtige Orte sowie idealtypische Vulkankegel, unergründliche Höhlenwelten oder mysteriöse Quelltöpfe. Und nicht zu vergessen: die faszinierenden Weitblicke, die einem vom Albtrauf vergönnt sind.
Als Wandergebiet für die ganze Familie bietet die Alb auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für jedes Wetter und jede Kondition. Und nicht selten warten entlang der Wanderwege gemütliche Einkehrmöglichkeiten in Biergärten, Hütten oder Schlosshöfen. Vor allem die schwäbischen Spezialitäten sollte man sich nicht entgehen lassen.
Die Wandermöglichkeiten auf der Alb sind schier unerschöpflich - das Spektrum reicht von Spaziergängen, kleinen Runden im sanft hügeligen Gelände der Flächen- und Kuppenalb bis hin zu sportlichen „Traufgängen“ mit etlichen Höhenmetern, Wanderungen entlang der Albnordkante oder ausgedehnten Streckenwanderungen auf einem der zahlreichen Fernwanderwege. Hervorragend gekennzeichnet sind die Wege durch den Schwäbischen Albverein.
Der Name „Alb“ leitet sich übrigens aus dem mittelhochdeutschen „albe” ab und bezeichnet eine Bergweide. Bis heute dient die „Schwobaalb“ mancherorts als Weideland, vor allem für Schafherden, die hier im Dienste des Landschaftsschutzes die Wacholderheiden „mähen“ und für eine reizvolle Landschaft sorgen.
Wohl kaum ein anderer schwäbischer Dichter als Justinus Kerner konnte die Schönheit der Alb besser in Worte fassen: „Es rauschen durch die Stille / Die Ähren, voll und schwer. / Der Wald in üpp'ger Fülle / Steht schwarz ein nächtlich Meer. / Und über ihn sich breitet/ Ein stolzer Felsenkranz, / Das ist die Alb, gekleidet / In blauen Himmelsglanz ...“ (aus „Sommerabend“, Gedichte, Stuttgart und Tübingen 1826).
Wanderregionen auf der Schwäbischen Alb
Die Schwäbische Alb wird als „Krone“ oder auch als „Dach“ des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes bezeichnet. Sie zeigt sich als markantes Mittelgebirge, das sich von Südwest nach Nordost durch Baden-Württemberg und weiter ins bayerische Hoheitsgebiet spannt. Wenn man von Norden kommt, präsentiert sich der Albriegel als durchschnittlich 400 m hohe felsig-steile „blaue Mauer“, die zwar ohne markante Gipfel, aber dennoch in ihrer Länge imposant über das Albvorland ragt. Einzelne Zeugenberge, wie die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen (alle Tour 28) oder nahezu kreisrunde Vulkankegel wie die Limburg (Tour 21), sind der Albkante vorgelagert und bieten als isolierte Zeugenberge hervorragende Panoramablicke weit ins nördliche Schichtstufenland und auf den imposanten Trauf mit seinen zahlreichen Schlössern und Burgen. Der Albnordrand ist eine beliebte, abwechslungsreiche, mit Aussichtsfelsen gespickte Region, die Wanderherzen höherschlagen lässt. Erklimmt man die bewaldeten Hänge der Kalkstufe, eröffnet sich die Weite der sanftwelligen Hochfläche, auf der die landwirtschaftliche Nutzung durch Ackerbau und Grünland vorherrscht. Der Albkörper bietet vor allem entlang der raren Flussläufe und Trockentäler (Touren 12, 13, 31, 33 oder 34) idyllische Wanderrouten, wobei sich nicht selten eine der äußerst sehenswerten Schauhöhlen am Wegesrand verbirgt (Touren 13, 16 oder 23). Der sanft zur Donau hin abfallende Südrand der nur etwa 40 km breiten Schwäbischen Alb präsentiert sich in einem lieblichen Kleid aus schmalen mäandernden Tälchen, gesäumt von Felsdomen. Stille Naturerlebnisse sind einem hier sicher. Zollernalb und Naturpark Obere Donau (Touren 1-8): Lediglich im äußersten Südwestzipfel der Schwäbischen Alb hat sich die Donau tief in die Kalkschichten eingeschnitten und ein malerisches Durchbruchstal geschaffen (Touren 7 und 8), das als „Naturpark Obere Donau“ unter Schutz gestellt ist. Die steil aufragenden Felswände zwischen Tuttlingen und Sigmaringen, die darin friedlich dahinschlängelnde Donau und die bewaldeten Höhen sind ein beliebtes Naherholungsgebiet bei Wanderern und Radlern. Von hier ist es nur ein Katzensprung zu den höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb, der Region der 10 Tausender, mit dem höchsten, dem 1.015 m hohen Lemberg (Tour 2). Ein beliebtes Wander- und Pilgerziel ist der Dreifaltigkeitsberg (Tour 1) vor den Toren Spaichingens. Von diesen Gipfeln und der angrenzenden Hochfläche sind bei guter Sicht die Alpen deutlich zu erkennen. Rund um Albstadt bietet die Südwestalb eine Vielzahl von abwechslungsreichen Wanderwegen in herrlicher Naturfülle (Tour 3), die zum Teil vom Deutschen Wanderinstitut als „Premiumwege“ deklariert wurden (Touren 4 und 5). Eine über die Grenzen Baden-Württembergs bekannte kulturelle Sehenswürdigkeit ist gewiss die Burg Hohenzollern (Tour 6). Auf der Bergspitze thront das Märchenschloss an der Trauflinie mit einem spektakulären Panoramablick über die Albkante und die sanften grünen Hügel rund um Hechingen. Mittlere Schwäbische Alb mit Donautal und Blautal (Touren 9-17): Die Mittlere Schwäbische Alb ist das Herzstück der Schwäbischen Alb mit unzähligen Wanderattraktionen wie dem Rossberg (Tour 9). Nahe Reutlingen öffnet die Bilderbuch-Alb ihre Pforten mit zahlreichen Burgen und Schlössern wie dem Schloss Lichtenstein (Tour 10) oder der Burg Derneck (Tour 12). Die Mittlere Schwäbische Alb ist stark verkarstet und ist mit zahlreichen Trockentälern, Dolinen und Höhlen gespickt. Geheimnisvolle Tropfsteinhöhlen wie die Nebelhöhle (Tour 10), die Wimsener Höhle (Tour 13) oder die Sontheimer Höhle (Tour 16) sind ein Highlight dieser Wanderrunden auf der Schwäbischen Alb. Zur Donau hin ist die Flächenalb durch tief erodierte Täler und mäandernde Flüsse wie zum Beispiel die Große Lauter (Touren 12 und 14) oder die Kleine Lauter (Tour 17) charakterisiert. In der wasserarmen Region sind Quellen etwas ganz Besonderes, egal ob es die eher unspektakuläre Quelle der Fils oder der sagenhafte Blautopf (Tour 15) ist. Wasserfälle sind erst recht eine Seltenheit, und so zieht der Uracher Wasserfall (Tour 11) mühelos Naturliebhaber in seinen Bann. Stauferalb (Touren 18-28): Ein beliebter Tummelplatz für Wanderer auf der Schwäbischen Alb ist zweifelsohne die Stauferalb. Hier tritt der nördliche Albtrauf deutlich in Erscheinung und ermöglicht unglaubliche Tief- und Fernblicke, wie beispielsweise vom Hohenneuffen (Tour 18) oder der Burg Teck (Tour 19). Kein Wunder, dass gerade hier das Geschlecht der Staufer seinen geschichtsträchtigen Fingerabdruck hinterließ. Ambitionierte Wanderer können einige Höhenmeter zurücklegen und die Albkante auf lauschigen Waldwegen erklimmen (Touren 24, 25, 26). Aber was wäre der Albnordrand im Bereich der Stauferalb ohne ihre Vulkankegel und -schlote, die wie im Falle der Limburg (Tour 21) im Albvorland liegen und im Falle des Randecker Maares (Tour 22) von der Erosion angenagt wurden. Vor den Toren der Schwäbischen Alb erstrecken sich wie auf einer Perlenkette aufgereiht prägnante Zeugenberge: die drei Kaiserberge (Tour 28) östlich von Göppingen, die vor allem vom Kalten Feld (Tour 27) zum Greifen nah erscheinen. Auf dem Hohenstaufen errichtete das Adelsgeschlecht der Staufer seine Stammburg. Weitere Burgen zieren die Region (Touren 18, 19 und 25). Aber auch prächtige Aussichtsfelsen wie der Messelberg (Tour 26) oder zahlreiche Höhlen wie die Gutenberger Höhle (Tour 20) oder die Schertelshöhle (Tour 23) sind Anziehungspunkte. Hier offenbart sich die Vielfalt der Wanderregion Schwäbische Alb. Ein dichtes Wegenetz lädt zu Spaziergängen, Tagestouren oder zu Streckenwanderungen ein, zum Beispiel entlang dem...