Ford | Spur des Bösen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 340 Seiten

Reihe: Frank Corso ermittelt

Ford Spur des Bösen

Thriller. Frank Corso ermittelt 3 | Eine einsame Hütte mitten im Schneesturm - eine tödliche Falle ...
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-641-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller. Frank Corso ermittelt 3 | Eine einsame Hütte mitten im Schneesturm - eine tödliche Falle ...

E-Book, Deutsch, Band 3, 340 Seiten

Reihe: Frank Corso ermittelt

ISBN: 978-3-98952-641-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Unter den morschen Dielen eines alten Hauses verbirgt sich der grausame Tod ... Auf der Flucht vor der texanischen Polizei suchen Journalist Frank Corso und Fotografin Meg Dougherty im ländlichen Wisconsin Schutz vor einem gnadenlosen Schneesturm. In dem verlassenen Bauernhaus, das ihnen Zuflucht vor der Nässe und Kälte bietet, lauert jedoch ein abscheuliches Geheimnis: Unter den Dielen verbirgt sich ein Massengrab ... Auf der Suche nach Gerechtigkeit, begeben sich Corso und Dougherty auf die Jagd nach dem Mörder. Mit jedem neuen Detail über den grausamen Fall, geraten die beiden tiefer in einen Sog aus Gewalt und Terror. Doch ihre Ermittlungen bleiben nicht unentdeckt und schon bald wird der abgebrühte Journalist selbst zur Zielscheibe eines von Wut getriebenen Wahnsinnigen ... Auf der Flucht vor dem Gesetz macht Frank Corso einen schrecklichen Fund - der dritte Band der Thriller-Reihe um den abgebrühten Journalisten für Fans von Michael Connelly und Jeffery Deaver. Alle Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.

G.M. Ford (1945 - 2021) war ein preisgekrönter amerikanischer Schriftsteller, der mit seinen beiden Krimireihen um den Journalisten Frank Corso und Privatdetektiv Leo Waterman internationale Bekanntheit erreichte. Er wurde u.a. für den Shamus, Anthony und Lefty Award nominiert und lebte an der Westküste, zuletzt in Oregon, wo er an der Universität auch als Dozent für Kreatives Schreiben tätig war. Bei dotbooks veröffentlichte der Autor seine Frank-Corso-Reihe, bestehend aus »Dunkle Strafe«, »Killer-Trieb«, »Spur des Bösen«, »Spur des Bösen«, »Die Geisel« und »Spur des Blutes«.
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Kapitel 1


»Ich verstehe.« Die Frau seufzte und lächelte verlegen. »Haben Sie mir nicht zugehört, Sir?«

»Ich habe zugehört«, antwortete Corso.

»Dann haben Sie gehört, dass ich ›morgen Mittag‹ gesagt habe.« Sie zögerte. »Frühestens.«

»Ich muss unbedingt von hier weg.«

Sie hörte auf, sich mit dem Stapel-Tickets Luft zuzufächeln, und blickte ihm widerwillig in die Augen.

»Wie ich Ihnen bereits gesagt habe, sind alle Flüge auf unbestimmte Zeit abgesagt worden.«

»Ich hänge schon zwei Tage in dieser ... dieser ... Einrichtung fest.«

Sie seufzte. »Sir ... bitte. Es ist für uns alle unangenehm, aber ich versichere Ihnen, dass sich an der Situation absolut nichts ändern lässt.« Zum Fenster deutend, schüttelte sie angewidert den Kopf und blätterte mit ihren eckigen, weiß lackierten Fingernägeln durch die Papiere. Corso schob die Hände in die Hosentaschen, wandte sich vom Schalter ab und trat ans Fenster.

Draußen wehte von Westen ein dünner Vorhang aus Schnee und Eis im Dreißiggradwinkel herein. Nichts sonst bewegte sich. Fuß- und Reifenspuren vom Tag lagen schon wieder unter dreißig Zentimeter frischem Schnee begraben, der die Rollbahn in ein dichtes, weißes, vom Wind geriffeltes Tuch verwandelt hatte.

Drinnen erinnerte der O’Hare International Airport an ein Flüchtlingslager. Alle ebenen Flächen wurden entweder von gestrandeten Reisenden oder ihrem Gepäck in Anspruch genommen. Fünfzig Meter weiter, am anderen Ende der Halle, gingen zwei Soldaten mit geschulterten Automatikgewehren im Zickzack zwischen den Wartenden hindurch, um hier und da ein Schloss zu prüfen oder in ein schlafendes Gesicht zu blicken.

Ihre Helme drehten sich gleichzeitig, als Meg Dougherty mit klackernden, hohen Schnürstiefeln um die Ecke bog, den schwarzen Umhang hinter sich aufgebläht wie ein Paar gespreizter Flügel. Was sie zu den beiden Jungs sagte, konnte Corso nicht verstehen. Der Größere der beiden salutierte und boxte seinem Kumpel mit dem Ellbogen in die Rippen. Der andere beugte sich hinüber und flüsterte seinem Kollegen etwas ins Ohr. Lächelnd stießen sie die Schultern aneinander und gingen weiter.

Im grellen Neonlicht sah sie aus wie eine Vampirkönigin. Oder vielleicht ein Todesengel. Reinstes Goth. Alles schwarz. Umhang, Strumpfhose, Stiefel, Nägel, Lippen und Haare. Mindestens eins achtzig. Diese mit Steroiden vollgepumpte Betty Paige durchschnitt die künstliche Luft wie ein Pfeil.

Ein leises Stöhnen zog Corsos Aufmerksamkeit auf den Fenstersims rechts von ihm, wo sich eine ältere Frau im Schlaf bewegte und ihre faltige Wange über den Speichel rieb, der aus ihrem Mund auf die Seite ihres karierten Koffers geflossen war.

Dougherty blieb neben Corso stehen und blickte hinaus in die winterliche Märchenlandschaft, bevor sie sich umdrehte und ihm einen wütenden Blick zu warf. Er zog es vor, sich abzuwenden und mit frisch gewecktem Interesse in die eisige Nacht hinauszuspähen.

»Hat dir dein kleiner Ausflug gefallen?«, fragte er.

»Es geht doch nichts über einen Dauerlauf um einen Flughafen, um die Lungen durchzupusten.«

Er trat drei Schritte näher an die riesige Glasscheibe, die sie vom Schneesturm trennte. Legte seine Hand kurz darauf. Dougherty trat näher an ihn heran.

»Es war sehr informativ. Ehrlich.«

Etwas in ihrer Stimme ließ ihn aufmerken.

»Ach ja?«, hakte er nach.

»Also, zunächst einmal habe ich herausgefunden, dass wir wahrscheinlich nirgendwohin gehen.«

Corso blickte sie an. »Seit wann bist du der Wetterfrosch?«

»Wetterfee.«

»Von mir aus.«

»Seit ich in der Bar einen Meteorologen kennen gelernt habe.«

»Was du nicht sagst.«

»Netter Typ ... heißt Jerry.«

»Jerry?«

»Meint, die Wetterlage nennt sich Inversionswetterlage. Meint, sie hätte Chicago in die Zange genommen.«

»Hmmm.«

»Meint, die Wetterlage hätte sich genau hier über dem Mittleren Westen festgesetzt.«

»Ach ja?«

»M-hm. Laut Jerry hat der Sturm einen Durchmesser von hundertsiebzig Kilometern und wird sich in absehbarer Zukunft keinen Millimeter von der Stelle bewegen.«

»Häh, hundertsiebzig Kilometer?«

»Das hat er gesagt.«

Corso ging wieder zum Schalter. Die Frau blickte ihn mit müden, rot umrandeten Augen an.

»Sie werden doch nicht etwa Probleme machen, Sir, oder?«

»Was für Probleme?«

»Muss ich den Sicherheitsdienst rufen?«

»Warum sollten Sie das tun?«

»Weil Sie, Sir, der Einzige zu sein scheinen, der Probleme hat, die Lage zu begreifen.«

»Ich muss hier weg.«

Ihr Gesichtsausdruck besagte, dass ihr das scheißegal war. »Wie ich Ihnen bereits in den letzten sechs Stunden jede Viertelstunde erklärte habe« – sie zuckte mit den Schultern und hob die Hände – »wird niemand von hier wegkommen.«

Corso machte den Mund auf, doch die Frau kam ihm zuvor. »Es sei denn, Sie möchten die Angelegenheit mit dem Sicherheitsdienst besprechen.«

»Warum reden Sie dauernd vom Sicherheitsdienst?«

»In Anbetracht von Terrorismus, erhöhter Wachsamkeit und dem ganzen Zeug gehe ich davon aus, dass die Sicherheitschecks heutzutage ziemlich langwierig und unangenehm sein können«, meinte sie und nickte zu den sich nähernden Soldaten.

Corso hörte Stiefel knarren – die Soldaten standen hinter ihm.

»Gibt’s Probleme, Annie?«, fragte eine Stimme.

Sie lächelte sarkastisch und schaute Corso erwartungsvoll an.

Corso hob beide Hände, als wolle er sich ergeben. »Keine Probleme.«

Die Frau zog ironisch eine Augenbraue hoch. »Und was kann ich dann für Sie tun, Sir?«

»Ich wollte nur etwas fragen.«

»Und was wollten Sie fragen, Sir?«

»Ich wollte nach dem nächstgelegenen Flughafen fragen, der noch in Betrieb ist.«

Sie legte den Stapel Papiere beiseite und tippte auf der Tastatur. Auf jedem ihrer festen, weiß lackierten Fingernägel prangte ein anderes Weihnachtssymbol. Ein Weihnachtsmann. Ein Weihnachtsbaum. Eine Zuckerstange. Ein Rentier. Und ein Adventskranz.

»Madison«, sagte sie nach einem kurzen Augenblick.

»Wie weit ist das entfernt?«

»’n paar hundert Kilometer«, antwortete sie.

Corso bedankte sich und ging zurück zum Fenster, wo Meg das höllische Nat urschauspiel betrachtete. Die alte Frau auf dem Fenstersims bewegte sich wieder.

»Gehen wir«, sagte Corso.

»Ich hätte da schon ein paar Ideen, wo du hingehen könntest«, erwiderte sie, ohne sich ihm zuzuwenden.

Er überging ihren Spott. »Wir fahren nach Madison.«

»Was gibt’s in Madison?«

»Flugzeuge, die fliegen.«

Die freundliche Annie und die Soldaten hatten flüsternd die Köpfe zusammengesteckt und warfen Corso und Dougherty verstohlene Blicke zu.

Meg ließ ein trockenes, humorloses Lachen hören. »Ein Kerl mit deinen Problemen sollte wirklich nicht versuchen, allzu viel Aufmerksamkeit zu erregen.«

Corso schaute weiterhin aus dem Fenster, so dass sie um ihn herumgehen musste, um sich vor ihm aufzustellen und ihm direkt ins ausdruckslose Gesicht zu blicken. »Das war eine Gesprächseröffnung, Frank. Du musst mich jetzt fragen, von welchem Problem ich rede.«

Sein Gesicht verzog sich zu gespielter Überraschung. »Ich wusste nicht, dass es ein Drehbuch gibt.«

»Ich auch nicht ... bis vor ungefähr einer halben Stunde. Da saß ich an der Bar und habe einen Irish Coffee getrunken und CNN geschaut.«

Er erwiderte ihren Blick. »Mit Jerry.«

»Gleich auf dem Hocker neben ihm. Hüfte an Hüfte, sozusagen.« Unangenehme Stille machte sich breit.

»Rate mal, wessen Gesicht überall in den Nachrichten zu sehen ist«, meinte sie schließlich.

Er versuchte, gelangweilt zu wirken. »Schätzchen, lass doch diese Spielchen.«

»Es scheint, als hätte man es per Haftbefehl auf den Arsch des zurückgezogen lebenden Autors Frank Corso abgesehen.«

»Ehrlich?«

»Der erfolgreiche Autor Frank Corso. Der wichtige Zeuge Frank Corso auf der Flucht.«

»Wer sagt das?«

»CNN, NBC, ABC, CBS. So ziemlich die ganze Buchstabensuppe glaubt das. Fehlt nur noch Tommy Lee Jones, der sich dir erbarmungslos an die Fersen heftet.«

»Interessant.«

Er zog die Augenbrauen hoch und verschränkte die Arme vor der Brust. »Wieso habe ich den Eindruck, dass du mit mir streiten willst?«

Sie trat näher an ihn heran, verlagerte das Gewicht von einem Fuß auf den anderen. »Natürlich will ich mit dir streiten«, zischte sie. »Du hast mich unter Vortäuschung falscher Tatsachen engagiert ... absolut kurzfristig ... und behauptet, ich müsste noch ein paar Fotos wegen der Manderson-Sache machen. Sooo dringend brauchtest du die ... ich sollte alles stehen und liegen lassen und meinen Arsch zum Flughafen schaffen.«

»Du wirst für deine Zeit bezahlt.«

»Darum geht’s doch gar nicht, Frank«, knurrte sie. »Es geht darum, dass ich Fotografin bin. Das ist mein Beruf. Du brauchst Bilder für dein Buch? Dann arbeite ich gerne mit dir zusammen.« Sie zuckte mit den Schultern. »Wenn du mir zu viel bezahlst – bitte. Ich dachte, du gibst mir mehr Geld, weil wir früher mal eine andere ... eine intimere Beziehung hatten. Aber ... ich bin nicht deine Aufpasserin.« Sie machte eine lange Pause. »Erinnerst du dich? Diese Diskussion hatten wir schon öfter.« Als Corso darauf nichts erwiderte, fuhr sie mit lauterer Stimme fort. »Du wirst mir schon verzeihen müssen, dass ich ein bisschen sauer bin, wenn ich übers Fernsehen erfahre, dass wir unsere Geschäftsreise in dieses beschissene Minnesota nur gemacht...



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