Forbes | Wenn ich in deine Augen seh | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Forbes Wenn ich in deine Augen seh


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-573-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-95446-573-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Der Kuss war ein Fehler.' Die Worte des unwiderstehlichen Ranchers Ashford McKee treffen Rachel tief. Was will dieser Mann bloß, der sie erst mit ungestümer Leidenschaft küsst, dann wieder tagelang meidet und jetzt überraschend zu einem romantischen Ausritt zu zweit einlädt? In Ashfords Augen entdeckt Rachel glühendes Verlangen, das seine harten Worte Lügen straft. Doch er kann die Vergangenheit nicht hinter sich lassen, um unbeschwert neu zu beginnen. Rachel hingegen ist längst dabei, sich in den wilden Cowboy zu verlieben - wirklich hoffnungslos?

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2. KAPITEL

Mit Charlie auf dem Rücksitz und Zuversicht im Herzen war Rachel am Sonntagmorgen um halb zehn unterwegs zur Flying Bar T. Es schneite immer noch. Ein kräftiger kalter Wind trieb die Flocken gegen die Frontscheibe. Die Scheibenwischer hatten schwer zu kämpfen.

Voraus lag die Straße in unberührter weißer Pracht da. Hinter sich ließ das Auto eine doppelte Reifenspur zurück. Jenseits von Stacheldrahtzäunen kuschelten sich Hügel und Täler unter eine dicke weiße Decke.

Gleich sehe ich ihn wieder, dachte Rachel unwillkürlich. Hastig ermahnte sie sich. Sie war keineswegs zu einem Besuch bei Ashford McKee unterwegs, sondern es ging darum, das Gästehaus zu mieten und mit Tom zu reden. Trotzdem beschleunigte sich ihr Puls. Sie musste sich eingestehen, dass Ashford sehr attraktiv auf sie wirkte – auf eine raubeinige Art.

Charlie wischte mit einer Hand über die beschlagene Seitenscheibe. „Wie lange dauert es denn noch?“

„Bloß noch fünf Minuten.“

Er richtete sich auf und spähte über den Beifahrersitz. Seine blauen Augen wirkten riesig hinter den Brillengläsern. „Ich kann gar nichts sehen!“

„Glaub mir, es ist nicht mehr weit. Gleich hinter der nächsten Kurve liegt die Ranch. Ist dir auch warm genug?“

Er bejahte, lehnte sich wieder zurück und ließ sich brummend seine rote Corvette über die Oberschenkel fahren. Er hatte das Modellauto zu seinem sechsten Geburtstag geschenkt bekommen und zu seinem Lieblingsspielzeug auserkoren. Er war nicht anders als die meisten Jungen in seinem Alter – und die meisten erwachsenen Männer, die nach echten Sportwagen lechzten.

Mein lieber Floyd, du hast eindeutig den Kürzeren gezogen, als du dich von unserem Baby abgewandt hast!

„Wohnen wir bald auf einer Ranch mit Pferden und Kühen und so?“, wollte Charlie wissen.

„Hoffentlich.“

„Ich mag nicht in dem Motel wohnen. Da stinkt es so.“

„Das stimmt. Lass uns die Daumen drücken, dass Mr Ashford uns sein Gästehaus vermietet.“

„Ist das der Mann von deiner Soldatengeschichte?“

„Nein. Das ist sein Daddy. Er heißt Mr Tom und will mich vielleicht nicht auf seinem Grundstück haben, wenn er erfährt, dass ich ihn ausfragen will.“

Eine Viertelmeile lang ahmte Charlie leidenschaftlich Motorgeräusche nach. Dann sagte er unvermittelt: „Vielleicht träumt er ja vom Krieg!? So wie Grandpa.“

Verdutzt blickte sie in den Rückspiegel. Ihr Vater, Bill Brant, hatte ihr gegenüber nie eine solche Schwäche eingestanden. „Woher weißt du davon?“

„Manchmal schläft Grandpa in seinem Fernsehsessel ein. Und einmal hat er geschrien und davon geredet, dass er jemanden umgelegt hat, der ein Gewehr hatte.“

„Das heißt noch lange nicht, dass er Albträume vom Krieg hat. Manchmal träumt man einfach so von Gewalt.“

„Ich hab ihn aber gefragt, als er aufgewacht ist. Weil ich wissen wollte, was ein Schlitzauge ist.“

„Das ist ein sehr hässliches Wort, mein Sohn! Hat Grandpa es dir erklärt?“

„Na ja, irgendwie. Dann hat er gesagt, dass ich keine Märchen erfinden soll.“

Sie spähte in den Rückspiegel. „Hast du das denn getan?“

Vehement schüttelte Charlie den Kopf. „Grandpa hat geschnarcht und dann hat er angefangen zu reden und zu schreien. Und er hat das Gesicht so verzogen, wie wenn ihm was wehtut.“

„Wann ist das gewesen?“

„Als wir das letzte Mal bei ihm waren.“

Im letzten August also. Sie waren an die Küste von Maryland gefahren und in dem Ferienhaus abgestiegen, das Bill vor fünfzehn Jahren gekauft hatte. Rachel liebte den Ozean sehr – den Geruch, die Geräusche und den Geschmack der Salzluft. „War es das einzige Mal, dass er im Schlaf gesprochen hat?“

„Ja. Danach hat er nicht mehr in dem Sessel geschlafen.“

Natürlich nicht, dachte sie. Weil er sich auf Teufel komm raus keine Blöße geben will. Nicht mit einem wachsamen intelligenten Jungen in Hörweite.

Sie bog in die Zufahrt zur Ranch ein. Das zweistöckige Fachwerkhaus, das sie am vergangenen Mittwoch nur von fern und halb verdeckt von der Rinderherde erspäht hatte, ragte aus dem Schnee auf. Als sie näher kam, stellte sie fest, dass es zusammen mit den Nebengebäuden eine Hufeisenform bildete. Dichte Wolken verhüllten momentan die Rocky Mountains. Doch sie erinnerte sich, wie sich die massiven schneebedeckten Gipfel bei ihrem ersten Besuch gegen den strahlend blauen Himmel abgehoben hatten.

Ashford McKee lebt definitiv in einer Bilderbuchlandschaft, aber ich bin nicht seinetwegen hier, sondern wegen Tom und Charlie, klar!?

Die schwarz-weißen Hunde kamen unter der Veranda hervor, als Rachel neben dem grünen Pick-up anhielt.

„Beißen die?“, fragte Charlie ängstlich.

„Das glaube ich nicht. Das sind Border Collies. Sie treiben gern Schafe und Kühe zusammen, sind aber nicht gefährlich.“ Zumindest hoffte sie das. Sie stellte den Motor ab und schnappte sich ihre Handtasche. „Komm, sehen wir mal nach, ob jemand zu Hause ist.“

Schneeflocken rieselten ihnen auf das Haar und auf die Mäntel, während sie die Stufen neben einer Rollstuhlrampe hinaufgingen. Die Hunde verkrochen sich wieder unter der Veranda. Als Hauswächter waren sie offensichtlich ungeeignet. Vermutlich spielt Ashford hier den Wachhund …

Daisy öffnete in Hüftjeans und bauchfreiem hautengem Stricktop die Haustür. „Hallo, Ms Brant.“ Sie lächelte strahlend und zwinkerte Charlie zu. Der versteckte sich schüchtern hinter dem Rücken seiner Mutter.

„Hallo, Daisy“, antwortete Rachel und dachte dabei: Wäre sie meine Tochter, dürfte sie so aber nicht rumlaufen. Dann gestand sie sich ein, dass sie mit fünfzehn ebenfalls enge Tops und Leggins getragen hatte – sehr zum Missfallen ihres Vaters.

In den darauf folgenden Jahren hatte sich ihr Geschmack gewandelt. Nun bevorzugte sie konservative Kleidung. Dementsprechend trug sie nun eine klassisch geschnittene schwarze Hose und einen Sweater in Aqua.

„Ich möchte gern deinen Vater und deinen Großvater sprechen.“

„Ich weiß.“ Daisy beugte sich vor und flüsterte verschwörerisch: „Dad weiß nichts von meiner Kolumne, okay?“

Bevor Rachel antworten konnte, kam Ashford McKee in den Flur. Einen Moment lang musterte er sie. Dann fragte er mit einem Blick zu Charlie: „Verstärkung mitgebracht?“

Sie sah ihn zum ersten Mal ohne Stetson und stellte fest, dass er wunderschönes Haar hatte. Dicht, schwarz, glatt und aus der Stirn gekämmt, wodurch sein wettergegerbtes Gesicht mit den hohen Wangenknochen und der langen geraden Nase gut zur Geltung kam.

„Hallo, Ash.“ Sie legte Charlie eine Hand auf die Schulter. „Das ist mein Sohn, Charlie. Ich habe ihn mitgebracht, weil ich keinen Babysitter bekommen habe.“ Sie versuchte zu lächeln, doch es misslang, weil Ashford sie so düster anstarrte.

Daisy löste die unangenehme Spannung auf, indem sie verkündete: „Dad hat gesagt, dass Sie ins Gästehaus einziehen.“

Schroff entgegnete er: „Das ist noch nicht entschieden.“

„Aber du hast mir erzählt …“

„Noch nicht.“ Er sah seine Tochter sanft an, doch sein Ton klang resolut.

„Was gibt’s denn da noch zu überlegen?“, wandte sie ein.

Ein grauhaariger Cowboy mit zerfurchtem Gesicht bog in einem elektrischen Rollstuhl um die Ecke. „Unser Besuch ist also angekommen.“

Tom McKee. Der Schlüssel zu meiner Artikelserie, dachte Rachel.

Er musterte sie aufmerksam, blinzelte mehrmals und riss die blassblauen Augen auf, als würde er sie sofort wiedererkennen.

Verwundert, weil sie ihm ganz gewiss noch nie begegnet war, trat sie vor und reichte ihm die Hand. „Rachel Brant, Mr McKee. Sehr erfreut.“

Er schüttelte ihr die Hand mit leichtem Druck. „Sind Sie die, die neulich angerufen hat?“

„Ja.“ Ein Kloß stieg ihr in die Kehle beim Anblick des starken tapferen Mannes. In diesem Moment schwor sie sich, ihm mit ihrem Text alle Ehre zu machen.

„Auf was für Informationen sind Sie aus?“

Ihre Wangen wurden warm. „Heute suchen wir nur nach einer Unterkunft, Sir.“

Der alte Mann starrte sie beunruhigend intensiv an. Schließlich nickte er und entschied: „Mein Sohn wird Ihnen das Cottage zeigen.“

„Kommen Sie mit“, ordnete Ashford an und verließ den Raum, ohne sich zu vergewissern, ob sie ihm überhaupt folgte.

Sie lächelte Tom McKee an und begleitete Daisy zusammen mit Charlie in eine große Küche mit Schränken aus Pinienholz, hochmodernen Geräten und einer großen Kochinsel. Ein rechteckiger Eichentisch stand vor einem bodentiefen Fenster, das den Blick auf schneebehangene Nadelbäume freigab. Unzählige Fotos von einer rothaarigen Frau standen und hingen im ganzen Raum verteilt.

Susie, Ashfords verstorbene Ehefrau. Ohne sich Hut und Mantel anzuziehen oder die Arbeitsstiefel zuzuschnüren, ging er zur Hintertür hinaus. Rachel und Charlie folgten ihm in die kalte Morgenluft. Der Wind brannte auf ihren Gesichtern, während sie zu einem kleinen Cottage gingen, das etwa dreißig Meter voraus unter hohen Pinien und Birken stand.

Drinnen sah es aus wie in einer Puppenstube. Staunend blickte Rachel sich in dem kleinen behaglichen Wohnzimmer um. Spitzengardinen an den Fenstern. Polstermöbel in warmen Erdtönen auf einem runden Teppich. Ein Strauß Strohblumen in einer hohen Vase...



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