Forbes | Der Nekromant - Totennacht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 428 Seiten

Reihe: Der Nekromant

Forbes Der Nekromant - Totennacht


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-945493-81-6
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 428 Seiten

Reihe: Der Nekromant

ISBN: 978-3-945493-81-6
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SIE HERRSCHEN ÜBER DIE LEBENDEN, DOCH ER BEFEHLIGT DIE TOTEN. In einer Zeit, in der die Magie in die Welt zurückgekehrt ist, schlägt sich Conor Night mit dubiosen Gelegenheitsjobs durchs Leben. Er hat die Fähigkeit Tote zum Leben zu erwecken, doch er selbst ist todkrank. Nur eine verbotene Substanz erhält ihn am Leben. Als er ein lukratives Jobangebot bekommt, kann er nicht widerstehen. Schon bald steht er Mächten gegenüber, die ihm weit überlegen sind. Doch auch Conor hat ein paar Tricks auf Lager, mit denen seine Gegner nicht rechnen ... 'Totennacht' ist der Auftakt der dreiteiligen Urban Fantasy-Reihe 'Der Nekromant'.

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EINS


Über diesen Job…


Ich näherte mich der Tür auf meinen Ellenbogen und zog mich wie eine Art mutierter Salamander über den fleckigen braunen Teppich, der den Gang im achten Stockwerk des Hotels Paramour überzog. Es hatte beinahe zehn Minuten an „linker Arm, rechter Arm, zerren und wiederholen“ gedauert, um von der ersten Tür, jetzt zehn Meter oder so hinter mir, zu dieser zu gelangen und zu diesem Zeitpunkt war ich beinahe dazu bereit, aufzustehen und die letzten paar Schritte zu gehen, und sei es nur, um meinen Lungen die Möglichkeit zu geben, sich wieder auszudehnen.

Ich brauchte nur einige Wiederholungen meines Lieblingsmantras, „Ich will nicht sterben“, um mich selbst zu überzeugen, am Boden zu bleiben und weiterzukriechen.

Linker Arm, rechter Arm, linker Arm, rechter Arm.

Schließlich drückte ich mein Auge an die Unterseite der Tür. Ich hatte Glück, dass sie mit so wenig Sorgfalt wie alles andere auf dieser Müllhalde eingehängt worden war.

„Jetzt, wo die Kleinigkeiten ausgeräumt sind… Haben Sie es mitgebracht?“

Als ich unter dem Türrahmen durchlugte, konnte ich nicht sehen, wer gerade sprach, oder überhaupt feststellen, woher die Stimme kam. Was ich sehen konnte, waren drei Fußpaare, zwei auf einer Seite eines Schreibtisches und eines auf der anderen. Sie waren alle in einem etwas schiefen Winkel, was mir sagte, dass die Ziele dort drin gerade saßen. Die näheren Füße waren in ganz normale braune Stiefel verpackt. Der andere Kerl trug schicke, glänzende Slipper, wahrscheinlich Gucci oder Prada.

„Ja, wir haben es.“

Es gab ein Rascheln. Jemand zog etwas aus einer Plastiktüte. Der Bums, als es auf dem Schreibtisch landete, bezeugte, wie schwer es war. Zumindest war ich am richtigen Ort.

„Mr. Black wird über Ihren Erfolg erfreut sein“, sagte Gucci. „Wir hatten in letzter Zeit viele Schwierigkeiten dabei, die Dinger abholen zu lassen.“

„Haben wir gehört. Wenn Sie das Geld früher investiert hätten, hätten Sie nicht so viele Päckchen verlieren müssen.“

Ich glitt wenige Zentimeter weiter vor und hob meine Blicke auf den rostigen Türknauf über meinem Kopf. Ich wollte die Tür wirklich aufmachen und ich wollte dabei nicht gesehen oder gehört werden. Wie stünde wohl die Chance darauf?

„Wo wir schon beim Thema sind, Mr. Black hat noch einen Job für Sie, falls Sie interessiert sind.“

Gelächter. „Wenn das Geld stimmt, sind wir interessiert.“

Ein leises Kichern. „Natürlich. Das Geld, meine Freunde, wird sicherlich Ihren Gefallen finden.“

Ich fasste nach oben, meine Hand bewegte sich ganz langsam auf den Knauf zu und schließlich schlossen sich knochige Finger weich wie eine Feder darum. Trotzdem, schon die Berührung der Oberfläche ließ die Tür ein leichtes Knarzen von sich geben.

„Hören Sie das?“, fragte einer der Männer in Stiefeln.

„Es ist ein altes Gebäude, Rodge. Die Scheiße knarzt und ächzt wahrscheinlich die ganze Nacht.“

„Wie deine Mutter?“

„Halt die Klappe.“

Ich begann, den Knauf zu drehen, um Bruchteile von Millimetern. Es war eine so präzise Bewegung, dass ich bezweifelte, ob viele Menschen sie hätten wiederholen können. Es war diese Kontrolle, diese Aufmerksamkeit auf die Kunstfertigkeiten, die mich zu allem gemacht hatte, was ich heute war. Es kam einem nicht vor wie besonders viel, auf dem Boden eines beschissenen Hotels wie ein Wurm entlang zu kriechen, aber von Zeit zu Zeit bezahlte es zumindest eine oder zwei meiner Rechnungen.

„Also, was ist der Job?“, fragte Rodge.

Ich ging im Kopf das Profil durch, das ich über die Ziele bekommen hatte. Roger Excelon und sein Bruder Tim. Sie waren ein Paar versierter Söldner, erfahrene Schwergewichte, die ihren Zug nach ganz oben machten. Ihre normalen Arbeitsaufgaben bestanden eher aus Wachdiensten als aktivem Transport, aber Verteidigung resultierte nie in derselben Bezahlung wie Angriff und, um ehrlich zu sein, machte sie ihr Hintergrund geeigneter für Abholungen und Wiedererwerb.

Der dritte Kerl war ein Assistent, ein Angestellter von Mr. Black, dessen Rolle es war, die Ressourcen für einen bestimmten Job bereitzustellen. Es hatte keine Möglichkeit gegeben, zu wissen, wer er sein würde, was ihn zu einem Joker machte, über den ich nur leicht nervös war. Ich hatte diese Sache richtig geplant und eine unbekannte Variable mit eingerechnet.

„Eine weitere Abholung. Etwas komplizierter diesmal. Mr. Black hat einen Rivalen und dieser Rivale hat etwas, das Mr. Black will. Muss ich noch mehr sagen?“

„Nö, ich verstehe schon.“

Rodges Gelächter war die perfekte Deckung, als ich den Knauf zu Ende drehte und die Tür vorsichtig etwa zwanzig Zentimeter aufschob. Es war nicht genug für mich, um in das Zimmer zu gelangen, aber ich wollte auch gar nicht in das Zimmer. Noch nicht.

„Es klingt, als könnte eine gewisse Gewalt von Nöten sein“, sagte Tim. „Gewalt kostet extra.“

„Ja, natürlich tut sie das. Ich kann mir vorstellen, dass es etwas Gewalt geben könnte. Drachen wollen sich sehr selten auch nur vom kleinsten Plunder unter ihren Schätzen trennen, wenn Sie verstehen, was ich meine.“

„Ich bin kein Fan von Metaphern, aber ja, ich glaube, ich weiß, was Sie meinen. Wie viel?“

Ich hörte das Geräusch, wie Holz auf Holz kratzte; eine Schublade wurde geöffnet. Dann hörte ich das Geräusch, wie etwas aus Plastik auf den Schreibtisch fiel.

„Zwei Millionen“, sagte Gucci. „Zahlbar im Voraus. Die einzige Weise, wie Sie es verlieren können, ist, dass Sie sterben.“

„Im Voraus? Sie vertrauen darauf, dass wir den Job erledigen, wenn wir schon bezahlt worden sind?“

Nun war Gucci mit dem Gelächter dran. „Ich vertraue darauf, dass Sie nicht dumm genug wären, um Mr. Black zu hintergehen. Davon abgesehen kamen Sie beide mit den höchsten Empfehlungen. Man baut sich keinen Ruf mit Lügen auf und Wächter nicht mit Diebstahl.“

Rechter Arm, linker Arm. Ich schob mich vom Türspalt weg, sodass ich nachdenken konnte. Zwei Millionen waren eine gute Beute, viel mehr als irgendwelche anderen Jobs, die mir je angeboten worden waren. Ich konnte mit dieser Art von Einnahmen die Medikamente für ein Jahr bezahlen. Natürlich wäre Mrs. Grey nicht sehr glücklich darüber. Die Frage war, wie unglücklich? Ich hatte in den letzten drei Jahren für und gegen sie gearbeitet und sie schien von der vernünftigen Sorte zu sein. Andererseits hatte ich sie tatsächlich nie betrogen.

Ich spürte ein Jucken in meiner Kehle und mein Magen zog sich zusammen. Es war eine Erinnerung an die Entscheidung, die ich gerade zu treffen versuchte. Im Endeffekt bekam ich für diesen kleinen Tanz nur Hunderttausend und für diesen Preis schien es mir nicht so wichtig, ob einer von Mr. Blacks Assistenten lebend herauskam. Ich würde trotzdem die Wonder-Zwillinge ausschalten, was von Anfang an Greys Ziel gewesen war. Wie sauer konnte sie darüber schon werden?

Entscheidung getroffen. Ich kroch zurück in Position.

Ein Piepsen ließ mich wissen, dass sie die Karte durchgezogen und den Geldeingang bestätigt hatten. Zwei Millionen in Bitcoins, einer digitalen Währung, verfügbar für jeden, der die Karte zum Transfer mitbrachte, natürlich abzüglich einer Gebühr. Es kam mir in den Sinn, einfach den Job zu beenden und sie zu stehlen, aber ich wusste, dass Black einen Trupp seiner Lakaien schicken würde, um den Tatort zu reinigen, sobald ich weg war, und wenn die Karte fehlte und der Job nicht ausgeführt würde, würden sie sich umso mehr darauf konzentrieren, herauszufinden, wer das Ding durchgezogen hatte. Kein Teil von mir wollte in die Schusslinie eines Killerteams dieses Hauses geraten.

Ich spürte wieder den Drang, zu husten, spannte meine Kehle an und bekämpfte ihn, wobei mir von der Anstrengung Tränen in die Augen traten. Noch nicht. Es war zu früh. Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Noch eine Minute.

„Sieht so aus, als würde das Geld stimmen“, sagte Rodge. „Wir haben einen Deal.“

„Hervorragend.“

Ich hörte Guccis Stuhl knarzen und das Geräusch, wie eine weitere Schublade aufgezogen wurde. Seine Stimme war tiefer und kräftiger, als er sprach. „Nehmen Sie das. Es enthält die Adresse, ein Bild des Ziels und einen Haufen ausspionierter Daten. Rufen Sie die Nummer an, wenn der Job erledigt ist, dann warten Sie auf Bestätigung. Sie haben achtundvierzig Stunden, um sich zu melden, ehe wir ein Team auf die Suche nach Ihnen senden. Verstanden?“

„Kein Problem. Das ist nicht unser erster Tango.“

„Genau deshalb wollte Mr. Black...



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