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E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Fontaine Fabeln


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-3010-2
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-8496-3010-2
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jean de la Fontaine war ein französischer Schriftsteller. Er gilt den Franzosen als einer der größten ihrer Klassiker und ist noch heute mit einigen seiner Fabeln jedem französischen Schulkind bekannt. Dieser Band beinhalte u.a. folgende Fabeln: Die Grille und die Ameise Der Rabe und der Fuchs Der Frosch, der gross sein will wie ein Ochse Die zwei Maultiere Der Wolf und der Hund Der Quersack Die Stadtratte und die Feldratte Der Wolf und das Lamm Der Drache mit mehreren Köpfen und der Drache mit mehreren Schwänzen Der Holzsammler und der Tod Der ältliche Mann mit seinen zwei Geliebten Der Fuchs und der Storch Der Knabe und der Schulmeister Der Hahn und die Perle Die Hornissen und die Bienen Die Eiche und das Schilfrohr Der Rat der Ratten Der durch einen Pfeil verwundete Vogel Die Hündin und ihre Genossin Der Esel mit Schwämmen und der Esel mit Salz Der Löwe und die Ratte Die Taube und die Ameise Der Hase und die Frösche Der Hahn und der Fuchs Der Rabe, der es dem Adler gleichtun will Der Pfau, der sich bei Juno beklagt Die verwandelte Katze Der Löwe und der Esel auf Jagd Die Glieder und der Magen Der Wolf, der ein Schäfer geworden Die Frösche, die einen König verlangen Der Fuchs und der Bock Der Adler, die Bache und die Wildkatze Der Trunkenbold und seine Frau Der Wolf und der Storch Der von einem Menschen erschlagene Löwe Der Fuchs und die Trauben Die Wölfe und die Schafe Der altgewordene Löwe Die ertrunkene Frau

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Das Huhn mit den goldenen Eiern


Wer alles haben will, verliert oft alles!

Dies zu erklären, denk ich jenes Falles,

In dem ein Huhn, wie uns die Fabel lehrt,

Dem Geizhals, dem es zugehört,

Von Tag zu Tag ein goldnes Ei beschert.

Er meint, es habe einen Schatz im Bauch;

Er tötet's, öffnet's, findet trüben Mutes:

Die Henne war genau wie andre Hennen auch.

Und so beraubte er sich selbst des größten Gutes.

Ein Beispiel, das sich alle merken sollten!

Wie viele gibt es doch von solchem Schlag,

Die arm geworden sind an einem Tag,

Weil sie in einem Tag zu Reichtum kommen wollten.

Der Esel, der Reliquien trägt


Ein Esel, der Reliquien trug,

War dumm genug,

Zu glauben, daß man ihn verehre;

Weihrauch und Lobgesänge nahm

Er hin, als ob man's ihm beschere.

Sprach einer, der dahinterkam:

"Herr Langohr, laßt die Eitelkeit,

Sie zeigt uns nur, wie dumm Ihr seid.

Wir singen nicht zu Eurem Ruhm,

Wir ehren hier das Heiligtum."

Eitle Beamte tun mir leid:

Man grüßt nicht sie, man grüßt das Kleid.    

Der Hirsch und der Weinstock


Als einst ein Hirsch, verfolgt von scharfen Hunden,

Im Laube eines hohen Weinstocks Schutz gefunden

– Man findet solchen starken Rebenwuchs im Süden –,

Vermuteten die Jäger, daß der Rüden

Spürende Schar diesmal im Irrtum sei,

Und riefen sie, zum Glück

Des Hirsches, barsch zurück.

Der nun begann, da er sich frei

Und vor den Feinden sicher wußte,

Alsbald den Lebensretter abzuweiden.

Man hört's und kehrt zurück; er mußte

Am selben Ort den Tod erleiden.

"Mich trifft gerechter Lohn," rief er verendend aus,

"Wer Undank übt, wie ich, zieh seine Lehre draus!"

Für solche, welche frevelnd ihr Asyl entweihen,

Ist dies ein wahres Bild. Für sie gibt's kein Verzeihen.

Die Schlange und die Feile


In eines Uhrenmachers Nachbarschaft

Hat eine Schlange einst gehaust

(Als Nachbarin gewiß sehr grauenhaft).

Nachdem sie lange nichts geschmaust,

Ist sie in seinen Laden eingedrungen,

Um Fraß zu finden; schlecht ist ihr's gelungen:

Nichts fand sie dort zu ihrem Mahl

Als eine Feile, harten Stahl.

Doch sie begann daran zu nagen.

Da hörte sie die Feile sagen:

"O arme Törin, welch ein Wahn!

Ich bin wohl härter als dein Zahn.

Du aber scheinst nicht recht gescheit:

Eh du aus mir ein Eckchen nagst heraus,

Brech ich dir alle Zähne aus.

Ich fürchte nur den Zahn der Zeit."

Das gilt für euch, unnütze kleine Geister,

Die alles stets verkleinern wollen.

Erfolglos doch ist euer Tollen!

Ihr glaubt die schönen Werke großer Meister

Zu schänden durch der giftigen Zähne Mal?

Für euch sind Erz sie, Diamant und Stahl.

Der Löwe, der in den Krieg ziehen wollte


Der Löwe hatte eine Schlacht im Sinn.

So hält er Kriegsrat, schickt den Adjutanten

Zu allen Tieren hin;

Ein jedes stelle schnell sich ein,

Mit seinen Kräften hilfsbereit zu sein:

So brauche man den breiten Elefanten,

Damit er Munition und Waffen trage

Und wuchtigen Trittes eine Bresche schlage;

Zum Sturmlauf halte sich der Bär bereit;

Der Fuchs jedoch soll feine Ränke spinnen;

Der Affe suche nach Gelegenheit,

Den Feind durch Späße zu gewinnen.

"Schickt nur", riet einer, "den Herrn Esel dort

Und auch den allzu feigen Hasen fort,

Denn jener ist so tölpelhaft wie dumm,

Und dieser kehrt vorm Feinde sicher um."

"Durchaus nicht," sprach der König, "beide haben

Für unsern Kriegszug nutzenswerte Gaben:

Der Esel soll mit seinem grimmen Ruf

Den Feind entsetzen,

Den Hasen, den Natur zum Läufer schuf,

Wird, denk ich, keiner als Kurier ersetzen."

Ein weiser Fürst muß stets verstehen,

Auch dem Geringsten seinen Platz zu geben,

Und der Verständige wird nie im Leben

Den kleinsten Vorteil übersehen.

Der Bär und die zwei Gesellen


Zwei Freunde, die in Geldverlegenheit,

Verkauften Nachbar Kürschner eine Bärenhaut.

Zwar hatten sie den Bären nur geschaut,

Doch meinten sie, vom Fang sei's nicht mehr weit.

Auch hatten sie dem Kürschner anvertraut,

Daß solch ein Riesenexemplar von Bär

Wohl nicht zum zweitenmal zu finden wär.

Der Winter, sagten sie, der werde heuer kalt,

Und für zwei Mäntel reiche wohl das Fell.

Sie lobten ihren Bären dergestalt,

Als hätten sie ihn schon zur Stell.

In spätestens zwei Tagen wollten sie ihn bringen.

Sie nehmen ihren Lohn und eilen in den Wald

Und finden auch den Bären bald,

Der schnurgerade auf sie zugelaufen kommt.

Man fühlt, hier gibt es kein Entspringen!

Der eine findet, was ihm frommt,

Und klettert hoch in einen Baum hinein.

Der andre, der kein Glied mehr rühren kann,

Wirft sich zur Erde, hält den Atem an

Und stellt sich tot; denn grade fällt ihm ein,

Daß oft die Rede geht: der Bär verschont

Den regungslosen Leib, in dem kein Leben wohnt.

Und Meister Petz fällt wirklich drauf herein.

Er sieht den Körper, dem das Lebenslicht entflohn

Und denkt: Der Mann ist tot – wennschon

Es möglich ist, daß er sich nur verstellt.

Weshalb er es für ratsam hält,

Den Leichnam umzudrehn und zu befühlen

Und ihm die Schnauze ins Gesicht zu wühlen,

Um festzustellen, ob der Atem fort.

"Wahrhaftig, eine Leiche! Wie sie stinkt!"

Brummt er, als er von dannen hinkt.

Der andre der Gesellen dort,

Der auf dem Baum, steigt nun herunter,

Läuft hin zu seinem Freund, begrüßt ihn munter

Und meint entzückt, wie schön es sei,

Daß die entsetzliche Gefahr vorbei

Und ihre Qualen nur in etwas Angst bestanden.

"Ja, allerdings," fügt er hinzu, "das Fell des Bären...

Doch bitte, willst du mir erklären,

Welch ein Geheimnis dir Herr Petz gestanden,

Als er so nah dir ins Gesicht geschaut?"

"Er sagte nur, man solle nie die Haut

Des Bären schon zu Markte tragen,

Eh man nicht ihn, den Bär, erschlagen."

Der Esel in der Löwenhaut


Der Esel, der die Haut des Löwen angelegt,

Hat Angst und Schrecken überall erregt,

Und vielen tugendlosen Tieren gleich

Ließ er erzittern rings das ganze Reich.

Ein Zipfelchen von seinem Ohr

Sah unglücklicherweis hervor,

Verriet des Esels List, der anderen Versehen.

Schnell trat der Stock in seine Rechte.

Uneingeweihte staunten sehr und fragten,

Wie könne das geschehen,

Daß stockbewehrte Knechte

Löwen zur Mühle jagten?

In Frankreich sind der Lärmer viel zu Haus,

Auf die dies Gleichnis angebracht:

Dreiviertel ihres Wertes macht

Ihr Prunk und ihre Kleidung aus.

Boreas und Phöbus


Windgott und Sonnengott sahn einen Reiter,

Der gegen Wetterunbill sorglich ausgerüstet.

Vorsicht tut not dem, den's im Herbst gelüstet

Hinauszuziehn: bald ist es trüb, bald heiter;

Und wenn sich Iris mit der bunten Schärpe brüstet,

So ist's gescheiter,

Den Mantel mitzunehmen als daheim zu lassen.

"Unsichre Monde", sagen die Lateiner drum

Von jener Zeit. Und unser Reiter war nicht dumm:

Er hatte seinen festen, dicken Mantel um

Und bangte nicht vor Sturm und Regenmassen.

"Für jeden Fall geschützt hält sich der gute Mann,"

So sprach der Wind, "er ahnt nicht, wie ich blasen kann.

Kein Knopf hält stand vor meinem Wehen!

Zum Teufel muß der Mantel gehen,

Wenn ich es will. Willst du es sehen?

Wir hätten unsre Freude dran."

"Gut," sagte Phöbus, "da du so gewiß es weißt,

So laß uns wetten, wer von uns zuerst dem Mann

Den Mantel von den Schultern reißt.

Beginne du! Ich will so lange mich verstecken."

Der siegessichre Bläser stopft sich voll mit Luft,

Bläht sich wie ein Ballon und tobt sodann

Los wie ein Höllenschrecken

Und saust und pfeift und braust und pufft,

Hebt Dächer ab auf seiner Bahn,

Versenkt im Flusse Schiff und Kahn.

Um eines Mantels wegen alles dies!

Der Mann gab acht und ließ

Den Wind sich nicht im Mantel fangen.

Das...



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