E-Book, Deutsch, Band 79, 211 Seiten
Reihe: Junge Liebe
Förster Gefühle tabu
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-86361-532-1
Verlag: Himmelstürmer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, Band 79, 211 Seiten
Reihe: Junge Liebe
ISBN: 978-3-86361-532-1
Verlag: Himmelstürmer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Andy hat ein Problem. Er ist tiefgläubig, und mindestens genau so schwul. Schon vor dem Abi spürt er in sich die Berufung, Priester zu werden. Nach vielen Überlegungen startet er in München mit seinem Theologiestudium. Doch auch das ändert nichts an dem Verlangen, mit Männern intim zu werden. Nach einigen Abenteuern in der Münchener Szene fühlt er plötzlich Gefühle für einen jungen Priester.
Die beiden landen im Bett, leben plötzlich in einer Welt voller Kontraste. Hier das Zölibat, da wilder Sex.
Stefan versucht Andy davon zu überzeugen, dass dieses doppelte Spiel mit dazu gehört. Doch Andy sieht das anders, es kommt zum Bruch. Kurz danach fühlt der Theologiestudent, ein Semester später, dass er wieder einen Mann für mehr als nur schnellen Sex will.
Als Jochen in sein Leben tritt, fordert der Andy auf, sich von der Kirche und all seinen Plänen los zu sagen. Doch Andys Wunsch, Priester zu werden, ist stärker.
Bis er Michael kennen lernt. Und der möchte Andys Berufung nicht im Weg stehen.
Andy, ein Kampf mit sich, gegen seine Gefühle, dem Bedürfnis nach Sex und der Berufung, der Kirche und den Menschen zu dienen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Meine Gedanken schweiften ab, während ich, neben meinen Großeltern sitzend, Richtung Altar schaute. Der Pfarrer hielt eine beeindruckende Predigt, in der er Papst Benedikt zitierte. Es gibt so viele Wege zu Christus, wie es Menschen gibt, sagte der. Ich schloss die Augen. So viele Wege? Aber was war mein Weg? Meine Bestimmung? Tief in mir fühlte ich es. Christus rief. Meine Berufung war es, Priester zu werden. Den Menschen zu helfen, ihnen beizustehen und sie im Glauben zu bestärken. Ich faltete die Hände. Eine innere Ruhe umschloss mich. Schon so oft hatte ich hier in Altötting gebetet. Der bayerische Wallfahrtsort, nur wenige Kilometer von meinem Heimatdorf, hatte mich schon als Kind angezogen. Damals waren es die mechanischen Krippen und die Geschichten meiner Oma über Jesus und Weihnachten. Heute aber war es etwas anderes. Das tiefe Gefühl, Jesus würde mich rufen, auf mich bauen. Und ich wollte diesem Ruf folgen. Noch zwei Monate waren es bis zum Abitur, schon im Herbst könnte ich mit dem Theologiestudium in München beginnen. Wie zur Bestätigung nickte meine Oma mir in dem Augenblick zu. Ich lächelte zurück, um dann wieder nach vorne zu schauen. Die Stiftskirche war an dem Sonntagmorgen, drei Tage vor Beginn der Fastenzeit, nur mäßig gefüllt. Drei Reihen vor mir fiel mir da ein junger Mann auf. Sicher zehn Jahre älter als ich, fühlte ich plötzlich Zuneigung. Ja, mehr noch. Lust, diesen Mann zu berühren. Ihn aus seinen Klamotten zu pellen. Ich schloss die Augen, fühlte aber meine wachsende Erregung zwischen meinen Oberschenkeln. So stark wie ich meine Berufung fühlte, ebenso hatte ich das Verlangen, Sex mit einem Mann zu haben. Die dunkle Seite in meinem Leben. Erst wirklich, seit ich schwach geworden war. Dreimal schon hatte ich mich mit anderen Jungs eingelassen. Mit einem bereits mehrfach. Ich versuchte, mich aufs beten zu konzentrieren. Betete, dass ich stärker sein könnte als dieses Verlangen nach Sex mit einem Mann. Meine Erregung verflog, ich konnte mich wieder auf die Predigt und den Rest der Messe konzentrieren. Nach dem Gottesdienst bummelte ich mit meinen Großeltern über den Kappellplatz. „Ich hab dafür gebetet, dass du ein gutes Abitur machst“, raunte meine Oma mir dabei zu. „Das macht der Andy schon“, nickte mein Opa mir zustimmend zu. „Danke für euer Vertrauen. Glaubt ihr, meint ihr, ich könnte danach Theologie studieren?“ So, nun war es raus. Meine Oma fiel mir spontan um den Hals. „Mein Andy wird Priester. Ja, wenn der Herrgott dich dazu beruft. Dann folge dem.“ Auch Opa nickte erneut und signalisierte wieder Zustimmung. „Mein Onkel, der war auch Pfarrer. Er hat ein gutes Leben geführt. Unseren Papst wird es auch freuen. Ein neuer Pfarrer aus seiner Heimat.“ Ich dachte an Papst Benedikt, der unweit von meinem Heimatdorf, in Markt geboren war. Aber Papst werden wollte ich nun wirklich nicht. „Erst einmal studieren und es meinen Eltern erzählen“, lachte ich zu meinem Opa rüber. Meine Großeltern hinter mich wissend, erfuhren schon am gleichen Abend meine Eltern von dem Wunsch. Sie waren nicht wirklich überrascht, hatten keine Einwände und ich war froh, noch einen drei Jahre jüngeren Bruder zu haben, der sicher für den Fortbestand unserer Familie sorgen würde. Außerdem gab es auch noch meine Schwester, die bereits in München studierte und einen Freund hatte. Am Faschingsmontag durfte ich mich in der Schule mit zwei Stunden Deutsch und anschließend Mathe rumquälen. Als Ausgleich danach gab es Sport. Hallenfußball war angesagt. Ich hatte echt Bock drauf. Auch wenn ich Theologie studieren wollte, war ich durchaus sportlich und daher auch bei meinen Jungs in der Klasse in der jeweiligen Mannschaft immer beliebt. Stürmer, das war ich. Gleichzeitig aber waren diese Stunden für mich immer auch Versuchung. Denn hier sah ich meine Mitschüler, alle 18 oder 19, nicht nur in kurzen Shorts, sondern unter der Dusche natürlich nackt. Auch wenn ich nicht wollte, die Bilder gingen mir selten aus dem Kopf. Und bestimmt zweimal die Woche wichste ich, während ich in Gedanken meine Schulkumpel unter der Dusche sah. Besonders einen. Chris. Seit der fünften Klasse waren wir zusammen. Freunde vom ersten Tag an und immer stärker hatte er mich in den vergangenen Monaten sexuell angezogen. Chris kam aus Altötting und war nicht nur unser Klassensprecher, sondern auch im Sport ein Ass. „Andy“, wählte er dann auch sofort mich, als es darum ging, zwei Mannschaften für unser Fußballspiel zu bilden. Ich sprang auf, um mich hinter ihn zu hocken. Dabei konnte ich nicht anders, als einen Blick auf seine Oberschenkel und ja, auch auf seinen Hintern, zu werfen. Chris bevorzugte schon immer kurze Shorts, die viel Haut zeigten. Außerdem war er auf der Brust und an den Beinen leicht behaart, was ich irre männlich fand. Auch wenn er erst 19 war, mir kam er immer schon reifer als die meisten anderen Jungs aus unserer Jahrgangsstufe vor. Ich senkte den Blick. Niemand durfte bemerken, dass ich scharf auf meinen Kumpel war. Auch wenn ich es mir nur ungern eingestand, aber so war es. Stattdessen aber tobte ich mich dann im anschließenden Spiel aus. So sehr, dass ich sogar ein Tor schoss und uns damit den Sieg sicherte. Spontan flog mir Chris um den Hals. „Super, Andy. Du bist unsere schärfste Waffe.“ Er drückte mich fest an sich. So fest, dass ich für den Bruchteil einer Sekunde sein bestes Stück ganz deutlich, fest gepresst an meinem Oberschenkel, spüren konnte. „Das lag an deiner tollen Vorlage“, gab ich das Kompliment zurück. „Quatsch. Du bist einfach gut. Studier doch Sport nach dem Abi.“ Er ließ mich wieder los, damit auch die anderen mir kurz anerkennend auf die Schulter klopfen konnten. Schon ging es weiter, noch eh ich die Umarmung verarbeitet hatte. Ganz schlimm fand ich inzwischen das anschließende Duschen nach dem Sport. Dabei versuchte ich immer, nur keinen Blick zu viel auf die nackten Bodies der anderen zu werfen. Chris verhielt sich dabei ähnlich. Während die anderen ihre Blicke teilweise deutlich kreisen ließen. Sicher steckte Neugierde dahinter, dachte ich nur, um mir als erster ein Handtuch zu schnappen. „Ich hab es eilig“, warf ich dabei zu Chris rüber, der neben mir stand. Diesmal konnte ich auch nicht anders, ich warf einen Blick runter, zwischen seine Oberschenkel. Puh, blitzschnell band ich mir das Handtuch um die Hüften. „Streber“, grinste Chris nur. „Von wegen. Bin mit dem Auto da und muss noch Peter mitnehmen.“ Peter war mein kleiner Bruder, der in der neunten Klasse unseres Gymnasiums war. „Okay. Du, morgen Abend fahren wir aber zu der Faschingsparty nach Burghausen. Keine Widerrede.“ „Klar. Hatten wir doch abgemacht.“ Ich warf einen letzten Blick auf seine nackte Brust, eh ich mich drehte. So erregt hatte Chris mich noch nie. Ich fühlte meinen Dicken, der immer härter wurde. „Cool, dann hau ab. Grüß Peter.“ Er drückte mir nun auch noch kurz seine Hand auf die Schulter, eh ich davon eilte. Ich hatte voll eine Beule, nur gut, dass ich der erste in der Umkleidekabine war. Noch nicht ganz trocken, zwängte ich mich blitzschnell in meine Jeans. Für einen Slip war keine Zeit mehr. Keine Sekunde zu früh, denn nun kamen auch schon Oliver und Martin in den Raum. Ich setzte mich, warf einen Blick auf meine 501. Na ja, die Latte war schon zu sehen. Aber die beiden würden mir sicher nicht sofort in den Schritt schauen. Im Auto musste ich erst einmal tief durchatmen. Die Lust, meinen Kumpel zu berühren, wurde immer stärker. In Gedanken zählte ich die bis zum Abi noch verbleibenden Sportstunden auf. Nur noch sechs Mal. Gleichzeitig aber dachte ich auch daran, dass ich danach nicht so einfach wieder Chris oder einen anderen Mann nackt sehen würde. Ein Gedanke, der mir auch nicht gefiel. In dem Augenblick bestieg mein kleiner Bruder, immerhin auch schon sechzehn, den alten Polo. „Hallo, Großer. Hast du schon gehört, Benedikt tritt zurück.“ Damit schwang er sich an meine Seite. „Was? Du machst Witze?“ „Nein. Wir hatten grad Deutsch, da hat unser Teacher die Neuigkeit mit in die Klasse gebracht. Ich hab auf meinem Smartphone auch schon im Netz gegoogelt. Es stimmt.“ Ich glaubte es nicht, lenkte den Wagen trotzdem vom Parkplatz, um die wenigen Kilometer heim zu fahren. Mein Bruder suchte dabei im Radio nach einem passenden Sender, um weitere Neuigkeiten zu erfahren. Bereits vor unserem ehemaligen Bauernhof empfing uns meine Oma vor der Haustüre. „Der Papst tritt zurück. Andy, hast du es schon gehört?“ „Peter hat das grad erzählt. Ich glaub es nicht.“ Ich rannte an ihr vorbei, durch den Flur ins Wohnzimmer. Dort hockte mein Großvater vor dem Fernseher. „Der heilige Vater geht in Rente“, schaute auch er mich mit großen Augen an. Ich sah auf die Mattscheibe, auf der bereits ein...




