E-Book, Deutsch, Band 92, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
Fletcher Mello / Lawrence / Shepherd Romana Extra Band 92
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4794-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 92, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7337-4794-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DAS MEER, DIE STERNE UND DU von CHLOE EDMONDSON
Ganz verzaubert ist Hotelmanagerin Melissa während ihrer Geschäftsreise vom Meer, den Sternen über der wilden Azoreninsel - und von ihrem neuen Kollegen Alex Ferreira. Sie verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihm. Doch am nächsten Morgen erfährt sie, wer Alex wirklich ist ...
PRINZESSINNEN KÜSST MAN NICHT von KANDY SHEPHERD
Tycoon Finn O'Neill ist hingerissen, als er auf einer Hochzeit in Sydney die reizende Natalie trifft. Sie erobert sein Herz im Sturm - und verschwindet urplötzlich. Dabei hat er doch gespürt, wie sie seine Küsse genossen hat! Warum flieht sie dann vor ihm?
TAG UND NACHT IN DEINEN ARMEN von KIM LAWRENCE
Streik auf dem Flughafen in Madrid! Und nun? Megan ist ratlos - da läuft sie Emilio Rios über den Weg. Der beste Freund ihres Bruders nimmt sie mit in sein Apartment. Vierundzwanzig süße Stunden verbringt sie in seinen Armen. Soll sie danach für immer bleiben?
UNSERE INSEL DES GLÜCKS von DEBORAH FLETCHER MELLO
Bei einem Familientreffen lernt Phaedra Milliardär Mason Boudreaux kennen. Als er sie auf seine Privatinsel in Thailand einlädt, zögert sie nicht lange. Bald fühlt sie sich unwiderstehlich zu dem sexy Tycoon hingezogen. Doch sie darf sich nicht verlieben, denn Mason gilt als Playboy ...
Deborah Fletcher Mello schreibt, seit sie denken kann, und sie kann sich nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu tun. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt sie 2009 den RT Reviewers' Choice Award. Immer wieder erfindet sie originelle Geschichten und beeindruckende Heldinnen und Helden. Deborah ist in Connecticut geboren und aufgewachsen, fühlt sich aber überall dort zu Hause, wohin das Schicksal sie gerade verschlägt.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Wer ist Alex Carrington? Die Frage prangte als Schlagzeile auf fast allen Zeitungen, die an der Rezeption des luxuriösen London Carrington Spa Hotels auslagen.
Alex unterdrückte den Impuls, sie alle einzusammeln und in den Müll zu verfrachten. Da hatte sein Vater ihm wirklich eine schöne Erbschaft hinterlassen!
Seit Wochen war er Zielscheibe der wildesten Spekulationen seitens der Presse. Und das, obwohl er sein Leben lang fast gar keinen Kontakt zu James Carrington gehabt hatte. Der hatte es vorgezogen, durch die Weltgeschichte zu tingeln und sich mit unzähligen schönen Frauen ablichten zu lassen. An seinen Sohn Alex und dessen Mutter Luisa im fernen Portugal hatte er keinen Gedanken verschwendet.
Nun war James Carrington tot, und Alex sollte in seine Fußstapfen treten. Aber er dachte gar nicht daran, das Vermächtnis seines Vaters fortzusetzen. Als der Anwalt ihm bei der Testamentseröffnung einen Brief ausgehändigt hatte, in dem stand, James Carrington wisse sein Erbe bei seinem Sohn „in besten Händen“, hatte Alex bitter aufgelacht.
Alex besaß sein eigenes, florierendes Imperium aus gut aufeinander abgestimmten Unternehmen, das er von Lissabon aus leitete. Damit hatte er auch ohne die Hilfe seines Vaters schon mit sechsunddreißig Jahren ein ansehnliches Vermögen erwirtschaftet. Er wusste, dass man ihm einen untrüglichen Geschäftssinn nachsagte, denn er kaufte Firmen auf, die kurz vor dem Bankrott standen, fand ihre Schwachstellen und sanierte sie so weit, dass sie mehr Gewinn abwarfen als jemals zuvor.
Ein Unternehmen, das Alexandre Ferreira Carrington umstrukturiert hatte, befand sich anschließend in einem wirtschaftlich guten Zustand. Um dies zu erreichen, war er bereit, mitunter zu unkonventionellen Mitteln zu greifen, weshalb seine Geschäftsfreunde ihn für ein wenig sonderbar hielten. Aber das war Alex herzlich egal, denn das Ergebnis stimmte immer.
Das Überprüfen von Geschäftsunterlagen war seine Spezialität, und so hatte er sofort erkannt, dass mit den Büchern des London Carrington Spa Hotels etwas nicht stimmte. Obwohl in bester Lage an der berühmten Park Lane und nahezu ständig ausgebucht, schrieb es wesentlich schlechtere Zahlen als vergleichbare Häuser der Hotelgruppe in anderen europäischen Großstädten. Woran das lag, konnte er noch nicht sagen, doch genau deshalb war er jetzt hier.
„Willkommen im Carrington Spa. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“, begrüßte ihn eine freundliche Blondine Anfang zwanzig, die hinter der Rezeption stand.
Sie trug eine tadellos sitzende Hoteluniform und wirkte sehr souverän. Ein weiterer Pluspunkt auf seiner inneren Checkliste.
Überhaupt war der erste Eindruck überraschend positiv. Der Eingangsbereich hatte einen hellen, gepflegten Marmorfußboden. Die sandfarbenen Wände harmonierten mit den lässig arrangierten Sitzgelegenheiten aus hellem Leder. Alles wirkte elegant und hochwertig.
Auch die Hotelbar und der daran anschließende Restaurantbereich hatten ihn bei einem unauffälligen ersten Blick zufriedengestellt. Dort herrschten warme Rottöne vor, die einen angenehmen Kontrast zum eher kühlen Eingangsbereich erzeugten. Details aus Chrom am Mobiliar ließen auch diesen Bereich edel wirken. Das Personal machte durchgängig einen zuvorkommenden und kompetenten Eindruck, soweit er es auf die Schnelle beurteilen konnte.
Zumindest augenscheinlich schien die Hotelmanagerin hervorragende Arbeit zu leisten. Wenn nur die Zahlen in der Bilanz diese Arbeit widerspiegeln würden …
„Mein Name ist Alexandre Ferreira. Ich habe einen Termin mit der Hotelmanagerin. Würden Sie mich bitte zu ihr bringen? Ich komme im Auftrag der Firmenleitung.“
Diese Strategie hatte er sich im Vorfeld zurechtgelegt, denn Alex wollte noch nicht, dass die Mitarbeiter in London ihn als den neuen Inhaber erkannten. Wenn er herausbekommen wollte, was mit dem Hotel nicht stimmte, musste er der Managerin Melissa Jenkins auf den Zahn fühlen, ohne dass sie ahnte, mit wem sie es zu tun hatte.
Also hatte er sich entschlossen, den Namen seiner Mutter zu verwenden, Ferreira. Persönlich kannte ihn niemand, denn seine Mutter und er lebten sehr zurückgezogen, und er konnte sich darauf verlassen, dass keine Fotos oder sonstigen Informationen über ihn im Internet kursierten. Bekannt war nur der Name Alex Carrington, mit dem er das Erbe seines alles andere als medienscheuen Vaters angetreten hatte.
„Selbstverständlich. Bitte folgen Sie mir“, sagte die junge Rezeptionistin.
Sie brachte ihn in die erste Etage, wo eine dezente Türbeschriftung auf den Verwaltungsbereich hinwies. Von dem ruhigen, eleganten Hotelkorridor aus gelangten sie in einen schmucklosen Gang. Aus zahlreichen offenen Türen drangen die Geräusche reger Geschäftigkeit. Es war wie der Eintritt in ein anderes Universum.
Hier regierte also Melissa Jenkins. Ihren Namen kannte er aus den Akten. Deshalb zögerte er nicht, als er ihn auf dem silbernen Schild neben einer schweren Holztür sah. Er klopfte und griff nach dem Türknauf, ohne eine Antwort abzuwarten.
Die Rezeptionistin hinter ihm räusperte sich leise.
„Vielen Dank, Miss …“
„Taylor“, murmelte sie.
„Sie können gehen.“
Er bedachte sie mit einem knappen Nicken und trat ein.
Das Büro war erstaunlich klein, wenn man bedachte, dass hier alle Fäden des berühmten Londoner Luxushotels zusammenliefen. An den Wänden standen Regale mit schweren Aktenordnern und unzähligen Büchern über Marketing, Wirtschaft und Unternehmenskultur. Vor dem Fenster, durch das man auf die Park Lane hinaussah, kümmerte eine fast vertrocknete Topfpflanze vor sich hin.
Es war unglaublich heiß und stickig hier drinnen. Doch auch die trockene Sommerhitze, die seit Tagen über London brütete, konnte diese Raumtemperatur nicht erklären. Am liebsten hätte er sofort angeordnet, dass man das Fenster öffnete und für eine angemessene Durchlüftung sorgte. Doch er hielt sich zurück, weil niemand ahnen durfte, dass er hier das Sagen hatte.
Was ihn jedoch am meisten überraschte, war die Frau, die hinter dem Schreibtisch saß, der den größten Teil des Büros einnahm und über und über mit Papieren und Dokumenten bedeckt war.
Sie war viel jünger, als er erwartet hatte, höchstens dreißig Jahre alt. Nicht im Entferntesten die gestandene Mittfünfzigerin, die er sich an der Spitze eines Luxushotels vorgestellt hätte.
Zugegeben, er hätte sich besser über sie informieren können, dann wäre er vorgewarnt gewesen. Doch es gehörte zu seinen Prinzipien, möglichst unvoreingenommen an eine Unternehmensprüfung heranzugehen, und so hatte er sich die Mühe gespart.
Vor allem aber war Melissa Jenkins nicht nur jünger als erwartet, sondern auch atemberaubend schön. Glänzendes rotes Haar fiel in sanften Wellen über ihre schmalen Schultern. Obwohl ihr nüchternes, marineblaues Etuikleid sich alle Mühe gab, sie möglichst neutral aussehen zu lassen, war er sofort wie gefesselt von den strahlend grünen Augen in ihrem ebenmäßigen hellen Gesicht.
Sie hätte als Model arbeiten können, wenn sie nicht zufällig die Managerin eines sündhaft teuren Hotels gewesen wäre. Sie bewegte sich geschmeidig wie eine Tänzerin, als sie aufstand und ihm auf eleganten hochhackigen Schuhen entgegenkam.
„Sie müssen Mr. Ferreira sein“, sagte sie mit einem knappen Lächeln, das gerade ausreichte, um als höflich durchzugehen, aber keine Missverständnisse zuließ. Betont brüsk streckte sie ihm ihre Hand entgegen.
Es war ganz offensichtlich, dass sie nicht im Geringsten beabsichtigte, sich mit dem portugiesischen Abgesandten der Firmenleitung anzufreunden.
Nun, das konnte Alex nur recht sein. Denn als er ihre Hand nahm und zur Begrüßung in ihre schönen grünen Augen sah, durchzuckte ihn wie ein Blitz die Erkenntnis, dass er dieser Frau niemals hätte widerstehen können, wenn sie sich unter anderen Umständen begegnet wären.
Als er ihre zarten Finger in seiner großen Hand hielt, spürte er einen gefährlichen Moment lang die Spannung, die sofort zwischen ihnen in der Luft lag. Er stellte sich vor, wie er sie in einer Bar in der Nähe seiner Stadtvilla in Lissabon angesprochen hätte. Wie hätte sie sich dort verhalten?
Sie war sicher zwanzig Zentimeter kleiner als er und hatte eine schmale Taille, die er mit beiden Händen hätte umfassen können. Automatisch erwachte in ihm das Bedürfnis, sie in die Arme zu schließen und zu beschützen.
Doch dann wurde ihm wieder bewusst, dass das hier keine Bar in Lissabon, sondern ein Londoner Hotel war. Und Melissa Jenkins war die Frau, die er verdächtigte, diesem Hotel empfindlich zu schaden, indem sie bei der Abrechnung Geld unterschlug.
Das Letzte, was diese Frau brauchte, war sein persönlicher Schutz.
Himmel, sieht der gut aus, war das Erste, was Melissa durch den Kopf ging. Das hatte ihr gerade noch gefehlt.
Mit Mühe ignorierte sie Alexandre Ferreiras hochgewachsene, aufrechte Gestalt und seinen schlanken, durchtrainierten Körper. Sie sah über seine breite Brust hinweg, die sich unter seinem eng geschnittenen Hemd abzeichnete, und bemühte sich, auch das beinahe olivfarbene Gesicht mit den tiefdunklen Augen nicht allzu sehr auf sich wirken zu lassen.
Als ihr Blick auf seine kurzen dunklen Haare fiel, von denen einige widerspenstig vom Kopf abstanden, musste sie den Impuls unterdrücken, mit den Händen in die kleinen Locken zu fassen.
Und er duftete so gut – frisch gewaschen, obwohl er vermutlich gerade erst aus dem Flugzeug...




