Fitzi | Grenzen des Konsenses | Buch | 978-3-942393-81-2 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 480 Seiten, GB, Format (B × H): 140 mm x 222 mm

Fitzi

Grenzen des Konsenses

Rekonstruktion einer Theorie 'transnormativer Vergesellschaftung'
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-942393-81-2
Verlag: Velbrück

Rekonstruktion einer Theorie 'transnormativer Vergesellschaftung'

Buch, Deutsch, 480 Seiten, GB, Format (B × H): 140 mm x 222 mm

ISBN: 978-3-942393-81-2
Verlag: Velbrück


Integrationsprozesse in komplexen Gesellschaften lassen sich nicht mehr auf der Grundlage gemeinsamer Wertvorstellungen vollziehen. Die vorpolitischen Ressourcen moderner Rechtstaatlichkeit stoßen an ihre Grenzen. Dennoch arten sozialpolitische Spannungen in der Regel nicht in offene Konflikte aus. Transnormative Vergesellschaftungsformen ermöglichen es, Handlungsarrangements mit begrenzter raum-zeitlicher Geltung zu etablieren. Gesellschaften entwickeln eine Spannkraft, die sie gegen die politisch unbeherrschte Dynamik von Weltwirtschaft und -gesellschaft resistent macht.

Die normative Ausrichtung weiter Teile der sozialwissenschaftlichen Theorie hindert diese daran, die vorsystemische Schwelle in den Blick zu nehmen, an der die Legitimationsverfahren transnormativer Vergesellschaftung ansetzen. Gibt die Theorie die normative Lesart des soziologischen Kanons auf, die Parsons etablierte, so zeigt sich, dass klassische soziologische Forschungsprogramme wesentliche Bausteine zur Analyse transnormativer Vergesellschaftung bieten. Sie stellen die Geltungsfrage sozialer Strukturen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Tönnies’, Simmels und Webers Werke sind neu zu lesen. Viele Übermalungen sind abzutragen. Die soziologische Theoriebildung wird durch Plessners anthropologische Begründung der Notwendigkeit transnormativer Vergesellschaftung grundlegend ergänzt.

In Auseinandersetzung mit der Debatte über die vorpolitischen Bedingungen moderner Rechtstaatlichkeit (Böckenförde, Habermas, Ratzinger) sowie mit Luhmanns Rechtsoziologie bietet Fitzis Grenzen des Konsenses den systematischen Leitfaden, um die Untersuchung transnormativer Vergesellschaftung in die gegenwärtige Theorielandschaft einzuordnen und ihre Tragweite abzustecken.

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Weitere Infos & Material


Gregor Fitzi ist Co-Direktor des "Centre for Citizenship, Social Pluralism and Religious Diversity" an der Universität Potsdam Forschungsschwerpunkte: Klassische Soziologie, Philosophische Anthropologie, Soziale Folgen neuer Technologien (Robotik). Er vertrat die Professur für allgemeine Soziologie und soziologische Theorie an der Universität Bielefeld.
Publikationen u.a.: Max Weber zur Einführung. Frankfurt/M., 2008; Max Webers politisches Denken. Konstanz, 2004; Soziale Erfahrung und Lebensphilosophie. Georg Simmels Beziehung zu Henri Bergson. Konstanz, 2002.



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