E-Book, Deutsch, 388 Seiten
Fischer Vom Urknall zur Gottesprophetie
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-347-06519-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 388 Seiten
ISBN: 978-3-347-06519-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine schwere Erkrankung, für die kein Arzt eine Erklärung fand, forderte Adam Fischer dazu auf, selbst nach den Ursachen zu forschen. Durch einige "Zufälle" führte das Leben ihn dahin, die Spur zu seinem innersten Kern wieder aufzunehmen und fortan nicht mehr gegen die kosmischen Gesetze zu verstoßen, die ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen waren. Er begann, mit dem Herzen zu verstehen, worum es in seinem Leben ging und richtete sich vollkommen neu aus. In seinen Büchern zeichnet er die sehr persönlichen Selbstfindungswege nach. Vielleicht halten seine Erfahrungsberichte auch die ein oder andere Antwort für Sie bereit.
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1. Kapitel
Die Verwandlung des Wasserstoffs
Auf einer Anhöhe am Waldrand sitze ich unter alten knorrigen Kiefern. Von hier habe ich einen wunderbaren, freien, weiten Blick ins Tal und in die Weite dieser schönen sonnendurchfluteten Mittelgebirgslandschaft – Anfang des Monats August. Weil sich die Luft kaum merklich bewegt, schweigen auch die Blätter der nebenan stehenden Hainbuchenhecke. Weil es Sonntag ist, unterbrechen auch keine von Menschen gemachten Arbeitsgeräusche die Stille, kein Traktor ist unterwegs. Auch führt keine lärmende Verkehrsstraße vorbei, nur Feld- und Waldwege. Dadurch sind die feinsten Äußerungen der Natur vernehmbar, die sonst im Alltagslärm untergehen. Nur so ist es möglich, das Summen der dicht neben mir herumfliegenden Bienen deutlich zu hören, die in der den Waldrand säumenden Heide ihre letzte Tracht finden.
Seit 20 Millionen Jahren schon versehen diese fleißigen Tiere ihren Dienst an der Natur – lange bevor der erste Fuß eines Menschen diesen Globus betreten hat. Nun aber macht der Mensch heute diesen kleinen Giganten der Erdgeschichte das Leben schwer durch massive Eingriffe in natürliche Kreisläufe. Mit allen Sinnen nehme ich diese Stunde der Natur wahr. Die warme Luft umschmeichelt mich und so gewahre ich ihre Anwesenheit, zart und kaum spürbar, durch einen leichten Hauch im Gesicht. Die wärmenden Strahlen der Sonne entlocken dem Waldboden jenen eigenen modrigen, erdigen Duft, der sich mit dem der harzigen Kiefernnadeln vermischt und vereint mit den zarten Lebensäußerungen der Bienen und dem Bild der sonnigen Landschaft zu einem beglückenden Augenblick tiefer Verbundenheit mit der Natur wird. Nimmt man alle glücklichen Augenblicke eines langen Lebens zusammen, dann ergeben sich daraus vermutlich nur einige Minuten. In der Natur liegt unerschöpfliche Kraft, die sie dem Menschen schenkt. Doch zuvor muss er still werden.
Gelb leuchten die reifen Getreidefelder, über die schon bald wieder der Stoppelwind wehen wird. In meiner Kindheit, es war die Zeit des großen Krieges, habe ich noch miterlebt, wie überall auf den Feldern die Menschen zahlreich mit dem Abernten des Getreides beschäftigt waren. Von Hand wurde das mit der Sense geschnittene Getreide mit der Sichel zusammengerafft und mit einem Getreideseil zu Garben gebunden. Das war mühsame, schweißtreibende Arbeit – den ganzen Tag in gebückter Haltung, meist bei starker Sonne, denn alles musste gut trocken sein. „Im Schweiße deines Angesichts …“. Heute erledigt eine Person mit einem Mähdrescher in einer Stunde so viel wie damals zehn an einem ganzen Tag. Mir scheint es gelegentlich so, als habe ich in zwei verschiedenen Welten gelebt.
Meine Gedanken schweifen über die Kindheit weiter zurück, immer weiter. Woraus ist dieses Wunder, das mich hier umgibt und das ich erst durch meine Sinne wahrnehmen kann, entstanden? Wie konnte das alles entstehen? Schon bin ich 13,6 Milliarden Jahre zurück, als dies alles seinen Anfang genommen haben soll. So jedenfalls wollen es die Wissenschaften vor einigen Jahrzehnten in mühsamer Kleinarbeit herausgefunden haben, indem sie Stück für Stück die Indizien zusammenfügten. Was sich damals ereignet haben soll, nannten sie „Urknall“. Es sei die Geburtsstunde dieses materiellen Kosmos, von dem das eben beschriebene Bild und ich selbst, dieser Menschenkörper aus Fleisch, Blut und Knochen, ein Teil sind. Die ursprüngliche Hypothese vom Urknall scheint aber doch inzwischen eine anerkannte Theorie zu sein. Hiernach bestand unmittelbar nach diesem Ereignis das, was wir nun Materie nennen, aus nur dem einen Stoff, dem man später den Namen „Wasserstoff“ mit dem Formelzeichen „H“ gegeben hat. Ich will diesen Stoff hier vereinfachend „Urstoff“ nennen. Wie später dann bedeutende Physiker und Chemiker feststellen konnten, besitzt von allen Grundstoffen dieser den einfachsten Aufbau: Das sogenannte Atom enthält im Kern ein elektrisch positiv geladenes Proton und auf der sich schalenartig vorzustellenden kugelförmigen Hülle ein elektrisch negativ geladenes Elektron. Dabei konzentriert sich im Kern nahezu die gesamte Masse des Atoms, weil die Masse eines Elektrons unbedeutend klein ist. Umgekehrt ist aber der Kerndurchmesser winzig gegenüber dem Gesamtdurchmesser des Atoms, sodass sich der überwiegende vom Atom beanspruchte Raum als fast masselos, fast leer darstellt.
Die beiden entgegengesetzten elektrischen Ladungen haben den gleichen Betrag, wodurch ein solches Atom nach außen elektrisch neutral wirkt. Im Inneren sind diese Ladungen, da sie sich gegenseitig anziehen, an einem stabilen Zustand des Atoms beteiligt. Einige wenige dieser Atome enthalten im Kern auch noch ein weiteres Teilchen mit der dem Proton entsprechenden Masse, aber ohne elektrische Ladung, weshalb es Neutron genannt wurde für „elektrisch neutral“. Unter Normalbedingungen stellt Wasserstoff ein brennbares Gas dar, d. h. es reagiert heftig mit Sauerstoff, der aber damals, kurz nach diesem Urknall, noch nicht existierte.
Später, nachdem ihr Zeitalter im Abendland angebrochen war, hatten die Naturwissenschaften ca. 90 solcher in der Natur vorkommenden Grundstoffe nachweisen können. Dabei war eine außerordentliche Gesetzmäßigkeit im Aufbau dieser Grundstoffe sichtbar geworden: Ausgehend vom Urstoff, von Wasserstoff, entstand der nächstfolgend schwerere Grundstoff immer durch ein weiteres Proton im Kern und ein weiteres Elektron in der Hülle. Dabei schwankte die Anzahl der im Kern hinzukommenden Neutronen. Dieses Geschehen ereignete sich im Inneren von Sternen unter unvorstellbar hohen Drücken und Temperaturen infolge der Gravitation und wird „Kernfusion“ oder „Kernverschmelzung“ genannt.
Treten zu einem Wasserstoffatom je ein Proton und ein Elektron hinzu unter weiterem Anstieg der Neutronenanzahl, der schwanken kann, so entsteht ein Helium-Atom. Kommt zu diesem Helium-Atom wiederum je ein Proton und ein Elektron hinzu, ebenfalls wieder bei schwankender Steigerung der Neutronenmenge, so bildet sich ein Lithium-Atom. Auf diese Weise waren alle natürlich vorkommenden Grundstoffe entstanden, die im sogenannten „Periodensystem der Elemente“ abgebildet werden. Nun ist diesen Grundstoffen, die auch „Elemente“ genannt werden, die Fähigkeit mitgegeben worden, untereinander unendlich viele Verbindungen einzugehen, die jeweils zu neuen Stoffen mit neuen Eigenschaften führen. Damit wohnt der Natur und der Evolution eine Möglichkeit der unbegrenzten Gestaltungsvielfalt inne, vergleichbar mit der unerschöpfbaren Möglichkeit, neue Melodien aus der begrenzten Klaviatur eines Pianos kreieren zu können.
Was ich hier in einigen nüchternen Sätzen sachlich festgestellt habe, muss man erst einmal in seiner ganzen Tragweite bedenken: Alles, was den Kosmos ausmacht und was die Erde heute trägt, einschließlich Menschen, ist ein Kind dieses Wasserstoffes – die Schätze in der Erde, die Erze, Edelmetalle wie Gold, Mineralien, Edelsteine, alles auf der Erde, die überwältigende Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Der Wasserstoff trug in sich bereits die Voraussetzungen dafür, all diese Vielfalt gleichsam aus sich heraus gebären zu können. So kann man mit einer gewissen Berechtigung die Geschichte der letzten 13,6 Milliarden Jahre als Geschichte der fortlaufenden Wandlung des Wasserstoffs bezeichnen. Unglaublich!
Wie das technisch im Atomaufbau und bei den Verbindungen untereinander funktioniert, ist heute weitgehend modellhaft erklärt. Es bleibt aber die Frage, wieso das alles von Beginn an im Wasserstoff so angelegt war. Und wieso waren die Grundstoffe von einer Beschaffenheit, mit der sie untereinander die unzähligen Verbindungen eingehen können? Darin liegt das Wunderbare, um nicht zu sagen, das Wunder – bei aller technischer Erklärbarkeit … Von dem ersten Wasserstoff sind bis heute immer noch 74 Prozent unverändert, Wasserstoff geblieben. 24 Prozent haben sich in Helium umgewandelt. Nur 2 Prozent waren an der beschriebenen Wandlung beteiligt. So wollen es die Wissenschaftler herausgefunden haben.
Immer noch sitze ich hier unter den knorrigen Rand-Kiefern vor der sonnendurchfluteten Landschaft. Alles, was mich umgibt, mich selbst körperlich eingeschlossen – mit meinen Sinnen, die dies alles erst wahrnehmen können –, ist eine Folge der vorhin beschriebenen Wandlung. Welches Wunder stellt allein das Sinnesorgan dar, das uns das Sehen ermöglicht! Doch was ist das eigentlich bei genauer Betrachtung, dieses Sehen, was geht da im Einzelnen vor sich? Da hat es die Natur auf der Klaviatur ihrer unendlichen Möglichkeiten verstanden, ein optisches Instrument zu bauen, lange bevor der erste Mensch die diesbezüglichen optischen Brechungsgesetze entdeckte, mit dessen Hilfe letztlich im Gehirn ein Abbild der Umgebung entsteht, damit der Mensch sich orientieren kann. Die von der Sonne ausgehenden elektromagnetischen Wellen des sichtbaren Lichts werden von überall dort, wo sie auftreffen, je nach Material und Frequenz unterschiedlich absorbiert und reflektiert und gelangen dann in das Auge des Betrachters. Dort werden sie von...




