Fischer | Abby III | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 404 Seiten

Reihe: Abby

Fischer Abby III

Auf der Seite des Gesetzes
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-3778-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Auf der Seite des Gesetzes

E-Book, Deutsch, 404 Seiten

Reihe: Abby

ISBN: 978-3-7597-3778-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kalifornien 1918 Für Abby und ihren Mann Robert Williams, den ehemaligen Banditen Butch Cassidy, könnte das Leben im Norden von Los Angeles nicht besser laufen. Sie fanden auf ihrer Ranch mit der lebhaften Tochter Betty eine neue Heimat, in der sie niemand aufspüren wird, denn man hält sie für tot. Doch allzu bald wird der Friede bedroht, nicht nur gefährliche Banditen treiben ihr Unwesen, persönliche Dramen und Unglücke erfordern allen Mut, Geschick und Einfallsreichtum. Und dann gibt es ja auch noch Abbys erste Tochter Alison. Zum Glück steht der alte Freund Elzy Lay mit Rat, Tat und viel Humor zur Seite. Sie haben alle den Outlaw Trail schon längst verlassen und kämpfen nun auf der Seite des Gesetzes.

Claudia Fischer, geb. 1965, stammt aus einem kleinen Ort in Bayern. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Lange Zeit war sie Realschullehrerin und unterrichtete dort Englisch und Musik, wurde jedoch wegen einer Erkrankung frühpensioniert. Seitdem ist sie Vollzeit-Autorin und Lektorin. Musik ist für sie nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Berufung, sie spielt mehrere Instrumente. Das Schreiben begleitete sie ihr ganzes Leben. Ihre Geschichten spielen vor dem Hintergrund des amerikanischen Wilden Westens, sie ist seit ihrer Jugend davon fasziniert, was sich auch in den Abby-Romanen zeigt, die das Leben der Banditen Butch Cassidy und Elzy Lay thematisieren. Ihr anderes Genre ist Thriller, etwas, das sie schon immer mit Begeisterung las.

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Los Angeles
3. Mai 1918
Abigail Clearwater Williams hatte das Geräusch des Motors schon lange vernommen. Aufmerksam suchte sie den Himmel ab, dann konnte sie endlich die Doppeldeckermaschine sehen, die schnell näherkam und mit lautem Brummen über sie hinwegflog. Sie beruhigte ihr tänzelndes Pferd und winkte zum Piloten hinauf, den sie nur als kleinen Punkt wahrnahm. Sehnsüchtig starrte sie der Maschine hinterher, wie gerne würde sie einmal fliegen. Sie war mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf jeder Einzelnen der Flugschauen gewesen, die jährlich in Los Angeles stattfanden, sie hatten atemberaubende Stunts gesehen und auch Blanche Scott kennengelernt, die als Pilotin ihre rein männlichen Kollegen in Erstaunen versetzte. Für Abby war es nichts Besonderes, die einzige Frau unter Männern zu sein, sie selbst war in jungen Jahren den Outlaw Trail geritten und hatte zusammen mit Butch Cassidy, Elzy Lay und Fynn Johnson Banken überfallen, sich dann aber zurückgezogen. In San Francisco hatte sie den reichen Erben James Hart geheiratet und mit ihm eine Tochter, Alison, bekommen. Die Beziehung war nach 20 Jahren zerbrochen und Abby war zu Butch Cassidy zurückgekehrt. Der berühmte ehemalige Outlaw galt offiziell als tot, war jedoch quicklebendig und er wohnte mit Abby und ihrer gemeinsamen Tochter Elizabeth unter dem Namen Robert Williams unerkannt auf einer Ranch im Norden von Los Angeles. Für Abby hatte das Ganze bedeutet, dass sie auf ihre ältere Tochter Alison verzichten musste, die als Ärztin in San Francisco im Glauben lebte, ihre Mutter sei tot. Dass Abby über Alisons Werdegang jedoch aufs Genaueste informiert war, verdankte sie Elzy Lay, dem einstigen Weggefährten und immer noch besten Freund der Familie,der mit Alison Kontakt hielt und ihre Briefe an Abby und Robert weiterleitete. Es waren aufregende Zeiten gewesen, doch nun genossen Abby und Robert die Ruhe, die ihnen ihre beschauliche Ranch bot. Sie lebten in Wohlstand, denn Robert hatte sein gesamtes erbeutetes Vermögen nach seiner Rückkehr in die USA unversehrt in zahlreichen Verstecken wiedergefunden. Sie züchteten wertvolle Pferde, die sie gewinnbringend verkauften, und hatten daher weiterhin ihr Auskommen. Zu ihren Nachbarn pflegten sie nur losen Kontakt, ihre lebhafte Tochter Betty dagegen kannte jeden in der Gegend und es war oft schwer, das siebenjährige Mädchen abends wieder aufzufinden, sie konnte überall sein. Betty hatte ein eigenes Pony und oft genug ritt sie einfach los, ohne Bescheid zu sagen, schwänzte auch die Schule und tat, was sie wollte. Robert war viel zu nachsichtig mit ihr, er ließ ihr alles durchgehen, verzog das kleine Mädchen nach Strich und Faden und Abby war machtlos dagegen. Mit Robert zu streiten war ein Ding der Unmöglichkeit, er verschloss ihr meist einfach den Mund mit einem Kuss und es war ihm sowieso schon immer gelungen, sie um den Finger zu wickeln, das hatte sich in all den Jahren nicht geändert. Sie waren beide älter geworden, doch die Arbeit auf der Ranch und die täglichen weitläufigen Ausritte führten dazu, dass sie jung und beweglich blieben und Abby ihre schlanke Gestalt behalten hatte. Mit ihren langen, lockigen rotblonden Haaren war sie immer noch ein ansehnlicher Anblick. Alles in allem waren sie glücklich und zufrieden, die helle Sonne Kaliforniens trug dazu bei, dass niemals Traurigkeit aufkommen konnte, man nahm das Leben von der leichten, heiteren Seite. Wenn Abby ihre ältere Tochter Alison zu sehr vermisste, fuhr sie mit dem Auto ans Meer, dort fühlte sie sich ihr nahe, dort vergoss sie ab und zu auch ein paar Tränen und wünschte von Herzen, dass Alison so glücklich war wie sie selbst. Alison war immer ein besonderes Kind gewesen. Der Lehrstoff der Schule hatte ihr bei Weitem nicht ausgereicht, sie stieß mit ihrer offenen Art alle vor den Kopf und hatte wenig Gefühl für das, was man sagte und was nicht. Dank ihrer Intelligenz hatte sie als jüngste Studierende an der medizinischen Universität den Abschluss gemacht und ihren ersten Doktor mit summa cum laude erhalten, ihre zweite Doktorarbeit stand kurz vor der Vollendung. Mit ihrem ehemaligen Professor unterhielt sie ein Liebesverhältnis und wohnte in einer kleinen Wohnung in San Francisco, mehr brauchte sie nicht. Als glühende Verfechterin des Frauenwahlrechts trat Alison überhaupt für die Rechte der Frauen ein, viele Frauen und Mädchen in Not wandten sich an sie und sie half, wo sie konnte. Alison war schon mehrmals im Gefängnis gewesen, teils weil man sie auf Demonstrationen verhaftet hatte und vor kurzem, weil sie eine Frau nach einem unerlaubten Schwangerschaftsabbruch versorgt und diesen nicht angezeigt hatte. Das hatte dann der Ehemann der Frau erledigt. Die unglückliche Frau war zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden und Alison kam vor Gericht mit einer Verwarnung davon, schließlich hatte sie ja nur ihre Pflicht getan und der Frau geholfen. Das hielt Alison jedoch nicht davon ab, für ihre Anliegen zu kämpfen, auch gegen ihren konservativen Vater, Abbys erstem Ehemann James Hart, der im Stadtrat saß und seine rebellische Tochter am liebsten verleugnet hätte. Abby wusste das alles, denn Alison schrieb Elzy in allen Einzelheiten über ihr Leben, das hatte sie ihm einmal versprochen und ihre Versprechen hielt sie pflichtbewusst ein. Wäre Alison eines Tages wirklich in ernsthaften Schwierigkeiten, konnten Robert und Abby immer sofort eingreifen, das bedeutete eine große Beruhigung. Jetzt war Abby eigentlich beinahe wunschlos glücklich. Früher war sie viel gereist, sie war begierig gewesen, Neues zu entdecken, sie liebte hohe Berge, liebte das Abenteuer, das Außergewöhnliche. Wenn sie nach Los Angeles zu den Piers gingen, war sie diejenige, die mit den neu gebauten Achterbahnen fuhr oder sich auf die großen Rutschen wagte. Nichts konnte ihr waghalsig genug sein, sie kannte keine Furcht und lachte Robert oft aus, weil er sie zwar begleitete, es aber nicht richtig genießen konnte, da er leicht unter Höhenangst litt. Einst war sie am Grand Canyon gestanden, auf einem überhängenden Felsen, nur gehalten von Fynn Johnson, und sie hatte sich nach vorne gebeugt, mit ausgestreckten Armen, als würde sie fliegen. Nur wenige Zoll hatten ihre Füße vom Abgrund getrennt. So hatte sie immer leben wollen, sie hatte das Risiko nie gescheut und sie hatte stets nach vorne geschaut und das getan, was notwendig war. Hier auf der Ranch vermisste sie ab und zu den Nervenkitzel, alles war ruhig und schön, manchmal sehnte sie sich nach Entdeckungen, nach Neuem, sie dachte zurück an die hohen Berge, die sie in Südamerika bezwungen hatte, an all die Reisen, und sie seufzte bei dem Gedanken, dass sie das vielleicht nie mehr erleben würde. Aber immerhin hatte sie die Erinnerungen daran, sie wollte nicht undankbar sein und konnte sich glücklich schätzen. Sie blickte dem Doppeldecker nach, der nun eine Kurve flog und wohl zurück zum kleinen Flugfeld unterwegs war. Für sie war es auch Zeit umzukehren und sie trieb ihr Pferd an. Als sie die Ranch erreichte, wurde sie schon ungeduldig von ihrer Tochter Betty und von Robert erwartet. „Wo bleibst du denn, Mummy? Das Abendessen ist fertig und dann musst du gleich wieder gehen, wir wollen doch das Zimmer für deinen Geburtstag schmücken!“ „Betty, das sollte doch unser Geheimnis bleiben“, schimpfte Robert. „Ich habe nichts gehört“, erwiderte Abby lachend, stieg vom Pferd und Robert nahm es ihr ab, um es zu versorgen. „Ich habe ein ganz tolles Geschenk für dich“, rief Betty und griff nach ihrer Hand. „Willst du es gleich sehen?“ „Der Geburtstag ist doch erst morgen, Schatz!“ „Aber es ist fertig, ich habe es ganz allein gemacht. Daddy hat nur ein bisschen geholfen!“ „Morgen gibst du es mir, ich bin schon so gespannt!“ „Bis morgen dauert es doch noch so lange.“ „Nur noch einmal schlafen, Betty. Nun komm, hast du dir die Hände gewaschen? Und dein Gesicht sieht aus, als hättest du dich im Dreck gewälzt, was hast du nur wieder getan?“ Abby nahm ihre Tochter und säuberte sie gründlich, was Betty nur unter Protest zuließ. Die blonden Zöpfe waren arg verfilzt und mussten ausgebürstet werden. Als sie das Haus betraten, nahm Robert wie immer seinen Hut und zirkelte ihn zu Bettys stetem Entzücken auf den Haken an der Wand. Diese Angewohnheit, die noch aus Roberts Jugendzeit stammte, war ihr Ritual geworden, niemals durfte er es vergessen und wehe, er verfehlte ausnahmsweise einmal sein Ziel. Dann tanzte Betty durch den Raum und lachte aus vollem Hals. Schließlich saßen sie am Tisch und genossen die Speisen, die Teresa, ihre Köchin, auftrug. Danach musste Abby das Zimmer verlassen und lautes Gepolter und Gehämmere verrieten ihr, dass Robert und Betty eifrig am Werk waren und anscheinend Girlanden und andere Dinge aufhängten. Sie ließ sich später mit geschlossenen Augen durch das Zimmer führen, Betty hatte darauf bestanden, und so sah sie erst am Morgen, wie...



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