E-Book, Deutsch, 448 Seiten
Fields The grump who stole my heart
23001. Auflage 2023
ISBN: 978-3-95818-715-3
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | In dieser Bad Boy Romance fliegen die Funken!
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-95818-715-3
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ella Fields ist Mutter und Ehefrau und lebt in Australien. Während ihre Kinder in der Schule sind, trifft man sie meistens, wie sie mit ihrer Katze Bert und ihrem Hund Grub über ihre Figuren und Bücher spricht. Sie ist schokoladensüchtig und eine unverbesserliche Sammlerin schöner Notizbücher. Sie liebt es, Stories mit hart erarbeiteten Happy Ends zu schreiben.
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ERSTES KAPITEL
Alice
»Billionen-Dollar-Erbin enthüllt ihre natürlichen Reichtümer.« Die sanfte, aber dennoch von zu vielen Zigaretten angeraute Stimme meiner Mutter klang bestenfalls teilnahmslos.
Sie war sauer.
»Hör zu.« Ich schlug ungefähr zum zehnten Mal die Beine übereinander, seitdem sie mich hier hereingerufen hatte. Natürlich passierte das erst, sie mich dreißig Minuten in der Halle hatte warten lassen, als wäre ich eine ihrer vielen Angestellten. »Es ist absolut nicht so schlimm, wie es klingt.« Ich rang mir ein gezwungenes Lachen ab und bemühte mich, nicht zu fluchen, als es in der erdrückenden Stimmung in dem übergroßen Arbeitszimmer erstarb. »Du weißt doch, wie gerne diese Arschlöcher die Tatsachen verdrehen.«
Valencia Corvall ließ die Zeitschrift sinken, sodass ihre frisch operierte Nase und ihr giftiger Blick zum Vorschein kamen. »Wirklich«, erwiderte sie gedehnt. Ihre Augen wichen nicht von meinen, als sie nach den sechs weiteren neben ihr aufgestapelten Magazinen griff. Ich bemühte mich, nicht bei jedem zusammenzuzucken, als sie eine nach der anderen mitten auf ihren riesigen Schreibtisch knallte. »Ein Paar nackter Titten auf der Titelseite jeder Klatschzeitschrift im Land lügt nicht.«
Ich war versucht zu fragen, wie sie überhaupt so viele Magazine in so kurzer Zeit zusammengesucht hatte, verkniff es mir jedoch. Ich hielt den Mund und rümpfte die Nase, als ich einen Blick auf das Bild erhaschte. Es war idiotisch von mir, zu glauben, dass die Nacht meinen Körper verbergen würde. Dunkelheit war für moderne Technik und ein bisschen Hilfe von Photoshop kein Problem mehr.
Ich war eine Idiotin und außerdem betrunken. So hinüber, dass ich einen ziemlichen Filmriss hatte, was diese Nacht angeht.
Ihre bewusst eingelegte Pause endete. »Sollen wir einmal nachschauen, wo wir sie überall online finden können?«
»Sie sind unscharf.« Ich spürte den Drang, darauf hinzuweisen.
Ein Fehler. Ihre hohen Wangenknochen bewegten sich kaum, aber ihre Augen sprühten Feuer.
Ich machte direkt einen weiteren, indem ich planlos weiterfaselte. »Das sind sie , aber wir können die Zeitschriften trotzdem verklagen.« Schweigen. Ich öffnete erneut den Mund. »Ich meine, wer ist noch nie irgendwann mal nachts mit Freunden nackt baden gegangen?« Ich verdrehte die Augen, warf meine frisch mit Highlights versehenen Haare über die Schulter und lachte erneut unbeholfen auf. »Ich denke, wir haben Glück, dass ich mich erst jetzt entschlossen habe, ein bisschen abenteuerlustig zu sein, und nicht schon vor ein paar Jahren.«
Der Duft von frischem Lavendel, den ich normalerweise liebte, hüllte mich ein wie eine Heizdecke mitten im Sommer. Der Kamin unter der riesigen orientalischen Vase blieb leer, und ein Luftstrom wehte in den Raum.
Trotzdem begann ich zu schwitzen.
Ich kannte diesen Blick von ihr – hatte ein Mal zu oft gesehen, wie sie meinen Vater beim Dinner damit bedacht hatte, wenn sie im Begriff stand, ihm seinen Arsch auf einem verdammten Silbertablett zu servieren. Oft wurde er von einem Bund Petersilie begleitet, um Christopher Corvalls ernsthaften Mangel an Eiern zu verstecken.
Es war, als würde man zusehen, wie ein Sturm langsam heraufzog. Das Fehlen jeglicher Gefühlsregung in ihrem Gesicht und das wachsende Maß an Gift in ihren Augen. Ihr völlig regungsloser Körper.
Der Sturm brach mit dem erschreckend sanften Wort »abenteuerlustig« los.
Ich schluckte und beschloss aus Angst und einem Selbsterhaltungstrieb heraus zu schweigen.
»Deine Titten der ganzen Welt zu präsentieren, ist also «, sagte sie kühl. Ein langer, schwarz lackierter Nagel tippte auf das Mahagoniholz ihres Schreibtischs. »Ich nehme an, ein flotter Dreier mit einem fremden Jungen und seiner Freundin im Farmtrucks seines Vaters ist auch abenteuerlustig.«
Na ja, so würde ich es nicht unbedingt nennen. Aufregend und unerwartet, klar. Wieder sturzbetrunken, aber ich bereute nichts.
Wir hatten unseren Spaß, und sie wohnten außerhalb der Stadt, also war es nicht so, als müsste ich ihnen auf dem Campus begegnen. Zu dumm war nur, dass die Freundin die Dashcam eingeschaltet hatte. Die Qualität war beschissen, und wir waren nicht immer im Bild, aber es gab eine kleine Szene, in der ich es mit ihrem Freund treibe, während sie auf seinem Gesicht sitzt und mich küsst.
Ich hielt den Mund.
»Was war denn im letzten Sommer, hmm?« Ihr Finger tippte schneller. Scheiße.
Dreifach verfluchte Scheiße.
, bat ich stumm.
Ihre Lippen zuckten, als könnte sie meine inneren Schreie hören. Sie hatte versprochen, damit aufzuhören, das Thema zur Sprache zu bringen. Ich hatte zur Strafe für drei Monate mein Auto abgegeben und als Freiwillige in einem Obdachlosenheim gearbeitet. Ich hatte die Zeit abgeleistet. Ich hatte die Demütigung durchgestanden, online beschimpft und auf dem Campus höhnisch belächelt zu werden.
»Die Dervents.«
Mein gesamtes Gesicht brannte. »Du weißt, dass ich das nicht absichtlich getan habe.«
Das Feuer in ihren Augen erlosch ein wenig, aber ich ließ mich dadurch nicht zu dem Glauben verleiten, dass das hier gut ausgehen würde. »Das mag ja so sein, aber nichtsdestotrotz ist es passiert, und es hat mich ein verdammtes Vermögen gekostet, den Riesenschlamassel wieder in Ordnung zu bringen.«
»Ich wusste nicht, dass er mit einer Politikerin verheiratet war.« Und es hat mich tatsächlich ein bisschen aus der Fassung gebracht, herauszufinden, dass der Kerl, mit dem ich ganze drei Dates hatte, überhaupt verheiratet . Ich war kein Typ für Dates. Ich hatte noch nicht einmal die Chance, ihn zu vögeln, bevor wir es in die Boulevardpresse schafften, nachdem wir in einem Restaurant fotografiert worden waren.
Eine verdammte Schande, obwohl ich mich wegen der Art, wie wir beim zweiten und dritten Date unter dem Tisch herumgefummelt hatten, schuldig fühlte. Das dunkle Funkeln in seinen Augen und die markante, glatt rasierte Kieferpartie, die ihm ein selbstbewusstes Auftreten verliehen, versprachen eine gute Zeit.
Einen Monat, nachdem die Bilder veröffentlicht wurden, hatte er aufgehört, mich zu kontaktieren. Bis zu diesem Punkt hatte er mir täglich flehende Nachrichten geschickt, bevor er darauf umschwang, zu behaupten, er würde seine Frau verlassen.
Ich hatte mit so viel Anstand wie möglich geantwortet:
Weil das mit absoluter Sicherheit nicht ich war.
Klar, ich hatte den Typen gemocht – dieses breite Grinsen, das seine dunklen Augen aufblitzen ließ, und diese kratzige, tiefe Stimme –, aber ich weigerte mich, jemals wieder jemanden so sehr zu mögen, dass ich mich komplett verliere und in den Untergang stürze.
Liebe war etwas für Leute, die Schmerz genossen. Nichts für mich, danke. Ich wachte gerne ohne den prompten Schmerz in der Brust auf, den kein Maß an Selbstmedikation lindern konnte. Ich liebte es, zu atmen, ohne das Brennen zu spüren, das das Fehlen von etwas Lebenswichtigem auslöste.
Ich versuchte mit allen Mitteln, ohne dieses Gefühl zu leben.
Meine Mutter seufzte, ihre steifen Schultern lockerten sich ein wenig. »Alice, es ist Zeit, dass wir uns nach einer Therapie umsehen.«
»Therapie?« In meinem Kopf überschlugen sich Bilder von mir auf einer Couch, wo ich mit tausend nadelspitzen Fragen bombardiert werde. Das konnte ich nicht. Nicht, weil ich es für falsch hielt, sondern weil ich es einfach nicht konnte. Es würde mich zurückversetzen. Nur darauf lief es hinaus.
Und ich würde nicht dorthin zurückgehen. Nicht für meine Mutter. Nicht für meine wenigen Freunde. Noch nicht einmal für mein Erbe.
Für nichts auf der Welt.
»Drogen- und Alkoholentzug.«
Ich schnappte nach Luft. »Ich habe seit dem letzten Vorfall kein Koks mehr angerührt«, verkündete ich entschieden lauter als nötig, und meine Mutter blinzelte langsam – ihre Version eines Zusammenzuckens. »Und es liegt nicht am Alkohol.« Okay, hilfreich war dieser eindeutig nicht, aber trotzdem. »Du willst, dass ich aufhöre zu trinken? Schön.« Ich warf die Hände hoch. »Betrachte es als beschlossene Sache.« Ich lehnte mich zurück, streckte mich und schlug die Beine übereinander. »Kein Problem.«
»Nein.« Jetzt klang sie eher resigniert als verärgert. »Es liegt nicht an den Drogen oder am Alkohol. Es liegt an dir.«
Sie ließ die Feststellung einen Moment lang in der stickigen Luft hängen. Ich konnte spüren, wie sich ihr Gewicht in meine Haut grub und die Worte drohten, in meine Poren zu sickern und Wunden aufzureißen, für deren Heilung ich lange gebraucht hatte. Die ich lange ignoriert hatte.
Es war alles dasselbe.
Sie beugte sich über den Schreibtisch und hielt die dunklen Augen auf mich gerichtet, während sie den Kopf schief legte. »Ich habe dir fast bei jedem...




