E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Ferrarella Ein Sheriff zum Verlieben
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5501-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-5501-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nachdem Lily ihren Verlobten mit einer anderen im Bett erwischt hat, flüchtet sie zu ihrer Familie nach Alaska. Männer sollen sie in Ruhe lassen - sonst wird sie ihnen mal zeigen, wo es langgeht! Genau das probiert sie bei Sheriff Max Yearling aus, der sich als raffinierter Gegner erweist. Seine zärtlichen Küsse, die er ihr nach jedem Streit 'verpasst', sind so verführerisch, dass Lily nicht mehr aufhören kann, zu streiten ...
Marie Ferrarella zählt zu produktivsten US-amerikanischen Schriftstellerinnen, ihren ersten Roman veröffentlichte sie im Jahr 1981. Bisher hat sie bereits 300 Liebesromane verfasst, viele davon wurden in sieben Sprachen übersetzt. Auch unter den Pseudonymen Marie Nicole, Marie Charles sowie Marie Michael erschienen Werke von Marie Ferrarella. Zu den zahlreichen Preisen, die sie bisher gewann, zählt beispielsweise der RITA-Award. Als Kind verbrachte Marie Ferrarella ihre Freizeit vor dem Fernseher, häufig schrieb sie die Drehbücher einiger Fernsehserien um und spielte dann selbst die Hauptrolle. Sie träumte von einer Karriere als Schauspielerin. Im Alter von elf Jahren verfasste sie ihren ersten Liebesroman, allerdings war ihr nicht bewusst, dass es sich um eine klassische Romance handelte. Während ihrer Collegezeit begann sie sich immer mehr für den Beruf einer Autorin zu interessieren und gab den Gedanken an eine Schauspielkarriere auf. Nach ihrem Abschluss, einem Master Degree in Shakespearean Comedy zogen sie zusammen mit ihren Eltern von New York nach Kalifornien. Charles, ihre Jugendliebe, hielt die Trennung nicht lange aus und folgte Marie nach sieben Wochen. Nicht lange darauf folgte die Hochzeit, und ihr Kleid dafür nähte Marie Ferrarella selbst. Mit ihren Büchern möchte die Autorin ihre Leserschaft zum Lachen bringen und unterhalten, das macht sie am glücklichsten. Genauso schön findet sie es, einen romantischen Abend mit ihrem Ehemann zu verbringen. Zu ihren Hobbys zählen alte Filme, Musicals sowie Rätsel. Geboren wurde Marie Ferrarella in Deutschland, und als sie vier Jahre alt war, wanderten ihre Eltern in die USA aus. Bereits im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren heutigen Mann kennen; mit ihm und ihren beiden Kindern lebt sie in Süd-Kalifornien.
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2. KAPITEL
Max musste lächeln. Er hatte Alisons ältere erfolgreiche Schwester seit dem Start der Cessna vor etwa zehn Minuten beobachtet. Nach ihrem starren Blick und der Art zu schließen, wie sie ihre Armlehne krampfhaft umfasst hielt, reagierte Lily Quintano auf das Fliegen so ähnlich wie er.
„Ich mag es auch nicht.“
Verdutzt drehte sie sich vom Fenster ab, von dem aus sie auf die weite nackte Ebene unter sich geblickt hatte, und schaute ihn an. Der Sheriff saß ihr viel zu nahe, wie sie fand, auch wenn es nicht ganz seine Schuld war. Im Augenblick schien er ihr jedenfalls die Luft abzuschnüren.
„Was mögen Sie nicht?“
Mit einer Kopfbewegung umfasste er die Kabine. „In einem kleinen einmotorigen Flugzeug zu sitzen.“ Er blickte zu Sydney hin, die gleich vor ihnen vom Pilotensitz die Cessna steuerte. „Nehmen Sie’s mir nicht übel, Sydney.“
Sydney lachte. Sie wusste ja, wie Max sich fühlte. Früher hatte sie genauso reagiert. „Ist schon gut. Beim ersten Flug nach Hades bin ich auch nicht gerade aus dem Häuschen gewesen vor Freude. Ich war ziemlich sicher, dass das Flugzeug wie ein Stein absacken würde.“
Doch mit der Zeit hatte sie es sich überlegt und Shayne überredet, ihr Unterricht im Fliegen zu geben.
„Man ist ruhiger, wenn man die Maschine unter Kontrolle hat.“ Sydney warf einen kurzen Blick über ihre Schulter zu ihren beiden einzigen Fluggästen. „Sie sollten fliegen lernen, Max. Ich würde es Ihnen gern beibringen.“
Er schüttelte den Kopf. Die Luft war nicht gerade das, was er als seine natürliche Umwelt betrachtete.
„Trotzdem, danke“, sagte Max. „Ich ziehe es vor, mit den Füßen fest auf der Erde zu stehen. Ich fliege nur, wenn es sich absolut nicht verhindern lässt.“
Für Lily ergab das keinen Sinn. „Warum haben Sie sich dann bereit erklärt, mit dem Flugzeug zu kommen?“
„Ich bin nicht einfach aus lauter Lust und Tollerei geflogen, sondern gekommen, um Sie abzuholen.“ Max hatte keine Ahnung, warum es ihn so juckte, sie zu korrigieren. Vielleicht, weil er sehen konnte, wie es sie ärgerte. Vielleicht auch, weil ihm Ms. Lily Quintano viel zu verklemmt schien. „Und es hatte auch weniger mit sich bereit erklären zu tun, als mit bereit gemacht werden.“
„Oh.“
Wenn das nicht ein gezielter Verweis dieses Sheriffs war. Sie hätte doch zu Hause bleiben sollen. Sie hätte aus Alans Fotos eine Zielscheibe machen können, um sich abzureagieren und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Es wäre jedenfalls um einiges weniger kompliziert gewesen als die hektischen Vorbereitungen für zwei Wochen weg vom Restaurant.
„Es tut mir leid, dass ich Ihnen zur Last falle.“
Eins stand fest, diese Frau war schroff, und sie konnte kälter sein als eine Januarnacht in Alaska. Max fing allmählich an zu verstehen, warum die Hochzeit geplatzt war. Welcher Mann würde sich an eine Frau wie Lily Quintano für ewig binden wollen?
Er ließ es dabei bewenden. Sie sollte ruhig glauben, dass sie ihm lästig fiel. Sich entschuldigen … nein, das wollte er nicht. „Gehört mit zum Job eines Sheriffs“, erklärte er unbekümmert.
Sie kniff die Augen zusammen. Wollte er sie absichtlich ärgern? Nun, dann sollte er sie kennen lernen! „Bis jetzt bin ich der Meinung gewesen, dass Sheriffs böse Buben einfangen und für Ruhe sorgen.“
Sarkastisch war sie auch noch! „Wir sind ein ziemlich friedliches Volk hier. Und was die bösen Buben angeht, so ist ihr Vorrat mehr oder weniger geschrumpft.“
Max gab sich nicht die Mühe, ihr von Sam Jeffords Fallen zu berichten, deren mutwillige Zerstörung immer noch nicht geklärt war. Lily würde wahrscheinlich nur darüber lachen. Großstadtmenschen hielten so etwas nicht für ein kriminelles Vergehen. Und es würde ihnen auch nicht einfallen, darüber nachzudenken, dass es Menschen gab, die sich mit Fallenstellen und Fellen den Lebensunterhalt verdienten.
Er persönlich würde so etwas nie tun können … Tiere in die Falle locken und sie töten, damit andere ihren Pelz um ihre Schultern tragen konnten. Aber er würde seine Wertvorstellung niemals anderen aufdrängen. Geld regiert die Welt, das war nun mal eine Tatsache, ob sie einem passte oder nicht. Und für Pelze gab es eine große Nachfrage.
„Was bleibt Ihnen dann noch zu tun?“ Die strahlende Nachmittagssonne schien in die kleine Kabine und hob alles darin noch deutlicher hervor. Der Lauf der Pistole schaute aus dem Holster, das Max am Oberschenkel trug. Es erregte Lilys Aufmerksamkeit. „Außer Ihre Knarre zu polieren?“
Max fragte sich allmählich, ob sie ihre Zunge täglich an einem Mühlstein schärfte oder ob ihr diese Fähigkeit angeboren war.
„Es bleibt immer noch das eine oder andere zu tun.“ Er sah sie dabei gezielt an. „Zum Beispiel verloren gegangene Touristen aufspüren und Ähnliches.“
Sie zuckte nicht einmal zusammen. „Gibt es davon viele?“
„Einer wäre schon zu viel“, antwortete er ehrlich.
Es war nicht schwer, hier in der Umgebung verloren zu gehen, wenn man nicht vorsichtig war. Sogar die Einheimischen verirrten sich mitunter. Es war nicht ungewöhnlich, dass die ganze Stadt sich an einer Suchaktion beteiligte. Und genau das war der Grund, warum Max in einem Ort wie Hades so gern lebte. Er wusste, dass er sich in einem Notfall auf seine Nachbarn verlassen konnte.
„Ihrem Bruder ist das zu Anfang einmal passiert. Er hatte in einem Inuit-Dorf die Kinder gegen Grippe geimpft. Es war Anfang Juni, aber ein Schneesturm setzte plötzlich ein, noch während er auf dem Rückweg war. Meine Schwester hatte ihn begleitet. Wenn Jimmy und April den Weg zur Blockhütte nicht gefunden hätten, wären sie an Unterkühlung gestorben.“ Er erwähnte nicht, dass es die Hütte war, wo er und seine Schwester gelebt hatten, bevor ihre Mutter sich von der Realität zurückgezogen hatte und in geistige Umnachtung verfiel. „Dieses Land kann sehr unversöhnlich sein, Lily.“
Dass er sie beim Vornamen nannte, brachte sie durcheinander. Es klang ihr einfach zu intim. Vielleicht machte sie aber auch nur die Höhe verrückt. Sie sollte es jedenfalls nicht zu wichtig nehmen.
„Wenn das Land so unversöhnlich ist, warum bleiben Sie und meine Schwester hier?“
Ihren Bruder Jimmy erwähnte sie erst gar nicht. Als sie zuerst hörte, dass ihr Bruder die Entscheidung getroffen hatte, sich in einem Ort niederzulassen, der kleiner als ein Fliegenfleck auf der Landkarte war, hatte sie es nicht fassen können. Jimmy, der Playboy, am Rande der Welt? In Hades gab es nicht einmal ein Nachtleben, wie sie von ihrer Schwester Alison erfahren hatte, abgesehen von einer einzigen Kneipe mit dem Namen Salty Dog Saloon und zwei Filmtheatern.
„Warum bleibt man an einem Ort?“, fragte Max zurück und lächelte vor sich hin. Es ihr zu erklären, hätte wohl wenig Zweck. Sie würde es ja eh nicht begreifen. Aber da sie ganz offensichtlich auf seine Antwort wartete und er das Gefühl hatte, dass sie zu den Typen gehörte, die beharrlich waren, erwiderte er: „Es hat wie eine schöne Frau gewisse Reize.“
Und wieder erregten seine Worte sie. Oder machte die Art, wie er sich gab und was er sagte, sie nur nervös? Er kam ihr nicht gerade wie ein Draufgänger vor. Jedenfalls verunsicherte er sie.
„Es könnte auch sein, dass es leichter ist, hier Sheriff zu sein, als – sagen wir – in …“ Lily sah ihn spöttisch an. „… Seattle.“
Sie hatte doch wohl nicht vor, ihn in eine Abwehrstellung zu drängen? Dann würde er sie enttäuschen müssen. „Vielleicht ist es so. Nur würde ich in Seattle nicht jeden kennen, wie ich hier jeden kenne.“ Er rutschte auf seinem Sitz in eine bequemere Stellung. „Ich ziehe es vor, Menschen zu beschützen, die ich kenne.“
Das Flugzeug verlor plötzlich an Höhe, und Lily packte Max am Arm.
„Es war ein Luftloch, das ist alles.“
Lilys Herz pochte vor Angst. „Das muss ein ganz schön tiefes Luftloch gewesen sein.“ Nur mit Mühe gelang es ihr, sich wieder zu fangen. Und als ihr bewusst wurde, dass sie noch immer seinen Arm umklammert hielt, wurde sie rot und ließ ihn los. Und erst jetzt sah sie, dass sie ihn am linken Unterarm mit den Nägeln gekratzt hatte. „Oh … tut mir leid. Ich wollte das nicht.“
„Gut zu wissen.“ Max schaute auf seinen Arm. Es war ein langer roter Kratzer, der ein wenig blutete. Er holte aus seiner Hosentasche ein Taschentuch heraus und betupfte die Stelle. Dann sah er Lily belustigt an. „Man kann wohl ruhig behaupten, dass Sie die Erste sind, die mich in meinem Job Blut gekostet hat.“
Lily war es sehr unangenehm. Dass sie sich so linkisch benommen hatte, machte es noch schlimmer. Es schadete ihrem Image, das sie von sich selbst gemacht hatte … und das sie gern vorzeigte.
„Gewöhnlich bin ich nicht so nervös.“ Sie schob sich auf ihrem Sitz nach vorn und umfasste die Rückenlehne von Sydneys Pilotensitz. „Ist es noch weit?“
Der Vergleich mit ihren eigenen Kindern drängte sich Sydney auf, die auch ständig fragten: „Sind wir immer noch nicht da?“ Sydney behielt es lieber für sich. Sie hatte das sichere Gefühl, dass Alisons Schwester es nicht freundlich aufnehmen würde, mit einem zehnjährigen Mädchen und einem vierzehnjährigen Jungen verglichen zu werden, ganz zu schweigen von dem Zweijährigen. Sie zog es lieber vor, das zu sagen, was jeder gute Elternteil sagen würde, der seine Geduld unter ähnlichen Umständen noch nicht verloren hatte.
„Wir haben es bald...




