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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 273, 64 Seiten

Reihe: Alpengold

Fernthaler Alpengold 273

Treueschwur beim Sonnwendfeuer
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7325-6553-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Treueschwur beim Sonnwendfeuer

E-Book, Deutsch, Band 273, 64 Seiten

Reihe: Alpengold

ISBN: 978-3-7325-6553-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Treueschwur beim Sonnwendfeuer - Junge Herzen im Sturm der Liebe


Johannisnacht ist es. Während auf den Bergen ringsum und in den Tälern die Sonnwendfeuer leuchten, entflammen sich zwei junge Herzen in Liebe: Edda, die Tochter des Reiterbauern, und Andreas Berger, der junge Architekt aus der Stadt.
Sie kennen sich erst wenige Wochen, und doch weiß Edda, dass sie niemals einem anderen Mann gehören wird. Ihre Liebe und ihr Vertrauen sind grenzenlos.

Doch wenige Wochen später erfährt Edda etwas Entsetzliches: Andreas soll das Oberhaupt einer Schmugglerbande sein, nach deren Mitgliedern die Polizei seit einiger Zeit vergeblich fahndet.

Eddas Glück scheint für immer zerbrochen ...

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Die Sonne brannte heiß auf die Landstraße, so heiß, dass der Teer aufgeweicht war und der Reiterbauer aufgebracht vor sich hin schimpfte. Vor ihm trotteten zwei Kühe, die genauso unter der Hitze zu leiden schienen wie er.

Der Bauer war drüben in Hintermoos beim Viehmarkt gewesen. Eigentlich hatte er ja nur ein bisschen schauen wollen, ja, und dann …

Er war halt keiner, der leicht Nein sagen konnte. Und die Zenzi und die Berta waren auch zwei prächtige Tiere. Aber am meisten freute es ihn, dass er sie dem Stanglbauern direkt vor der Nase weggeschnappt hatte. Der hatte vielleicht geschaut, als er mit den Kühen abgezogen war. Im Nachhinein freute sich der Bauer noch über das enttäuschte Gesicht des Stangl.

Aber als der Reiterbauer dann wieder an das Gesicht dachte, das die Rosl, seine Frau, machen würde, wenn sie seinen Einkauf sah, dann wurde ihm das Herz schwer. Sie hatte ihm regelrecht verboten, etwas zu kaufen, denn das Geld war wieder einmal sehr knapp auf dem Reiterhof.

Der Bauer kratzte sich am Ohr. Einen Traktor hätte er viel nötiger gebraucht, und die Rosl legte auch jeden Cent dafür weg. Na, vielleicht konnte er die Kühe wieder günstig verkaufen. Hauptsache, der Stanglbauer hatte sie nicht gekriegt.

Und während der Reiter so dahinmarschierte, fiel ihm ein, dass er eigentlich einen ganz gehörigen Durst hatte. Und wozu führte die Straße direkt beim Wirt vorbei? Da wäre es ja eine Sünd, wenn er nicht auf einen kühlen Trunk hineingehen tät.

Der Bauer band seine Tiere mit einem dicken Strick vor dem Gasthaus an einem Baum fest. Hier konnten sie wenigstens im Schatten stehen.

In der Wirtsstube war es angenehm kühl. Bis auf einige Urlauber war niemand da, und die Edda kam erstaunt hinter der Theke hervor, als sie ihren Vater sah.

»Ich nehm an, die Mutter weiß net, dass du schon am hellen Tag den Bierkrug in der Hand hältst«, sagte sie ein wenig tadelnd.

Der Bauer nahm sie an der Hand und führte sie ans Fenster.

»Da, schau hinaus, Madl, die zwei prächtigen Tiere gehören uns«, verkündete er stolz.

Edda schüttelte den Kopf.

»Bist net gescheit, Vater? Wo hast du denn das Geld hergenommen?«

Er schaute sie unsicher an.

»Meinst du, dass die Mutter arg bös sein wird? Ich hab das Geld aus der Kasse genommen, wo sie für den Traktor spart.«

Das Mädchen schüttelte den Kopf.

»Dann möcht ich net in deiner Haut stecken, wenn du heimkommst. Die Kühe hättest du doch net gebraucht. Außerdem musst du sie jetzt bei der Hitze hinauf auf die Alm bringen.«

Er seufzte und tätschelte ihre Wange.

»Jetzt geh erst einmal und bring mir ein Bier. Dann geht’s mir gleich besser.«

Er sah Edda nach, wie sie zur Theke ging. Und nicht nur sein Blick, sondern auch die der anderen männlichen Gäste folgten ihr.

Ja, sie war wirklich ein fesches Madl, seine Edda. Die kastanienbraunen Haare hatte sie von der Mutter geerbt und dazu seine hellblauen Augen. Nur, dass sie bei der Edda ein wenig grünlich schimmerten. Wenn sie lachte, zeigten sich zwei Grübchen in den Wangen, und so mancher Bursch aus dem Dorf war hinter ihr her.

Aber von Männern wollte Edda trotz ihrer zwanzig Jahre noch nichts wissen.

»So ein Mannsbild hab ich eh noch ein ganzes Leben um mich herum. Da möcht ich meine Freiheit schon noch ein bisserl genießen«, behauptete sie immer.

Und recht hatte sie, die Edda! Der Meinung war der Vater auch. Außerdem wüsste er niemanden im Dorf, der für die Edda gut genug wäre. Aber so dachten schließlich die meisten Väter, da bildete er keine Ausnahme.

Tüchtig war sie obendrein. Als sie gemerkt hatte, dass Geld fehlte auf dem Hof, da hatte sie sofort zugesagt, als man beim »Buschenwirt« eine Kellnerin gesucht hatte.

Viel war es freilich nicht, was der Wirt Edda zahlte, aber trotzdem war die Mutter froh, wenn das Madl am Monatsende Geld heimbrachte.

Edda stellte dem Vater eine schäumende Maß Bier hin.

»Da, trink dir Mut an! Wirst ihn eh brauchen können.«

Er sah sie unsicher an. »Meinst du, dass es so schlimm werden wird? Dann bleib ich lieber hier bis zum Abend und geh dann mit dir heim.«

Sie schüttelte den Kopf und zeigte lachend ihre weißen Zähne.

»Nix da! Was man sich eingebrockt hat, das muss man auch auslöffeln. Wenn du ausgetrunken hast, dann aber marsch.«

Der Bauer senkte resigniert den Kopf. Sie hatten ihn ganz schön unter der Fuchtel, seine beiden Frauen.

Eine schrille hohe Stimme rief nach der Edda. Und der Bauer sah, wie ihre grünen Augen plötzlich ganz schmal wurden vor Zorn.

»Keine ruhige Minute gönnt mir die Gundi. Ich weiß gar net, was ich ihr getan hab.«

Der Vater langte nach Eddas Hand. »Ist es noch immer so schlimm mit ihr, Edda?«

»Schlimm! Sie hat jeden Tag mehr Wut auf mich, und ich weiß net einmal, warum.«

»Edda, hast du net gehört!« Das war wieder die Gundi.

Die Gerufene erhob sich seufzend.

»Also, dann bis zum Abend, Vater. Und viel Glück.«

Auf dem Heimweg dachte der Bauer darüber nach, warum die Gundi kein gutes Haar an seinem Madl ließ. Sie waren doch beide im gleichen Alter, da müssten sie sich doch verstehen.

Gundi war die Tochter des Wirts, und es verging kein Tag, an dem sie die Edda das nicht spüren ließ. Jede Arbeit, die Gundi nicht machen wollte, schob sie Edda zu. Gundi arbeitete überhaupt nur noch, wenn sie Lust dazu hatte. Der Wirt mischte sich in die Weiberfeindseligkeiten, wie er immer sagte, nie ein, und die Wirtin stand ganz auf der Seite ihrer einzigen Tochter.

Der Reiterbauer seufzte. Ja, sie hatte es nicht leicht, die Edda. Aber sie hatte die Beharrlichkeit von der Mutter geerbt, sonst hätte sie die Arbeit längst gekündigt.

Die Sonne stand jetzt schon halb über dem Rosenstein, aber trotzdem war es noch drückend schwül, und der Bauer musste oft stehen bleiben, um sich zu verschnaufen. Das Bier hatte ihn obendrein müde gemacht, und so dauerte es noch eine ganze Weile, bis er auf dem Reiterhof ankam.

Von Weitem sah er schon die Bäuerin nach ihm Ausschau halten, und es wurde ihm ein bisschen mulmig, als er sie so resolut winken sah.

Er trieb die Kühe vor sich her, damit sie diese Prachtexemplare gleich sehen konnte. Aber anscheinend hatte sie gar kein Interesse dafür.

»Komm schnell herein, Maxl. Aus der Stadt sind ein paar Herren gekommen, die wollen etwas von dir.«

Erst jetzt sah der Bauer den eleganten schwarzen Wagen, der neben dem Haus stand. Das war ihm gerade recht.

»Die Gretl soll die Kühe in den Stall bringen. Ich wasch mir noch schnell die Hände.«

Als der Bauer in die Stube kam, erhoben sich die zwei Herren, die städtisch gekleidet waren. Sie reichten ihm die Hand und nannten ihre Namen, die er sich aber zunächst nicht merkte.

Der eine der beiden zog einige Papiere aus seiner Aktentasche und legte sie vor sich auf den Tisch. Er spielte gedankenverloren mit dem Kugelschreiber in seiner Hand. Anscheinend hatte er ein Anliegen und wusste nicht so recht, wie er beginnen sollte.

Doch da kam ihm der andere zu Hilfe.

»Es handelt sich um die Wiese hinten am Wald, Herr Reiter. Der Bürgermeister hat uns gesagt, dass sie Ihnen gehört.«

»Ja, freilich.« Der Bauer nickte. »Die gehört schon mir. Alles, was net viel wert ist im Dorf, das gehört dem Reiterbauern.« Das klang ein wenig bitter.

Die beiden Männer lachten. »Soviel wir wissen, ist die Gegend nicht gerade fruchtbar. Was haben Sie bisher mit der Wiese gemacht?«

Der Bauer zuckte die Schultern. »Ja mei, net viel. Wenn das Vieh im Herbst von der Alm herunten war, hat es da hinten gegrast. Viel ist da net zu holen.«

Der eine der beiden Männer lächelte immer noch.

»Wenn Ihnen diese Wiese also net viel wert ist, wären Sie dann bereit, sie zu verkaufen?«

Der Reiterbauer machte große Augen.

»Zu einem angemessenen Preis natürlich«, versicherten die beiden Herren fast aus einem Munde.

»Ja, ich weiß net …« Es kam alles so plötzlich für den Bauern.

»Sie würden damit einem guten Zweck dienen, Herr Reiter. Die Landesregierung plant, hier in Burgbach ein Sanatorium zu bauen. Und der Platz hinten am Wald wäre für diesen Bau am günstigsten.«

Der Bauer schluckte. »Haben Sie darüber schon mit dem Bürgermeister gesprochen?«

Die beiden nickten. »Von der Gemeinde aus besteht kein Einwand. Es hängt jetzt einzig und allein von Ihnen ab.«

Jetzt hatte sich der Reiter-Max einigermaßen wieder gefasst.

»Und wie viel würde ich für den Grund kriegen?«, wollte er wissen.

Der eine der beiden Herren blickte kurz auf seine Papiere und nannte dann eine Summe, die den Bauern völlig ungläubig dreinschauen ließ.

»So viel Geld? Für die schlechte Wiese?« Das konnte er gar nicht begreifen.

»Sie sehen also, die Landesregierung lässt sich Ihr Einverständnis einiges kosten. Wenn Sie unser Angebot annehmen, unterschreiben Sie bitte hier den vorläufigen Kaufvertrag. Sobald alle anderen Formalitäten geregelt sind, wird das Geld an Sie überwiesen.«

Dem Bauern zitterten förmlich die Hände, als er seinen Namen auf das weiße Papier setzte.

»Und das ist wirklich kein Scherz?«, wollte er wissen.

Die beiden Herren hatten sich schon erhoben.

»Nein,...



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