E-Book, Deutsch, Band 242019, 144 Seiten
Reihe: Julia
Faye Ein Kronprinz zum Fest der Liebe
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1260-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 242019, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1260-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Nacht mit dem unglaublich attraktiven Fremden hat für Noemi Cattaneo skandalöse Folgen: Die schöne Erbin des Juwelen-Imperiums trägt sein Kind unter dem Herzen! Das Familien-Chalet in den verschneiten Schweizer Alpen ist ihr einziger Zufluchtsort. Hier will sie sich vor der Welt verstecken. Bis in dem weihnachtlich geschmückten Bergdorf Mont Coeur unvermittelt der heiß umschwärmte Thronfolger von Ostania auftaucht: Kronprinz Maximilian - ihr Liebhaber! Auf keinen Fall darf er ihr süßes Geheimnis erfahren ...
Die preisgekrönte Autorin Jennifer Faye schreibt unterhaltsame zeitgenössische Liebesromane. Mit mehr als einer Million verkaufter Bücher ist sie eine international erfolgreiche Autorin, deren Romances in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. Einige ihrer Werke wurden bereits verfilmt. Wenn sie nicht gerade an ihrem nächsten Liebesroman tüftelt, kann man sie mit einer Tasse Tee und einem Buch antreffen. Erfahren Sie mehr unter https://jenniferfaye.com/
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PROLOG
Mitte August, Mailand, Italien
Normalen Partyspaß und Hoffnung auf bessere Zeiten waren genau das, was Noemi momentan brauchte.
Für einen Abend vergessen, dass ihre Meinung unerwünscht war und ihre Vorschläge als selbstherrlich missachtet wurden. Doch wie sehr es auch schmerzte, es war keine Option, in der eigenen Familie zum konturlosen Schatten zu mutieren.
Noemi Cattaneo, Erbin der Cattaneo-Juwelen-Dynastie, tauchte entschlossen in die laute Partymusik und das fröhliche Lachen der anderen Gäste ein. Nach einer erneuten Auseinandersetzung mit ihrem älteren Bruder brauchte sie dringend eine Auszeit. Zum Glück floss der Champagner in Strömen. Es war bereits ihr zweites Glas.
Wann würde Sebastian sie endlich wie eine Erwachsene behandeln und erkennen, dass ihre Meinung durchaus Substanz und Gewicht hatte?
Noemi trank nahm noch einen Schluck, in der Hoffnung, das prickelnde Nass würde ihr hitziges Temperament kühlen. Doch sobald sie an seine spöttische Bemerkung dachte, der Titel stille Teilhaberin stünde ihr ausgezeichnet, schlug ihre Empörung erneut hohe Wellen.
Wie konnte Sebastian es wagen, ihr zu raten, sie solle sich lieber aufs Modeln beschränken? Sie hatte mehr zu bieten als ihr Aussehen, viel mehr. Und sie weigerte sich, ihrem Bruder noch länger zu erlauben, ihr diesen Abend zu vermiesen.
Jemand stieß mit ihr zusammen. Der Champagner schwappte über den Glasrand und auf Noemis neues weißes Kleid. Ein rosafarbener Fleck in Brusthöhe breitete sich unter ihrem entsetzten Blick in Richtung Taille aus. Sie hatte sich zwar abkühlen wollen, aber doch nicht so!
Grimmig hielt sie Ausschau nach dem oder der Schuldigen, doch der Übeltäter hatte entweder nichts bemerkt oder sich bewusst verdrückt.
Mist! Vielleicht war diese Verlobungsparty doch keine so gute Idee gewesen. Sie suchte im Getümmel nach ihrer Freundin Stephania, die sie überredet hatte herzukommen.
Während Noemi ihren Blick durch den Raum schweifen ließ, begegnete er dem eines hochgewachsenen Mannes, der von einem halben Dutzend Frauen umringt wurde, die alle um seine Aufmerksamkeit zu buhlen schienen. Trotzdem starrte er nur sie an, unverhohlen, ja, geradezu unverschämt.
Sie spürte, wie ihr heiß wurde und sich ihr Puls beschleunigte. Es war nicht das erste Mal, dass er in ihre Richtung sah, doch bisher hatte sie es vorgezogen, ihn zu ignorieren, obwohl er wirklich interessante, geradezu zwingende haselnussbraune Augen hatte.
„Hey, Noemi“, brach Stephania in ihre Gedanken. „Was stehst du hier so allein herum?“
„Ich habe gerade mit Champagner geduscht.“
Stephania schnappte nach Luft, als sie den hässlichen Fleck sah. „Oh nein! Ich bin sicher, dass sie hier Club Soda haben …“
Doch Noemi schüttelte den Kopf. „Lass nur, ich gehe am besten nach Hause.“
„Auf gar keinen Fall! Wir sind doch gerade erst angekommen. Allein im Chalet wirst du nur wieder Trübsal blasen.“
Und darüber brüten, warum Sebastian es an dem nötigen Respekt fehlen ließ! Sie gab es nicht gern zu, aber Stephania hatte recht. Wieder schaute sie zu dem auffallenden Fremden hinüber, und sie spürte, wie ihr Blut schneller durch die Adern rauschte. Er fing ihren Blick ein und hielt ihn fest.
Vielleicht gab es ja doch einen Grund zu bleiben …
Etwa zwanzig Minuten später sah Noemis Kleid dank Club Soda, Papierhandtüchern und einem Haartrockner fast wieder wie vorher aus. In der Zwischenzeit hatte sie versucht, etwas über den sexy Womanizer herauszubekommen. Vom Typ her schien er die Jagd weit mehr zu genießen, als das Wild zu erlegen.
Er kam Noemi vage vertraut vor, doch unterbringen konnte sie ihn nicht. Aber wenn er ein geladener Gast war, musste er berühmt oder wichtig sein.
Nach ihrer Rückkehr zur Party konnte sie ihn allerdings nirgends entdecken und spürte einen Stich der Enttäuschung. Das sah ihr gar nicht ähnlich, da sie längst nicht so scharf auf Männerbekanntschaften war wie ihre Freundinnen. Trotzdem überlegte Noemi kurz, ob sie Stephania, die eigentlich jeden kannte, nach seinem Namen fragen sollte. Doch sie verwarf den Gedanken gleich wieder.
Ihr Leben war schon kompliziert genug. Außerdem sank ihre Stimmung langsam gegen null. Sie brauchte dringend frische Luft!
Keine Minute später trat Noemi hinaus auf die Terrasse. Das letzte Abendrot tauchte die Berge am Horizont in ein romantisches Licht, während eine sanfte Brise ihre Haut streichelte.
„Wunderschön …“
Die dunkle samtene Stimme ließ sie den Kopf drehen – hin zu dem attraktiven Fremden mit den faszinierenden Augen. Seinen leichten Akzent konnte sie nicht einordnen, doch seine Stimme war ausgesprochen sexy, genau wie alles andere an ihm.
„Tut mir leid, störe ich?“, fragte Noemi und hielt nach seinem Harem Ausschau, aber hier draußen gab es offenbar nur sie beide.
„Überhaupt nicht. Leisten Sie mir Gesellschaft“, forderte er sie mit einer lässigen Geste auf.
Auf halbem Weg zu ihm blieb sie stehen. „Sie bewundern die Berge?“
Verwirrt hob er die Brauen.
„Als ich rauskam, sagten Sie wunderschön. Ich dachte, das bezog sich auf die grandiose Aussicht.“
Er lächelte und schüttelte den Kopf. „Nein, ich meinte Sie. Denn das sind Sie wirklich, außergewöhnlich schön.“
Das war nichts, was sie im Lauf der letzten Jahre nicht unzählige Male bescheinigt bekommen hätte. Als das Gesicht von Cattaneo Jewels gehörten Komplimente zu ihrem Job. Aber dieser Mann sah sie an, als könne er sich nur mühsam zügeln, sie nicht in die Arme zu reißen und bis zur Besinnungslosigkeit zu küssen.
„Vielen Dank.“ Noemi fühlte brennende Röte in ihre Wangen steigen. Der warme Augustabend half nicht, sie abzukühlen. Jetzt wären ein paar oberflächliche Floskeln angebracht, doch obwohl sie sonst nicht um Worte verlegen war, fühlte ihr Kopf sich plötzlich an wie Watte.
Der Fremde schien nicht zu wissen, wer sie war, und momentan empfand sie das geradezu als eine Gnade. Keine bevorzugte Behandlung, keine Speichelleckerei, nur ein wenig Small Talk und vielleicht ein kleiner Flirt, um sich zu entspannen.
Als ihre Blicke sich begegneten, wurde ihr noch heißer. Sie schaute auf seinen schönen Mund und überlegte, ob sie sich vielleicht für eine magische Nacht vergessen könnte, wenn sie jemand anderes wäre. Einfach nur leben und lieben …
Doch wenn sie wollte, dass man sie ernst nahm, durfte sie derart spontanen Gelüsten nicht nachgeben. Wie verlockend sie auch sein mochten.
„Wir sollten wieder hineingehen, bevor sich die Leute fragen, wo wir geblieben sind“, gab Noemi gegen ihren Willen zu bedenken.
„Sollen sie doch“, konterte ihr Beau schulterzuckend. „Mir gefällt es hier draußen viel besser, vor allem, seit Sie da sind.“
Noemi legte den Kopf schief und musterte ihn aufmerksam. „Ich beginne langsam zu verstehen.“
„Verstehen?“, echote er mit gerunzelter Stirn.
„Warum die Frauen Sie eben derart belagert haben. Wenn Sie diesen Blick aufsetzen, könnte man glatt schwach werden.“
Die steile Falte verschwand, dafür bescherte ihr sein sexy Lächeln den nächsten wohligen Schauer. „Ich habe die Ladys bestimmt nicht ermutigt, das dürfen Sie mir glauben. Bei Ihnen ist es etwas ganz anderes. Was hat Sie allein auf diese exklusive Party geführt?“
Sie aus der Masse seiner Bewunderinnen herauszuheben war kein schlechter Schachzug. Nur zu gern würde Noemi ihm glauben, dass sie in seinen Augen anders war. Seine Worte legten sich wie Balsam auf ihr verletztes Ego.
Mochte ihr Bruder doch denken, dass sie nichts weiter wäre, als eine stille Teilhaberin im Familienunternehmen, hier war ein aufregender Mann, den offensichtlich interessierte, was sie zu sagen hatte.
„Nicht allein“, korrigierte sie ihn strahlend, worauf sein Lächeln erlosch. „Ich bin mit einer Freundin hergekommen“, ergänzte Noemi deshalb rasch.
„Und man hat nichts dagegen, dass Sie hier draußen sind, anstatt mit dem glücklichen Paar die Verlobung zu feiern?“
Was für eine seltsame Wortwahl. „Kennen Sie das verlobte Paar überhaupt?“
„Eigentlich nicht.“
Ihre Augen wurden groß. Nur enge Bekannte und die sehr Reichen und Berühmten des internationalen Jetsets waren zu dieser exklusiven Party gebeten worden. Man wollte unbedingt vermeiden, dass die lästigen Paparazzi von dem Event erfuhren, weil die Verlobten diesen Moment ganz für sich haben sollten.
Wie es aussah, war ihr Adonis ein Partycrasher!
Noemi studierte sein markantes Gesicht, das auch einer antiken Statue alle Ehre gemacht hätte. Das wie gemeißelte Kinn ließ auf einen starken Willen schließen, trotzdem wirkte er nicht wie jemand, der sich auf anderer Leute Kosten einen guten Abend machen wollte.
Und sein Mund …
Lass das! Wie konnte sie auch nur darüber nachdenken, einen Wildfremden zu küssen, egal, wie herausfordernd sexy er war.
Etwas an diesem Mann faszinierte sie und ließ sie nicht los. Vielleicht, wenn sie etwas mehr über ihn wüsste …
„Also, warum sind Sie dann hier, wenn Sie das verlobte Paar nicht kennen?“, packte sie den Stier bei den Hörnern.
„Der Gastgeber der Party hat mich eingeladen.“
„Hmm … Leben Sie hier in Mailand?“
...



