E-Book, Deutsch, Band 2, 380 Seiten
Reihe: Die Elite von Ashriver
Fast Die Elite von Ashriver - Broken Lies
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7384-3
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Trendthema Dark Academia-Fantasy trifft auf atemberaubende Romance im Herzen von Kanada
E-Book, Deutsch, Band 2, 380 Seiten
Reihe: Die Elite von Ashriver
ISBN: 978-3-7517-7384-3
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Band 2 der Dark-Academia-Trilogie!
Tierwandlerin Riley wünscht sie nichts sehnlicher, als Teil der ehrwürdigen Gemeinschaft der Schatten zu sein. Aber dann muss sie für die Aufnahmeprüfung mit Ezra zusammenarbeiten: Er gehört nicht nur zur Elite der Ashriver Academy, sondern ist auch noch ein Flüsterer und damit einer von Rileys größten Feinden. Nicht nur, dass er sich einst gegen ihre Freundschaft stellte - er besitzt auch Kräfte, die Riley wie nichts anderes fürchtet. Doch Ezra kämpft gegen seine ganz eigenen Dämonen, und schnell wird klar, dass er etwas verbirgt. Die beiden werden immer weiter an ihre Grenzen gebracht, bis es plötzlich um Leben und Tod geht. Können sie es schaffen, ihre Differenzen zu überwinden?
Fesselnde Haters-to-Lovers-Romantasy von Erfolgsautorin Valentina Fast
Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.
Valentina Fastwurde 1989 geboren und lebt heute im schönen Münsterland. Beruflich dreht sich bei ihr alles um Zahlen, weshalb sie sich in ihrer Freizeit zum Ausgleich dem Schreiben widmet. Ihre Leidenschaft dafür begann mit den Gruselgeschichten in einer Teenie-Zeitschrift und verrückten Ideen, die erst Ruhe gaben, wenn sie diese aufschrieb. Für ONE schreibt sie großartige YA-Romantasy-Geschichten, die ihre Leser:innen begeistern.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
Riley
»Ich schwöre dir, irgendein beschissener Dämon ist aus der Hölle emporgekrochen und hat dafür gesorgt, dass Ezra mein Pate wird«, knurre ich ins Telefon, das ich zwischen Ohr und Schulter geklemmt habe. Dabei umklammere ich mit einer Hand die Kleiderbügel, an denen in Plastik eingepackte Hemden hängen. Mit der anderen halte ich mich an dem Griff in der Straßenbahn fest. Selbstverständlich bin ich mitten in der Rushhour, und scheinbar ist jeder Bewohner von Phoenix mit genau dieser Bahn unterwegs, denn jeder verdammte Platz ist besetzt. Es riecht nach dem Käsesandwich der alten Dame im Sitz rechts von mir und nach dem aufdringlichen Parfüm des Kerls, der mir gegenübersteht. Jedes Mal, wenn die Bahn eine Biegung macht, stoße ich jemanden an, aber ich mache mir schon keine Mühe mehr, mich immer wieder dafür zu entschuldigen. Ich schwitze, obwohl ich wegen des Frühlingswetters nur einen dünnen Pullover trage. Und so, wie die zwei Teenager drei Reihen weiter ihre Köpfe lästernd zusammenstecken und immer wieder Blicke in meine Richtung werfen, bilde ich mir die Schweißflecken unter meinen Armen nicht nur ein. Als würde mich ihre Meinung interessieren.
Am anderen Ende der Leitung lacht Jade leise, und ich höre das Klirren von Gläsern. Sie ist am Anfang ihrer Schicht im Biber und hat sicher Besseres zu tun, als mir beim Jammern zuzuhören. Aber so ist meine Cousine nun mal, sie nimmt sich immer Zeit, um für mich da zu sein.
Eigentlich habe ich sie überhaupt nicht verdient. Sie und ihre Güte mir gegenüber.
Nach allem, was ich in den letzten Monaten abgezogen habe, wäre es nicht überraschend gewesen, wenn sie den Kontakt abgebrochen hätte.
Aber das hat sie nicht, weil sie eine viel bessere Person ist, als ich es jemals sein könnte.
»Vielleicht solltet ihr euch einfach mal zusammensetzen und ein klärendes Gespräch führen. Ich wette, ihr würdet euch sogar richtig gut verstehen, wenn du es nur zulassen würdest.«
Ich. Nicht wir. Als wäre Ezra so viel besser. Dabei ist meine Abneigung ihm gegenüber ganz natürlich. Ich bin eine Tierwandlerin und er ein Flüsterer. Er kann Tiere beeinflussen, mich beeinflussen, wenn er es darauf anlegt. Das ist schon Grund genug, einen großen Bogen um ihn zu machen.
Und das würde ich auch weiterhin, hätte ich eine andere Wahl.
Traurigerweise wurde Ezra jedoch ausgewählt, mich in der Bewerbungsphase für die Gemeinschaft der Schatten zu quälen. Natürlich. Wieso sollte es auch jemand sein, der mich mögen könnte? Nicht, dass es viele Leute davon gäbe.
»Ich bin nur nach Phoenix gefahren, weil Ezra behauptet hat, dass er die Hemden morgen braucht. Ha! Wir tragen verdammte Uniformen an der Akademie.«
»Ist das nicht normal in solchen Studierendenverbindungen? Sie nerven die Neuen mit ätzenden Aufgaben, bevor sie sie aufnehmen.« Jade schnaubt voller Abscheu. »Ich hätte da gar keine Lust drauf.«
»Habe ich ebenfalls nicht«, erwidere ich und atme hörbar durch, als ein Schwall Leute aus der Straßenbahn steigt und ein Platz für mich frei wird. Das Metall der Kleiderbügel hat helle Linien auf meiner Handfläche hinterlassen, und ich hänge sie mit einem erleichterten Seufzen an den leeren Sitz vor mir. »Ich habe nur keine andere Wahl. Ohne die Unterstützung meiner Eltern habe ich niemanden, der mir dabei helfen kann, für meinen Master an die Universität von Calgary zu kommen. Erst recht nicht mit meinen mittelmäßigen Noten. Dieser Club ist die einzige Chance, um Kontakte zu knüpfen und irgendwen dazu zu bringen, mir ein Empfehlungsschreiben auszustellen.« Ohne dieses Schreiben werde ich niemals den Master an derselben Universität wie mein Vater machen können, um in seine Anwaltskanzlei einzusteigen. Ich muss, und ich werde es schaffen. Und wenn es bedeutet, dass ich mich von Ezra fucking Clarkson wie eine Dienerin behandeln lassen muss.
»Sind deine Eltern immer noch nicht eingeknickt? Ich war sicher, sie würden nicht so lange sauer auf dich sein.«
Glücklicherweise kennt Jade nicht die gesamte Wahrheit. Nämlich, dass ich letzten Herbst den Notarvertrag für ihre Wohnung in Phoenix zerrissen habe. Eine Wohnung, die meine Eltern ihr zu Weihnachten geschenkt haben, damit sie von nun an immer ein Zuhause hat. Sie weiß nur, dass wir Stress hatten und meine Eltern mir eine Lektion erteilen wollen. Und ich werde ihr die Wahrheit nicht aufs Auge drücken. Weil ich eine niederträchtige Person war. Weil ich mich inzwischen total schäme. Und weil ich es von jetzt an besser machen werde.
»Nicht so richtig. Dieses Mal meinen sie es wirklich ernst.« Ehrlich gesagt, kann ich sie sogar verstehen. Mir ist klar geworden, dass ich mich wie eine total verzogene Göre benommen habe, die wie ein treuherziges Schaf auf die Lügen ihres Exfreundes reingefallen ist, der sie die ganze Zeit nur verarscht hat. Selbst bei der Erinnerung an diesen peinlichen Wutanfall werden meine Wangen siedend heiß vor Scham. Ich war so unfassbar naiv.
Ich atme den plötzlichen Schmerz und all die Wut in der Brust weg. »Egal, Mom hat mich jedenfalls gefragt, ob wir ihr morgen beim Einkaufen helfen können. Für den Frühlingsball.« Eigentlich habe ich keine Lust. Wer geht schon gerne mit seiner Mom einkaufen? Aber wenn ich Jade nicht frage, wird Mom es rausfinden, und das wäre super unangenehm.
Jade stößt ein »Wie nett von ihr. Sehr gerne« aus, und sofort überkommt mich das schlechte Gewissen. Immerhin habe ich eine Mutter die sich für mich interessiert, und im Gegensatz zu ihrer ist meine geradezu perfekt. Fürsorglich. Aufmerksam. Liebevoll.
Jade liebt es, Zeit mit unserer Familie zu verbringen, während ich darauf verzichten könnte. Ich bin so eine schlechte Person. Weil ich so viel Gutes im Leben habe, aber nicht ansatzweise genug Dankbarkeit empfinde.
»Super, dann gebe ich meiner Mutter Bescheid«, stoße ich doppelt enthusiastisch aus.
»Ich muss leider auflegen«, erwidert Jade nun, und als eine altbekannte Stimme im Hintergrund ertönt, verdrehe ich unwillkürlich die Augen. Marina Darnell, meine persönliche Nemesis. Marina, die ich so sehr hasse, dass allein ihr Anblick reicht, um mir Magenschmerzen zu verursachen. Marina, die jetzt Jades Freundin ist. Nicht ihre beste, weil niemand mir diesen Rang ablaufen könnte, aber sie sind definitiv enger befreundet, als mir lieb ist.
Wieder erklingt Marinas Kichern, und ich unterdrücke einen gespielten Würgereiz. Weil ich genau weiß, dass Jade das nicht witzig fände.
»Klar, kein Problem.« Meine Stimme klingt normal, während ich bewusst meinen Kiefermuskel lockere, weil ich die Zähne mal wieder zu fest aufeinandergepresst habe. »Wir sehen uns nach deiner Schicht?«
»Unbedingt! Dann stoßen wir darauf an, dass sie dich aufgenommen haben.«
»Oder wir ertränken meinen Kummer, weil sie es nicht getan haben«, erwidere ich scherzeshalber, auch wenn das absolut unrealistisch ist. Denn sie werden mich aufnehmen. Das müssen sie. Immerhin bin ich eine Drawing. Meinem Vater gehört die gefürchtetste Anwaltskanzlei in ganz Phoenix. Wenn jemand in die Gemeinschaft der Schatten gehört, dann ja wohl ich. Letzten Frühling hat Edward mich mit irgendwelchen fadenscheinigen Gründen davon abgehalten, der Verbindung beizutreten. Doch dieses Jahr wird mich nichts mehr aufhalten.
»Das wird nicht passieren. Es wäre absurd, wenn sie dich nicht aufnehmen würden.«
Ich lächle. Weil sie es ernst meint und mich immer noch liebt, obwohl ich so viele Fehler begangen habe. »Bis später.«
Nachdem wir aufgelegt haben, öffne ich wie automatisch meine Nachrichten. Doch niemand hat mir geschrieben. Natürlich nicht. Meine einzigen Freunde sind Vincent und Asher, mit denen ich so gut wie nie schreibe. Immerhin sehen wir uns zu fast allen Mahlzeiten an unserem Stammplatz in der Cafeteria oder während gemeinsamer Kurse.
Früher hatte ich eine ganze Schar von Freundinnen, aber über die letzten Jahre habe ich sie nach und nach alle verloren, weil Edward mich so sehr für sich eingenommen hat. Ich könnte ihm die Schuld dafür geben, doch am Ende war ich diejenige, die sich distanziert hat. Diejenige, die sich nach dem Wechsel von der Schule auf die Ashriver Academy mehr mit Edward als mit ihnen beschäftigt hat. Ich habe nicht einmal bemerkt, wie abhängig ich mich von ihm gemacht habe. Bis es zu spät war.
Inzwischen sind wir schon einige Monate getrennt, und ich musste feststellen, dass viele meiner angeblichen Freunde nie wirklich an mir interessiert gewesen sind. Offenbar ist ihnen Edwards Freundschaft wichtiger. Weil er als Sohn des Bürgermeisters mehr zu bieten hat.
Gedankenverloren schaue ich aus dem Fenster der Straßenbahn und betrachte das vorbeiziehende Phoenix, mit seinen immergrünen Dächern, den noch winternackten Ästen und Fußgängern, die sich nicht entscheiden können, ob sie warme Mäntel oder lieber Shorts tragen wollen.
Normalerweise...




