Buch, Deutsch, 142 Seiten, Format (B × H): 112 mm x 201 mm, Gewicht: 146 g
Reihe: ad
Historischer und politischer Theologe, moderner Gnostiker
Buch, Deutsch, 142 Seiten, Format (B × H): 112 mm x 201 mm, Gewicht: 146 g
Reihe: ad
ISBN: 978-3-86393-126-1
Verlag: Europäische Verlagsanst.
Im ersten der hier vorgelegten Essays von Richard Faber, der von Taubes promoviert wurde und Anfang der 1980er Jahre sein Hochschulassistent war, hat die Rolle des Antipoden der (gleich Schmitt) konservativ-revolutionäre Hans-Joachim Schoeps. Stand dieser für eine schöpfungstheologische „Theokratie von oben“, so steht der bekennende Antinomist Taubes für eine messianische „Theokratie von unten“.
Neben dem Essay „Walter Benjamin und das ‚Vater unser‘“, in dem es implizit um eine Auseinandersetzung mit Gershom Scholem geht, mit dem er seit dem Bruch in den frühen 50er Jahren in einem Dauerzwist lebte, legt Faber den Essay „Moderne Gnosis“ vor. In ihm zeigt er, dass für Taubes noch in seinen gleichsam testamentarischen Heidelberger Vorlesungen zu Paulus (einem seiner Lieblingsthemen) dieser in aller Regel nur der Deckname für den „Erzketzer Marcion ist – und dieser für ihn der wahre „Apostel“.
Faber schließt den Band mit einer Sammlung politisch-religiöser Witze „Das ist die Synagoge, in die ich nicht gehe“ – im Sinne von Jacob Taubes: die ich gerade deshalb benötige, um mich zu identifizieren, zu definieren und von meinen Feinden abzugrenzen.