E-Book, Deutsch, Band 216, 214 Seiten
Reihe: Schriften zum Strafrecht
Zur Knabenbeschneidung
E-Book, Deutsch, Band 216, 214 Seiten
Reihe: Schriften zum Strafrecht
ISBN: 978-3-428-53487-6
Verlag: Duncker & Humblot
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Unter inhaltlicher Entwicklung der weithin vernachlässigten Lehre Welzels schlägt Thomas Exner mit dem Topos "Sozialadäquanz" vor, formal-logische Tatbestandsurteile um eine subsidiär materielle Richtigkeitskontrolle zu ergänzen: Verhaltensweisen, die sozial unauffällig, allgemein gebilligt sowie geschichtlich üblich sind, sollen als "sozialadäquat" gerade nicht zu einem an sich (formell) verwirklichten Tatbestand zählen.
Die rituelle Knabenbeschneidung, die - anders als bei Mädchen unter dem Stichwort "Genitalverstümmelung" - unter dem wertneutralen Begriff "Zirkumzision" bisher ein (straf)rechtliches Schattendasein führt, dient dabei als Beispiel eines Verhaltens, das wegen seines Kindeswohlverstoßes zwar letztlich formell eine gefährliche Körperverletzung ist, gleichwohl aber dem Unrechtsverdikt als sozialadäquat nicht unterfällt.
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Weitere Infos & Material
Teil I: Einleitung: Einführung - Untersuchungsgegenstand - Untersuchungsverlauf - Teil II: Tatbestandsmäßigkeit der Beschneidung: Einfache Körperverletzung gem. § 223 Abs. 1 StGB - Gefährliche Körperverletzung § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB - Teil III: Rechtfertigung kraft elterlicher Einwilligung: Vorüberlegungen zur Möglichkeit der Rechtfertigung kraft elterlicher Einwilligung - Kindeswohl: Die Grenze der elterlichen Einwilligung - Elterliches Erziehungsinteresse und Interessensphäre des Kindes - Ergebnis - Teil IV: Soziale Adäquanz der rituellen Beschneidung?: Die Rechtsfigur der Sozialadäquanz - Rituelle Beschneidung als sozialadäquates Verhalten - Teil V: Zusammenfassung: Knabenbeschneidung im gegenwärtigen Rechtsstaat - Ausblick - Literatur- und Stichwortverzeichnis