Engel | Liebe mich. Für immer | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 384 Seiten

Reihe: Finde-mich-Reihe

Engel Liebe mich. Für immer

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-492-99466-8
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 3, 384 Seiten

Reihe: Finde-mich-Reihe

ISBN: 978-3-492-99466-8
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Neuanfänge und die große Liebe Mit ihrer Finde-mich-Reihe hat sich Kathinka Engel in die Herzen aller Fans authentischer New Adult Romance geschrieben. Band 3 »Liebe mich. Für immer« erzählt von einer fundamentalen Wahrheit.  Die große Liebe braucht manchmal sehr viel Anläufe. Und jemanden, der ihr den Weg weist. Sozialarbeiterin Amy kümmert sich um alle, nur nicht um sich selbst. Als sie den umschwärmten Uniprofessor Sam trifft, beginnt sie zu ahnen, dass auch anderes möglich ist. Doch ein Trauma in Amys Vergangenheit und Sams schwieriges Anrennen gegen diese Kluft bringen das Happy End in Gefahr.  Für alle Fans von Mona Kasten und Laura Kneidl  Als große Neuentdeckung der deutschen Romance begeistert Kathinka Engel alle Leserinnen, die Liebesgeschichten mit Herz, Verstand und der richtigen Prise Selbstzweifel suchen. »Liebe mich. Für immer« ist nahbar und mitten aus dem Leben.  Die schönste Botschaft des Lebens: »Believe in second chances!«  Lass dich in der »Finde mich«-Reihe fallen und vertraue darauf, von dieser berührenden New-Adult-Reihe aufgefangen zu werden. Die schönste Botschaft der Trilogie? Glaub an zweite Chancen. Denn manchmal braucht die Liebe einfach sehr viele Anläufe...  Noch nicht genug von Kathinka Engel? Mit der »Love-is-« und der »Shetland-Love-Reihe« gibt es noch mehr von der deutschen Autorin zu lesen! 

Kathinka Engel kennt die Buchwelt aus verschiedensten Perspektiven: Als leidenschaftliche Leserin studierte sie allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, arbeitete für eine Literaturagentur, ein Literaturmagazin und als Redakteurin, Übersetzerin und Lektorin für verschiedene Verlage. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, trifft man sie in Craft-Beer-Kneipen, im Fußballstadion oder als Backpackerin auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Mit ihrem Debüt »Finde mich. Jetzt« schaffte Kathinka Engel es aus dem Stand auf die SPIEGEL-Bestsellerliste. Bei Instagram teilt sie unter @kathinka.engel ihre Begeisterung für Bücher.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1 Amy


Der riesige Betonklotz, in dem sich vor allem Sozialwohnungen befinden, ragt wenig einladend in den zur Abwechslung ungewöhnlich grauen kalifornischen Himmel. Ton in Ton. Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit. Für die meisten jedenfalls. Jedoch nicht für mich. Wo andere nichts als Armut und Elend sehen, erwachsen vor meinen Augen Bilder von zweiten Chancen, von Leuten, die kämpfen und es schaffen.

Die Mischung aus Smog und Wolken taucht die gesamte Umgebung in ein mattes Licht. Und heute bin ich geneigt, mich ebenso matt zu fühlen. Bald sollte ich mir wieder einmal eine kleine Verschnaufpause gönnen, wenn ich nicht demnächst völlig ausgebrannt sein will. Über die Jahre habe ich einen relativ guten Radar dafür entwickelt, was ich zu leisten imstande bin und wann ich aufpassen muss, dass ich mir nicht zu viel aufhalse. Auf sich allein gestellt zu sein hat eben auch einen entscheidenden Nachteil: Man ist selbst dafür verantwortlich, den eigenen Akku rechtzeitig wieder aufzuladen. Den kommenden Freitagabend, den ich ausnahmsweise für mich habe, werde ich also nutzen.

In diesem Moment gilt meine Aufmerksamkeit jedoch nicht mir, sondern Kylie und Steve, einem Paar, das nach Steves Gefängnisaufenthalt gerade lernt, zusammen mit dem neugeborenen Baby Milo zu einer Familie zu werden. Steve wurde gerade rechtzeitig entlassen, um bei der Geburt seines Sohnes dabei zu sein. Die veränderte Lebenssituation, die er und seine Freundin seither zu bewältigen haben, war der Hauptgrund, warum ich Steve in mein Resozialisierungsprogramm aufgenommen habe. Und nun begleite ich ihn auf seinem Weg zurück ins Leben, zurück in den Alltag.

Ich drücke die Klingel des Apartments Nummer 34, und kurz darauf ertönt der Türsummer. Das Treppenhaus ist angenehm kühl nach der Schwüle, die draußen herrscht. Seit Tagen schon ist Regen angekündigt, doch statt der Erleichterung in Form eines Wolkenbruchs kämpfen wir seit Tagen mit schlechterer Luftqualität und den drückenden Wolkenmassen.

Da der Aufzug kaputt ist – seit meinem ersten Hausbesuch vor beinahe einem Monat hat sich daran nichts geändert –, nehme ich die wenig einladende nackte Betontreppe in den dritten Stock. Die Wände sind mit Graffiti und undefinierbarem Schmutz beschmiert. Bei einigen Schlieren möchte man gar nicht so genau wissen, woraus sie bestehen.

Im dritten Stock klopfe ich an die Wohnungstür. In Häusern wie diesem lässt man die Tür nicht angelehnt, während man auf Besuch wartet. Ich höre, wie von drinnen die Kette gelöst wird, und im nächsten Moment öffnet Kylie die Wohnungstür, auf dem Arm den winzigen Milo.

»Hi, komm rein«, sagt sie und lächelt mich müde an.

Ich folge ihr ins Wohnzimmer, wo ich mich wie immer auf dem schäbigen Sofa niederlasse.

»Wie geht’s euch?«, frage ich, zupfe den schwarzen Haargummi von meinem Handgelenk und binde mir einen Pferdeschwanz.

»Ach ja«, erwidert Kylie, »es wäre leichter, wenn der Kleine nicht so viel schreien würde.« Wie auf Kommando fängt er an zu quäken, und Kylie seufzt. Sie wippt von einem Fuß auf den anderen, um ihn zu beruhigen. »Steve?«, ruft sie dann. »Hast du die Klingel nicht gehört?«

Aus dem Nebenraum hört man ein Grunzen, und gleich darauf schlurft Steve in einer grauen Jogginghose, die er in seine weißen Tennissocken gesteckt hat, und einem ausgeleierten T-Shirt aus dem Schlafzimmer.

»Sorry«, murmelt er. »Musste mir noch was anziehen.« Er grinst mich vorsichtig an, und ich hole einen Hefter mit Unterlagen aus meiner Tasche.

»Sind das die Stellen?«, fragt er nun mit deutlich gesteigertem Interesse.

Die Arbeitslosigkeit macht ihm zu schaffen. Für einen ausgebildeten Automechaniker gibt es zwar immer wieder Stellen, aber seine kriminelle Vergangenheit macht eine Vermittlung schwierig. Gerade leben die drei von Kylies dürftigen Ersparnissen und der Unterstützung von Steves Mutter. Aber nicht nur wird es ihnen unmöglich sein, sich auf diese Weise länger über Wasser zu halten, Steve fällt außerdem die Decke auf den Kopf. Deswegen habe ich zusätzlich ein paar Zeitarbeitsfirmen angezapft, an die er Initiativbewerbungen schicken kann.

»Hoffentlich ist was dabei«, sagt Kylie, während sie Milo mit dem Rücken zu uns stillt. »Ich muss ihn aus dem Haus haben. Der Kerl macht mich irre.«

Der Umgangston hier ist rau, aber ich lasse mich davon nicht täuschen. Ich weiß, wie glücklich Kylie darüber ist, ihren Freund wieder an ihrer Seite zu haben.

»Könntest dir ja auch einen Job suchen«, schlägt Steve vor.

»Würde ich, wenn ich deinen Sohn nicht von morgens bis abends an meinen Titten hängen hätte.«

Steve schnaubt und beugt sich über die Liste mit den Zeitarbeitsfirmen. Milo scheint genug zu haben, denn er beginnt wieder verzweifelte Geräusche von sich zu geben. Kylie stöhnt, Steve grunzt – und mir ist es eigentlich zu viel, aber das hier ist mein Job. Mein Leben. Für die beiden da zu sein, ihnen Hoffnung und das Gefühl zu geben, dass sie jede Situation meistern können.

Kylie beginnt dem Kleinen auf den Rücken zu klopfen, bis er sich mit einem Schwall auf ihre Schulter übergibt. »Fuck«, sagt sie und hält ihn einen halben Meter von sich weg. Immerhin hat er aufgehört zu schreien.

»Amy, würdest du kurz …?«, fragt Kylie und drückt mir den kleinen Wurm in den Arm, ohne eine Antwort abzuwarten. »Du musst nur seinen Kopf stützen«, sagt sie und ist im nächsten Augenblick im Bad verschwunden.

Mein Körper versteift sich für einen Moment. Ich bin niemand fürs Kopfstützen. Für Körperwärme. Für Nähe. Das ist ausnahmslos meiner Pflegetochter Jeannie vorbehalten. Milo sieht mich aus seltsam wachen dunkelblauen Augen an. Ich blicke von ihm zu Steve in der Hoffnung, dass er mir seinen Sohn abnimmt, aber nichts dergleichen geschieht. Er ist in die Liste vertieft und scheint keine Notiz von meiner Hilflosigkeit zu nehmen.

»Okay«, sage ich gleichermaßen zu Milo und zu mir selbst und lege mir den kleinen Wurm auf den Schoß. Dabei achte ich darauf, dass ich seinen Kopf mit meinem Arm stütze. Steve blickt nun doch kurz auf und nickt mir zu. Anscheinend sieht man mir meine Unbeholfenheit nicht an.

Die Wärme des Babys überträgt sich auf meine Beine. Als wäre es nicht ohnehin schon warm genug. Aber gleichzeitig fühlt es sich irgendwie beruhigend, geradezu friedlich an. Milo duftet ganz eigen. Das muss der Babygeruch sein, von dem die Leute sprechen. Er quäkt leise, und ich fahre einmal mit der flachen Hand über seinen weichen Strampler. Er gibt erneut ein wimmerndes Geräusch von sich, und ich wiederhole die Bewegung mit der Hand. Es scheint ihm zu gefallen, denn er atmet einmal tief ein. Beinahe klingt es wie ein erleichtertes Seufzen. Verrückt, denke ich. So ein kleines wehrloses bisschen Mensch, das da auf meinem Schoß liegt. Es ergibt sich einfach und hofft auf das Beste.

»Schau, ich hab meine Bewerbung noch mal überarbeitet, wie du’s gesagt hast.« Steve reißt mich aus meinen Überlegungen und reicht mir einen Ausdruck.

Wir hatten bei meinem letzten Besuch darüber gesprochen, dass es helfen würde, wenn er die Bewerbung ein bisschen hübscher formatiert. Ich habe ihn mit der Welt der Vorlagen vertraut gemacht. Außerdem riet ich ihm, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und den Gefängnisaufenthalt im Anschreiben nicht zu erwähnen. Wir machen kein Geheimnis daraus, und die meisten Firmen kontaktiere ich ohnehin vorab, um herauszufinden, ob Steve überhaupt Chancen hätte, aber die Lücke im Lebenslauf reicht vollkommen.

Während Baby Milo auf meinen Beinen vor sich hin dämmert, korrigiere ich die Rechtschreibfehler in Steves neuem Anschreiben. Kylie kommt zurück ins Wohnzimmer, macht aber keine Anstalten, mir das Baby wieder abzunehmen – und ich stelle fest, dass es mir nichts mehr ausmacht, den Kleinen auf dem Schoß zu haben. Im Gegenteil, ich finde es seltsamerweise sogar tröstlich, erdend.

»Danke für deine Hilfe, Amy«, sagt Steve, als ich mich eine halbe Stunde später auf den Weg mache. »Jetzt muss nur endlich mal was klappen.«

»Mach dir keine Gedanken«, sage ich. »Wir finden was für dich.« Bislang habe ich noch jeden meiner Schützlinge irgendwo untergebracht. Ich verabschiede mich und trete ins Treppenhaus hinaus. Doch gerade, als ich mich zum Gehen wenden will, löst Kylie, die Milo wieder auf dem Arm hat, ihren Freund an der Tür ab.

»Amy?«, fragt sie schüchtern. Und beim Anblick ihrer zarten Statur und der glatten Haut wird mir wieder einmal bewusst, wie jung sie ist. Gerade einmal achtzehn Jahre alt.

»Ja?«

»Ich habe noch eine Frage.«

»Raus damit«, sage ich aufmunternd. Obwohl ich eigentlich Steves Sozialarbeiterin bin, steht es für mich außer Frage, auch ihr zu helfen, egal, worum es sich handelt.

»Ähm, also, du weißt doch, dass Milo ein bisschen zu früh auf die Welt gekommen ist.«

Ich nicke. Deswegen war es so wichtig, Steve in mein Programm aufzunehmen. Mit der Hilfe des Gefängnispsychologen gelang es uns, Steve ein paar Tage vor seinem offiziellen Haftende nach Hause zu schicken. Eine Punktlandung, die mich viele Nerven gekostet hat, es aber absolut wert war.

»Deswegen konnte ich die Prüfungen nicht mehr mitschreiben.« Sie wippt nun wieder von einem Fuß auf den anderen. Ob sie es tut, um Milo zu beruhigen oder weil sie selbst nervös ist, lässt sich schwer sagen. »Glaubst du, ich kann den Highschool-Abschluss nächstes Jahr nachholen? Vielleicht an einer Abendschule?«

»Liebe Kylie«, erwidere ich, »das ist eine tolle Idee.« Ich finde es großartig, dass sie auch weiter an ihre eigene Zukunft denkt. Viele andere ergeben sich in ihr Schicksal. Und was passiert, wenn das schiefgeht, weiß ich...



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