Emlein | Das Sinnsystem Seelsorge | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band Band 089, 381 Seiten

Reihe: Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie

Emlein Das Sinnsystem Seelsorge

Eine Studie zur Frage: Wer tut was, wenn man sagt, dass man sich um die Seele sorgt?

E-Book, Deutsch, Band Band 089, 381 Seiten

Reihe: Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie

ISBN: 978-3-647-62439-6
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection



In seiner Arbeit setzt Günther Emlein die „Allgemeine Theorie des Sinnsystems“, eine Weiterentwicklung der Systemtheorie Niklas Luhmanns, ein, um einen eigenständigen Ansatz der Seelsorge zu entwickeln. Als gemeinsame Grundlage für Pastorales und Psychologisches schlägt der Autor das Universalmedium „Sinn“ vor. Sinn wiederum phänomenalisiert sich nie als „Einzelsinn“, sondern nur in Verknüpfung mit anderem Sinn: Sinn ist nur systemisch zu haben. Die beteiligten Disziplinen werden allerdings nicht „integriert“, sondern Emlein postuliert Seelsorge als Hybriden mit zwei Operationen: der Operation der Kommunikation (Seelsorge als Gespräch) und der Operation des Religiösen. Entsprechend systemtheoretischer Überlegungen erfüllt Religion die Funktion, mit der Kontingenz von Sinn umzugehen. Sinn bildet die Welt nicht ab, sondern interpretiert sie als Differenz von Auswahl und Horizont, ihm eignet keine Festigkeit. Religion beantwortet die Frage nach der Garantie von Sinn durch Mythen und Rituale: Beide gehen mit dem Unsagbaren, dem Jenseits von Sinn um. Bezüglich der Seelsorge ist das Unsagbare und Unauslotbare die Seele. Die Affinität der Seelsorge zu Psychotherapie zeigt sich in der Gemeinsamkeit der Themen: Existentielle Irritation und Fragmentarisierung des Lebens in der Moderne, die Seelsorge befasst sich zusätzlich mit individuellen Kontingenzerfahrungen. Sorge bestimmt Seelsorge als einen solchen Umgang mit dem Anderen, dass der Andere danach noch ein Anderer ist und nicht weniger (Heidegger).
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1;Title Page;4
2;Copyright;5
3;Table of Contents;6
4;Body;12
5;Abkürzungsverzeichnis;12
6;Seelsorge – ein Fall für Theorie?;14
7;Anachronistische Moderne – Seelsorge und Theorie;16
8;Der Anfang: Eine Sammlung von Skizzen;18
9;1. Eine Zeichnung der Seelsorge;20
9.1;1.1 Sinn, System, Seelsorge;22
9.2;1.2 Aufgabe und Charakter der Studie;25
9.2.1;1.2.1 Zur Metapher des Zeichnens;25
9.2.2;1.2.2 Die Leitfrage;26
9.2.3;1.2.3 Der Gedankengang;27
10;2. Zur Rezeption systemtheoretischen Denkens in der Seelsorge;30
10.1;2.1 Christoph Morgenthaler: Eine systemische Grundlage für Seelsorge;32
10.2;2.2 Peter Held: Systemisches Denken in der Seelsorge;40
10.3;2.3 Karin Tschanz Cooke: Virginia Satir in der Seelsorge;42
10.4;2.4 Uwe Herthneck: Zwischen Familienaufstellungen und Sozialem Konstruktionismus;44
10.5;2.5 Martin Ferel: Soziale Systeme als Erzeugnisse der Beobachtung;46
10.6;2.6 Simone Zillich-Limmer: Zwischen Theologie und Konstruktivismus;48
10.7;2.7 Andreas Brenneke: Realität und R-E-A-L-I-T-Ä-T;51
10.8;2.8 Isolde Karle: Luhmann und die Gesellschaftstheorie in der Seelsorge;53
10.9;2.9 Bernd D. Blömeke: Beobachtung und die Bestimmungsstücke funktionaler Systeme in der Seelsorge;57
10.10;2.10 Offene Fragen;64
11;3. Wissenschaft als Zeicheninstrument;66
11.1;3.1 Sinn als universales Medium;66
11.2;3.2 Wissenschaft, Religion und funktionale Differenzierung;68
11.3;3.3 Der Zeichenkasten des Systems „Wissenschaft“;71
11.3.1;3.3.1 Begriffe;72
11.3.2;3.3.2 Programme: Theorien und Methoden;73
11.3.3;3.2.3 Limitationalität;76
11.4;3.4 Der Sprung;77
12;4. Der Hybrid: Keines von beiden und doch beides;80
12.1;4.1 Korrespondenz, Dialektik, Dialog, Ganzheit, Kontinuum, Konvergenz: Zur Relation von Wissenschaft und Theologie;81
12.2;4.2 Der operative Hybrid „Pastoralpsychologie“;85
12.3;4.3 Der Hybrid als imaginäre Einheit;87
12.4;4.4 Die Zeit des Hybriden;88
12.5;4.5 Vom Zeitzauber des Spiegelns;89
12.6;4.6 Kriterien des Wechsels;92
13;5. Blaupause der Allgemeinen Theorie DES Sinnsystems;94
13.1;5.1 Sinn als System;101
13.2;5.2 Beobachtung als Operation;103
13.3;5.3 Beobachtetes als Form;106
13.3.1;5.3.1 Referenz;111
13.3.2;5.3.2 Beobachtung erster Ordnung und Beobachtung zweiter Ordnung;112
13.3.3;5.3.3 Beobachtung dritter Ordnung und die Form der Formfindungsform;114
13.3.4;5.3.4 Unterscheidungsfreie Beobachtung?;118
13.4;5.4 Form und Medium;121
13.5;5.5 Re-entry und Zeit;123
13.6;5.6 Konditionierte Koproduktion;124
13.7;5.7 Sinn als Form – und die Zeichen;125
13.8;5.8 Die Sinndimensionen;127
13.9;5.9 Différance – die Sinnzeit;128
13.10;5.10 Die Operation der Sinnsysteme: Verkettung von Sinn;131
13.11;5.11 Autopoiesis;134
13.12;5.12 DAS Sinnsystem;137
13.12.1;5.12.1 Die Operation DES Sinnsystems;140
13.12.2;5.12.2 Das Medium DES Sinnsystems;141
13.12.3;5.12.3 Die Funktion DES Sinnsystems;142
13.12.4;5.12.4 Die Konditionierte Koproduktion von Bewusstsein und Kommunikation;143
13.12.5;5.12.5 Der Metacode DES Sinnsystems;145
13.12.6;5.12.6 Kunst, Religion und die Formgleichheit DES Sinnsystems mit der Unterscheidung Gottes;146
13.13;5.13 Soziale Systeme;151
13.13.1;5.13.1 Kommunikation;153
13.13.2;5.13.2 Die Différance der Kommunikation;156
13.13.3;5.13.3 Bifurkation der Kommunikation;158
13.13.4;5.13.4 Displacements der Kommunikation;159
13.13.5;5.13.5 Die Sinn-Anästhetik der Kommunikation;160
13.13.6;5.13.6 Ebenen der Kommunikation;162
13.13.7;5.13.7 Soziale Differenzierung;167
13.13.8;5.13.8 Polykontexturalität, Polyeventualität, Heterarchie und Hyperkomplexität;171
13.13.9;5.13.9 Inklusion, Exklusion und die Listenförmigkeit der Adresse der Moderne;174
13.13.10;5.13.10 Sekundäre funktionale Systeme und die Adressenarbeit;177
13.14;5.14 Psyche und Bewusstsein;179
13.14.1;5.14.1 Wahrnehmung;179
13.14.2;5.14.2 Sinn in der Psyche;182
13.14.3;5.14.3 Zwischen der Wahrnehmung und der Sinnwelt des Sozialen: Das System Bewusstsein;184
13.15;5.15 Die „reziproke Assistenz“ von Bewusstsein und Kommunikation;187
13.16;5.16 Ich als anderer: Strukturelle Kopplungen;190
13.16.1;5.16.1 Die Form Person/Unperson;191
13.16.2;5.16.2 Das Selbst;193
13.16.3;5.16.3 Person, Unperson, „Darin-Unperson“;196
13.17;5.17 Von der Pastoralpsychologie zur Pastoralsystemik;197
13.18;5.18 Veränderung als Evolution;198
13.18.1;5.18.1 Kausalität als Auslösekausalität;201
13.18.2;5.18.2 Vereinbarungen;203
14;6. Das Funktionssystem Religion;206
14.1;6.1 Religion als System der Gesellschaft;209
14.2;6.2 Kontingenzbearbeitung und Entparadoxierung der Welt: Die Funktion der Religion;216
14.2.1;6.2.1 Nichtantwortende Antworten: Chiffren und Rituale als Antwort auf Kontingenz und Paradoxie;219
14.2.2;6.2.2 Seelsorge als eine der Leistungen der Religion;229
14.2.3;6.2.3 Theologie: Die Reflexionsinstanz der Religion;233
14.3;6.3 Trost: Das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium der Religion;235
14.3.1;6.3.1 Glauben und die Beobachtung zweiter Ordnung;236
14.3.2;6.3.2 Eine Alternative: Trost;242
14.3.3;6.3.1 Trost oder Vertröstung?;250
14.4;6.4 „Markiert/unmarkierbar“: Der Code der Religion;251
14.4.1;6.4.1 „So tun, als ob…“: Beobachtung des Unbeobachtbaren;259
14.4.2;6.4.2 Plausibilisierung des Religiösen: Der Zweitcode;261
14.5;6.5 Chiffrieren und Ritualisieren: Die Operation der Religion;264
14.5.1;6.5.1 Die Hybridisierung der religiösen Praxis;266
14.6;6.6 Das Spiel mit Ideen: Religion als Formfindungsform;266
14.7;6.7 „Schicksal als Gnade begreifen“: Das Programm der Religion;268
14.8;6.8 Gott: Die Kontingenzformel der Religion;271
14.9;6.9 Sterblichkeit: Der „symbiotische Mechanismus“ der Religion;274
14.10;6.10 Religion, wenn Religion nicht möglich ist: Die Nullmethodik;275
14.11;6.11 „Nabelschau“: Zum Selbstbefriedigungsverbot der Religion;276
14.12;6.12 Zu viel und zu wenig: Verhinderung von Inflation und Deflation;277
14.13;6.13 Organisationale Sicherheit;278
14.14;6.14 Auf dem Wege zu einer Zeichnung der Seelsorge;279
15;7. Das Sinnsystem SEELSORGE;280
15.1;7.1 Die Form der Seelsorge;282
15.1.1;7.1.1 Die Form der Seele;283
15.1.2;7.1.2 Verwechslungen der Seele;296
15.2;7.2 Die Funktion der Seelsorge;300
15.2.1;7.2.1 Seelsorge als „religiöse Adressenarbeit“;300
15.2.2;7.2.2 Die „Verwaltung der vagen Dinge“;301
15.2.3;7.2.3 Funktion und Leistung des Hybriden SEELSORGE;305
15.3;7.3 Sorge: Das Medium der Seelsorge;306
15.4;7.4 Seele/Psyche: Der Code der Seelsorge;312
15.5;7.5 Chiffrieren und Neucodieren: Die hybride, doppelte Operativität der Seelsorge;314
15.5.1;7.5.1 Beobachtung zweiter Ordnung: Seelsorge als Formveränderungsmanagement;316
15.5.2;7.5.2 Das Spiel mit Transzendenz: Seelsorge als Formfindungsform;319
15.5.3;7.5.3 Veränderung und dezidierte Veränderung;326
15.6;7.6 Programme und Methoden der Seelsorge;329
15.7;7.7 Erlösung: Die Kontingenzformel der Seelsorge;330
15.8;7.8 Leib-Sorge: Der symbiotische Mechanismus der Seelsorge;331
15.9;7.9 Die Nullmethodik der Seelsorge;332
15.10;7.10 Hingabe: Das Selbstbefriedigungsverbot der Seelsorge;332
15.11;7.11 Zu viel und zu wenig: Inflation und Deflation der Seelsorge;333
15.12;7.12 Amicalität sub specie aeternitatis: Die Struktur der Seelsorge;335
15.12.1;7.12.1 Taktvolle Geselligkeit: Seelsorge als Interaktion;335
15.12.2;7.12.2 Im Rahmen taktvoller Geselligkeit: Die seelsorgliche Vereinbarung;338
15.12.3;7.12.3 Amicalität: Zwischenmenschliche Interpenetration als Struktur der Seelsorge;340
15.12.4;7.12.4 Symmetrie und Asymmetrie;342
15.12.5;7.12.5 Neutralität;343
15.12.6;7.12.6 … sub specie aeternitatis;344
15.13;7.13 Zusammenfassung;345
16;8 Vorletzte Zeichnungsstriche: Wer tut denn nun was, wenn man sagt, dass man sich um die Seele sorgt?;348
17;Literatur;352
18;Register;370


Emlein, Günther
Dr. Günther Emlein ist Pfarrer der Ev. Kirche von Hessen und Nassau und tätig als Klinikseelsorger in der Universitätsmedizin Mainz sowie Lehrender Supervisor der Systemischen Gesellschaft (SG).


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