Einwohlt | Erdbeersommer Bundle. Bände 1-3 | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 720 Seiten

Reihe: Erdbeersommer-Trilogie

Einwohlt Erdbeersommer Bundle. Bände 1-3

Erdbeersommer (1); Erdbeersommer (2). Unterm Sternenhimmel; Erdbeersommer (3). Galopp in die Freiheit
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-401-84071-0
Verlag: Arena Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Erdbeersommer (1); Erdbeersommer (2). Unterm Sternenhimmel; Erdbeersommer (3). Galopp in die Freiheit

E-Book, Deutsch, Band 1, 720 Seiten

Reihe: Erdbeersommer-Trilogie

ISBN: 978-3-401-84071-0
Verlag: Arena Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



*** Alle Bände der beliebten Pferdebuchreihe im E-Book-Bundle.*** Erdbeersommer (1): Erdbeerwettessen mit Kumpel Finn, Tagträumen in den Dünen mit ihrer besten Freundin Mareike und lange Ausritte auf dem geliebten Schimmel Hauke - Liv freut sich riesig auf die Ferien an der Nordsee! Auf dem Pferdehof ihrer Tante kann der Sommer nur perfekt werden. Als sie dann auch noch Jan kennenlernt, schlägt nicht nur ihr Pferdeherz höher. Auch wenn den Fußballstar und Mädchenheld sonst keiner so wirklich leiden kann, ist Liv sofort bis über beide Ohren verliebt. Doch Jan scheint ein Geheimnis zu haben, über das niemand im Ort reden will. Erst bei einem Ausflug ins nebelige Watt kommen Dinge ans Licht, mit denen Liv nie gerechnet hätte. Erdbeersommer (2). Unterm Sternenhimmel: Der Sommer beginnt mit einer Katastrophe: Eine schwere Sturmflut wütet an der Nordsee und stürzt Livs Ferienparadies ins Chaos. Der Friesenhof ist zerstört und Onkel Piet beschließt in seiner finanziellen Not, Livs geliebtes Pferd Hauke zu verkaufen. Unfassbar! Ein Leben ohne Hauke kann sich Liv nicht vorstellen. Kurzerhand entführt sie ihren Schimmel und haut von zu Hause ab - zusammen mit Kumpel Finn. Zu zweit starten sie in ein unvergessliches Sommerabenteuer. Erdbeersommer (3). Galopp in die Freiheit: Nach einem schweren Unfall ist Hauke völlig verstört und Liv erkennt ihren geliebten Schimmelhengst kaum wieder. Nur den feinfühligen Torge lässt er noch an sich ran. Liv hat das Gefühl, dass der junge Tiermedizin-Student nicht nur ihr Pferd, sondern auch sie selbst besonders gut versteht. In ihrer Sorge um Hauke kommen sich die beiden näher. Doch Torge trägt ein Geheimnis in sich, das sich wie ein dunkler Schatten über Livs Herz und den Friesenhof legt. Wird sie sich davon befreien können?

Ilona Einwohlt wollte eigentlich Ernährungswissenschaftlerin werden. Aber dann las sie mitten in der Chemievorlesung Simone de Beauvoir, Julio Cortázar und Thomas Mann - und widmete sich fortan der Literatur. Längst ist aus der Germanistikstudentin eine erfolgreiche Autorin insbesondere für Kinder und Jugendliche geworden. Ilona Einwohlt, Jahrgang 1968, lebt mit ihrer Familie in Darmstadt. Die Autorin ist als Bildungsreferentin für das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V (MuK) regelmäßig mit Workshops und Vorträgen unterwegs, insbesondere zu Themen wie 'Rollenklischees und Sexismus in den Medien' und 'Digitale Identitäten'. Für das Projekt 'Haus der digitalen Medienbildung' führt sie zudem Veranstaltungen und Beratungen für Eltern und Jugendliche in Darmstadt durch.
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1

Liv, gut, dass du endlich da bist! Du musst schnell kommen!« Tante Isodora lief mir wie ein aufgescheuchtes Huhn entgegen, als ich nach der Schule nach Hause auf den Friesenhof geradelt kam.

»Was ist denn passiert?« Alarmiert sprang ich von meinem Rad. »Ist etwas mit Hauke?« Sofort wollte ich Richtung Stall rennen, um nach meinem Lieblingspferd zu schauen, doch sie hielt mich am Ärmel zurück.

»Nein, deinem Hottemax geht es bestens.« Sie verdrehte die Augen. »Aber unten am Strand! Das hat die Welt noch nicht gesehen …« Isodora atmete so heftig, dass ihr Dekolleté unter ihrem bunten Blumenkleid auf und ab wogte. »Ich würde ja selbst gerne gucken gehen, aber ich habe gerade einen Rosinenstuten im Ofen und einen Riesentopf frisch gekochte Erdbeermarmelade auf dem Herd.«

»Und, was gibt es dort zu sehen? Hat sich wieder ein Wal verirrt, wie im letzten Herbst?« Halb genervt, halb erleichtert, stellte ich mein Rad am Zaun ab. Eigentlich wollte ich am liebsten sofort ausreiten, wie immer, wenn es so wie heute Ferien gab. Zwar sah ich meinen Schimmelhengst Hauke, seit ich hier bei Onkel Piet und Tante Isodora in Töwerhaven lebte, täglich. Aber meistens blieb mir neben Schule und Stallarbeit nicht viel freie Zeit – und deswegen hatte ich mich so besonders auf diesen Tag gefreut, weil wir früher Schulschluss hatten.

»Quatsch, nein, ein Wal ist es diesmal zum Glück nicht! Der würde ja bis hierher stinken … Nee, Mann, da ist ein Frachtschiff in einen schweren Sturm geraten und dabei sind etliche Container über Bord gegangen. Einer davon hatte Plastikeier geladen, die liegen jetzt alle am Strand! Aber geh selbst gucken – und mach Fotos für mich, ich muss wieder zu meiner Marmelade.« Tante Isodora sagte es und war schon wieder Richtung Küche verschwunden.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich hinunter an den Strand zu laufen. Plastikeier statt Muscheln – die Sensation konnte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen. Als ich den Dünenabgang erreichte, glaubte ich meinen eigenen Augen kaum: Isodora hatte nicht übertrieben. Der Strand war übersät mit bunten Punkten! Und überall waren die Leute bereits dabei, die verstreuten Plastikeier in Tüten zu sammeln.

»Unglaublich, was?« Onkel Piet kam mir entgegen und schüttelte den Kopf. »Hoffentlich sind die bald alle wieder weg, für die Seevögel ist das eine Katastrophe! Was für eine Umweltverschmutzung!«

»Wie konnte das passieren?«, fragte ich aufgeregt. »Sind noch mehr Container verloren gegangen?«

»Angeblich nicht … und die Besatzung konnte zum Glück auch gerettet werden.« Mein Onkel räusperte sich umständlich und legte einen Arm um meine Schulter.

Hä? Was war denn plötzlich mit dem los? Solche zärtlichen Gesten war ich nicht gewohnt von dem bodenständigen Knodderkopp. Piets Stimme klang belegt, als er fortfuhr.

»Ich war ganz schön bang in der Büx, als ich den Namen des Schiffes gehört habe. Liv, min Deern, hör mir zu. Es war das Schiff deines Vaters! Also das, auf dem er der Kapitän ist. Aber keine Sorge. Aus irgendwelchen Gründen hatte er bei dieser Fahrt nicht angeheuert, er war also überhaupt nicht an Bord.«

»Das Schiff von Sean?!« Ich atmete tief ein und bekam einen Riesenschreck, mein Magen drehte sich. Das musste ich erst mal sacken lassen. All die vielen Jahre hatte niemand mit mir über meinen Vater gesprochen. Als ich in der Grundschule war, hatte er meine Mutter und mich verlassen und seitdem wurde er quasi nicht mehr erwähnt. Nur heimlich hatte ich immer mal wieder in alten Alben gestöbert oder später, als ich älter war, seinen Namen gegoogelt. Ich hatte nur noch eine vage Erinnerung daran, wie er ausgesehen hatte. Im letzten Sommer, als ich – wie mein Vater – in Hamburg so unglücklich war, hatte mir meine Mutter endlich erzählt, was damals wirklich passiert ist. In diesem Zusammenhang hatte sie mir dann nach stundenlanger Diskussion endlich erlaubt, in Töwerhaven zu leben. Und jetzt erfuhr ich auf einmal so nebenbei, dass mein Vater als Kapitän normalerweise hier ganz in der Nähe rumschipperte? Ich wandte mich aus Piets Arm und schloss die Augen, um zu kapieren, in welchen falschen Film ich hier geraten war.

»’tschuldigung, dass ich damit einfach so rausplatze …«, sagte Piet und fuhr sich nervös durch seine spärlichen Haare. »Aber ich hab es wirklich mit der Angst zu tun bekommen, als ich von dem Unglück erfuhr. Dann haben sie den Namen eines anderen Kapitäns in den Nachrichten erwähnt – und ich wunderte mich darüber. Wir haben nämlich ab und zu noch Kontakt, aber er hat mir nicht erzählt, dass er jetzt woanders angeheuert hat.«

»Du hast noch Kontakt mit ihm?« Kopfschüttelnd blickte ich ihn an. Jetzt kapierte ich gar nichts mehr.

»Ja, ähem, aber Isodora darf das nicht wissen. Und deine Mutter erst recht nicht, verstehst du? Ich mochte Sean immer, auch wenn er sich sehr egoistisch verhalten hat. Denn eigentlich ist er kein schlechter Mensch, Liv, das musst du mir glauben!« Onkel Piet strich mir sanft eine meiner roten Locken aus dem Gesicht und zog mich abermals an sich. »Bist doch meine lütte Deern!«

»Ist schon okay!«, wehrte ich ihn ab. Wer einfach so auf den sieben Meeren verschwand und sich nicht einen Deut für seine Tochter interessierte, der konnte nicht wirklich ein sooo guter Mensch sein, fand ich. Plötzlich hatte ich ein brennendes Gefühl in den Augen und wusste nicht so recht, ob es Tränen der Wut waren, weil ich daran erinnert wurde, dass mein Vater mich verlassen hatte. Oder waren es Tränen der Erleichterung, weil ihm offenbar nichts bei dem Schiffsunglück passiert war? Oder – dritte Möglichkeit – waren es einfach traurige Tränen, weil Piet beteuerte, dass mein Vater ein guter Mensch war, ich aber keine Chance bekam, das selbst zu beurteilen?

Ich spürte auf meiner Schulter Piets Hand, die mich die ganze Zeit über unbeholfen streichelte. Schnell zog ich die Nase hoch, wischte mir über die Augen und sagte: »Dann werde ich auch mal mit anpacken, damit wir diese bunten Dinger hier loswerden, was?« Mit diesen Worten wollte ich losstapfen.

»Warte, Liv«, rief Piet mir hinterher. »Lass das hier die Urlaubsgäste machen, die finden das toll! Hilf lieber Isodora und Frauke, morgen ist Anreisetag, wir haben genug auf dem Friesenhof zu tun.« Seine Stimme klang besorgt. Er wollte mich jetzt so nicht gehen lassen, das war mir klar.

Ich blieb stehen und atmete tief durch. Nach Ostereiersuchen war mir tatsächlich nicht.

»Komme gleich!«, rief ich Piet zu und versuchte, möglichst normal zu klingen. »Ich muss doch wenigstens noch die Fotos für Isodora machen.«

Mein Onkel schien erleichtert über meinen unbekümmerten Tonfall. Er grinste und hielt den Daumen hoch. »Einen besseren PR-Gag hätte sich die Bürgermeisterin gar nicht ausdenken können, was? Auch wenn diese Plastikeier eine riesige Umweltschweinerei sind …!« Er winkte mir zu und marschierte den Dünenweg voraus Richtung Friesenhof.

Ich fischte mein Handy aus der Tasche, um die Fotos zu machen, doch bevor ich dazu kam, den Auslöser von meinem Smartphone zu drücken, klingelte es.

Es war Camilla – meine Mutter. Was jetzt? Hatte sie womöglich auch etwas von dem Frachterunglück gehört? Ich schluckte und nahm ab.

»… freut es mich, Ihnen mitteilen zu können, dass sich Ihre Tochter Liv zu unserer allergrößten Zufriedenheit an der Töwerhavener Gesamtschule vorbildlich integriert hat. Sie ist eine besonders aufmerksame Schülerin, zuverlässig und auffallend sozial engagiert …«, hörte ich ihre Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. Und dann: »Bist das wirklich du? Meine Tochter, ein Engel?«

Ich grinste erleichtert in mich hinein. Ein anderes Thema, zum Glück! Es wäre mir sehr schwergefallen, mit ihr jetzt über meinen für mich nicht existenten Vater zu plaudern. Da kam mir der ironische Tonfall, in dem mir meine Mutter den Brief der hiesigen Schule vorlas und sich über mich als Musterschülerin lustig machte, gut gelegen.

»Was dagegen?!«, antwortete ich kokettierend und ließ mich seufzend am Dünenrand nieder – ein Gespräch mit meiner Mutter konnte dauern …

»Mir wäre es lieber, deine Lehrer hätten deine herausragenden Fähigkeiten in Naturwissenschaften und Sprachen erwähnt.« Camillas Stimme klang plötzlich ernst. »Ehrlich, Liv, du kennst meine Meinung …«

»Und du meine.« Boah, wie mich das nervte! Jetzt war ich doch sauer. Jedes Mal die gleiche Leier!

Ich schnickte mit dem Fuß eine Fontäne Sand in die Luft. »Du hast mal zu mir gesagt, jede Frau hat ihren Weg, erinnerst du dich?«, warf ich ein. »Die eine als Mutter, die andere als Karrierefrau, die dritte irgendwo dazwischen, die vierte hat nur Pferde im Sinn, so wie ich. Also, was soll das jetzt? Ich bin nicht du! Ich dachte, das Thema hätten wir durch und du hättest verstanden, dass mein Weg ein anderer ist als deiner?!«

Ich hörte trotz des Rauschens im Mikrofon, wie meine Mutter am anderen Ende der Leitung tief ausatmete und dreimal schluckte. Dabei hatte sie mir damals in jener Nacht, als wir gemeinsam auf Hauke zum alten Leuchtturm geritten waren, das Gefühl vermittelt, mich verstanden zu haben. Schließlich war sie einmal selbst ein richtiges Pferdemädchen gewesen.

»Es ist nur so … du fehlst mir hier sehr«, sagte sie leise. »Natürlich bin ich ständig unterwegs, ich arbeite so viel wie nie zuvor, eine Marketingkonferenz jagt die nächste. Aber wenn ich abends nach Hause komme, bist du nicht da.«

»Dafür hast du jetzt ja Thorsten.« Das war mir einfach so herausgerutscht und es war gar nicht so fies gemeint, wie es vielleicht den Anschein hatte. Kurz überlegte...



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