Edwards | Atemlos vor lauter Liebe | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Edwards Atemlos vor lauter Liebe


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5573-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5573-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seit Heather ihren neuen Nachbarn kennengelernt hat, ist ihr Leben plötzlich total aufregend und längst nicht mehr so beschaulich und ruhig wie vorher! Denn Alex Waterstone ist nicht nur ein aufregender Mann - er steckt auch noch in großen Schwierigkeiten! Heather muss ihn retten! Sie fasst sich ein Herz und entführt ihn in eine einsame Hütte ...

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1. KAPITEL

„Regnet es dort?“ Man hörte laut und deutlich die Sorge aus Ediths Mahoneys Stimme heraus. „Ich habe im Fernsehen gesehen, dass es in Nord-Indiana regnen soll. Du hast doch hoffentlich deine Fenster geschlossen?“

Heather lehnte sich über den Küchenschrank zum Fenster hinüber und schaute hinaus zum Abendhimmel. „Es regnet nicht, Mom. Es sind noch nicht einmal Wolken am Himmel.“

„Der Wetterbericht lügt nicht“, erwiderte ihre Mutter. „Vielleicht solltest du in den Keller gehen. Wir haben Mitte August, das ist immer noch Tornado-Saison.“

Heather straffte sich. Ihr Abendessen wartete auf dem Küchentisch auf sie. Aber sie hasste es zu essen, während sie redete. Nicht, dass sie wirklich an dieses Ammenmärchen glaubte, dass man am Essen ersticken konnte, aber sie sah keinen Sinn darin, ein unnötiges Risiko einzugehen.

„Mom, es geht mir gut. Vielleicht ist der Sturm ja östlich von uns.“

„Stell wenigstens den Fernseher an, damit du die Sturmwarnung hörst.“ Ihre Mutter seufzte laut. „Dein Vater und ich hätten nie aus Chesterton wegziehen sollen. Wenn wir jetzt dort wären, würde sein Knie uns verraten, ob wirklich ein Sturm kommt, oder nicht.“

Heather hätte ihre Mutter jetzt gern für ihre Fürsorge umarmt, aber trotzdem wünschte sie sich, dass sie endlich aufhören würde, sich ständig ihretwegen Sorgen zu machen. Verflixt noch mal, Heather war jetzt dreiunddreißig Jahre alt, nicht mehr vierzehn. Aber sie wusste, dass sich am Verhalten ihrer Mutter wahrscheinlich nie etwas ändern würde. Versuchen sie zu verändern, wäre von vorneherein ein sinnloses Unternehmen.

„Du brauchst einfach einen Mann um dich herum“, begann ihre Mutter mit ihrem Lieblingsthema. „Was tust du, wenn du eine Maus im Haus hast?“

„Die Katzen werden sich darum kümmern.“

„Und wenn du ein Geräusch mitten in der Nacht hörst?“

Heather hörte immer Geräusche mitten in der Nacht und fand, dass es weitaus effektiver war, sich tief unter die Decke zu vergraben, als sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.

Aber das wollte ihre Mutter bestimmt nicht hören. „Wenn jemand einbricht, rufe ich die Polizei an“, versicherte sie ihr.

„Heather!“, beklagte sich ihre Mutter. „Ich meine es ernst. Du bist ganz allein in Chesterton, und ich mache mir Sorgen um dich.“

Aber Heather war nicht allein. Sie hatte viele Freunde, die sofort zur Stelle waren, falls sie einmal tatsächlich Hilfe brauchte. „Mom, falls wirklich einmal etwas passiert, kann ich immer noch Alex rufen.“

„Alex Waterstone?“ Heather konnte spüren, wie ein Schauder des Schreckens ihre Mutter durchfuhr. „Ich würde es lieber sehen, wenn Godzilla neben dir haust.“

„Mom, Alex ist ein netter Mann. Nun, ich kenne ihn nicht sehr gut, aber er scheint ganz nett zu sein.“

„Nett?“ Die Stimme ihrer Mutter war plötzlich schrill geworden. „Ich werde nie vergessen, was für Alpträume du bekommen hast, als er mit seinem Fahrrad über den Deich gefahren ist.“

„Er fährt nicht mehr über Deiche, Mom. Er ist ein Collegeprofessor, sehr ordentlich und ziemlich langweilig.“ Aber wenn Heather ehrlich sein wollte, musste sie zugeben, dass er ganz und gar nicht langweilig aussah. Sie war sicher, dass all seine Studentinnen bis über beide Ohren in ihn verliebt waren. „Aber ich kann mir vorstellen, dass er eine Maus für mich fangen würde, sollte es notwendig sein.“

„Alex, ha! Der setzt dir höchstens noch eine zweite dazu“, fuhr ihre Mutter fort. „Der hat doch nur Flausen im Kopf.“

Heather lachte leise. Da irrte sich ihre Mutter. Der wilde Junge von einst hatte sich in einen ruhigen Erwachsenen verwandelt. „Nun, du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Alex Waterstone und ich reden kaum miteinander. Ich bezweifle, dass er seine Nase lange genug aus seinen Gedichtbänden nimmt, um mich überhaupt zu bemerken.“

Ihre Mutter stieß einen verächtlichen Laut aus. „Das ist sein Pech.“

Heather lachte erneut, als sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung im Garten wahrnahm. Sie schaute hinaus und sah, wie eine kleine graue Katze durch eines der Blumenbeete lief und dann unter den Rosenbüschen verschwand. Das herrenlose Kätzchen war zurück.

„Mom, könnten wir jetzt Schluss machen? Dieses Kätzchen, das ich fangen wollte, ist wieder zurück.“

„Ich wünschte nur, du wärst hinter Männer genauso her, wie hinter diesen Katzen“, sagte ihre Mutter mit einem Seufzer. „Nun, sei vorsichtig, Kind. Zieh dir Handschuhe an.“

Alex Waterstone hielt auf dem Parkplatz und stieg aus seinem Wagen – einen Gedichtband in der Hand und eine SIG-Sauer dreihundertachtzig Automatik in der Pistolentasche, die er am rechten Fußknöchel trug. Entspannt ging er zum Restaurant hinüber. Das Leben war gut. Nachdem er unzählige Monate an seiner perfekten Tarnung gearbeitet hatte, kam das Unternehmen endlich in Gang.

Zwei Agentenkollegen saßen an einem Tisch in der Ecke. Mit ihren kurzärmligen Baumwollhemden und schlichten Hosen fügten sie sich perfekt in die Umgebung ein. Alex setzte sich zu ihnen und niemand schenkte ihnen Beachtung.

„Gibt es Probleme?“, fragte Fitzgerald leise.

„Deine Tarnung ist doch nicht aufgeflogen, oder?“, fügte Casio, Alex’ Kontaktmann und Vorgesetzter hinzu.

Alex hatte auf einmal das Gefühl, an dem Vinylbezug der Bank festzukleben, und vor ihm stieg die schreckliche Vision auf, für immer an einem Platz festzementiert zu sein. Beständigkeit, das Schrecklichste, das er sich vorstellen konnte. Ein Leben, das in Mikromillisekunden dahinkroch. Aber er lächelte nur. „Probleme? Warum sollte ein respektierter Literaturprofessor Probleme haben?“

Casio stöhnte. „Fang nicht damit an. Wir können es uns nicht leisten, die ganze Nacht hier zu bleiben.“

„Das einzige Problem, das ich habe, ist das richtige Versmaß für mein nächstes Gedicht zu finden.“ Alex hatte seinen Gedichtband auf den Tisch gelegt und schaute jetzt auf das Menü, das die Kellnerin ihm hingelegt hatte. Da er keinen Hunger hatte, war sein Entschluss schnell gefasst. „Eistee und einen gemischten Salat.“

Die Kellnerin nahm das Menü, ging in die Küche und ließ die drei Männer wieder allein am Tisch zurück.

„So, was ist los?“, fragte Alex.

Casio schob den Rest seines Salates zur Seite. „Es findet morgen statt.“

„Na endlich.“ Alex hatte das Gefühl, ewig darauf gewartet zu haben. Um seine Tarnung aufzubauen, hatte er auf Nummer sicher gehen müssen, aber langsam hatte er genug von Sicherheit. Wenn es nicht bald losgegangen wäre, hätte er aus lauter Langeweile wieder begonnen, mit dem Fahrrad bei Sturm über den Deich zu fahren. Aber hätte er mit vierunddreißig noch den gleichen Spaß gehabt wie mit vierzehn? Er zog die Mappe mit den Fotos zu sich herüber, die Casio mitgebracht hatte. „Nun, wer ist jetzt wer?“

In der nächsten Stunde sprachen sie über Fotos, über die Details und die Risiken der Operation. Es ging hier um organisiertes Verbrechen, um Drahtzieher von illegalen Spielen, um Erpresser und Kredithaie, um Männer, die bekannt dafür waren, dass sie zuerst schossen und dann Fragen stellten.

„Ich könnte schon heute Abend gehen“, sagte Alex. „Warum warten wir bis morgen?“

„Gedichte zu schreiben, bietet dir wohl nicht genug Aufregung?“, fragte Casio.

„Mein Kindermädchen hat immer gesagt, dass man sehr vorsichtig mit seinen Wünschen umgehen soll“, warf Fitz ein. „Man kann auch zu viel Aufregung erhalten.“

Alex atmete tief durch. Sie verstanden ihn einfach nicht. „Ich kann es nicht mehr erwarten, diese Kerle endlich hinter Gitter zu bringen. Das ist alles.“

Casio lachte. „So? Vielleicht willst du dich aus dem Geschäft zurückziehen und deine Tage damit verbringen, Gedichte zu schreiben.“

„Hey, vielleicht hat er ein Auge auf eine hübsche Studentin geworfen“, witzelte Fitz. „Oder vielleicht fühlt er sich zu einer Nachbarin hingezogen, die ihm Kekse backt.“

Alex Magen zog sich zusammen. Obwohl sie jetzt fünf Jahre mit ihm zusammenarbeiteten, kannten sie ihn immer noch nicht. Glaubten sie wirklich, er würde einmal ein bürgerliches Leben führen? Ha! Wahrscheinlich würde er dann vor Langeweile sterben.

Aber er lächelte seine Kollegen nur freundlich an. „Mrs. Fallon lebt südlich von mir. Sie ist eine fünfundsechzigjährige Witwe, die mir nichts anderes als die Ratschläge ihres verstorbenen Mannes gibt. Auf der anderen Seite, nördlich von mir, wohnt eine jüngere Frau, die allerdings seit der Grundschule kaum ein Wort mit mir gesprochen hat. Auch sie backt mir leider keine Kekse.“

„Vielleicht steht sie ja auf dich und ist nur zu schüchtern, es zuzugeben.“

Verärgert wandte er sich wieder der Arbeit zu. Er kannte doch langsam ihre Witze. Warum regte er sich nur so darüber auf. Eigentlich sollten sie ihn kalt lassen. Sein Verhalten bewies nur einmal wieder, dass er unbedingt ein wenig Aktion brauchte. In der letzten Zeit ging ihm alles ein wenig auf die Nerven, besonders das gemächliche Leben in Chesterton.

Das FBI hatte geglaubt, es wäre die perfekte Tarnung, wenn er wieder in seine Heimatstadt Chesterton zurückkehren würde, aber sie hatten nicht bedacht, was das für ihn bedeutete. Von der Erneuerung alter Freundschaften begonnen, bis hin zur Teilnahme am Zauberer von Oz – Festival, das jährlich im September stattfand. Sogar Helen Mahoneys Schweigen ging ihm auf die...



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