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E-Book, Deutsch, 118 Seiten

Ebert Swami Ramdas

Einführung in das Leben und die Lehre eines hinduistischen Franziskus
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-6438-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Einführung in das Leben und die Lehre eines hinduistischen Franziskus

E-Book, Deutsch, 118 Seiten

ISBN: 978-3-7597-6438-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Swami Ramdas (1884-1963) spielte im spirituellen Bereich im Indien des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle. Er widmete sein Leben der Hingabe an seine Gottheit Rama, deren Namen er ständig wiederholte (Japa), pilgerte als Wandermönch durch ganz Indien und errichtete schließlich den Anandashram in Kasaragod und danach in Kanhangad in Kerala. Eine Weltreise führte ihn in den 50er Jahren auch nach Deutschland. Swami Ramdas Liebe zu allen Lebewesen erinnert an den christlichen Heiligen Franz von Assisi. Seine Botschaft war die der universellen Liebe und des Dienstes, da Gott sich in allen Lebewesen manifestiert. Er schätzte alle Religionen gleichermaßen und betonte ihre gemeinsame Essenz.

Gabriele Ebert ist die Autorin und Übersetzerin zahlreicher Bücher über Ramana Maharshi, Ramakrishna und Vivekananda.

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Im Himalaya, in Mathura und wieder im Süden
Ramdas hatte von den heiligen Stätten Kedarnath und Badrinath im Himalaya gehört und war erfüllt vom Wunsch, dorthin zu pilgern. Er erfuhr, dass der Weg beschwerlich und gefährlich war, doch das brachte ihn nicht davon ab. Unter den Freunden Mahadevs war ein junger Mann namens Ramkinker, der sich sehr zu Ramdas hingezogen fühlte. Er bot sich als Begleiter an. Gut ausgerüstet brachen Ramdas und Ramkinker in den Himalaya auf. Zunächst fuhren sie nach Hardware, dann nach Rishikesh. Nach drei Tagen begann der Aufstieg ins Gebirge. Ramdas verlor sich in der Betrachtung der Naturschönheit. Er bewältigte den Aufstieg mit Leichtigkeit. Ständig wiederholte er Rams Namen. Die meiste Zeit war er sich seines Körpers nicht bewusst. Schließlich begann Ramkinker, der ein schweres Bündel trug, sich über Ramdas Tempo zu beklagen. Doch Ramdas konnte nicht innehalten. So verloren sie einander und fanden sich erst später wieder. Im Himalaya wohnten viele Rishis und Sadhus, und die Ashrams berühmter Heiliger wie Narada und Agastya Muni befanden sich dort. Der Weg war gefährlich und führte über Gletscher. Manchmal war er sehr schmal, und Felsschluchten taten sich am Rand auf. Wackelige Brücken mussten überquert werden. Viele Pilger stürzten in dieser Gegend ab. Schließlich erreichten sie Kedarnath, wo grimmige Kälte herrschte. Nach mehrtägiger Wanderung kamen sie in Badrinath an. Es gab dort ein Becken, das von einer heißen Quelle gespeist wurde. Dort nahmen sie ihr Bad. Der Tempel ist ein berühmtes Pilgerziel. Auch hier war der Eingang durch Pilgermassen verstopft, und es gelang Ramdas nur mit Hilfe eines freundlichen Helfers, vor die Statue Badrinaths zu treten. Der Tempel von Badrinath, Wikimedia Commons, Foto: Rawatakhilesh, 2019 Nach einem Tag machten sie sich auf den Rückweg und wanderten nach Ramnagar, wo die nächste Bahnstation war. Insgesamt hatten sie während ihres 40tägigen Aufenthalts im Himalaya 400 Meilen zu Fuß zurückgelegt. Von Ramnagar aus fuhren sie mit dem Zug nach Mathura, wo sich Ramkinker von Ramdas trennte. Doch bereits in der nächsten Pilgerstation nahm sich der nächste Sadhuram seiner an. Mathura gilt als der Geburtsort Krishnas. Ramdas begab sich zum heiligen Fluss Jamuna. Als er dort vor seinem Bad seine Brille ablegte, schnappte sie sich ein Affe und rannte damit davon. Ramdas war sehr kurzsichtig, doch da er alles dem Willen Rams zuschrieb, machte er auch hier keine Ausnahme. Ein Brahmane schickte zwei Jungen den Affen nach, und sie brachten ihm die Brille unversehrt zurück. Anschließend machten sie sich auf den Weg nach Govardhan. Danach wanderte Ramdas alleine nach Gokul, wo Krishna der Legende nach seine Kindheit verbracht hatte, dann nach Vrindavan, das mit dem jugendlichen Krishna und den Milchmädchen (Gopis) in Verbindung steht. Dort verbrachte Ramdas glückliche zwei Wochen. Manchmal war ihm, als würde er in der sanften Brise Krishnas betörendes Flötenspiel vernehmen. Er besuchte mehrere Krishna-Tempel. Anschließend fuhr er mit dem Zug nach Raipur und weiter nach Ajmer. Hier geleitete ihn ein Moslem zum berühmten islamischen Heiligtum Khaja Pir, wo ein Moslemheiliger bestattet ist. Danach stellte sich ein neuer Führer ein, der für ihn sorgte. Nach drei Tagen verließen sie Ajmer und wanderten nach Pushkar Raj. Dort meditierte Ramdas fünf Tage lang in einer Höhle. Er wurde magisch von Höhlen angezogen, und wenn immer er auf eine Höhle stieß, beschloss er, einige Tage in ihr zu verbringen. Ramdas wanderte weiter und zog sich schließlich in einen kleinen Tempel im Dschungel zurück, wo er sechs Wochen verbrachte. Dorfbewohner hatten Ramdas vor den gefährlichen Tieren gewarnt, doch er kannte keine Furcht. Die Tür des Tempels stand immer offen. Es kamen Wildschweine in die Nähe des Tempels, die aber friedlich blieben. Große schwarze Schlangen hielten sich im Tempel auf. Unter seiner Schlafmatte fand er morgens rot-gelbe Skorpione. Am Nachmittag erhielt er meist Besuch von Hirtenjungen, die für ihn Flöte spielten. Anschließend fuhr er mit dem Zug nach Juganad, wo er eine Woche in einem Ashram neben dem Tempel verbrachte. Einer der Sadhus dort litt an heftigem Fieber. Ramdas setzte sich an sein Bett und begann, leicht seine Beine zu massieren, was der Sadhu aber nicht zulassen wollte, da er sich dieser Behandlung nicht würdig fühlte. Er wünschte sich jedoch Ramdas‘ Segen. Ramdas erwiderte, er sei ein einfacher Diener Rams und habe kein Recht, irgendjemanden zu segnen. „Dann segne mich im Namen Rams“, bat der Kranke. Ramdas tat dies, und tatsächlich war der Sadhu am nächsten Morgen gesund. Ähnliches wiederholte sich öfter. Danach bestieg er mit einigen Sannyasins den Berg Girnar, wo Guru Dattatreya und Mutter Ambaji geweilt haben sollen. 9.000 Stufen führten hinauf. Um Mitternacht erreichten sie nach 6.000 Stufen einen kleinen Ashram, wo sie übernachteten. Es war bitterkalt. Die letzte Strecke war sehr gefährlich, doch Ramdas führte die Gruppe an. Oben genossen sie einen atemberaubenden Anblick auf eine bezaubernde Landschaft. Danach war Ramdas Gast bei einem Kaufmann, der, wie der Sadhu zuvor, durch den Segen Rams geheilt wurde, der ihm Ramdas erteilt hatte. Ramdas wollte den Tempel von Prachi und Muddi Goraknath besuchen. Der Kaufmann bestand darauf, dass er in einem Ochsenkarren zu den Orten fuhr und nötigte ihn, sich in das Gefährt zu setzen. Der Fahrer hieb mit einem dicken Stock unbarmherzig auf die Ochsen ein. Ramdas war es, als würden ihm selbst die Hiebe gelten. Er bat den Fahrer, damit aufzuhören, doch der meinte, dass sich die Ochsen nur durch Prügel bewegen würden. Da stieg Ramdas ab, gab ihm eine Rupie, die er vom Kaufmann für die Fahrt erhalten hatte, und ging zu Fuß weiter. Am Abend erreichte er den Tempel von Muddi Goraknath. Danach kehrte er zu dem Kaufmann zurück und fuhr dann nach Junagad. Daraufhin zog sich Ramdas in den Ruinen des Muchkund Rishi Ashrams in der Nähe der Stadt zurück. Fledermäuse waren die einzigen Bewohner, und der Ort galt als verrufen. Bald sprach es sich herum, dass sich dort ein Sadhu aufhielt, und viele Bewohner der Stadt besuchten ihn. Einer seiner Freunde brachte ihm eine Koranübersetzung mit, die er eifrig studierte. Nach zehn Tagen setzte er seine Pilgerreise fort. Er schloss sich einigen Sadhus an und pilgerte nach Dwaraka, wo Krishna der Mythologie nach König gewesen war. Nach zwei Tagen machte er sich mit einer Gruppe Sadhus auf den Rückweg. Der Anführer der Gruppe mahnte sehr früh zum Aufbruch, hatte sich jedoch in der Zeit vertan. Im Stockdunklen versuchte er, die Gruppe zu führen. Es dauerte lange, bis die Sonne aufging, und da sie in der Dunkelheit in ein schlammiges Gelände geraten waren, waren sie gezwungen, dort stehen zu bleiben, wo sie waren, bis die Sonne aufging. Als sich schließlich der Tag ankündigte, verließen die Sadhus murrend ihren Führer. Ramdas, der wie stets mit der Wiederholung von Rams Namen beschäftigt war, blieb bei ihm, trug seine Sandalen und seinen Messingtopf und begleitete ihn zum nächsten Bahnhof, wo sie sich trennten. Ramdas stieg in den Zug nach Bombay. Als sie sich Ahmadebad näherten, kam der Kontrolleur, der den Sadhus, die ohne Fahrkarte fuhren, befahl, den Zug zu verlassen. Ramdas erhob sich mit den anderen, doch der Kontrolleur legte seine Hand auf seine Schulter und sagte, dass das nicht für ihn gelte. So setzte er seine Reise nach Bombay fort. Dort wurde wiederum für ihn gesorgt, und er erhielt einen Bon für ein Mittagessen, das ein reicher Kaufmann den Sadhus spendierte. Da sprach ihn ein Sadhu an und jammerte, er habe seinen Bon verloren. Bereitwillig gab ihm Ramdas den seinen, etwas, was immer wieder vorkam. Ramdas ertrug es nicht, jemanden hungern zu sehen und hungerte dafür lieber selber. An der Straßenecke wollte ein vergrämt aussehender Mann ihm ein Geldstück schenken, doch Ramdas nahm grundsätzlich kein Geld an und bat ihn, ihm stattdessen etwas Obst zu kaufen. Der Mann besorgte ihm eine Banane, setzte sich neben ihn und berichtete ihm von seinem Kummer. Er hatte vor wenigen Wochen seinen einzigen Sohn verloren. Ramdas gab ihm den Rat, sich nicht der Täuschung hinzugeben, stattdessen über Gott zu meditieren und den Namen Rams zu wiederholen. Dann weihte er ihn in das Ram-Mantra ein und ließ es ihn 15 Minuten lang wiederholen. Bald fühlte sich der Mann erleichtert. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich immer wieder. Ramdas lief ziellos durch die Stadt, bis er sich plötzlich vor dem Haus seines Bruders Ramakrishna Rao, der Porträtmaler in Bombay war, wiederfand. Er blieb vier Tage bei ihm. Sein Bruder begleitete ihn zum Bahnhof, kaufte ihm eine Fahrkarte und drückte ihm ein Päckchen mit Obst und Süßigkeiten in die Hand. Ramdas nächstes Reiseziel war Panchavati, das am Fluss Godavari liegt. In der dortigen...



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