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E-Book, Deutsch, Band 2, 188 Seiten

Reihe: Ramakrishna und seine Schüler

Ebert Sarada Devi

Leben und Lehre der Gemahlin Ramakrishnas
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-3314-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Leben und Lehre der Gemahlin Ramakrishnas

E-Book, Deutsch, Band 2, 188 Seiten

Reihe: Ramakrishna und seine Schüler

ISBN: 978-3-7578-3314-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sarada Devi (1853-1920), die Gemahlin Ramakrishnas, führte das einfache Leben einer hinduistischen Hausfrau. Sie lebte zeitweise bei ihrem Mann in der Tempelanlage von Dakshineswar und kochte für ihn und seine Schüler. Ramakrishna unterwies sie in spirituellen Dingen, und sie wurde seine erste Schülerin. Nach seinem Tod führte sie seine Arbeit fort und hatte eigene Schüler, die sie ins spirituelle Leben einweihte. Zudem kümmerte sie sich um ihre Familie und zog ihre Nichte Radhu groß. Ihre Hauptrolle war stets die der Mutter aller. Die Mönche des Ramakrishna-Ordens betrachteten sie als die Mutter des Ordens und folgten ihrem Rat. Saradas Leben verlief äußerlich unspektakulär, war aber von einer besonderen spirituellen Tiefe geprägt. Deshalb wird sie als die "Heilige Mutter" verehrt. Ihr wird der gleiche Stellenwert wie Ramakrishna zugesprochen.

Gabriele Ebert hat die Biografien über Ramakrishna, Sarada Devi und Vivekananda verfasst.
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DIE KINDHEIT


Sarada Devis Kindheit zeigt viele Parallelen zu der Kindheit Ramakrishnas. Beide entstammten armen Brahmanenfamilien, beide wuchsen in entlegenen Dörfern in Bengalen auf, wobei die beiden Dörfer nur einige Meilen voneinander entfernt liegen. Und die Eltern von beiden hatten Visionen vor ihrer Geburt.

Sarada Devi stammte aus Jayrambati, einem Dorf in der ländlichen Gegend von Bengalen im Distrikt Bankura, etwa sechzig Meilen nordwestlich von Kalkutta gelegen. Jayrambati ist ein fruchtbares Dorf mit riesigen Feldern und mehreren Wasserspeichern. Es werden Reis, Weizen, Linsen, Kartoffeln, Bohnen, Chilie, Zuckerrohr, Gewürze und Gemüse angebaut. Zu Sarada Devis Zeit wurde dort auch Baumwolle angepflanzt. Die meisten Leute lebten vom Ackerbau. Dadurch konnte sich das Dorf selbst versorgen, den Überschuss verkaufen und andere nötigen Dinge wie Kleidung, Salz und Öl kaufen. Die Leute lebten in strohgedeckten Lehmhütten. Ein Lehrer unterrichtete die Kinder in der Vorhalle des Tempels. Religiöse Feste oder Theatervorstellungen aus der Hindu-Mythologie brachten Abwechslung in den monotonen Alltag.

In Jayrambati gibt es einige kleine Tempel. Der größte ist der Göttlichen Mutter , der Schutzgöttin des Dorfes, gewidmet. Die Menschen aus den Nachbarorten besuchten den Gottesdienst in diesen Tempel. Im südöstlichen Teil des Dorfes liegt ein kleiner Tempel, der der Göttin geweiht ist. Sarada Devis Familie ging dorthin. Im Herbst, wenn die - im -Tempel gefeiert wurde, kamen ebenfalls viele Leute aus den Nachbarorten.

Am nördlichen Dorfrand fließt der kleine Fluss Amodar vorbei, in dessen klarem Wasser Sarada mit ihren kleinen Brüdern und ihrer Schwester badete. Sie nannte ihn „unseren Ganges“. Es gab zwei kleine Halbinseln, von denen eine als Begräbnisstätte diente. Die andere, die von Mango-, Banyan- und anderen Bäumen bestanden war, wurde später ein beliebter Meditationsplatz der Schüler Ramakrishnas.

Zur Zeit von Sarada Devi war das Dorf sehr abgelegen und schwer erreichbar. Man musste durch weite Felder und einsame Gegenden mit dem Ochsenkarren fahren oder zu Fuß wandern. Kamarpukur, das Dorf, aus dem Ramakrishna stammte, liegt nur drei Meilen östlich.

ABBILDUNG 1: DER AMODAR

Es gab damals zwei Brahmanenfamilien in Jayrambati: die Bannerjees und die Mukherjees, zu der Sarada Devis Familie gehörte. Saradas Eltern waren Ramchandra Mukherjee und Shyamasundari. Sie waren arm, aber aufrichtig und gerecht und ihrer Familiengottheit ergeben. Ramchandra hatte drei jüngere Brüder: Trailokya, Ishwar und Nilmadhav. Trailokya war ein Sanskritgelehrter, aber er starb früh. Ishwar verdiente etwas Geld, indem er in einigen Häusern in Kalkutta die Riten für die Familiengottheit ausführte. Die Brüder lebten zusammen, und Sarada Devi wuchs in einer großen Familie auf. Ihre Mutter Shyamasundari war tief religiös und stammte aus Sihar, einem Dorf in der Nachbarschaft. Sarada beschrieb später ihre Eltern folgendermaßen: „Mein Vater war ein rechtschaffener Mann, ein aufrichtiger Verehrer von . Er hatte solch ein gutes Herz und ein freundliches Wesen, dass er jeden, der an seinem Haus vorbeikam, zum Rauchen einlud. Er rauchte sehr gern Tabak und drehte selbst die Zigaretten. Meine Mutter war freundlich und arglos und liebte es, den Leuten zu essen zu geben. Sie kümmerte sich sorgfältig um alle Hausarbeiten und sammelte Dinge, die man das Jahr über brauchte. Sie sagte: ‚Mein Haushalt ist für Gott und Seine Verehrer‘. Wie hätte ich in diese Familie geboren werden können, wenn mein Vater und meine Mutter nicht religiöse Entbehrungen geübt hätten?“1

ABBILDUNG 2: BEL-BAUM, WO SHYAMASUNDARI DEVI
EINE VISION HATTE

Über Sarada Devis Geburt gibt es zwei Legenden:

Als Shyamasundari auf dem Rückweg aus ihrem Heimatdorf Sihar war, wo sie ihre Eltern besucht hatte, setzte sie sich für ihre Notdurft ins Gebüsch unter einen Bel-Baum östlich des Ella Ponds, der in der Nähe des Brennofens eines Töpfers stand. Da hörte sie ein Läuten aus der Richtung des Brennofens und sah ein kleines Mädchen von sechs, das vom Bel-Baum herunterkletterte. Als das kleine Mädchen ihre zarten Arme um ihren Nacken schlang, wurde Shyamasundari ohnmächtig. Sie wusste nicht, wie lange sie ohne Bewusstsein war. Später fanden ihre Verwandten sie unter dem Baum und brachten sie nach Hause. Von da an spürte sie, dass sie schwanger war.

ABBILDUNG 3: SHYAMASUNDARI DEVI

Später erzählte Sarada Devi: „Meine Geburt war wie die des Meisters. Meine Mutter ging nach Sihar, um die Gottheit zu besuchen. Auf dem Heimweg hatte sie plötzlich das Gefühl, ihre Notdurft verrichten zu müssen, und ging ins Gebüsch unter einem Baum in der Nähe. Es war ein falsches Empfinden. Sie fühlte, als würde Luft in ihren Mutterleib eindringen, wodurch sie sich sehr schwer fühlte. Sie blieb in diesem Zustand. Dann sah meine Mutter ein schönes Mädchen von fünf oder sechs, das einen roten Sari trug, vom Baum herunterklettern. Es legte seine zarte Arme um den Hals meiner Mutter und sagte: ‚Ich komme zu dir, Mutter.‘ Meine Mutter fiel bewusstlos zu Boden und musste nach Hause getragen werden. Das Mädchen trat in den Leib meiner Mutter ein, und so wurde ich geboren.“2

Zur selben Zeit war Ramchandra Mukherjee in Kalkutta. Vor seiner Abreise nach Jayrambati hatte auch er ein ungewöhnliches Erlebnis. Während seines Mittagsschlafs sah er in einem lebhaften Traum ein junges, sehr schönes Mädchen von goldener Hautfarbe, das wertvolle Juwelen trug. Als sie ihn zärtlich umarmte, fragte er sie, wer sie sei. Sie antwortete: „Du siehst, ich bin in deine Familie gekommen.“ Ramchandra hielt das für ein günstiges Omen und interpretierte den Traum zunächst so, dass Mutter (die Göttin des Wohlstands) sich ihm enthüllt hatte, sodass er Geld verdienen könne, wenn er in Kalkutta bei den Familien die Riten ausübte. Als er nach Jayrambati zurückkehrte, erzählte er seiner Frau seinen Traum und sie ihm ihr Erlebnis. Da kamen beide zu dem Schluss, dass eine Gottheit in ihrer Familie geboren werden würde.

Am Donnerstagabend, dem 22. Dezember 1853, wurde Sarada Devi als das erste Kind des Ehepaars geboren. Es wurde ein Muschelhorn geblasen, um die gute Neuigkeit zu verbreiten, wie es üblich war. Heute steht an ihrem Geburtsort ein Tempel, der am 19. April 1923 von Swami Saradananda, dem damaligen Sekretär des Ramakrishna-Math und Mission eingeweiht wurde. Das Mädchen erhielt den Namen Saradamani oder verkürzt Sarada. Ramchandra und Shyamasundari hatten in der Folge noch sechs weitere Kinder: die Tochter Kadambini und die fünf Söhne Prasanna, Umesh, Kalikumar, Barada und Abhay. Kadambini heiratete, starb aber jung und kinderlos. Umesh starb unverheiratet mit siebzehn oder achtzehn. Abhay starb kurz nach seinem Medizinstudium und hinterließ seine Frau Surabala und seine Tochter Radhu, die nach seinem Tod geboren wurde. Die anderen Brüder Prasanna, Kalikumar und Barada ließen sich später in eigenen Häusern im Dorf nieder.

Ramchandra lebte, wie bereits erwähnt, mit seinen drei Brüdern Trailokya, Ishwar und Nilmahav in einem großen Familienverband zusammen. Die Großfamilie konnte sich nur mühsam durch ihre Einnahmen aus der Landwirtschaft und die Ausübung priesterlicher Dienste über Wasser halten.

Saradas Glück konnte die Armut, in der sie aufwuchs, nichts anhaben. Von Kindheit an half sie ihrer Mutter im Haushalt, passte auf ihre Geschwister auf und kümmerte sich um ihre Onkel. Sie pflückte Baumwolle auf den Feldern und knüpfte damit heilige Brahmanenschnüre, womit sie ein wenig zum Familieneinkommen beitrug. Manchmal watete sie bis zum Hals im Wasser, um Gras für die Rinder zu schneiden, und brachte den Feldarbeitern das Essen.

In einem Jahr zerstörten die Heuschrecken die Reisernte, und Sarada ging von Feld zu Feld, um die restlichen Körner aufzusammeln. Sie berichtete später: „Ich watete bis zum Hals im Wasser, um Gras fürs Vieh zu schneiden. Ich trug Puffreis für die Arbeiter aufs Feld. In einem Jahr wurde die Reisernte durch die Heuschrecken vernichtet, und ich sammelte die Reisstängel von einem Feld nach dem anderen. Ich begleitete meine Brüder, wenn sie im Amodar-Fluss badeten, der für uns der Ganges war. Nach dem Bad saßen wir am Ufer und aßen Puffreis, bevor wir nach Hause zurückkehrten. Ich fühlte mich immer vom Ganges angezogen.“3

Sarada Devi war vorausschauend und erledigte ihre Aufgaben stets, ohne dass man sie daran erinnern musste. Sie war ernst und nachdenklich und stritt sich nicht mit ihren Spielgefährtinnen, sondern vermittelte, wenn die Kinder in Streit gerieten. Sie liebte ihre Puppen, besonders und , zwei Götterfiguren, die sie hingebungsvoll mit Blumen und heiligen Blättern verehrte.

In ihren frühen Jahren machte sie die Erfahrung, dass sie eine...



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