Dyer | Die Braut des Kronprinzen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Dyer Die Braut des Kronprinzen


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1346-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1346-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ja, der Kronprinz von Daniz ist atemberaubend gutaussehend. Aber das ist noch kein Grund, so unverschämt mit ihr zu flirten! Schließlich ist Emily nur in das Fürstentum am Mittelmeer gekommen, um seine Hochzeit zu organisieren. Und noch ahnt sie nicht, wer die Braut sein soll ...

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1. KAPITEL

„Brenda, glaubst du, es ist wahr, was die Zeitungen über Vater schreiben?“ Emily Parks nahm die zarte Teetasse zwischen die Hände, um sich die Finger daran zu wärmen. Obwohl draußen fünfundzwanzig Grad herrschten, war es in der Küche von Walter Parks’ Villa in San Francisco schattig und kühl. Die Fenster in der Essecke waren geöffnet, und vom Pazifik wehte eine leichte Brise und brachte den Geruch von Salz und Tang mit sich.

„Es ist schwer zu sagen, wie viel man davon glauben darf.“ Die Stimme der Haushälterin klang skeptisch.

„Ich habe immer gewusst, dass Vater in geschäftlichen Dingen völlig rücksichtslos ist, aber ich kann kaum glauben, dass er in ein Verbrechen verwickelt ist.“

„Du willst nicht glauben, dass er etwas Illegales tun könnte?“ Hinter ihrer Brille kniff Brenda die Augen zusammen. „Oder fällt es dir schwer, dich damit abzufinden, dass jemand aus der Familie vielleicht gegen das Gesetz verstoßen hat?“

Emily legte die Stirn in Falten und überlegte. „Vielleicht will ich einfach nicht glauben, dass mein alter Herr verbotene Geschäfte macht. Sicher, er war uns kein guter Vater, aber ich hatte sonst keine Eltern.“

Sie warf Brenda einen Blick zu. Die Haushälterin saß ihr gegenüber an dem Walnusstisch, klein und rundlich in ihrem hellblauen Kleid, voller Besorgnis und mütterlicher Zuneigung. Brenda war zwar nicht Emilys leibliche Mutter, hatte sich jedoch in jeder Hinsicht, die zählte, das Recht verdient, „Mom“ genannt zu werden. „Ohne dich wäre ich wahrscheinlich mit ständig wechselnden Kinderfrauen aufgewachsen.“

„Hmm.“ Brenda schnaubte und stellte ihre Tasse ab. „Dein Vater hat nie ein gutes Gespür gehabt, wenn es um das Hauspersonal ging. Mir ist wirklich ein Rätsel, wie er es geschafft hat, aus einem kleinen Juwelierladen ein so großes Unternehmen mit weltweiten Verbindungen zu machen.“

Emily lachte. „Der kleine Juwelierladen ist San Franciscos Version von Tiffany’s in New York. Ich bin sicher, Vater hat einen rasiermesserscharfen Verstand, wenn es darum geht, Mitarbeiter einzustellen. Aber im Privatleben war das einzig Intelligente, das er vollbracht hat, dich zu engagieren, damit du dich um uns alle kümmern konntest.“

Brendas Augen funkelten. „Wem sagst du das? Ich konnte euch vier nach Herzenslust verwöhnen, ohne dass euer Vater sich eingemischt hat. Und dann hat er mir auch noch ein gutes Gehalt gezahlt.“ Sie strich sich über das kurze graue Haar und zwinkerte Emily zu. „Nur deshalb konnte ich genug sparen, um in diesem Jahr zu verreisen.“

„Wie hat dir Paris gefallen?“ Emily liebte es, wenn Brenda von ihren Reisen erzählte. Sie hätte sich gern selbst die Welt angesehen, doch ihr florierendes Geschäft ließ ihr dafür keine Zeit.

„Es war herrlich – die Champs-Elysées, der Eiffelturm, die Seine, die Bilder von Monet im Louvre …“ Sie lächelte. „Ich glaube, dort würde ich gern meine Flitterwochen verbringen.“

Emily verschluckte sich an ihrem Tee. „Flitter…wochen?“, stammelte sie. „Was für Flitterwochen? Ich wusste ja nicht mal, dass du einen Freund hast.“

„Habe ich auch nicht“, erwiderte Brenda. „Aber ich habe auf ein paar Kontaktanzeigen geantwortet und ein paar sehr nette Männer getroffen. Bestimmt finde ich irgendwann einen, der meinen Ansprüchen genügt.“

Emily konnte ihr Erstaunen nicht verbergen. „Du willst dir einen Ehemann suchen, Brenda? Ich dachte immer, du bist mit deiner Arbeit verheiratet.“

„Das war ich“, bestätigte Brenda. „Nachdem mein John tot war, wart ihr Kinder ein wahrer Segen für mich. Ich hatte gar keine Zeit, in Trauer zu versinken. Aber jetzt, da ihr alle aus dem Haus seid, denke ich mehr und mehr daran, den Rest meines Lebens mit einem guten Mann zu verbringen.“

„Du bist unglaublich.“ Langsam schüttelte Emily den Kopf. „Es braucht schon Mut, nur einmal nach Liebe zu suchen, aber zweimal? Du verdienst einen Orden.“

„Mut?“ Brenda runzelte die Stirn. „Warum?“

„Weil es selten genug vorkommt, dass man ein einziges Mal geliebt wird.“ Emily zuckte mit den Schultern und hob die Tasse. „Dass es ein zweites Mal passiert, ist äußerst unwahrscheinlich.“

„Oh, Honey.“ Brenda legte eine Hand auf Emilys. „Nicht alle Männer sind wie dein Vater und die, mit denen du bisher ausgegangen bist.“

„Kann schon sein. Aber wenn es auf der Welt nette Männer gibt, von meinen Brüdern abgesehen, so bin ich ihnen noch nicht begegnet.“

„Also versuchst du nicht mehr, einen Märchenprinzen zu finden?“

„Ja, leider.“

Brenda seufzte. Lächelnd nippte sie an ihrem Tee. „Dass ein kleines Mädchen, das Märchen über alles liebte, als erwachsene Frau nicht an die Liebe glaubt, ist schwer vorstellbar. Weißt du noch, wie du mal erklärt hast, dass du einen Prinzen heiraten wirst, genau wie Aschenputtel?“

„Ich erinnere mich.“ Emilys Lächeln verblasste. „Das ist lange her, Brenda. Unglücklicherweise werden kleine Mädchen groß und müssen in der Wirklichkeit leben.“

„Dein Vater hat dir das Vertrauen in die Männer genommen. Aber die sind nicht alle wie Walter Parks. Und eines Tages wird der Richtige vorbeikommen, und du wirst die Familie bekommen, die du dir immer gewünscht hast.“

„Ich hoffe, du hast recht, Brenda“, sagte Emily betrübt. „Es wäre schön, wieder an Märchen zu glauben.“

„Hmm.“ Brenda wedelte mit dem Zeigefinger. „Du musst ihn nur erkennen, wenn er auftaucht. Nicht alle Prinzen reiten einen Schimmel und tragen eine Krone.“

Emily lachte. „Ja, Ma’am, ich weiß. Aber während ich auf ihn warte, werde ich meine Firma ausbauen, denn das ist ein Traum, der sich leichter verwirklichen lässt.“

Lazhar Eban war auf dem Weg zu Walter Parks’ Bibliothek im Obergeschoss der weit verzweigten Villa. Vom Vertrag abgelenkt, den er dabei überflog, bog er am Fuß der Treppe nach links statt nach rechts ab, ging einen Flur entlang und fand sich vor der Küche wieder. Als zwei Stimmen an sein Ohr drangen, blieb er wie angewurzelt stehen.

Im Spiegel an der gegenüberliegenden Wand sah er die gemütliche Essecke im Erker mit Blick auf den Kräutergarten. Die ältere Frau, die dort saß, war die Haushälterin, die ihn am Abend zuvor ins Gästezimmer gebracht hatte. Die zweite Frau, deren Stimme er hörte, war jünger und atemberaubend schön. Das schulterlange Haar war goldbraun, die Augen hellgrün, und jedes Lächeln zauberte Grübchen neben den vollen Mund. Emily Parks, Walter Parks’ Tochter, war der Grund, aus dem Lazhar seinen Terminplan abrupt geändert hatte und nach San Francisco geflogen war.

Ihr Foto war in der Anlage zu einem geschäftlichen Vorschlag ihres Vaters enthalten gewesen, der erst vor drei Tagen in Lazhars Büro eingetroffen war.

Er war kurz davor gewesen, den Vertrag mit Walter Parks zu unterzeichnen, doch dann waren dem Edelsteinbaron in den Zeitungen fragwürdige Geschäftspraktiken vorgeworfen worden. Als er Walter von seinen Bedenken erzählte, versuchte dieser, ihm den Vertrag dadurch schmackhaft zu machen, dass er seine Tochter Emily als die Braut anbot, die Lazhar brauchte.

Auf dem Flug über den Atlantik hatte er gelesen, was seine Leute über Emily Parks herausgefunden hatten. Seit dem College arbeitete sie als Hochzeitsplanerin, und ihre kleine Firma hatte keinen Mangel an Aufträgen. Vor drei Jahren hatte sie eine Verlobung gelöst, aber es gab keine Hinweise darauf, dass sie danach eine neue Beziehung eingegangen war. Emily schien sich ganz auf ihren Beruf zu konzentrieren.

Angesichts der Tatsache, dass sie eine der hübschesten Frauen war, die er je gesehen hatte, konnte Lazhar kaum glauben, dass es keinen Mann in ihrem Leben geben sollte. Aber trotz intensivster Nachforschungen hatten seine Detektive niemanden gefunden.

Umso besser für mich, dachte er zufrieden.

Doch jetzt, da er sie leibhaftig vor sich sah, war sie nicht die Frau, die er erwartet hatte.

Das Gesicht auf dem Foto hatte ihn auf Anhieb fasziniert. In dem kühlen Blick hatte Verletzlichkeit gelegen, und im leicht trotzigen Ausdruck um den Mund ein Hauch von Leidenschaft. In diesem Moment, während sie mit der Haushälterin sprach, strahlte sie auch noch ein Gefühl von Einsamkeit aus, das ihm unter die Haut ging. Seine Augen wurden schmal, als sie sich das Haar aus dem Gesicht strich und Brenda freundlich zulächelte. Die kleine, anmutige Geste reichte aus, um sein Herz schneller schlagen zu lassen.

Verdammt. Er wollte sie. Und er würde sie bekommen. Dass er gerade jetzt eine Ehefrau brauchte, war ein glücklicher Zufall, der es ihm erlauben würde, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Doch was er gerade eben gehört hatte, machte eine Änderung seines Plans erforderlich. Dass sie ihrem Vater gehorchen und widerstandslos den Mann heiraten würde, den er für sie ausgesucht hatte, war mehr als unwahrscheinlich. Nachdenklich wandte Lazhar sich vom Spiegelbild der beiden Frauen ab, ging leise über den Marmorboden zur Bibliothek und klopfte an.

„Herein.“

Walter Parks hob den Kopf, als Lazhar eintrat, und ein geschmeidiges Lächeln löste das Stirnrunzeln ab.

„Lazhar, kommen Sie.“ Er zeigte auf die Ledersessel vor seinem Schreibtisch. „Nehmen Sie doch Platz.“

„Danke.“ Lazhar setzte sich, und sein Blick fiel auf das Papier in Walters Hand. „Ich hoffe, ich störe nicht.“

„Nein, überhaupt nicht.“ Walter legte den Bogen hin. „Was kann ich für...



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