Das Subjektmodell des klassischen Hollywoodfilms (1930–60)
Buch, Deutsch, 389 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 235 mm, Gewicht: 27 g
ISBN: 978-3-412-20892-9
Verlag: Böhlau
Will Kane und Scarlett O’Hara, Rick Blaine und Judah Ben-Hur: Die Protagonisten klassischer Hollywoodfilme sind legendäre Figuren der modernen Massenkultur – und sie bilden markante Repräsentationen des Subjekts. In einer Serie von miniaturartigen Analysen untersucht Stephan Durrer, wie im amerikanischen Kino der Jahre 1930 bis 1960 das Subjekt inszeniert wurde. Die Ergebnisse führt er in einem 'Subjektmodell des klassischen Hollywood' zusammen und reflektiert dieses aus historisch-anthropologischer Perspektive. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern die filmischen Repräsentationen des Subjekts als Merkmal einer individualistischen Kultur zu verstehen sind.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Theater- und Filmwissenschaft | Andere Darstellende Künste Filmwissenschaft, Fernsehen, Radio Filmgattungen, Filmgenre
- Geisteswissenschaften Theater- und Filmwissenschaft | Andere Darstellende Künste Filmwissenschaft, Fernsehen, Radio Filmgeschichte
- Geisteswissenschaften Theater- und Filmwissenschaft | Andere Darstellende Künste Filmwissenschaft, Fernsehen, Radio Filmtheorie, Filmanalyse
Weitere Infos & Material
Inhalt
1. Einleitung: Das Subjektmodell des klassischen
Hollywoodfilms
Filme und Filmanalyse
Die Grundstruktur des Subjektmodells des klassischen
Hollywoodfilms
Die Rezeption von Hollywoods Subjektmodell
Aufbau
2. „The sun never sets on the American motion picture
industry“: Zum klassischen Hollywoodkino
und seiner Verbreitung in Europa
Das klassische Hollywoodkino
Hollywood in Europa
Amerikanisierung
3. Unbedingte Treue zu sich selbst: Die Autonomie
der Helden Hollywoods
Radikale Unabhängigkeit – Jim McKay (The Big Country)
Unbeirrbare Standhaftigkeit – Robert E. Lee Prewitt
(From Here to Eternity)
Autonomie als Argument wider den Totalitarismus –
Fallbeispiel zur Rezeption von From Here to Eternity
und Mr. Smith Goes to Washington
Unverdrossener Idealismus – Jefferson Smith
(Mr. Smith Goes to Washington)
Der autonome Held als moralisches Subjekt –
Phil Green (Gentleman’s Agreement)
Diskursives Handeln – Atticus Finch (To Kill a Mockingbird)
Aufrichtige Bescheidenheit – Davis, der Geschworene
Nr. 8 (Twelve Angry Men)
4. Existentielle Befreiung: Die Selbstentwicklung
der Helden Hollywoods
Der Held und sein Moment der Entscheidung –
Anthony P. Kirby (You Can’t Take It with You)
Selbstbefreiung von Schwermut – Longfellow Deeds
(Mr. Deeds Goes to Town)
Überwindung tiefer Kränkung – Rick Blaine (Casablanca)
Bewältigung traumatischer Erlebnisse – Fred Derry
(The Best Years of Our Lives)
Emanzipation von sozialem Druck – Terry Malloy
(On the Waterfront)
Die (Un)Glaubwürdigkeit der Selbstentwicklung –
Fallbeispiel zur Rezeption von On the Waterfront
sowie The Robe, Quo Vadis und The Ten Commandments
Fundamentale Selbsttransformation – Helden des Bibelfilms
(The Robe, Quo Vadis, The Ten Commandments)
5. Verwiesenheit auf den Mann: Zur Selbstentwicklung
von Hollywoods Heldinnen
Die Heldin und ihr Moment der Entscheidung –
Ellie Andrews (It Happened One Night)
Selbstentwicklung als Männerwahl – Tracy Lord
(The Philadelphia Story)
Selbstlose Aufopferung für den Mann – Die Frau Maxim
de Winters (Rebecca)
Der Preis der Selbstbestimmung – Scarlett O’Hara
(Gone with the Wind)
Die Widersprüchlichkeit der Scarlett O’Hara –
Fallbeispiel zur Rezeption von Gone with the Wind
Der Verlust der Autonomie – Eve Harrington
(All about Eve)
Selbstbewusste Eigenständigkeit – Laura Hunt (Laura)
6. Zerfallende Souveränität: Der Selbstverlust
der Helden Hollywoods
Der unmotivierte Moment der Entscheidung –
Don Birnam (The Lost Weekend)
Zerrüttung durch krankhafte Habgier – Fred C. Dobbs
(The Treasure of the Sierra Madre)
Zweifel an der Souveränität des Subjekts – Fallbeispiel
zur Rezeption von The Treasure of the Sierra Madre
Abgleiten in den Wahnsinn – Cody Jarrett (White Heat)
Der Versuch der Selbstbehauptung im Untergang – Helden
des Gangsterfilms (The Public Enemy, Little Caesar, Scarface)
7. Vergebliches Streben nach Freiheit: Die Ohnmacht
der Helden Hollywoods
Misslingende Selbsttransformation – Roy Earle (High Sierra)
Die Melancholie des Rollengefangenen – Shane (Shane)
Der ungewollte Held – Will Kane (High Noon)
Aussichtslose Flucht vor dem eigenen Leben –
Charles Foster Kane (Citizen Kane)
Charles Foster Kane, ein Menetekel der Moderne –
Fallbeispiel zur Rezeption von Citizen Kane
Scheiternde Selbstbefreiung – Walter Neff
(Double Indemnity)
Der Zynismus des verunsicherten Subjekts – Philip Marlowe
(The Big Sleep)
Angegriffene Souveränität – Sam Spade (The Maltese Falcon)
Missglückende Subjektivierung – Das Monster (Frankenstein)
8. Die Sorge um das Individuum: Zur Rezeption des Subjektmodells
des klassischen Hollywoodkinos
Massendiskurs
Der Film als Massenprodukt
Der Star und die Menge
Die „Masse“ im Kino
Die Suggestibilität der „Masse“ im Kino
Amerikadiskurs
Amerika vs. Europa
Masse vs. Individuum
Der „amerikanische Individualismus“
Kommerz vs. Kunst
Form vs. Inhalt und Oberflächlichkeit vs. Tiefgang
Optimismus vs. Tragik
Das „amerikanische“ Amerikanische und
das „europäische“ Amerikanische
Amerikanisierung vs. Europäisierung
9. Schluss: Das anthropologische Dreieck
Das anthropologische Dreieck: Zum Begriff
des Individualismus
Der bedingte Individualismus des Subjektmodells
Hollywoods
Der Modus der Rezeption
Eine Geschichte der Subjektmodelle
Historisierung des Subjekts
10. Dank
11. Anhang
Statistische Tabellen
Quellen- und Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Register




