E-Book, Deutsch, Band 1697, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Dunlop Aus Versehen verheiratet?
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-066-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1697, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86494-066-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Wir sind verheiratet.' Unfassbar! Der Elvis-Imitator in Las Vegas war ein echter Standesbeamter - und jetzt ist Kaitlin die Frau dieses sündhaft gut aussehenden, aber auch verboten arroganten Zach Harper? Dass er die Scherzehe wieder annullieren will, ist ihr erst nur recht. Andererseits hat sie mit dem einflussreichen Macho, der immerhin dafür gesorgt hat, dass sie als junge Architektin keinen Auftrag mehr in Manhattan bekommt, noch eine Rechnung offen ... Kaitlin berät sich mit einer Freundin und macht dem verblüfften Zach schließlich ein durch und durch scharfes Angebot!
Barbara Dunlop hat sich mit ihren humorvollen Romances einen großen Namen gemacht. Schon als kleines Mädchen dachte sie sich liebend gern Geschichten aus, doch wegen mangelnder Nachfrage blieb es stets bei einer Auflage von einem Exemplar. Das änderte sich, als sie ihr erstes Manuskript verkaufte: Mittlerweile haben die Romane von Barbara Dunlop weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden.
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1. KAPITEL
Was tat ausgerechnet Zach Harper im Flur vor ihrem Apartment? Der große dunkelhaarige Mann mit den stahlgrauen Augen war der Grund, warum Kaitlin Saville ihre Habseligkeiten packte. Seinetwegen gab sie ihre schöne Wohnung mit Mietpreisbindung auf und verließ New York.
Sie öffnete die Tür, verschränkte die Arme vor ihrem rauchblauen Fan-T-Shirt mit dem Logo der New York Mets und sah Zach an. Sie konnte nur hoffen, dass ihm ihre verweinten Augen nicht auffielen.
„Wir haben ein Problem“, stellte er nüchtern fest.
In der linken Hand hielt er eine Aktentasche aus schwarzem Leder. Zu seinem Maßanzug trug er ein makellos weißes Hemd. Seine rote Krawatte war aus edelster Seide – und die Manschettenknöpfe aus purem Gold. Wie immer war sein Haar säuberlich geschnitten, Wangen und Kinn frisch rasiert. Die Schuhe glänzten wie stundenlang poliert.
„Wir haben gar nichts“, stellte Kaitlin klar und bewegte die Zehen in den kuscheligen Socken, die sie unter ihren ausgefransten Jeans trug. Ich bin nur bequem angezogen, sagte sie sich. Schließlich hat eine Frau in den eigenen vier Wänden das Recht, sich zu entspannen. Und außerdem … Was tut er überhaupt hier?
Sie versuchte, ihm die Tür vor der Nase zuzumachen, aber er schob schnell den Unterarm dazwischen.
Unwillkürlich fiel ihr in diesem Moment seine Hand auf: Sie wirkte kräftig, gepflegt und gebräunt. Ringe trug er nicht, dafür eine sündhaft teure Uhr von Cartier. „Das ist kein Scherz, Kaitlin.“
„Ich lache ja auch gar nicht.“ Was interessierten sie seine zweifellos nicht besonders zahlreichen Probleme? Dieser überhebliche Zach Harper war nicht nur für ihre Entlassung verantwortlich, sondern auch dafür, dass kein anderes Architekturbüro in New York City sie einstellen würde.
„Kann ich reinkommen?“, fragte er.
„Nein.“ Er mochte der Chef von Harper Transportation und wer weiß welch anderer Firmen in Manhattan sein. Aber ihre Wohnung würde er nicht zu Gesicht bekommen – schon gar nicht ihre Spitzenunterwäschen-Sammlung unter dem Fenster.
Er biss die Zähne zusammen. „Es geht um etwas Persönliches“, stieß er hervor und wies auf die Aktenmappe.
„Um etwas Persönliches? Was soll das heißen? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Freunde wären.“
Eher Feinde. Wie sollte es auch anders sein, wenn ein Mensch das Leben des anderen zerstört hatte? Ob Zach Harper erfolgreich war, unverschämt gut aussah und traumhaft tanzte – er hatte die Chance verspielt …
Er straffte die Schultern und sah sich im langen Korridor des fünfzig Jahre alten Hauses um. Trotz des schummrigen Lichts ließ sich unschwer erkennen, dass der gemusterte Teppichboden schon bessere Tage gesehen hatte. In diesem Teil des vierten Stocks befanden sich zehn Wohnungen. Kaitlins Apartment lag am Ende, direkt neben der Tür zur Feuertreppe.
„Auch gut“, sagte er. „Dann klären wir es eben hier.“
Nein, das werden wir nicht, dachte Kaitlin. Gar nichts tun wir. Nie wieder, weder hier noch sonst wo …
„Erinnerst du dich noch an die Nacht in Las Vegas?“
Kaitlin blieb fast das Herz stehen. Nie würde sie die Party vor drei Monaten vergessen! Sie hatte im legendären „Bellagio“ stattgefunden, einem der größten Hotels der Welt. Vor etwa fünfhundert Topkunden und Geschäftsfreunden von Harper Transportation waren Sänger, Tänzer und Akrobaten aufgetreten – und ein fulminanter Elvisdarsteller, der Zach und Kaitlin während der Show überredet hatte, bei einer Scheinhochzeit mitzumachen.
Zu der lockeren Stimmung der Party hatte das gut gepasst. Außerdem hatte Kaitlin zuvor einige Cocktails mit Cranberry getrunken, weshalb ihr das Ganze noch amüsanter erschienen war. Im Nachhinein ließ es sich jedoch kaum anders als demütigend bezeichnen.
„An das Blatt, das wir unterschrieben haben?“, fragte Zach weiter.
„Keine Ahnung, was du meinst“, log Kaitlin. Dabei war ihr erst an diesem Morgen die Scheinheiratsurkunde in die Hände gefallen. Sie steckte in dem dünnen Fotoalbum in der untersten Schublade der Kommode zwischen den Jeans. Eigentlich dumm, dass sie das Erinnerungsstück aufgehoben hatte. Aber damals waren ein paar Tage vergangen, bis sie nicht mehr an den Abend an Zachs Seite hatte denken müssen. Die wenigen glücklichen Momente mit ihm waren ihr damals irgendwie … zauberhaft erschienen.
Lächerlich, dachte Kaitlin jetzt. Schon in der darauffolgenden Woche hat er alles infrage gestellt, was mir wichtig ist.
„Das Dokument ist gültig.“
Kaitlin runzelte die Stirn. „Was soll das heißen?“
„Wir sind verheiratet.“
Kaitlin schwieg einen Moment. Zach würde über so etwas keine Witze machen. Und wie sie später erfahren hatte, war diese Nacht auch für ihn etwas Besonderes gewesen. „Ist das dein Ernst?“, fragte sie schließlich.
Er nickte und sah sie mit seinen stahlgrauen Augen an.
Sie beide ein Ehepaar? Das konnte nicht sein. Es war doch nur eine Inszenierung gewesen, nur ein Spaß …
„Unser Elvis ist ein echter Standesbeamter des Bundesstaates Nevada“, sagte Zach.
„Aber wir hatten etwas getrunken …“, wandte Kaitlin ein.
„Er hat uns echte Urkunden ausgestellt.“
„Woher willst du das wissen?“ Kaitlins Gedanken rasten.
„Meine Anwälte haben es mir gesagt.“ Über ihre Schulter sah er in ihr Apartment. „Kann ich vielleicht doch hereinkommen?“
Kaitlin dachte an die Krimis und Frauenzeitschriften auf dem Sofa und an die Kreditkartenabrechnungen auf dem Couchtisch, die ihr Kaufverhalten im letzten Monat schonungslos enthüllten. Außerdem lag noch eine halb leere Packung Donuts von „Sugar Bob’s“ auf der Anrichte. Und dann waren da eben auch noch die sexy Dessous unter dem Fenster …
Wenn er aber tatsächlich recht hatte, konnte sie kaum zur Tagesordnung übergehen.
Sie atmete tief durch. Was kümmerte sie, was er über sie dachte? Dann erfuhr er eben, dass sie eine Schwäche für die Süßwaren von „Sugar Bob’s“ hatte. Und wenn schon? In ein paar Tagen würde Zach Harper in ihrem Leben keine Rolle mehr spielen. Sie würde alles hier hinter sich lassen und in einer anderen Stadt, vielleicht in Chicago oder Los Angeles, ganz neu beginnen.
Bei dem Gedanken zog sich ihr plötzlich der Magen zusammen. Sie hasste das Gefühl, entwurzelt zu sein. Hinter ihr lagen schon zu viele Neuanfänge, denn sie war ohne Eltern aufgewachsen. Seit der Studienzeit war sie ihrem kleinen Apartment treu geblieben. Es bedeutete für sie ihr einziges Zuhause …
„Kaitlin?“
Sie schluckte ihre Traurigkeit hinunter. „Klar“, sagte sie möglichst fest. „Komm doch herein.“
Nachdem sie die Tür geschlossen hatte, sah Zach sich in dem Durcheinander der Koffer und Kisten um. Setzen konnte er sich nirgends, aber er würde ja auch nicht lange bleiben.
Obwohl sich Kaitlin fast krampfhaft bemühte, nicht zu ihren Dessous zu schauen, sah sie unwillkürlich gerade dorthin. Zach folgte ihrem Blick und betrachtete einen violetten Body aus Seide, den ihr ihre Freundin Lindsay zu Weihnachten geschenkt hatte.
„Du erlaubst?“, fragte Kaitlin wütend und klappte die Deckel des Kartons zu.
„Natürlich.“
Klang er leicht belustigt? Na klasse, dachte sie, jetzt lacht er auch noch über mich!
In diesem Moment sprangen die Deckel des ziemlichen vollgepackten Kartons wieder auf, und Kaitlin spürte, dass sie rot wurde.
Hinter Zach lag die Packung Donuts von „Sugar Bob’s“. Wie deutlich zu sehen war, fehlten bereits drei Stück, die Kaitlin schon um neun Uhr morgens verspeist hatte.
Sicher hatte Zach, dessen durchtrainierter Körper kein Gramm Fett zu viel aufwies, nur Obst, Vollkornprodukte und hochwertige Proteine gefrühstückt, mit vielleicht einem Vitamindrink … Womöglich hatte sein persönlicher Küchenchef die Lebensmittel, die bestimmt aus Frankreich oder Australien stammten, eigens für ihn zusammengestellt …
Er legte die Aktentasche auf einen Stapel DVDs und ließ die Verschlüsse aufspringen. „Meine Anwälte haben die Scheidungsunterlagen vorbereitet.“
„Brauchen wir denn Anwälte?“, fragte Kaitlin, die sich noch nicht an die Vorstellung gewöhnt hatte, verheiratet zu sein.
Mit Zach.
Sie zwang sich, ihre Gedanken zu beherrschen, die angesichts dieser Tatsache in wer weiß wie viele Richtungen abzuschweifen drohten.
Bei all seinem Reichtum, seiner Bildung und seinem blendenden Aussehen – Zach war kalt, berechnend und gefährlich. Eine Frau, die ernsthaft einen Mann wie ihn heiratete, konnte nicht ganz bei Sinnen sein.
Er klappte die Tasche auf. „Unter diesen Umständen sind Anwälte ein notwendiges Übel.“
Über dieses Klischee hatte sich Kaitlin schon oft geärgert. Ihre beste Freundin Lindsay war alles andere als ein Übel … Wie würde sie wohl auf diese Neuigkeit reagieren? Geschockt sicher, vielleicht auch besorgt? Oder belustigt?
Die Situation war völlig unwirklich!
Kaitlin strich sich eine Strähne ihres rotbraunen Haares hinters Ohr und spielte nervös mit dem Jadeohrring....




